Leinenaggression - wie habt ihr das Problem gelöst?

  • Zitat


    @nimie:freue mich auf den 19.
    schöne Grüße Marion


    Oh Marion wie schön ...Ich freu mich auch...bin hier übrigens auch oft im Chat ;)


    Zitat

    Ich hab halt einfach angefangen, Dinge anders zu machen, als vorher.


    Dankefür Deinen Erläuterungen ..ich hab´s verstanden....daran kann ich arbeiten ;)

  • Hallo,


    kennt jemand von Euch das Buch ,,Probleme mit dem Hund verstehen und vermeiden" von Celina Del Amo ?
    Steht dort auch etwas über die Leinenaggression?Wenn ja,ist es hilfreich?

  • Also, ich kenn das Buch nicht... Ich glaube, dieser Thread hier und dann noch der "wenn er andere Hunde sieht, flippt er aus" (ich weiß nicht, wie man verlinkt) sind auch sehr hilfreich bezüglich Leinenaggression! :smile:


    Die letzten Wochen hab ich ja verstärkt drauf geachtet, Dinge schon im Haus anders zu machen, hab insgesamt mehr verlangt von Balou und weniger (eigentlch fast gar keine) Leckerchen mehr gegeben für Selbstverständlichkeiten, ihn drinnen kaum beachtet etc.
    Und ich hatte das Gefühl, es hilft! Er hat draußen mehr auf mich geachtet, hat sich anstandlos immer hingesetzt wenn ich einmal leise Sitz gesagt hab, auch im Regen und auf nassen/ matschigen Boden (da war er sonst immer bockig :roll: ). Sogar von meiner Freundin, die Leckerchen an die anderen Hunde verfütterte, konnte ich ihn abrufen! :D


    So- und jetzt hab ich 2 Tage wieder mehr mit ihm gemacht, ihn auch mal zum Kuscheln in mein Bett geholt (ich hatte Bauchkrämpfe :roll: ) und ihn öfter einfach mal so gestreichelt. Und prompt hab ich das Gefühl, er ist auch draußen wieder frecher, kommt nicht mehr beim ersten Rufen, entfernt sich weiter von mir, hört insgesamt einfach schlechter. Ist das Zufall?!


    Ansonsten fände ich das schade, denn ich hab doch auch einen Hund um ihn mal zu Streicheln und mit ihm zu kuscheln..?! Damit das keiner falsch vesteht: Natürlich nicht nur dafür, ist ja schließlich kein Partner-Ersatz.
    Aber meinen Hund sein ganzes Leben lang drinnen nicht zu beachten, mich nur draußen beim Spaziergang mit ihm zu beschäftigen, kommt mir...herzlos vor!? Oder stimmt da was mit meiner Einstellung nicht???


    Oder sollte man das eher so sehen, dass eben bestimmte Zeiten am Tag für den Hund "reserviert" sind, also die Gassi-Gänge und in meinem Fall z.B. das Üben von Tricks alle paar Tage mal 5-10 Minuten, und den Rest der Zeit der Hund total ignoriert wird? Ist das gar besser für den Hund?


    Bin auf Eure Meinungen gespannt.

  • Hallo Vallea,


    ich denke schon, dass Du Deinen Hund streicheln und mit ihm kuscheln kannst ohne, dass es negative Auswirkungen auf Euer Zusammenspiel draußen hat.
    Das Schwierige ist halt, eine Balance zu finden. Also nicht 2 Tage total links liegen lassen, dann zwei Tage absoultes Hundeverwöhnprogramm, dann wieder tagelang nix, weil Hundi wieder "doof" wird usw. Sondern dem Hund laangsm wieder mehr Zuwendungen geben, ihm Privilegien zugestehen, nachdem er links liegengelassen wurde.
    Wenn Du ihn jetzt z.B. 1 Woche links liegen gelassen hast (keine ausgiebigen Streicheleinheiten, kein Sofaprogramm, keine Bespaßung (Clickern etc)) und ihm vllt auch noch das Betreten einiger Räume verboten hast, fahr das Programm laangsam wieder hoch. Das hat auch den Vorteil, dass Du Deinen Hund genauer beobachten kannst, um dann den Punkt rauszufinden, an dem es zuviel wird. Dann wieder einen Schritt zurück.
    Vllt ist es für Dich heilfreich, bestimmte Zeiten für Deinen Hund zu reservieren, wann Du was mit ihm machst. Für mich persönlich ist das nichts, da vieles sonst so "mechanisch" wird. Wenn ich was mit meinem Hund machen möchte, dann, weil ich Lust dazu habe und nicht, weil mein Zeitplan das jetzt so vorsieht. Und wenn ich mal mehr Zeit für mich brauche, dann macht Hundi eben mal nix ( außer gassi gehen natürlich).

  • Zitat

    Ansonsten fände ich das schade, denn ich hab doch auch einen Hund um ihn mal zu Streicheln und mit ihm zu kuscheln..?! Damit das keiner falsch vesteht: Natürlich nicht nur dafür, ist ja schließlich kein Partner-Ersatz.
    Aber meinen Hund sein ganzes Leben lang drinnen nicht zu beachten, mich nur draußen beim Spaziergang mit ihm zu beschäftigen, kommt mir...herzlos vor!? Oder stimmt da was mit meiner Einstellung nicht???


    Oder sollte man das eher so sehen, dass eben bestimmte Zeiten am Tag für den Hund "reserviert" sind, also die Gassi-Gänge und in meinem Fall z.B. das Üben von Tricks alle paar Tage mal 5-10 Minuten, und den Rest der Zeit der Hund total ignoriert wird? Ist das gar besser für den Hund?


    Also ich kuschel auch regelmässig mit meinen, mit Bandit mehr, weil Mücke auf dieses Geschmuse nicht so steht, den lass ich eher von sich aus kommen.
    Aber Bandit braucht das Geknuddel sehr für sein Wohlergehen.
    DENNOCH bekommt er im Haus klare Ansagen.


    Bei uns ist es eigentlich so, wenn ich Kontakt mit den Hunden aufnehmen,dann passiert in der Regel auch was Interessantes. Deswegen sind sie auch sehr aufmerksam.


    Ich puschel nicht die ganze Zeit mit ihnen rum.
    Es wird auch mal auf die Distanz geachtet, darauf, dass der Hund eben NICHT ständig seine Nase in meinen Dingen hat.


    Und dann klappt das auch draussen :gut:


    Ich kann nur von mir und meinen Erfahrungen sprechen, als ich noch mehr Zeit für Mücke hatte ( weil ich noch kinderlos war ), hab ich ihn mehr beschäftigt, und er hat mit Sicherheit nicht besser gehört.


    Heute sind die Hunde dran, wenn ich Zeit habe, diese Zeit nutze ich dann aber INTENSIV mit ihnen. Ein qualitativ guter Spaziergang ist für mich viel mehr wert als zig mal die gleiche Runde mit dem Hund latschen, wo er nichts bei lernt.

  • Ganz ehrlich? Ich glaube nicht, dass das "zuhause links liegen lassen" über eine Woche für den Hund so wichtig ist. Ich persönlich empfinde es so, nachdem wir damals 2-Wochen-Programm-Hund-links-liegen lassen von der Trainerin verordnet bekommen hatten, dass es ein 2-Wochen-Programm für den Halter ist. Wo dieser einfach lernt, dass er dem Hund gutes tut, indem er ihn links liegen läßt und danach eher in der Lage ist nicht so zu übertreiben mit Zuneigung und Aufmerksamkeit und sieht, dass es einfach besser für den Hund ist, wenn er seine Aufmerksamkeit dosiert einsetzt.


    Allein wegen den Änderungen zuhause hat sich bei uns ja auch nicht das Leinenaggressionsproblem gelöst ... seine Aufmerksamkeit hat sich nur etwas im Bezug auf seine Beachtung unserer Personen verbessert, wobei die Auswirkungen bei uns tatsächlich nur minimal waren aber wir hatten ihn vorher ja auch nie sonderlich betüdelt, ihn auch mal ignoriert und er hatte zuhause seine klaren Regeln. Sinnvoll war es trotzdem.

  • Fantasmita: Da es mich echt interessiert, ihr arbeitet ja jetzt mit Eurem eigenen Programm, wie sieht das aus. Vielleicht habe ich das auch überlesen.


    Was mir bei Euch immer wieder einfällt, daß er nicht aggressiv im Freilauf ist, ist mir bei einigen anderen auch schon aufgefallen.


    Gruß
    Bianca, Dusty und Bibo, die auch im Freilauf aggressiv ist

  • Meiner ist auch im Freilauf nicht aggressiv! :smile:
    Ich bin immer froh, wenn uns Hunde unangeleint entgegen kommen, da hatte ich noch nie Probleme mit Balou. (Jedenfalls nicht von seiner Seite aus, er wurde allerdings schon 3 mal gebissen.)


    Ist Bibo denn gut sozialisiert worden oder hat sie schlechte Ergahrungen gemacht mit anderen Hunden?


    Danke erstmal für Eure Antworten, muss ich mal drüber nachdenken. Irgendwie wird alles komplizierter, selbst über das Streicheln und kuscheln mit dem Hund muss man sich Gedanken machen..! Hhmm...:/

  • Zitat

    Was mir bei Euch immer wieder einfällt, daß er nicht aggressiv im Freilauf ist, ist mir bei einigen anderen auch schon aufgefallen.


    Mücke auch nicht. Mücke ist meiner Meinung hochsozial, beschwichtigt, was das Zeug hält, wenn ihm einer dumm kommt, dennoch an der Leine ungeniessbar ( jetzt nicht mehr...toi toi toi ) .
    Ihm fehlte ganz klar die Führung. So würd ich das heute interpretieren.


    Vorhin sind wir an Nachbarsgarten vorbei gelaufen, da hat der Rüde hinterm Zaun Theater gemacht, auch einer seiner "Lieblingsnachbarsrüden ", außer ein bisschen gross machen war da nichts.
    Er darf hingucken, er darf meinetwegen auch ein bisschen Posen, aber das aggressiv in die Leine-springen gibts nicht mehr.


    Aber da wo ich früher hektisch weiter gelaufen wäre , bleib ich heute ruhig, werde nicht schneller oder sonstwas, sondern signalisiere "interessiert uns nicht , wir gehen weiter ".


    Übrigens haben sich auch andere Dinge erledigt, wie z. B. das aggressive Verbellen unserer Nachbarsschäferhündin, wenn sie bei uns vorbeigeht.


    Vorher war er rasend vor Wut, hätte mich vielleicht umgerannt, wenn ich im Weg gestanden hätte. Hauptsache die dumme Kuh wird so richtig angemacht, wenn sie vorbei trottet.


    Heute lässt er sich sofort ranrufen , bzw. sein Verhalten abbrechen, selbst wenn er sie gesichtet hat.
    Für mich sind das sehr grosse Veränderungen, die ich mir damals nicht hätte vorstellen können.

  • Zitat

    Meiner ist auch im Freilauf nicht aggressiv! :smile:
    Ich bin immer froh, wenn uns Hunde unangeleint entgegen kommen, da hatte ich noch nie Probleme mit Balou. (Jedenfalls nicht von seiner Seite aus, er wurde allerdings schon 3 mal gebissen.)


    Ist Bibo denn gut sozialisiert worden oder hat sie schlechte Ergahrungen gemacht mit anderen Hunden?


    Danke erstmal für Eure Antworten, muss ich mal drüber nachdenken. Irgendwie wird alles komplizierter, selbst über das Streicheln und kuscheln mit dem Hund muss man sich Gedanken machen..! Hhmm...:/


    Bibo wurde sehr gut sozialisiert. Sie ist in einem Park mit vielen Hunde, unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Größe aufgewachsen. Als sie noch sehr klein war, kam sie, wenn sie müde war, in ein Körbchen und hat gepennt.


    Bei ihr war der Grund für die Angst-Aggression, daß sie 2x gebissen wurde, einmal im Spiel und einmal als sie selbst einen MK drauf hatte, nachdem sie schon nach dem ersten Biss Unsicherheiten gezeigt hatte. Der zweite Biss geht klar auf meine Kappe, weil ich Mobbing nicht gesehen habe.
    Dann kamen bei ihr die Schmerzen dazu, die sie hat, seit sie 3,5 Jahre war. Danach waren alle Hunde Feinde, könnte ja jemand ihren Rücken oder Poppes beschnuppern wollen.


    Und zu Deiner Frage, ich kuschele eher wenig mit meinen Hunden, was aber an mir liegt. Wenn ich Bock habe, dann kuschele ich mal, wenn sie kommen und ich habe keine Lust, dann schicke ich sie weg.
    Meine Hunde schlafen nicht im Bett, aber auf dem Sofa, dürfen sie auch.


    Natürlich ist es so, daß man zu Hause auch klare Regeln haben sollte, aber der Hintergrund, der einem im Kopf sein sollte, mein Hund greift andere Hunde nicht im Freilauf an, sondern nur an der Leine.
    Da hatte MissEmmy nicht unrecht. Denn oft sind diese Hunde durch den HH verunsichert. Der HH erblickt den anderen Hund und wartet schon drauf, daß sein Hund los legt. Eigentlich ein selbstgemachtes Problem, was halt irgendwann ausartet und zur Routine wird.
    Dieses Verhalten zu unterbrechen ist extrem schwer, ganz klar.
    Aber für mich zählt immernoch die Kommunikation meiner Hunde. Sprich, ich beobachte genau, was geht ab, warum passiert es jetzt.
    Wir haben im Moment ein bißchen Pech und Bibo hat Schmerzen an der Bandscheibe.
    Wir sind einem Hund begegnet, den sie schon kennt. Erstmal war er trotzdem Feind. Dann ist sie mit dem Entspannungssignal runtergekommen, hat mich angeschaut und der Hund durfte auf 3m rankommen. Irgendwann hat sie ihn auch beschnuppert.
    Er durfte aber nur soweit gehen, wie sie wollte, wenn er zuviel geschnuppert hat, gab es eine Ansage, aber eine klare, ohne schnappen. Das ist für mich okay.
    Kurz danach sind wir unseren beliebten Grundstückshunden begegnet, die wir im Freilauf noch nicht getroffen haben.
    Der Hund ist hinter dem Zaun abgegangen wie sonst was. Da ist Bibo auch hochgekocht, da hat nur geholfen, schnappen, weiterlaufen und ca. 2m nachdem der Zaun zu Ende war, hat sie sich wieder beruhigt.


    Gruß
    Bianca, die eigentlich nicht soviel schreiben wollte :roll:

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