Beiträge von tassut

    Heute mittag haben mir die Hunde Ungewöhnliches außerhalb unseres Gartens gemeldet. Ich bin schauen gegangen - und habe eine verletzte Katze gefunden. Seitenlage, immerhin noch wehrhaft. Nachricht in unseren Orts-Gruppenchat geschrieben, Katze mit Handschuhen und Decken eingetütet, ab zum TA. Es ist ein alter, unkastrierter Kater, vermutlich ein Streuner. Er hat u.a. einen riesigen Abszess, und seine (Unter)Temperatur ist nicht messbar - die Skala des Fieberthermometers beginnt erst ab 32 Grad, er liegt darunter. Nun hängt er dort an der Infusion und wird rundum versorgt, bestimmt freut er sich über viele Daumen, auf dass er durchkommen und noch ein paar schöne Jahre vor sich haben möge! :gut:

    Gar nicht so einfach...

    Stimmt! Aber gut gemacht! :gut:

    Sie soll ruhig und unaufgeregt sein.

    Prima Anfang! Dann drösel mal die Besuch-kommt-Situation auf. Was ist davor: z.B. Du sitzt auf dem Sofa, sie liegt auf dem Hundekissen/ Sofa... Wo zeigt sie überall Aufregung? Wenn Du vom Sofa aufstehst, auch ohne Klingel? Wenn es klingelt? Wenn Du außer Sichtweite den Raum verlässt? Wenn die Tür aufgeht, der Besucher zu sehen ist, eintritt, herumläuft, usw.

    Ich würde bei dem ersten Zeichen von Aufregung mit dem Training beginnen, da bist jetzt wieder Du gefragt, wo das genau bei ihr ist. Schau es Dir ruhig auch nochmal neu an, Du musst es nicht unbedingt aus der Erinnerung heraus beantworten, vielleicht hast Du bisher gar nicht darauf geachtet, wann genau Bewegung und Spannung in den Hund kommt.

    Ich überspitze jetzt mal völlig. Damit will ich Dich nicht gängeln, es soll Dir vielmehr helfen, wirklich eine Vorstellung zu entwickeln und zu formulieren. Wenn Du in Dir klar bist, wird es für Dich viel einfacher, mit Deinem Hund zu arbeiten.

    sie soll wenn ich es möchte Abstand halten(z.B. bei ängstlichen Besuchskindern) und sonst kann sie zum Besuch hin, wenn sie möchte, solange sie sich "normal" benimmt.

    Also kann sie bei ängstlichen Besuchskindern zur Tür stürmen, bellen wie verrückt, im Abstand von 2m um die Kinder rumrennen, solange sie nur Abstand hält. Damit ist Deine Anforderung bei Kinderbesuch ja erfüllt. Natürlich übertreibe ich maßlos. ;) Versuch, noch genauer zu werden. Was soll sie tun, wo soll sie sein, wie soll sie sein, was genau ist für Dich "normal" benehmen?



    Mal ein anderes Beispiel: ich will, dass mein Hund nicht jagt. Was sie nicht tun soll, weiß ich schonmal. Aber was soll sie konkret tun? Ich möchte, dass mein Hund

    - entspannt und ansprechbar ist und bleibt

    - bei Wildsichtung bei mir nachfragt, was zu tun ist

    - in meiner Nähe bleibt

    - stehenbleibt/ sich hinsetzt/ sich ablegt/ zu mir kommt

    ...

    Sie soll einfach nicht mehr bellen und losstürmen... ?

    Was sie nicht tun soll, das verstehe ich, nicht bellen, nicht losstürmen. Versuch doch hier mal möglichst präzise zu formulieren, was sie konkret tun soll, was Du Dir von ihr wünschst. ;) Und dann kann man schauen, wie man sie zu diesen Zielen bringt.

    Aber wie mache ich dem Hund klar, das er das was er macht, lassen soll?

    Was soll sie denn stattdessen tun? Momentan lässt Du sie ein Verhalten durchführen von es klingelt - aufregend, wir werden sofort gemeinsam aktiv und gehen zur Tür - Besuch wird wahrgenommen - Besuch wird angebellt (vielleicht beginnt das Bellen auch zuvor schon beim Klingeln, das kannst Du ja selbst am besten aufdröseln.) Im Anschluss möchtest Du dann das Verhalten doch abbrechen. Sinnvoller fände ich es, von vorneherein ein Ziel zu setzen, was sie bei Besuch tun soll, und das kleinschrittig aufzubauen.


    Sie hat sonst ihre Box, die mach ich dann zu, das sie nicht los stürmt.

    Dabei kann Deine Hündin nichts lernen. Wieder sagst Du ihr nicht, was Du eigentlich möchtest, Du nimmst ihr halt die Möglichkeit, loszustürmen.

    Momentan liegt Dein Fokus sehr darauf, unerwünschtes Verhalten abzubrechen. Das braucht man auch mal, aber ich vermisse bei Deinen Beschreibungen den Weg, erwünschtes Verhalten zu formen und zu bestätigen. Daran würde ich an Deiner Stelle arbeiten.

    Ich brauche mal einen tip was ich so für Strolch in eine wiederbefüllbare Tube reinmachen kann, außer natürlich leberwurst, ich habs gestern mit ein Gläschen Baby brei mit Rindfleisch versucht (findet er klasse) aber schon nach ein paar Stunden wurde das Zeug derartig flüssig das es nicht vernünftig aus der tube kam (gab ne ordentliche Sauerei).

    Gibt's da noch was anderes worauf ich nur nicht komme was sich idealer weise einfach rausdrücken lässt. Hab leider keinen mixer.

    Streichkäse

    Ich dachte einfach mit "Clickertraining" weiß hier jeder was gemeint ist :lol:


    Ich möchte das halt gern "vernünftig" aufbauen damit ich dann irgendwann zum Beispiel ganz exakt den Moment belohnen kann wenn Nova sich von fremden Hunden abwendet, oder von Wildtieren, oder sonst irgendwas macht dass ich gut finde. Weil ich denke, dass ich ihr manchmal noch nicht so richtig vermittelt bekomme, was ich zum Beispiel statt pöbeln gern von ihr hätte.

    (Außerdem benutzt mein Freund regelmäßig Markerwörter oder Kommandos falsch und den clicker wird er einfach nicht bekommen |) )


    Ich hab's halt erst mit einfach clicken und Futter geben probiert, aber Nova hat schnell entdeckt wo das Futter herkam und dann nur auf das Schälchen gestarrt, das wollte ich eben nicht bestätigen und habe stattdessen auf Augenkontakt gewartet.

    Meinst Du mit "Aufbau" das Konditionieren auf den Clicker? Das ist relativ schnell passiert: Du hast Clicker, Hund und Futterschälchen. Beim Konditionieren übst Du noch gar nichts, der Hund kann hinschauen, wohin er will. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Click, dann erst geht meine Hand zum Futterschälchen, nimmt einen Keks und schiebt ihn in den Hund. Click, Hand, Hund. 2 Sekunden Pause. Click, Hand, Hund. Nach 10-15 Wiederholungen wartest Du einfach mal so lange, bis Hund was anderes macht. Nicht Futter ankucken, nicht Dich ankucken, vielleicht geht er paar Schritte in den Raum, streckt mal die Nase auf den Boden, was auch immer. In dem Moment kommt bei mir ein "Überprüfungsclick" - ich clicke, reagiert der Hund jetzt drauf, ist die Konditionierung abgeschlossen (und natürlich wandert noch ein Keks in den Hund, der Clicker kündigt ja den Keks an). Ab diesem Zeitpunkt kannst Du den Clicker als punktgenauen Bestätiger verwenden. Reagiert der Hund beim Überprüfungsclick noch nicht, wiederhole ich nochmal mehrfach die erste Sequenz Click, Hand, Hund. Hab ich aber sehr selten erlebt, in der Regel sitzt diese Verknüpfung ganz schnell.