Beiträge von Billieshep

    Das Problem ist nicht sportliche Aktivitäten zu haben, sondern dieses 24/7 einwirken, kreiseln, regulieren und kontrollieren. Und aus Mücken Elefanten zu machen. Und anstatt sich selbst zu hinterfragen braucht es einen Schuldigen. In dem Fall dann gerne Training und Auslastung.

    Mein ich doch. Nur mit dem Unterschied, dass das Training was ich bei meinen Kunden beobachte die einzige Art der Interaktion mit dem Hund ist. Und entschuldige bitte, das sehe ich extrem kritisch.

    Was trainieren denn einige in Gottes Namen alles im Alltag das der so anspruchsvoll ist für die Hunde ?

    Aktiver Lebensstil ist schön und gut, heißt aber nicht das es dem Hund dasselbe gibt wie regelmäßig konzentriert arbeiten.

    Rückruf beim Spaziergang alle 5 bis 10 Minuten, weil das ja "im Ernstfall sitzen muss". Leinenführigkeit 24/7, weil es ja auch stört, wenn der Hund an der Schleppleine zieht. Dauerbelohnungen, wegen allem möglichen. Hundebegegnungen sind oft Thema. Das stresst den Menschen so massiv, dass der Hund drunter leidet. Es ist schon bemerkenswert, was man an Stress und "Auslastung" bei moderner Hundehaltung findet.

    Diese Anhaftung an der "Arbeit für den Hund" ist total ausgeartet. JEDER will heute JEDEN Hund "arbeiten" und das merkt man an den Hunden. Gerade die jetzt frischgebackenen Ersthundehalter kriegen es nicht auf die Kette den Hund einen Hund sein zu lassen. Die arbeiten STÄNDIG am Hund. Die Hunde sind durch. So wie die Leute selbst. Ich beobachte das schon einen roten Faden.

    NATÜRLICH sind nicht alle so. Aber es sind viele und es werden mehr.

    Das was ich erlebe bei meiner Arbeit mit Hund und Mensch ist tatsächlich, dass die Menschen zu viel um den Hund herum tänzeln.

    Ich rate selten jemandem zu mehr Auslastung. Meistens lasse ich das was sie Leute schon mit ihren Hunden machen stehen und gehe das Thema gar nicht an (außer es ist zu viel). Ich selber mache auch keinen Hundesport usw. sage aber immer dazu, dass mein Lebensstil eher aktiv ist. Ich sehe eher Probleme bei anderen den Hund ins eigene Leben zu integrieren, sodass die Hunde selber schon auf Hochtouren laufen, durch das ganze Trainingszeug im Alltag.

    Merkt man. Bisschen Overthinker zu sein schadet nicht, wenn man Bock auf einen Hund hat. Irgendwann musst du dich entscheiden. Die Gefahr auf dieser "alles muss passen"-Schiene hängen zu bleiben, und sich einen Hund auszusuchen, der laut den Einschätzungen der Anderen besser passt, ist groß und DAS wirst du bereuen.

    WorkingDogs hat schon einen guten Grund zu sagen, dass der DSH, den du von vornherein gut findest (wenn ich das richtig verstanden habe?), gut passt. Ich bin ebenfalls der Meinung. Diese Rasse ist Vielfältig aber eines haben sie gemeinsam:

    Unkompliziert. Wenn man sich nicht zu fein ist. Diese Hunderasse lebt von direkter Ehrlichkeit. Sie sind extrem anpassungsfähig und genügsam, solange man mit ihnen in Kontakt steht.

    Hunde sind kein Hobby. Das musst du verstehen.

    Für mich persönlich wäre sowas allerdings in keinster Weise erstrebenswert. Ich fand und finde es schöner, wenn ich von Tag 1 an einfach nur Spaß mit meinem Hund haben kann, ohne größere Dramen, und ohne mich "durchbeissen" zu müssen.

    Ich wollte ja nicht, dass es so wird :lol:

    Ich hatte ja NULL Vergleich und war 17 Jahre alt als Ares zu mir kam. Ich habe es auch nie als "durchbeißen" betrachtet. Das beschreibe ich erst im Nachhinein so.

    Ich nehme dich und mich jetzt mal als Beispiel. Das was du schreibst könnte ein Hinweis auf eine gänzlich andere Lebensphilosophie als die meine hindeuten. Ich verlange von niemandem mir Spaß zu bringen, ich erwarte von meinem Gegenüber eine Meinung. Ich hatte keine einfache Kindheit, die die mir am nächsten standen habe ich mir nicht ausgesucht, also kam man miteinander klar. So habe ich auch den Hund behandelt. Ich konnte mit ihm zumindest reden, wenn auch nicht wirklich immer konstruktiv in der ersten Zeit. So ist das Leben aber nunmal. Das ist keen Training.

    Wenn ich sage, dass man schon durchziehen können muss, dann meine ich damit nicht, dass man sich komplett gegen sich selbst stellen soll, nur um diese eine Sache durchzuziehen. Sowas macht langfristig krank. Ich meine damit, dass man schon der TYP Mensch sein sollte, der bei Angst und Sorge nicht alles gleich hinschmeißt und abhaut. Sinnbild gesprochen. Manche Leute sind es, manche nicht. Vieles kann man lernen, vieles nicht. Aber ich finde man muss für bestimmte Hundepersönlichkeiten einfach selber eine bestimmte Persönlichkeit sein.

    Du sagst du willst mit deinem Hund von Tag 1 nur Spaß haben. Völlig legitim. Sicherlich auch wesentlich stressfreier. Du hast Möglichkeiten, die ich nicht habe, genauso wie ich welche habe, die du nicht hast. Ich finde nur, dass man zumindest eine reale Idee von sich selbst haben sollte, bevor man sich bewusst potentielle "Risiken" ins Haus holt.

    So viele Ersthundehalter finden ja schon wirklich ganz normale Welpendinge problematisch, liesst man ja immer wieder im Forum. Reicht doch.... Und sich sportlich betätigen und seine Freizeit zusammen mit dem Hund gestalten, dafür brauchts wahrlich keinen Gebrauchshund.

    Wie gesagt, ich war auch mit Welpenverhalten überfordert. Ich finde, das wird hier oft zu krass verurteilt und ich bin ehrlich, inzwischen urteile ich auch manchmal unfair darüber. Ich verstehe aber warum das geschieht.

    Am Ende entscheidet der TE was für ein Hund es wird. Sie muss ja am Ende damit leben, deshalb finde ich, dass sie sich jetzt nicht mehr all zu viele Meinungen einholen sollte.

    Mello96 ganz ehrlich, lass dich nicht zu sehr verunsichern. Einige hier haben's auch schon gesagt:

    Es gibt keinen Anfängerhund.

    Fühlst du den DSH? Dann mach es, aber zieh halt durch, wenn's mal räudig wird. Tierheim sollte keine Option sein. Vorallem nicht in den ersten zwei Jahren.

    Ich hatte so viel Stress mit Ares. Ich hab geheult, war endlos wütend, hatte ständig Sorgen und Ängste, Streit mit Fremden, usw . War mein erster eigener Hund. Ich war 100% verantwortlich für ihn und wusste nichtmal wie Hunde überhaupt sind. Und jetzt?

    Als Kind war mein Traumhund der DSH, wir hatten keine Berührungspunkte mit Hunden in der Familie. Warum soll ich erst 20 andere Rassen, die nichts mit dem DSH gemein haben halten, nur um die gesellschaftliche Lizenz zur DSH-Haltung zu erhalten? So ein bullshit. Das einzige was du brauchst ist eine gewisse mentale Stärke, wenn NICHTS so läuft wie du es dir vorstellst. Wenn du einer bist, der gerne und häufig Rückzieher macht.... Dann passt der DSH nicht.

    Ich mochte damals die Atmo im Schäferhundverein nicht. Als 19 Jährige unter all den... Alteingesessenen. Hab nur einen älteren Herren, mit dem ich mich da gerne unterhalten habe. Der hatte aber auch was auf'm Kasten. Das sonstige drumherum war eher nervig, für das Vereinsleben muss man erstmal sein. Mal kocht man dort, mal hilft man bei der Leitung von Veranstaltungen, das Training dort bestand aus 20% Training und 80% Gequatsche. Das war am nervigsten, da man dort teilweise 5 Stunden gesessen und gefroren hat.

    Aufgrund des Umzuges habe ich mich dann aber nicht mehr mit anderen Vereinen beschäftigt. Mein Ex-Freund war Schäferhundcrack und bestätigte mit seinen Erzählungen von den Vereinen hier im Umkreis nur meine Abneigung, die ich in meiner Heimat schon entwickelt habe. Man muss Menschen echt mögen und nicht nur aushalten dafür, denke ich...

    Von anderen Hundesportarten kann ich nicht viel erzählen. War mal beim Training für diese Hütewettbewerbe dabei. Trainerhund top, aber das was die Kunden da mitbrachten war nur die Hoffnung dass der KHC in irgendeiner Form Interesse entwickelt, je länger man ihm die Schafe vor die Nase hält. Dann noch Agility. Mag ich gar nicht.

    Take it with a grain of salt, weil ich alles mit fremden Menschen etwas negativer bewerte als einsame Aktivitäten :lol: