Beiträge von Traventure Dog

    Tag 8 - unter die Dusche


    Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass ich einmal 7 Tage oder länger nicht geduscht hätte! Ich kann mich aber gerade auch nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt so achtsam und begeistert unter der Dusche gestanden habe wie heute.


    Der Entschluss, dass heute, zum ersten Mal auf dieser Tour, nicht draußen, sondern in einer Unterkunft geschlafen wird, fällt bereits kurz nach dem Aufwachen.

    Gut, dass ich, wenn ich quasi direkt an der Landstraße schlafe, mit etwas Lärmbelästigung rechnen muss ist ja klar, dass aber die Diskothek der Dorfjugend bis hierher schallt war dann doch eine Überraschung. Zum Glück habe ich in meiner Notfallbox ein Paar Oropax dabei, damit höre ich nichts mehr, auch nicht den Wecker der mich in der früh eigentlich wecken sollte.

    Wenn schon schlecht und zu lange geschlafen, dann kann ich auch noch ein wenig länger liegen bleiben und lesen.


    Die ersten Kilometer führen wieder direkt an der Donau entlang auf einen Schotterweg. Dann aber, dieses Mal sogar ohne eine Umleitung, geht es wieder von der Donau weg und bergauf, bergab über irgendwelche Käffer. Ich frage mich ernsthaft, warum das bitteschön der Donauradweg sein soll. Echt jetzt, selbst wenn die Fridays for Future Bewegung nichts erreicht, der Klimawandel die Pole komplett schmelzen lässt, der Meeresspiegel ansteigt und die Donau über ihre Ufer tritt, HIER WIRD DEFINITIV NIE DIE DONAU VORBEIFLIESSEN, himmelarsch!!!

    Hilft aber nichts, wir quälen uns, respektive ich quäle uns, die Berge hoch, schwitzend, obwohl die Sonne sich hinter Wolken versteckt und fluchend, weil das so überhaupt nicht zu meinem Plan passt.


    Irgendwann geht es dann wieder ebenerdig über oder neben Landstraßen entlang, ist mir alles wurscht, ich schau nur noch darauf, wie viele Kilometer es bis nach Höchstädt ist, denn da wird genächtigt.


    Gegen 15.30 Uhr bin ich da, man nimmt uns auf und bevor ich endlich unter die Dusche gehen kann muss ich mich um all die wichtigeren Dinge kümmern: Wäsche waschen (ich trage sein über einer Woche zwei Paar Socken, zwei Radhosen und mehrheitlich ein Kurzarmshirt, nicht nur ich als Mensch bin eine olfaktorische Herausforderung, die Kleidung toppt noch einmal alles), Schlafsack ausbreiten damit der über Nacht ein wenig auslüften kann und die ganze Elektronik auf die Steckdosen verteilen.

    Kenai hat sich sofort in dem wunderbar kühlen Zimmer auf den Boden gelegt, denn auch seine Decke wird gewaschen, und fällt innerhalb kürzester Zeit in einen eholsamen Schlaf.


    Endlich duschen, zweimal die Haare waschen, jeden Quadratmillimeter der Haut schrubben, das warme Wasser genießen, fühle mich danach wie neu geboren.

    Hoffentlich ist mein Körper nicht allzu irritiert von der doch sehr weichen Matratze, immerhin habe ich die letzten Nächte so geschlafen : einschlafen auf der linken Seite, aufwachen weil die linke Seite schmerzt, umdrehen, aufwachen weil die rechte Seite schmerzt, umdrehen, aufwachen weil eine der oberen Extremitäten eingeschlafen ist und schmerzt. So geht es jede Nacht mehrmals, genau gezählt habe ich das jedoch noch nicht. Ich bin optimistisch, mein Körper wird schon nicht so doof sein und diese Möglichkeit auf eine durchschlafene Nacht nicht nützen.


    Bertholdsheim bis Neustädt

    Hört sich sehr spannend an.

    Wünsche euch eine gute Reise.


    Hast du ein Foto vom Anhänger? Mich würde interessieren wie der aussieht dass da ein dsh hinein passt.

    Ich schreib bei Gelegenheit mal ausführlicher etwas zu Anhänger und den Upgrades, welche ich vorgenommen habe


    Gute Besserung :streichel:


    Ich könnte das nicht, so gruselig irgendwo im Zelt zu übernachten. ?

    Kenjada : Und weisst du was ich da immer mache? Ich lese Thriller ??? Im Ernst, ich bin generell kein ängstlicher Typ und 45kg DSH geben einem schon ein sehr sicheres Gefühl.

    Wow ein Abenteuer, das schweißt sicher zusammen!

    Gibts das von der vorherigen Tour auch noch nachzulesen?

    Sockensucher : Ich habe alles vom letzten Jahr in schriftlicher Form, nachdem es für die Literaturagenten nicht gut genug war :-) überlege ich mir noch, ob ich sie in einem Blog oder selber veröffentlichen soll.


    Hier bin ich dabei!


    Männle und ich planen eventuell ähnliches.

    Dafür muss der Knallkopp von Cosmo noch ein wenig reifen, aber planen kann man ja.

    Ich wünsche euch viel Spaß!:D

    Arguzia wie alt ist dein Hund denn? Mein langfristiger Plan für einen neuen Hund ist ja, dass wir die erste Tour machen wenn er 1 Jahr alt ist, also in etws


    Sharima003 : Dich und deine Touren schau ich mir bei Gelegenheit mal genauer an, das klingt alles auch wahnsinnig spannend. Was für ein Hund begleitet dich? Und schlaft ihr auch draußen?


    @Woodland : was hat deine Hündin denn was sie anatomisch behindert? Aber ja, Nervenstärke ist schon essentiell, alleine was heute an uns teilweise riesen Traktoren mit einem wahnsinns Lärm vorbei gefahren sind, bin schon sehr froh, dass Kenai da null mit der Wimper zuckt.

    Jaren : Berichte zu Equipment kommen noch und glaube mir, gerade, nach 7 Tage ohne, träume ich schon fast von einer Dusche ;-)


    Julia127 : Schade dass es bei euch nicht geklappt hat. Ich habe mir letztes Jahr vor der Tour keine Gedanken darüber gemacht, ob es an Kenai scheitern könnte, respektive habe mich komplett naiv darauf verlassen, dass sich in der Situation schon eine Lösung findet (hatten wir ja dann auch, allerdings war der limitierende Faktor nicht der Hund sondern der Anhänger!)

    Vielleicht schaust du (wenn du irgendwie unterwegs was siehst) mal nach einem Lammfellbezug für den Sattel. Der Popo wird‘s dir danken xD Ich sterbe ohne meinen Bezug bei längeren Radtouren.


    Sehr spannend, weiter gute Fahrt, gute Besserung für das Knie und danke das wir mitlesen dürfen.

    Wuschelfreund : ich habe mich letztes Jahr intensiv mit dem Thema Sattel auseinander gesetzt und mir für viel Geld einen bockharten Italiener gekauft. Ich schau mal, dass ich auch dazu mal noch was schreibe und Bilder mache.

    Tag 7 - verdammte Umleitung


    Heute zum ersten Mal vom Wecker geweckt worden und es steht sich schon besser auf, wenn man nicht im Zelt schläft sondern unter der Terrasse eines Tennisplatzes.

    So spare ich mir auch den Abbau meines Zeltes und kann eine Viertelstunde früher, gegen 07.45 Uhr bereits aufbrechen.


    Ich fahre den kompletten Vormittag über ohne grosse Unterbrechungen auf dem EV6 und liege in meiner Mittagspause in der Sonne auf meiner Evazotematte, gönne meinem Hintern eine Pause von der Dauerbelastung und versuche einen kurzen Powernap einzulegen um mich für den Nachmittag und den Weg in Richtung Neuburg an der Donau und Donauwörth zu stärken.


    Nach Neuburg an der Donau geht es auf dem Donauradweg nicht mehr weiter sondern ein grosses Schild, was eine Umleitung ankündigt, durchkreuzt meine Pläne zügig weiter in Richtung Donauwörth zu radeln. Sofort geht es zwischen Feldern empfindlich nach oben, ich scheuche Kenai aus dem Anhänger und schiebe trotzdem immer wieder das Rad.

    Ich werde durch das Finkensteiner Naturschutzgebiet gelotst welches sicherlich wunderschön ist, mir mit seinen Anstiegen aber schier die Tränen in die Augen treibt.

    Am höchsten Punkt angekommen (zumindest bilde ich mir das ein) biegt ein kleiner Weg nach links ab und völlig gegen meine Reisenatur stelle ich das Rad ab und schau, was es dort wohl geben mag und werde mit einem unfassbaren Blick auf die Donau belohnt.


    Ich fühle mich an meine Alpenüberquerung von vor 3 Jahren erinnert, als ich, nachdem ich von der Route abgekommen war nach einem extrem hässlichen Anstieg und vor einem noch viel hässlicheren Abstieg ausgerutscht bin und beim wieder aufstehen das einzige Edelweiß während 5 Wochen Alpen gesehen habe.

    Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich nach dem Naturschutzgebiet wieder direkt an der Donau entlang geführt werden würde, ist aber leider nicht der Fall und so muss ich nach Riedensheim in der Sonne wieder den Berg hoch schieben (kein Spaß mit etwa 80 Kilo im Schlepptau!). Das "Scheiss drauf" spreche ich laut aus, biete nach rechts ab und fahre auf die Landstraße auf welcher ich wenigstens mal wieder einklicken kann und ansatzweise das Gefühl habe Kilometer zu machen.

    Als ich einen Netto erblicke gehe ich mir gefrustet erst einmal Nervennahrung in Form von Schokolade kaufen, bei einem durchschnittlich Kalorienverbrauch von 3000kcal kann ich das Zeug auch einfach wie Brot in mich reinstopfen.


    Geschlafen wird heute auf dem Bertholdsheimer Fussballplatz, leider komme ich nicht an die Tribüne ran da alles umzäunt und abgesperrt und auch das Wasser ist abgeschalten, aber ich muss das Zelt nicht aufbauen und dann gibt es halt keine Suppe heute (Kenai hat mega Durst und das Wasser ist etwas knapp, ausserdem geht das Benzin für den Kocher zur Neige und ich weiß noch nicht, wann und wo ich an Neues komme) sondern wieder Müsli mit Obst.

    Tag 6 - Auf die Fähre


    Gibt es eigentlich eine Kultur, in denen Frauen mit fettigen, ungewaschenen Haaren beliebt sind? Wenn ja, ich hätte auf deren Heiratsmarkt gerade beste Chancen!

    Langsam aber sicher wäre eine warme und ausgiebige Dusche schon etwas tolles, gefühlt ist es aber noch zu früh und zu gutes Wetter um mir eine Nacht in einer Unterkunft zu buchen, darum überlege ich mir am Vormittag, welche Alternativen es denn geben würde. Natürlich wieder mein Geheimtipp Sportplatz, auch Fitnessstudios, Schwimmbäder oder sogar eine Sauna dürften in Frage kommen. Naja, vielleicht ergibt sich ja heute etwas.


    Heute beginnt tatsächlich bereits um 7.00 Uhr und da der Platz nicht dazu einlädt sind nochmal umzudrehen sind wir bereits um 8.00 Uhr wieder auf der Strecke und Mittags irgendwo bei Kelheim , wieder ein Sportplatz, wieder das Zelt zum trocken aufgehängt und wieder Müsli mit Obst für mich und als Highlight für Kenai die getrocknete Kehle.


    In Kelheim endet die Strecke beim Hafen überraschenderweise und ich sehe nicht nur an den Schildern sondern auch an meinem Track, dass es wohl erst einmal mit der Fähre weitergeht. Da ich keine Alternative sehe löse ich für € 14.50 Tickets für mich, den Hund, das Rad und den Anhänger.

    Die Fähre ist leider keine, wie ich sie aus dem letzten Jahr kenne, also klein, einfach und bringt einen von einem Ufer an das Andere, sondern ein riesen Touristendampfer der uns innerhalb von 40 Minuten von Kelheim bis zum Kloster Weltenburg bringt und uns auch noch mit wichtigen oder unwichtigen, je nachdem wie man es sehen möchte, Informationen historischer und geografischer Natur versorgt.

    Auf der Fähre überkommt es mich auf einmal und ich weine leise und unauffällig vor mich hin. Die letzten Monate waren anstrengend, ich würde verlassen, geghostet und hatte einfach insgesamt viele Kraft zehrende Themen. Eine Tour wie diese, welche körperlich fordernd ist und Entbehrungen wie wenig Schlaf und Schmerzen mit sich bringt, führt unweigerlich dazu, dass man viel Zeit zum nachdenken hat und vulnerabel ist. Ich kenne das, ich war darauf vorbereitet, also bewerte ich es nicht über, steigere mich nicht hinein sondern lasse die Tränen einfach laufen, das stört nicht auf der Fähre und auch nicht beim Fahrrad fahren.

    Nach dem Kloster geht es wieder weiter weg von der Donau, rauf und runter über diverse Dörfer, ein kurzer Einkauf im Netto (5 Minuten Terrine, Brot und eine Schale Nassfutter für den Hund) und vor Pförring ist klar, dass ich langsam aber sicher einen Platz zum schlafen suchen sollte.


    Direkt an der Donau zu viele Mücken, vor der Ortschaft eine kleine Wiese an einem Teich, allerdings ungeschützt und wenn ich ehrlich bin habe ich so überhaupt keine Motivation das Zelt schon wieder aufzubauen.

    Google Maps zeigt einen Sportplatz direkt um die Ecke welchen ich dann auch ansteuere. Richtige Entscheidung, denn die Terrasse des Tennisvereins ist an drei Seiten geschützt, direkter Blick auf den Tennisplatz, fließend Wasser und ein Stromanschluss.

    Statt Zeltaufbau gibt es heute also eine ausgiebige Katzenwäsche bei der ich feststelle, dass ich, wie im letzten Jahr auch schon, den Waschlappen auf der Strecke verloren habe. Zum Glück habe ich kaum Ansprüche und bin ziemlich hart im Nehmen, weshalb ich eine Ecke des Hundemikrofasertuches nass mache und verwende, zum abtrocknen habe ich ein kleines Mikrofasertuch dabei.

    Kurze Erklärung zwischendurch ?


    Ich habe den Umweg über Vilshofen gemacht weil ich im letzten Jahr von dort auf in Richtung Sxhwarzes Meer gestartet bin und es mein Ego nicht verkraftet hätte, wenn da auf der Strecke des EV6, welche komplett vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer führt, es einen Teil gäbe, welchen ich ausgelassen hätte, ausserdem komme ich so auf etwas mehr Gesamtkilometer.


    Liebe Grüße vom Tennisplatz, heute einmal kein Zelt aufbauen und gleich eine ausgiebige Katzenwäsche, drückt mir die Daumen dass hier nicht doch noch jemand vorbei kommt.

    Tag 5 - Schmerzen gehören dazu


    Am Morgen erst einmal festgestellt, dass ich nicht in Straubing, sondern 10km von Straubing übernachtet habe.


    Gegen 9 Uhr ging es dann los (bis jetzt immer ohne einen Wecker mich von der Umgebung wecken lassen was eigentlich immer zwischen 7 und 8 Uhr war.

    Geradelt in der Sonne, präventiv jetzt mit 50er Sonnenschutz (so ne kleine Tube die ich mir in Deggendorf in einer Apotheke erschnorrt habe) und heute mal nicht mit Podcasts, sondern via Bookbeat "Darm mit Charme" auf den Ohren.


    Der Vormittag verläuft ohne Blick auf die Donau, jedoch auch heute wieder viele Fernradler (für mich Radler, welche ihr Equipment mit mindestens zwei Packtaschen mit sich herum fahren) und ich merke immer mehr, dass mich nicht nur der Anhänger und der Hund zum Exoten machen, sondern auch die Tatsache, dass ich nicht mit einem E-Bike unterwegs bin. Echt jetzt, geschätzt 80% der Leute sind unterstützt unterwegs!


    Eine längere Mittagspause legen wir wegen der starken Sonne ein und endlich fixe ich das Problem mit den Klickpedalen. Seitdem ich losgefahren bin kann ich nur mit dem linken Schuh einklicken, rechts klappt nicht, was zwar nicht dramatisch ist, da die Pedale so konzipiert wurden, dass eine Seite normal und die andere Seite zum einklicken ist, ich allerdings auch nicht so schnell und effizient fahren kann wie ich das gerne würde. Nachdem ich mir schon Rat in Form von Videos auf Youtube eingeholt habe versuche ich nun, den Auslösmechanismus zu verstellen. Klappt mit dem passenden Imbusschlüssel ohne Probleme, bringt aber null. Als ich mir die Schuhe, an denen ich die Klicks (ich nenn die jetzt einfach mal so, keine Ahnung wie der Fachbegriff dafür ist) befestigt habe

    sind wir danach doppelt so schnell unterwegs, ausserdem wird die Sonne nun von Wolken etwas abgemildert und so haben wir ideale Bedingungen.


    Regensburg durchqueren wir trotzdem erst gegen 18 Uhr und als ich dort einen Fressnapf erblicke wird erst einmal ein grosses Stück Kehlkopf für den Hund gekauft, bekommt er dann morgen in der Mittagspause.

    Mich stresst es ja immer mega, wenn wir so spät noch unterwegs und dann auch noch in einer Stadt sind. So bekomme ich zwar mit, dass die Stadt richtig schnuckelig ist, habe jedoch permanent Gedanken wie "ich brauch dringend noch Wasser", "hoffentlich findet sich ein guter Platz zum schlafen" und "STREEEEEEESSSSSS".


    Tatsächlich dauert es auch echt lange bis wir raus aus der Stadt sind, der Radweg/Spaziergängerweg ist stark frequentiert und alle Fussballplätze oder ähnliches entweder unter Benutzung, umzäunt oder unsympathisch.

    Also immer weiter bis ich schließlich einen Kompromiss eingehe. Gerade liege ich auf einem etwas breiteren Grünstreifen, schätze 10 Meter vom Weg entfernt und null sichtgeschützt. Da es schon langsam dunkel wurde gab es auch nur eine schnelle Suppe und die Katzenwäsche musste komplett ausfallen.


    Warum aber nun der Titel?

    Weil seit gestern Mittag mein rechtes Knie die meiste Zeit beim in die Pedale treten schmerzt, mein Hintern zickt ((noch) keine Entzündung, aber auf einer Skala von 0 - 10 bin ich bei einer 7, zumindest wenn ich auf dem Sattel sitze oder meinen Hintern mal kurz zwecks besserer Durchblutung aus dem Sattel nach oben bewege) und mir vorher auch noch das Rad dumm ausgekommen ist und mir eine Schürfwunde am rechten Bein verpasst hat.

    Aber eben, Schmerzen gehören dazu und weil das so ist, und der Fokus darauf es nur schlimmer machen würde verliere ich nicht viele Worte darüber und ignoriere es ?


    Bogen bis vor Matting, ca 65km

    Tag 4 - einfach mal Essen gehen


    Erster Körperscan in der früh: Immer noch Kopfschmerzen, erster Blick durchs Zelt: Ist hier ne Gruppe Schweine durchgestartet? Nur langsam erinnere ich mich daran, dass Kenai in der Nacht gegen 3 Uhr nochmal raus wollte zum saufen. So ein Maisfeld ist trocken ja eher eine staubige Angelegenheit, aber in der Nacht wird es halt leider doch eher zu einem Matschfeld und davon hat der Hund eine Menge mit reingebracht.

    Hilft sich nix, ich steh auf, gönne mir zum Frühstück erst einmal eine Ibuprofen 600 mit einem kleinen Schluck Eistee und pack dann wieder alles zusammen.

    Mit Kopfschmerzen geht es weiter in Richtung Deggendorf, erst langsam und mit Kenai neben dem Rad, dann etwas schneller mit ihm im Anhänger.

    In Deggendorf angelangt fahre ich mitten ins Zentrum und beschieße spontan, dass ich mir den Luxus gönne und essen gehe. Nachdem der Italiener heute Ruhetag hat suche ich den Inder daneben auf, verstauen erst Kenai unter dem Tisch, suche dann die Toilette auf, hänge mein Handy an die Steckdose und widme mich dann erst der Speisekarte. Wenn, dann richtig ist das Motto als ich neben der Hauptspeise auch noch eine Vorspeise bestelle und mir natürlich auch die Linsensuppe nicht entgehen lasse. Das Essen ist hervorragend und ich genieße es in vollen Zügen.


    Nach dieser ausgiebigen Pause geht es gesättigt und entspannt mehrere Stunden weiter und nach der Ortschaft Bogen ist es wieder an der Zeit einen Platz zum schlafen zu finde.

    Der Sportplatz ist leider mit Menschen besiedelt und so nehme ich mit dem Feld vorlieb.

    Eigentlich war der Plan, dass ich mir noch eine schnelle Suppe koche, was aber durch eine größere Anzahl an Mücken unmöglich gemacht wird.

    Tag 3 oder "Nach Regen kommt Sonne - jetzt aber"


    In der Früh gegen 8.00 Uhr wachen wir auf, das Zelt ist aussen entsprechend nass, trotzdem packe ich es erst einmal ein, trocknen kann es später in der Sonne. Jeppa, für diesen Tag ist endlich Sonne und Temperaturen um die 15 Grad angekündigt!


    Unsere Morgenroutine dauert in etwa eine Stunde, wobei die Aufteilung so aussieht, dass der Hund sich nochmal ins Gras legt und mich beobachtet während ich mich um das Zelt und alles, was sich darin befindet kümmere, mir die Zähne putze und alles in den Packtaschen verstaue.


    Von Lotzingen aus geht es weiter dem Vilstaler Radweg entlang über Göttersdorf in Richtung Vilshofen an der Donau, welche wir heute auch noch erreichen wollen.

    Mittagspause machen wir an einem Sportplatz an dem ich erst einmal die Zeltbestandteile über die Fussballtore hänge und mich dann am Wasserhahn des Tennisplatzes bediene.

    Für mich gibt es Müsli mit frischem Obst, für den Hund Nassfutter aus der Blechschale, beides vorher bei einem größeren Supermarkt gekauft.

    Was auch neu gekauft werden müsste war eine neue Schlafhose, nachdem meine bereits am ersten Abend einen Riss bekam welcher, um es in biblische Worte zu kleiden, freie Sicht auf das gelobte Land ermöglichte.


    Auf dem Weg treffen wir eine größere Rentnerradeltruppe, sie bewundern mich und den Hund, ich ihre trainierten Waden.

    Bei schönstem Wetter erreichen wir Vilshofen und ich sehe zum ersten Mal (wieder) die Donau.


    Entlang der Donau fahren wir nun endlich auf dem EV6 entlang und irgendwann wird es Zeit, dass sich ein Platz zum schlafen auftut. Irgendwie findet sich nichts passendes, also nehmen wir etwas unpassendes in Form eines gemähten Maisfeldes. Wer sich schon einmal bewusst so ein Feld angeschaut hat kann sich vorstellen, dass es schon sehr herausfordernd ist, hier eine Stelle zu finden, an welcher man ein Zelt aufstellen kann, ohne in der Nacht durchbohrt zu werden. Ich mag ja Herausforderungen und so findet sich auch hier eine Möglichkeit welche sofort genutzt wird.

    Zelt aufgestellt, Katzenwäsche betrieben, Hund mit Trockenfutter versorgt und mir selber etwas gekocht, sollte eine 5 Minuten Terrine Nudeln mit Sauce werden, da ich aber etwas zu grosszügig mit dem Wasser war gleicht es eher einer Suppe.


    Ich falle fix und fertig ins Zelt und bemerke erst da meinen glühenden Kopf und üble Kopfschmerzen, also nur noch ein wenig lesen und dann schlafen.


    Ca 74km