Letzten September ist sie verstorben. Also bald 7 Monate.
Offensichtlich getrauert hat unsere Katze gar nicht. Sie hat normal gefressen und plötzlich ausgiebig mit uns gespielt. Sie bekam dann recht schnell in kurzen Abständen Analdrüsenentzündungen, bei denen ich dann auch erst dachte, dass die ein Trauersymptom sein könnten. Wir machen aber gerade eine strenge Ausschlussdiät und damit sind die Probleme erstmal weg (toitoitoi).
Dann wurde sie plötzlich extrem anhänglich. Sie miaut viel, sucht wahnsinnig viel unsere Nähe. Wir können nicht in der Küche sein ohne sie, weil sie dann im Flur ruft oder vor der Tür hockt. Deswegen kommt sie jetzt oft mit rein, auf ihrer Kratztonne, dann schläft sie dort ruhig.
Sie verfolgt mich, miaut mich sehr viel an, ohne dass ich weiß, was sie von mir will. Sobald ich das Haus verlasse, ist Ruhe.
Seit einiger Zeit liegt sie sehr viel auf der Fensterbank im Schlafzimmer und schaut raus. Das hat sie früher nie gemacht, zumindest nicht stundenlang. Alles wirkt einfach traurig, gelangweilt und unzufrieden. Wobei sie aber sehr gerne mit uns spielt, kuschelt und die besondere Aufmerksamkeit natürlich schon auch sehr genießt.
Ich hatte das alles eine Zeitlang gut verdrängt, aber nun kommt es wieder hoch und ich kann das nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren.
Sie ist 11. Sie kann (muss!) noch gute 10 Jahre leben (ok, nicht ganz wahrscheinlich. Aber lasst mich träumen). Aber auch wenn es nur noch 4 oder 5 wären, würde ich mir danach mein Leben lang Vorwürfe machen, sie alleine gelassen zu haben.
Tja, nützt alles nichts. Eine Pflegekatze wird's wohl nicht werden, jetzt hoffe ich, dass ich zeitnah was anderes passendes finde und mein Herz, was sich beim Gedanken immer wieder zusammenzieht, ignorieren kann...