Beiträge von Billieshep

    Frage an diejenigen, die schlechten Umgang mit Hunden im Hundesport beobachten: denkt ihr das ist mehr als bei "normalen" Hundehaltern dieser Rassen?

    Ne, schlechter Umgang mit Hunden fängt bei schlechtem Umgang mit Stress allgemein an. Der Unterschied zwischen Hundesport und "Begleithunden" liegt einfach nur im Lebensstil.

    Meinen Beobachtungen nach wird VIEL zu viel trainiert, unabhängig von Sport und Wettbewerben. Das Hundetraining an sich ist so groß geworden, gefühlt denkt niemand daran, dass positiv konditionierte Signale in der Art und Weise wie sie standardmäßig "einprogrammiert" werden immer eine kleine Stressreaktion im System des Hundes auslösen. Der Hund soll bsw. sofort auf den Rückruf reagieren, je schneller desto besser. Diese Dauerbereitschaft im Alltag sofort zu reagieren hat eine große Kehrseite.

    Ich sehe dieses Ideal vom "reaktiven" Hund insbesondere bei jungen Menschen. Es soll wohl Sicherheit suggerieren, wenn der Hund Reize in Form konditionierter Signale unverzüglich in die Tat umsetzt. Um sowas zu erreichen wird mit körperlichen Mechanismen trainiert, sprich: Hormonen. Dabei geht die tatsächliche Ruhe im Alltag verloren. Das führt zu vermehrten Stresssymptomen wie Schreckhaftigkeit, vermindertem Schlaf, übersteigertem Aggressionverhalten, übersteigertes Jagdverhalten, usw...

    Die Bereitschaft sofort zu reagieren ist im Übrigen ein ziemlich menschliches Ideal. Auf jede Nachricht gibt's sofort 'ne Antwort, jedes Thema kriegt ohne sich groß damit zu beschäftigen eine sofortige Meinung, Probleme müssen SOFORT gelöst werden, usw. Unter chronischem Stress, was leider die Realität vieler ist, treffen Menschen impulsive, durch akute Emotionen beeinflusste Entscheidungen "aus dem Cortisol heraus". Emotional scheint mir die Gesellschaft stark aus der Balance zwischen Ruhe und Stress zu sein, das spiegelt sich im Umgang mit den Hunden wieder. Ob Wettbewerbe an sich da so eine große Rolle spielen wage ich zu bezweifeln.

    Man kann sich durchaus vorstellen, dass Hunderassen wie der DSH, Malinois, Border Collie, usw. das Stressproblem des Menschen verschlimmern und ihn umso stärker in die Impulsivität treiben. Diese Hunderassen sind züchterisch so "vernetzt", dass sie schnelle und intensive Stressreaktionen zeigen. Die ursprüngliche Hütearbeit erfordert Reaktionsschnelligkeit, Ausdauer und eine gewisse "Sensationsgeilheit" - was sich in Suchtverhalten äußert. Die Arbeit im Dienst und im Sport verschärft den Hang zu Neurosen.

    Ja, ich habe Hunde bei "ihrer" Arbeit beobachten dürfen. Die Intensität dieser Hunde ist überwältigend. Nicht-Sportler brauchen eine riesige Portion Bewusstsein für die psychologischen Vorgänge solcher Hunde. Meines Erachtens nach fehlt dieses oft im gesamten Hundebereich, was mich wieder an den Anfang dieses Textes bringt.

    Boah, das klingt so herzlos!

    Ich musste auf einem SV-Platz beobachten, wie ein Hund und sein Halter überhaupt keine Verbindung zueinander hatten... Zuzusehen, wie cholerisch jemand mit seinem Hund wegen solch einer Kleinigkeit wie Hundesport sein kann, gibt mir bis heute zu denken. Man sieht es ja im Pferdesport zu genüge.

    Bei Pferden bin ich übrigens komplett gegen Wettbewerbe UND ganz normales Freizeitreiten.

    Ich will eigentlich gar nicht wissen wie viele Hunde im Hundesport eigentlich gar nicht wollen, oder eigentlich keinen richtigen Spaß empfinden, sondern nur Druck. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Hundesportler Hunde besser lesen/verstehen können als "normale" Hundehalter. Meines Erachtens besteht da kein Unterschied. Solange ein Schwanzwedeln immer ein positives Zeichen ist, so lange werden Hunde missverstanden.

    Moin!

    Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich gerade ein wenig mit Cauda Equina. He mehr ich dazu lese, desto mehr fällt es mir wie Schuppen von den Augen!

    Dexter, unser alter Hund, letztes Jahr verstorben, war schon lahm an den Hinterbeinen, als ich ihn kennengelernt habe. Er ist beim Laufen weggebrochen, konnte kaum stehen, war extrem schlecht bemuskelt und hin und wieder hat eines seiner Hinterbeine ruckartig nach hinten ausgeschlagen - wie ein Esel, der tritt. Sah auch aus wie einer... Jedenfalls:

    Der Typ hatte vermutlich Cauda Equina!

    Das würde jedoch nie wirklich diagnostiziert, trotz TA-Besuche und Schmerztherapie (auch wegen Arthrosen in den Gelenken der Vorderbeine, alte Brüche usw. Er war insgesamt sehr klapprig). Als ich Dexter damals zum ersten Mal gesehen habe, wie er läuft usw ist mir die Bemuskelung aufgefallen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinerlei Berührungspunkte mit Cauda Equina, Arthrosen und anderweitigen Skelettgeschichten, da Ares mit sowas nie Probleme hatte, deshalb habe ich mir nicht viel dabei gedacht und begonnen Dexter mehr zu bewegen. Einfaches Laufen, Spazieren gehen. Kein Fahrrad oder so, der war dafür schon zu kaputt.

    Sein Gangbild hat sich zunehmend verbessert. Ziemlich drastisch sogar, er konnte irgendwann sogar sein Bein zum püschern heben. Später bekam er Anabolika vom TA um den Muskelaufbau zu unterstützen, er ist bis zum Ende seines Lebens nicht mehr so weggeknickt, wie zu der Zeit in der ich ihn kennengelernt habe. Das Ausschlagen der Beine war ziemlich früh schon verschwunden.

    Meine Frage:

    Wenn ein Hund das Cauda Equina Syndrom entwickelt, was sind Maßnahmen, die man ergreifen kann um Schmerzen zu lindern? (Neben Medikamenten, die hat Dexter damals auch bekommen).

    So weit ich das verstanden habe entsteht das CES, wenn eine Bandscheibe im lumbosakralen Übergang (?) hervorspringt und so das Rückenmark einquetscht. Welche Bewegungsabläufe sind für gesunde Bandscheiben beim Hund wichtig? Was führt zu Bandscheibenvorfällen?

    Wo liegt der Zusammenhang zu degenerativen Myelopathien? Ich bin gerade echt erstaunt darüber was man über seine verstorbenen Hunde noch lernen kann :lol:

    Der schaut auf seinen Halter,dessen Körpersprache, Ausstrahlung, und hört dessen Tonfall, und wenn das nicht stimmig und authentisch ist, kann die Methode heissen, wie sie will. Es wird nicht funktionieren.

    Das. Und nichts anderes ist der Grund warum ich mich vom "Trainingskonzept" losgelöst habe und versuche es anderen zu erklären. Es in voller Gänze zu erklären ist so weitreichend, so komplex, aber, wenn man sich da reinfuchst wird klar, wie viel das mit uns Menschen zu tun hat und wie wenig mit dem Hund. Ihn juckt es nicht, er lebt halt nur.

    Ich melde mich nochmal! :winken:

    Mein Partner und ich sind nochmal in uns gegangen und haben nochmal gesprochen. Ich habe nach langer Überlegung festgestellt, dass ich nicht unbedingt etwas "neues und exotisches" brauche. Ich wäre mit einer ganz normalen Schäferhündin vollkommen zufrieden. Einfach, weil ich die Rasse gut kenne und mir die Eigenschaften, die sie mitbringen gut gefallen. Ganz nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten":lol:

    Mein Partner mag Hunde gern, die nicht einfach kopflos hinterherdackeln, er sagte mir, dass er nichts gegen Schäferhunde hat - schließlich lebte er fast 12 Jahre mit Dexter zusammen - er findet sie nur relativ "langweilig" aber : Da weiß man was man hat. Seine Worte.

    Insgesamt haben wir uns drauf geeinigt, dass etwas Bekanntes wesentlich stressfreier ist. Also suchen wir aktuell nach folgendem:

    •Deutscher Schäferhund

    •Hündin

    •bis maximal 18 Monate

    Kann aus dem TS sein, muss aber nicht. Bevorzugt keine Leistungszucht, aber manchmal gibt es ja auch in diesem Bereich Hunde, die sehr angenehm sind, deshalb schließe ich das nicht komplett aus.

    Lediglich die Größe ist etwas, was uns ein wenig raushaut. Aber selbst hier.. die DSHs sind trotzdem in der Regel kleiner als unsere beiden damals. Wir werden nicht den größten Brocken nehmen sondern suchen nach einer eher zierlichen Statur.

    Wir lassen uns Zeit mit der Suche. Sollte uns jedoch ein Hund anderer Art entgegen laufen, bei dem wir sagen: Boah, der und kein anderer! Dann sind wir beide bereit unsere Kriterien links liegen zu lassen. Schließlich suchen wir nach einem Lebensbegleiter und keinem Label.

    Ich persönlich bin Wettbewerben mit Tieren grundsätzlich kritisch eingestellt. Nicht weil ich glaube, dass jeder der sowas macht ein Tierquäler ist, sondern, weil Menschen dazu tendieren Dinge im Kollektiv ins Extreme zu ziehen. Sobald es irgendetwas zu gewinnen gibt, da reicht auch schon einfach "erster Platz" ohne materiellen Wert aus, beginnen Menschen ganz schnell sich gegenseitig übertreffen zu wollen.

    Spaß zu empfinden bei dem was man tut ist kein Anzeichen für Bewusstsein über das, was man tut. Ich hatte zum Beispiel auch Spaß in meinem alten Job, obwohl er mich physisch und psychisch massiv zerstört hat - die Auswirkungen habe ich erst bewusst wahrgenommen, nachdem ich einen Burnout hatte und zwei Monate komplett flach lag. Stress macht süchtig, das ist auch bei Hunden so. Natürlich nicht bei allen, aber wenn wir von arbeitswütigen Hunden und Menschen sprechen, sehe ich mögliche Probleme mit Entspannung.

    Gerade im Bereich Hundesport sehe ich nicht nur die Wettbewerbe, sondern das Training dazwischen. Manche trainieren fast täglich und vergessen dabei, was das mit dem Hund macht, wenn er Tag für Tag so "aktiviert" wird. Das hat viel damit zu tun, dass Menschen sich nicht darüber im Klaren sind wie viel Ruhe und "Nichts tun" selbst der Homo Sapiens braucht, das überträgt sich auf den Hund. Meine Kunden sind zum Beispiel oft Menschen, die viel arbeiten, im Beruf so wie im Alltag, da werden auch die Hunde beinahe dauerhaft bespaßt und das kann man sehen.

    Wettbewerbe sollten nichts weiter als ein kleines Spiel miteinander bleiben. Nichts ernstes, aber leider wird es oft zu ernst genommen, weil der Mensch so sehr nach Anerkennung giert.

    Du interpretierst ziemlich viel in meine Worte hinein. Die Fragen sind:

    Warum kommt dein Hund nicht klar, wenn du dich mal raus nimmst? Wie reagierst du auf die "Überforderung"? Wie verhältst du dich, wenn du unsicher bist? Usw.

    Aber ja... Ich weiß wie schwierig Selbstreflexion sein kann. Ich merke, dass du dich angegriffen fühlst.

    Wenn ich deiner Ansicht nach so auf dem falschen Drücker bin dann wird doch jemanden der eben genau sowas professionell macht zu Rate zu ziehen nicht falsch sein? Welche professionelle Hilfe währe für dich hier angebracht, denn dazu hattest du an sich ja ursprünglich geraten?

    Ich sehe hier jemanden, der dir vielleicht ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Du wirkst extrem ambitioniert, aufgrund meiner bisherigen Erfahrung kann ich sagen, dass Menschen, die so kommunizieren wie du, dazu tendieren schnell gestresst zu sein, bzw. hektisch zu sein. Vielleicht möchtest du einfach nur alles richtig machen, aber weniger ist mehr. Du sagst selber, dass das Problem am anderen Ende der Leine ist (ich mag den Satz nicht, den sagen alle nur um dann das Problem nicht zu erkennen), ich rate dir dazu jemanden aufzusuchen, der dir keine Anleitung zum konditionieren gibt, sondern dir hilft mit dem Hund zu kommunizieren.

    Ich bin zwar nie bei dir gewesen, aber ich rate dir nicht so schnell Schlüsse wie "reizüberflutet aufgrund von..." zu ziehen. Wie bereits zwei Mal gesagt:

    Du rennst dem Hund wegen jedem Pups hinterher, willst alles optimal ausrichten und gestalten und nimmst dem Hund jede Möglichkeit zu lernen sich von alleine zu regulieren, weil du glaubst, dass er nur durch deine Hilfe klarkommt. Das ist zu viel Kontrolle. Nimm dich zurück, bevor du wahllos irgendwelche Pflaster auf etwas packst, was vielleicht nichtmal eine Wunde ist. Frag dich mal warum genau du willst, dass dein Hund zu jeder Zeit ansprechbar ist. Obwohl er ein Junghund ist. Du willst so viel von einem Lebewesen, dass noch nichtmal weiß wer es selbst eigentlich ist.