Meine Hündin reagiert ähnlich wie deine. Da passieren nicht diese klassichen Abstufungen bzw. geht sie die Eskalationsleiter nicht schön nach oben sondern fängt halt (auf den ersten Blick) recht weit oben an.
Normalerweise verstehen das die Hunde in der Regel schon wenn ein Drohfixieren kommt oder die Körperhaltung angespannt wird. Sobald der Blick dann vom anderen Hund abgewandt wird hört das Drohen auf. Geht der andere Hund darauf aber nicht ein wirds schnell laut und sieht böse aus wobei noch alles im Rahmen einer "normalen" Kommunikation bleibt.
Je nachdem wie der andere Hund mit Konflikten umgeht kann man dann aber an einen geraten den es nicht interessiert weil er die Grenzen nicht akzeptiert, beschwichtigen will oder weil er nie gelernt hat das unfreundliches/aufdringliches Verhalten Konsequenzen haben kann.
Im Freilauf in einer Hundegruppe bestätige ich gute Kommunikation. Kommuniziert sie anständig und fair bekommt sie ein entsprechendes Feedback von mir. Ich lasse sie viele Situationen selbst lösen wenn ich das Gefühl habe das sie das kann und der andere Hund auch versteht. Wird sie blöd und versucht andere Hunde grundlos zu Maßregeln weil sie meint sie müsse da irgendwas in der Gruppe regeln was sie nichts angeht wird sie zurückgepfiffen/erhält auch hier entsprechendes Feedback. Schnackelt ein anderer Hund nicht das sie kein Bock hat greife ich ein und unterstütze sie.
Im Laufe der Zeit wurde es so viel besser und sie hat gelernt, dass sie nicht gleich eskalieren muss sondern es (meistens) reicht wenn sie weniger "extrem" kommuniziert. Das funktioniert bisher allerdings noch nicht bei Fremdhunden, die werden geblockt da hier meist die Zeit nicht bleibt um alle Dinge zu sehen und einzuschätzen.
Im Urlaub hatten wir eine wunderschöne Situation: Wir waren am Strand unterwegs, ein Paar mit angeleintem Hund kam uns entgegen. Ich hab die kleine zu mir gerufen und wollte sie ebenfalls anleinen. Der Fremdhund wurde abgeleint "Ich dachte die könnten miteinander spielen" und kam zu uns gerannt. Die Ratte ist aus dem Halsband geschlüpft und sofort zum anderen gerannt.
Sofort ist sie ins Drohen gefallen, nix Eskalationsleiter. Ich habs laufen lasse da ich wusste das die Sache eskalieren könnte wenn ich da jetzt reinfunke, der andere Hund körpersprachlich nicht auf Krawall aus war und sie, wie üblich "nur" defensiv gedroht hat. Der andere hat seinen Blick abgewandt und meine hat sofort aufgehört zu drohen. Der Blick vom andern ging nochmals zu meiner und wieder wurde gedroht bis sich der andere schließlich körperlich abgewandt hat. Danach kam sie zu mir und wurde angeleint.
Ich wünschte ich hätte es filmen können, denn das war, wenn auch wieder übertrieben von ihr, letztendlich eine wunderschöne Kommunikation.
Den Besitzern des anderen Hundes habe ich dann freundlich erklärt das es keine gute Idee ist ohne Absprache den eigenen Hund zu zwei (unser Rüde war auch dabei) unbekannten Hunden zu lassen. Möglicherweise habe ich auch davon geschwärmt wie schön das jetzt war und was das für tolles Anschauungsmaterial das jetzt hätte sein können wenn ich es nur gefilmt hätte. Und möglichweise hielten die mich für verrückt weil die nur ne kleine arschige Hündin gesehen haben die am Knurren um Drohen war 