Meinungsaustausch über Hundeerziehung ;-)
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Zu der Interaktion zwischen Hunden, diese handhaben es doch ganz genauso, die haben auch mehrere Dinge, um ihre Führung zu behaupten und bei denen ist es auch mal so, das ein Verhalten nicht beachtet wird, aber etwas später genau zu diesem aufgefordert wird.
Das stimmt, aber bei Hunden untereinander würden sich solche Fehler auch nicht einschleichen und über Jahre verfestigen.
Ich denke, das Problem ist, dass Hunde "süchtig" nach Aufmerksamkeit werden. Da ist dann irgendwann auch egal, in welcher Form sie diese Aufmerksamkeit bekommen, im Zweifel ist da negative Aufmerksamkeit immernoch besser als keine Aufmerksamkeit. Und während des "Entzuges" löst jede Aufmerksamkeit außer der Reihe sofort Hoffnung auf mehr aus. Dieses Hoffen und wieder enttäuscht werden stelle ich mir wesentlich stressiger vor als gar nicht erst zu hoffen.
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Hi
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Okay, zweiter Ansatz.
Jetzt habe ich den Auslöser-Fred von Diana gelesen.Ich hatte diesen Fred hier aber ehrlich gesagt als Plattform für ne Grundsatzdisskussion verstanden - und eben nicht als Disskussion über dieses eine konkrete Fallbeispiel.
Und ich halte immer noch nix von Ignorieren - und auch nicht sonderlich viel von gezieltem, längerfristigen Nicht-Beachten.
In meiner "Welt" lebt der Hund mit mir in einer "Familien"-Beziehung.
Und Beziehungen ohne Kommunikation funktionieren nicht.
Klar muss auch mal Ruhe herrschen.
Aber ein Tag ohne Gemeinsamkeiten - ohne Kommunikation miteinander - wäre für mich ein verlorener Tag.Faktisch lerne ich sogar grade - bei einer Trainerin der anderen "Glaubensrichtung"
- noch mehr und positiver mit meinem Hund zu kommunizieren; allerdings besonders draußen auf unseren Gassi-Runden. Wir machen das jetzt seit 4 Wochen und es läuft schon wesentlich besser zwischen uns - draußen, drinnen war eh nie ein Problem.
Gut, okay - möglicherweise fällt es manchen Hundehaltern leichter, ihre haarige Führungsmannschaft zu enthronen, wenn sie derartige Anweisungen bekommen. Und ja, ich kann mir auch gut vorstellen das sich die Hunde recht schnell in dieses neue Schicksal fügen ... und das es allemal entspannender für sie ist als der vorherige Prinzenstatus.
Dennoch - was für ne Beziehung entsteht denn dadurch? :|
Und wie entwickelt sich das Ganze, wenn man diese harten Grenzen dann wieder etwas aufweicht?
Zumindest halte ich die Gefahr eines Rückfalls für die Hundehalter für sehr hoch.Meiner Meinung nach ist es doch ein riesiger Unterschied, ob ich einen Hund irgendwohin anbinde, damit er mir nicht folgen kann - oder ob ich "Kraft meines Amtes"
durchsetze, das er eben auf seinem Platz bleibt.
Ersteres ist eine mechanische Problemlösung die nichts darüber verrät, wie die Situation aussieht, sobald die Leine wieder weg ist.
Zweiteres ist eine klare Kommunikation die über die Beziehung zwischen den Individuen funktioniert (oder eben auch nicht funktioniert).Mein (persönliches) Ziel wird ganz sicher niemals sein, eine Trainingsmethode anzuwenden, bei der ich meinen Hund über einen längeren Zeitraum (länger als mir eigentlich danach ist) nicht beachten darf. Und bei der ich genau dieses auch immer wieder mal praktizieren muss, um den Status "aufzufrischen".
Diana und ganz besonders Ihren Fellnasen wünsch ich trotzdem alles Glück - vielleicht klappt es ja bei ihr und alle werden Glücklich.
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Und während des "Entzuges" löst jede Aufmerksamkeit außer der Reihe sofort Hoffnung auf mehr aus. Dieses Hoffen und wieder enttäuscht werden stelle ich mir wesentlich stressiger vor als gar nicht erst zu hoffen.
Nun aber dürfte der Hund dann überhaupt wieder Aufmerksamkeit bekommen, wenn man nicht auch mit anderen Dingen "die Führung" gegenüber den Hunden klar stellt, sondern nur nicht beachtet?
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Nun aber dürfte der Hund dann überhaupt wieder Aufmerksamkeit bekommen, wenn man nicht auch mit anderen Dingen "die Führung" gegenüber den Hunden klar stellt, sondern nur nicht beachtet?
hm, ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll. Ich glaube, für Hunde besteht "Führung" aus unterschiedlichen Punkten. Manche Hunde definieren "Führung" hauptsächlich über den Besitz von Ressoucen, andere eher durch interaktion und die Möglichkeit, ihre Menschen zu manipulieren. Wieder andere dadurch, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ohne sich von den Wünschen der Menschen beeinflussen zu lassen.
Wenn ich so einem "Aufmerksamkeits-Junkie" sage: Geh auf deine Decke und nerv mich nicht, dann wird der Hund aus dieser Diskussion seine Aufmerksamkeit beziehen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage einen solchen Hund auf seine Decke zu schicken ohne ihn mit Aufmerksamkeit und Interaktion zu belohnen. Wir Menschen sind dafür einfach nicht schnell und genau genug.
Natürlich kann ich den Hund irgendwann wieder beachten. Aber eben nicht während des "Entzuges". Da durch die Belohnung zwischendurch sofort wieder der Kampf um Aufmerksamkeit ausgelöst wird.
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Ich hab Dianas Thema auch gelesen.
Ich möchte anfügen, dass ich das Anbinden befürworte, weil mir das von vielen Schreibern geforderte Alternativverhalten gar nicht so wichtig ist. Ich finde, da wird zuviel Trara drum gemacht. Im Endeffekt bin ich auch der Meinung, dass man Entspannung zB nicht ankonditionieren kann à la "jetzt liegt er gerade ruhig, das gibt C+B". An anderer Stelle (zB Türproblemchen) halte ich es für sehr wichtig, aber hier ist mir doch erstmal WURSCHT, was Hund macht. Mir wäre es nur wichtig, dass er kapiert, was er NICHT tun soll, nämlich mich nerven. Der Entzug der Ressource ist hier für mich wichtiger.
Klar sind die Hunde erstmal verunsichert. Finde ich aber auch nicht dramatisch. Denn das geht vorbei, aber der Kontrollstress würde immer bleiben.Mein Hund tapert mir eigentlich zu 50% hinterher. Allerdings ohne Aufmerksamkeit zu wollen. Wenn, dann wechselt er quasi nur seinen Aufenthaltsort mit mir.
Viele Grüße
Silvia
ansonsten eher im Konditioniererlager -
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hm, ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll. Ich glaube, für Hunde besteht "Führung" aus unterschiedlichen Punkten. Manche Hunde definieren "Führung" hauptsächlich über den Besitz von Ressoucen, andere eher durch interaktion und die Möglichkeit, ihre Menschen zu manipulieren. Wieder andere dadurch, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ohne sich von den Wünschen der Menschen beeinflussen zu lassen.
Genau es ist doch der Punkt. Ein guter "Alpha" - wenn man es mal so ausdrücken möchte - definiert sich auf mehreren Ebenen und ich finde, diese sollte man auch alle entsprechen etablieren und auch dem Hund diesen Anspruch auf mehreren Ebenen mehr oder weniger gleichzeitig entziehen und nicht erst auf einer Ebene und dann auf der anderen.
Bei der Methode, die Diana gerade anwendet, habe ich aber eher das Gefühl, das man erst mal eine Ebene nimmt und dann irgendwann mal weiter geht. -
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Ein guter "Alpha" -
Solche Begriffe von Dir
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Solche Begriffe von Dir
Ja deswegen auch in Anführungszeichen, aber "Führer" klingt noch bescheuerter.
oder "der erste im Rudel" oder what ever.
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Ich gebe Dir völlig recht, wenn es um einen "neuen" Hund geht.
Aber - grad in dem besprochenen Fall - definiert sich doch der "Führungsanspruch" auf dieser einen Ebene. Das ist doch ein Verhalten, das sich über Jahre etabliert hat. Auf den anderen Ebenen gibt es ja keine Schwierigkeiten.
Was nicht heißt, dass man jetzt die anderen Ebenen außer Acht lassen darf. Da heißt es natürlich beobachten.
Aber die aktuelle Frage war ja nicht, was man auf welcher Ebene macht, sondern warum man es auf dieser Ebene eben genau so macht.
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aber "Führer" klingt noch bescheuerter. .Jo...das hat was rechts-angehauchtes
Ich hab' kein Problem mit dem Wort Alpha als Erklaerungshilfe....genau so benutzte ich ja auch den Begriff Rudel recht salopp.
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