Beiträge von Panini

    Ich glaube solche Mittel wie „NOSHIT“ usw. helfen nur, wenn das Kotfressen aufgrund eines Mangels geschieht, oder?

    Genau. Deswegen hat es bei unserer Hündin (Kotfresserin aus Leidenschaft, vermutlich „fehlgeprägt“ weil es ihr jahrelang niemand verboten hat und sie damit auch noch eine zusätzliche Nahrungsquelle hatte) und unserem Welpen (kurzzeitiger Kotfresser, stressbedingt) auch nix gebracht.

    Die ggf. zugrunde liegenden Mängel sind laut Tierarzt extrem selten und daher fast nie die Ursache. Bei unseren Hunden waren sämtliche Untersuchungen dann auch völlig unauffällig.


    Bei unserem Welpen hat geholfen, die Aufregung draußen runter zu fahren und ein paar Wochen lang zusätzlich konsequent jede Annäherung an ein Häufchen zu verbieten (setzt natürlich erst mal nur noch Leinenspaziergänge voraus). Mittlerweile ist Kot total uninteressant.

    Bei der Rumänin hat nix geholfen. Außer Maulkorb. Selbst deutliches Korrigieren mit Fellgriff und Anschiss Deluxe beeindruckt sie zwar in dem Moment stark, aber nicht nachhaltig. Einige Wochen ist Ruhe und dann ist plötzlich doch wieder ein Haufen unwiderstehlich. Immerhin ist es deutlich besser geworden und die Abstände sind jetzt viel größer. Stress kann ich bei ihr absolut ausschließen, also wird unser Tierarzt, Zitat: „manche Hund haben was das angeht einfach eine Macke“ in ihrem Fall vermutlich Recht haben.

    Milow ist nun 15 Monate alt und ich hatte anfänglich oft gehört bzw. gelesen, dass die Rüden dann mit 12 bzw. 18 Monaten kastriert werden müssen wegen der Gefahr der Entartung der innenliegenden Hoden und oft damit einhergehend mit einer Krebserkrankung. Nun habe ich aber wiederum häufig gelesen, dass ihm die Bällchen bis zum 2. Lebensjahr bleiben können.

    Wir hatten mal einen Lakeland-Terrier, bei dem wurde der innenliegende Hoden erst entfernt, als er schon 8 Jahre alt war. Bis dahin war es nicht nötig (wurde regelmäßig kontrolliert). Wäre es nicht auch bei Milow möglich, solange abzuwarten?

    In letzter Zeit kann man gefühlt immer häufiger den Begriff "schwaches Nervenkostüm" hier lesen. Meist geht es dann um Weiße Schweizer Schäferhunde, aber auch im Zusammenhang mit Malis und (Border) Collies fällt der Begriff öfter. Sprich Rassen, denen eine hohe Sensibilität und eine starke Reizoffenheit zugeschrieben wird.


    Mich würde mal interessieren, was genau für euch ein schwaches Nervenkostüm ausmacht. Woran macht ihr fest, dass Hund X schwache Nerven hat? Und wie grenzt ihr die Begriffe voneinander ab? Wann ist ein Hund sensibel, wann reaktiv - und wann hat er wirklich schwache Nerven?

    Haben oder hatten Eure Welpen auch solche Ängste und was habt ihr dagegen unternommen?

    Ja, hier! Wobei sämtliche Untergründe als Welpe kein Thema waren. Angst hat er völlig unerwartet so mit 7 Monaten plötzlich gezeigt. Da war dann an der Treppe in meinem Elternhaus nichts mehr zu machen (die Treppe hier im Haus dagegen war immer ok :headbash:), Fliesen waren generell gruselig und über Holzdielen konnte man auch nicht mehr laufen. Bei einem Besuch bei den Züchtern waren deren Fliesen im Wohnzimmer einigermaßen ok, die im Flur dagegen unberührbar :ugly:

    Beim Fressnapf hat er die Sperre reingehauen, sobald er über der Schwelle war, und lag platt wie eine Flunder auf dem Boden. „Einfach weitergehen“ unmöglich bei damals 24 Kilo Hund (und fühlte sich auch falsch an).

    Die letzten zwei Monate bin ich darum mehrmals die Woche zu allen Orten mit „gruseligen“ Bodenbelägen mit ihm, hab in Minischritten alles schöngefüttert, jeden Schritt gelobt und mittlerweile geht es wieder. Er ist bei Fliesen manchmal noch etwas vorsichtig, aber ich glaub, die Gewöhnung und viel Geduld haben es hier gebracht.

    "will to please"

    Amys will to please (will to work ist für mich das gleiche, den Begriff gibt es außerhalb des DF ja auch nicht) ist auf jeden Fall vorhanden, trotz Haus-Hof-Hüte-HS-Hund-Wurzeln. Am Wochenende hat sie im Garten geholfen, indem sie die herabgefallenen Äste apportiert hat. Es hat sie einfach gefreut, dass wir uns darüber gefreut haben. Ihr will to eat ist allerdings noch ausgeprägter. Ich denke, würde man ein Käsebrötchen vom Dach werfen, würde sie ohne zu zögern hinterher springen!




    Mich interessiert die ganze "Straßenhund"-Thematik seit ihrem Einzug bei uns sehr, daher hab ich mittlerweile mehrere Bücher darüber gelesen und bin im Austausch mit einer Mitarbeiterin unseres Tierheims, das sehr viele Auslandshunde, vor allem aus Rumänien und Spanien, gelegentlich auch aus Polen, importiert.


    Welches Buch ich sehr empfehlen kann, ist

    Der Autor ist Tierpfleger und Tierheimleiter und hat auch mit an dem Projekt Pizzahunde gearbeitet. Für das Buch ist er auf der Suche nach Straßenhunden durch ganz Europa gereist und hat seine Beobachtungen und Erfahrungen aufgeschrieben.

    Dadurch hab ich einige Klischees über Bord geworfen.


    So gibt es, wie Czarek auch sagt, in den meisten Ländern gar nicht mehr so viele "richtige" Straßenhunde.

    In den südlichen Ländern wie Spanien oder Italien sind die vermeintlichen Straßenhunde vor allem ausgemusterte, ausgesetzte Hunde, oft Jagdhunde, die meist ziemlich schnell auch wieder eingefangen werden. In Norditalien soll es gar keine Straßenhunde mehr geben.

    In den östlichen Ländern treiben sich zwar oft ganze Gruppen auf den Straßen rum, viele davon gehörten aber eigentlich auch mal jemandem, aber sie streunen eben, ohne dass es die Besitzer interessiert. Deshalb, und weil sie auf der Suche nach Essbarem die Nähe des Menschen suchen und oft von Einheimischen gefüttert werden, sind die meisten dieser Hunde zwar vorsichtig, manche auch scheu, aber eher nicht aggressiv.

    Nur extrem wenige Hunde werden wirklich auf der Straße geboren und wachsen dort auch auf. Die Überlebensrate dieser Hunde ist einfach sehr gering, irgendwas um die 5-10%.


    Und da fällt mir noch ein, es gibt bei YouTube eine Doku, die zeigt, dass rumänische Hundefänger oft sogar Hunde vom Grundstück ihrer Besitzer klauen - gibt schließlich Geld für jeden eingefangenen Hund. Wenn diese Hunde dann wiederum von Tierschützern aus den städtischen Tierheimen oder Tötungsstationen freigekauft, in die privaten Shelter gebracht und nach Deutschland vermittelt werden, wundert man sich darüber, dass "Straßenhunde" oft so unkompliziert sind, dabei ist es ganz logisch, weil sie eben schon mal Besitzer hatten und Menschen kennen. Der Hund meiner Eltern bspw. kam etwa einjährig nach Deutschland, findet Menschen super, hat eine Tätowierung am Bauch - der hatte sehr sicher auch schon in Rumänien einen Besitzer, wurde aber als "Straßenhund" deklariert.


    Wirklich wild lebende Hunde, die bei ihrer Nahrungssuche NICHT die Nähe des Menschen suchen und auch noch aggressiv sind, sind sehr selten, weil sie schlicht nicht überleben bzw. sich nicht fortpflanzen. Sowohl von den Menschen als auch von den anderen Hunden werden sie ausgeschlossen. Survival of the fittest wird erwähnt, was eben nicht heißt, dass der Stärkste überlebt, sondern der Angepassteste. (In den Sheltern, wo oft willkürlich Hunde zusammengepfercht werden, die sich dann u.U. nicht verstehen und nicht aus dem Weg gehen können, gibt es zwar öfter Beißereien, manchmal leider auch tödlich endende, aber das ist ja eine ganz andere Situation. Aus dem Grund können einige ehemalige Shelterhunde in ihrem neuen Leben dann gut auf Artgenossen verzichten.)


    Die einzigen wirklich unabhängigen Hunde, die dem Autor bekannt sind, sind tatsächlich die Pizzahunde (von denen inzwischen nur noch einer am Leben ist).


    Als am fortschrittlichsten im Umgang mit freilebenden Hunden wird interessanterweise die Türkei bezeichnet. Da dürfen die Hunde nach der Kastration zurück auf die Straße (in Rumänien zB nicht, aber das ändert sich da auch ständig), sind dann an Ohrmarken als kastriert zu erkennen und werden auch durchaus von der Bevölkerung akzeptiert.

    Auch so ein Vorurteil, mit dem aufgeräumt wird: Hunde gelten dort nicht als unrein. Das ist wohl eine recht veraltete Denkweise und eher bei manchen hier lebenden Türken noch üblich.


    Was allen Ländern mit Straßenhunden gemein ist, ist die Duldung der Hunde durch zumindest einen größeren Teil der Bevölkerung. In dem Buch wird dann immer mal wieder etwas geschildert und dabei direkt der Vergleich mit Deutschland gezogen.

    So gibt es im Umfeld einer großen Uni in, ich meine Portugal, eine Hundegruppe, die täglich auf den Campus, teils sogar in die Mensa, läuft, weil sie dort gefüttert wird. In Deutschland undenkbar, oder?

    Oder es wird geschildert, wie in Rumänien und der Türkei Hundegruppen (meist "auch noch" HSH-Mixe) durch die Parks oder auf Spielplätze laufen und dort von picknickenden Familien gefüttert werden. Und wieder die Frage des Autors: Wäre das auch in Deutschland denkbar?

    Brodie hat auch kein Problem mit dem Sturm. Aber das heruntergefallene Vogelhäuschen im Garten war ihm erst nicht geheuer :emoticons_look: Nachdem ich das gruselige Ding angestupst hatte, hat er sich getraut, es zu inspizieren :nicken:


    Fremde Umgebungen packt er gerade nicht so gut, da ist er schnell gestresst durch die ganzen Reize und ne ordentliche Leinenführigkeit ist dann fast unmöglich. Daher werd ich das Abschalttraining noch mal intensivieren.

    Davon ab ist er wirklich (m)ein Traumhund, und das kriegen wir auch noch hin =)

    Ja, wären 179 € gewesen. Ich hab es mit beiden probiert, erst klein geschrieben und dann groß. Bei mir wurden auch nur der Rucksack und die Versandkosten als gratis angezeigt. Evtl. gucke ich gleich nochmal am PC. Hab es über das Tablet versucht, dürfte aber eigentlich keinen Unterschied machen.

    Am PC ging es bei mir, aber erst bei der dritten Eingabe (und alles groß geschrieben).


    Hier zieht also bald Kudde Nr. 3 ein :pfeif:

    Kann man einfach beides laufen lassen

    Ich würde beides erst mal laufen lassen. Finde das total legitim. Ihr steht ja nicht bei 10 Züchtern 5 verschiedener Rassen auf der Liste, sondern bei 2 Züchtern derselben Rasse, deren Hündinnen nicht mal in den Stehtagen sind. Da kann halt noch so viel passieren, bzw., nicht passieren. Am Ende sagt ihr A ab und bei B klappt es nicht und ihr müsst wieder von vorne anfangen.