Ich persönlich bin Wettbewerben mit Tieren grundsätzlich kritisch eingestellt. Nicht weil ich glaube, dass jeder der sowas macht ein Tierquäler ist, sondern, weil Menschen dazu tendieren Dinge im Kollektiv ins Extreme zu ziehen. Sobald es irgendetwas zu gewinnen gibt, da reicht auch schon einfach "erster Platz" ohne materiellen Wert aus, beginnen Menschen ganz schnell sich gegenseitig übertreffen zu wollen.
Spaß zu empfinden bei dem was man tut ist kein Anzeichen für Bewusstsein über das, was man tut. Ich hatte zum Beispiel auch Spaß in meinem alten Job, obwohl er mich physisch und psychisch massiv zerstört hat - die Auswirkungen habe ich erst bewusst wahrgenommen, nachdem ich einen Burnout hatte und zwei Monate komplett flach lag. Stress macht süchtig, das ist auch bei Hunden so. Natürlich nicht bei allen, aber wenn wir von arbeitswütigen Hunden und Menschen sprechen, sehe ich mögliche Probleme mit Entspannung.
Gerade im Bereich Hundesport sehe ich nicht nur die Wettbewerbe, sondern das Training dazwischen. Manche trainieren fast täglich und vergessen dabei, was das mit dem Hund macht, wenn er Tag für Tag so "aktiviert" wird. Das hat viel damit zu tun, dass Menschen sich nicht darüber im Klaren sind wie viel Ruhe und "Nichts tun" selbst der Homo Sapiens braucht, das überträgt sich auf den Hund. Meine Kunden sind zum Beispiel oft Menschen, die viel arbeiten, im Beruf so wie im Alltag, da werden auch die Hunde beinahe dauerhaft bespaßt und das kann man sehen.
Wettbewerbe sollten nichts weiter als ein kleines Spiel miteinander bleiben. Nichts ernstes, aber leider wird es oft zu ernst genommen, weil der Mensch so sehr nach Anerkennung giert.