Liebe Sarah,
nimm bitte mal Tempo raus.
Du hast einen Hund, der genetisch eindeutig die A-Karte gezogen hat. Ob alles an NAD liegt, ob er weitere Erbkrankheiten hat, ob er eine Inzuchtdepression hat, weil seine Eltern zu eng verwandt waren, wirst du nicht erfahren. Hilft dir auch nicht weiter.
Du muss akzeptieren, dass du einen chronisch kranken Hund hast, dem schon sein Körper eine Menge Stress macht. Und leider wird es nicht besser sondern früher oder später schlechter werden.
Dazu hattet ihr eine anstrengende Zeit mit Luis, der kam, Stress machte und wieder ging.
Ich würde jetzt mal 4 Wochen RUHE machen. Ruhe zuhause, viel gleichmäßige Bewegung draußen. Spielen mit Hunden die er kennt. Keine fremden Hunde, keine Ausflüge in den Tierpark oder sonst wohin. Keinen Maulkorb, der ihn stresst.
Sein gewohntes Futter, ohne Experimente und ohne Wurstbrote der Nachbarin.
Keine beruhigenden Leckerli, kein "Stressspray" was auch immer das ist, sondern Stressvermeidung, wo immer geht. Ich würde ihm in dieser Zeit auch keine Physiotherapie aufzwingen, die ihn stresst.
Das Training runterfahren auf das allernötigste. Medical training, Physio durch dich. Maulkorb, Autofahren, Gehorsamstraining muss jetzt nicht sein.
Tierarztkontakt ja, aber kein Ärztehopping. Mit dem Neurologen würde ich auch nur telefonieren. Klärt das mit der Schilddrüse und schaut erst mal, wie sich ein ruhiges Leben auswirkt.
Hilft das nicht, würde ich mit dem Tierarzt auch mal über Psychopharmaka sprechen. (aber nur mit dem). Der Hund ist in einer gesundheitlichen Ausnahmesituation.