Beiträge von lisa_do

    Hunde vermeiden es normalerweise in ihr Reich zu pinkeln.

    Das ist richtig, aber wenn der Hund unter massivem Stress steht, wenn er alleine ist, dann kann er vereinfacht gesagt nicht mehr klar denken und macht auch rein. Das siehst du ja selber.


    Ich meine damit, dass ich keine festen Zeiten/Tage habe an denen ich arbeite. Da kann ich auch keine Regelmäßigkeit rein bringen.

    Na ja, wenn man möchte kann man das schon. Routine hilft Hunden ungemein dabei, sich einzuleben und sicher zu fühlen. Dein Hund hat gerade alles verloren und muss erstmal bei dir ankommen. Wenn dann jeder Tag anders läuft und er nichts hat, woran er sich orientieren kann, dann kann das auch zu Stress führen.

    Natürlich muss man jetzt nicht jeden Tag auf die Minute genau alles gleich machen. Aber gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten hilft dem Hund.


    Bei mir gibt es zur Zeit nur HomeOffice, heißt ich könnte auch jeden Tag anders gestalteten, aber für Luna halte ich gewisse Rituale ein, an denen sie sich festhalten kann. Egal wo wir sind, zB auch wenn wir bei meinen Eltern zu besuch sind.

    Ich bin ein großer Fan von dieser Splitting-Methode.

    Was meinst du mit Splitting-Methode? Sorry, ich steh gerade irgendwie auf dem Schlauch. :headbash:


    Hilfreich wäre da eigentlich, wenn sich die Trainerin die Situation anschaut, wenn euer Freund zu Besuch kommt.

    Ja, das hat sie auch angeboten. Sie meinte ich soll das Grenzensetzen erstmal üben, wenn auch bekannte Personen reinkommen. Damit sie einfach lernt - egal wer kommt, es ist nicht deine Aufgabe das an der Tür abzuchecken. Und wenn es dann weiterhin Probleme zB mit den Kollegen meines Freundes gibt, dann kann sie sich das gerne nochmal mit den entsprechenden Personen anschauen.


    Positiv ist ja auch die Einschätzung der Trainerin zu Lunas Charakter :relieved_face:

    Ja, total. Das hat mich auch ehrlich gefreut. Vor allem auch, dass sie meinte, dass sie es schön findet wie sehr Luna auf mich achtet, sobald sie etwas unsicher ist. =)


    Sollst du Luna dann komplett frei zu Besuch lassen? Oder angeleitet an der Leine?

    Und konnte sie dir zur Motivation was sagen (Unsicherheit vs Wachverhalten)? Wobei das für die Umsetzung der Tipps wahrscheinlich gar keinen großen Unterschied macht.

    Ja, sie meinte zur Sicherheit mit Geschirr, aber ansonsten frei. Und das war auch der Punkt, der mich etwas verunsichert hat und wo ich glaube ich nochmal nachfragen werde. Weil falls ich einmal nicht aufmerksam genug bin, will ich nicht dafür verantwortlich sein, falls doch mal was passieren sollte.

    Die Trainerin meinte halt, dass dadurch dass Luna die Hausleine nur bei Besuch dran hat, das auch direkt das Gefühl "alles ist anders als sonst, wenn Besuch da ist" auslösen kann und ihre Unsicherheit eher verstärkt. Ich hatte ihr dann ach davon erzählt, dass ich das Gefühl habe, dass ihr die Leine in manchen Situationen auch Sicherheit gibt, aber irgendwie ist sie da nicht so richtig drauf eingegangen.

    Sie meinte aber, ich kann mich jederzeit melden, wenn ich Fragen habe. Also werde ich da glaube ich nochmal nachhaken.


    Also ihrer Einschätzung nach haben rumänische Mixe natürlich häufig genetisch bedingt Wachverhalten, aber konkret würde sie Luna's Reaktionen eher auf Unsicherheit schieben.

    Er wirkt total entspannt, wenn ich von der Arbeit komme, macht auch nichts kaputt und bislang gab es keine Beschwerden von Nachbarn, dass er irgendwie bellen würde oder so, wenn er alleine ist.

    Nicht jeder Hund, der nicht alleine bleiben kann, äußert das durch bellen/jaulen. Es gibt auch viele Hunde, die still leiden, gerade wenn sie gelernt haben, dass bellen/jaulen nicht hilft. Oft wird dann gedacht, dass der Hund nun gut alleine bleiben kann, aber meist ist es eher sog. erlernte Hilflosigkeit. d.h. der Hund hat gelernt, dass er an seiner Situation eh nichts ändern kann und fällt in einen Zustand des resignierten Akzeptierens.


    Das muss bei euch jetzt nicht so sein, das kann man nur beurteilen, wenn man euren Hund sehen würde. Aber mal so als kleiner Denkanstoß. :smile:

    Anfangs hat er auch in die Wohnung gemacht, wenn er 5min alleine war. Aber jetzt nur noch, wenn ich mindestens 4-5 Stunden weg bin.

    Das spricht für mich für Stress und wäre ein Zeichen dafür, dass 4-5 Stunden alleine lassen noch zu viel ist.

    und wenn ich wieder komme trinkt er eben erstmal.

    Auch das kann ein Anzeichen für Stress sein.

    Ich würde dir empfehlen eine Kamera zu besorgen (unsere hat nur 30€ gekostet und ist ausreichend für diese Zwecke) und mal zu beobachten, wie dein Hund sich verhält, wenn er alleine ist. Viele Hunde nehmen kein Futter/Wasser während sie alleine sind und trinken dann erst, sobald der*die Besitzer*in wieder zuhause ist. Das ist ein Zeichen für Stress.

    Wieso sollte er dann nicht mehrere Stunden aushalten können, wenn ich nicht da bin?

    s.o. , weil er alleine gestresst ist und dann können Hunde die Kontrolle über die Blase verlieren.



    Zum Thema, dass es utopisch ist, sich 8 Wochen frei zunehmen für einen neuen Hund: ja, das stimmt.

    Aber gerade deshalb sollte die Anschaffung eines Hundes und der Zeitpunkt gut überlegt sein. Weil man eben damit rechnen muss, dass der Hund ggf. nicht alleine bleiben kann oder sonstiges.

    Natürlich kann man sein Leben nicht nur nach dem Hund richten, aber ich finde wenn man sich einen Hund anschafft, dann sollte man für den worst case immer einen Plan B und am besten auch C haben. Bevor Luna zu mir kam, habe ich mit mehren Leuten abgesprochen, dass sie Luna im Notfall auch mal nehmen würden. Ich hatte zum Glück wirklich 3 Monate frei (Pause zwischen 2 Studiengängen) und konnte mir viel Zeit nehmen, aber hätten die 3 Monate nicht gereicht um ein wenig das alleine bleiben zu trainieren, dann hätte jeder Zeit jemand einspringen können.


    Also mein Tipp: beobachte deinen Hund über eine Kamera, ob er wirklich so entspannt ist, wenn er alleine ist. Dann suche dir jemanden, der auf den Hund aufpassen kann, während du weg bist. Oft gibt es Schüler*innen oder Studierende, die das für kleines Taschengeld machen. Aber vielleicht hast du ja auch jemanden im Freundeskreis oder in der Familie, der*die hundefreundlich ist und sich freuen würde.

    Und dann bau daneben das alleine bleiben nochmal kleinschrittig auf. :smile:

    Huhu :smile:


    ich berichte mal von unserem Trainerinnentermin. Vorab: einige Sachen fand ich super, bei anderen bin ich mir etwas unsicher. :tropf:


    Die Trainerin hat ganz normal geklingelt und mich vorher schon instruiert, dass ich Luna zwar zur Sicherheit anleinen soll, aber ansonsten einfach machen lassen soll. Als es geklingelt hat war Luna natürlich etwas aufgeregt und hat kurz gebellt, aber hat sich dann auch schnell wieder gefangen. Als ich dann die Wohnungstür geöffnet habe, hat sie die Trainerin kurz beschnuppert, diese hat sich dann seitlich hingehockt, Luna hat weiter beschnüffelt und ist dann von alleine weggegangen. Dann ist die Trainerin reingekommen und es war alles gut. Kein bellen, kein knurren, gar nichts.

    Da hat sich wieder total gezeigt, dass sie mit "höflichen" Menschen super zurecht kommt. Es sind halt echt meistens die Menschen, die sie nicht mag, die sie aktiv ansprechen, streicheln wollen o.Ä.


    Na ja, wie auch immer hat Luna sich von ihrer besten Seiten gezeigt und die Trainerin wollte gar nicht so recht glauben, dass Luna Probleme mit Besuch hat. :headbash:


    Ihrer Einschätzung nach soll ich Luna auf jeden Fall nicht aussperren, wenn Besuch da ist, da sie sie als recht neugierig und offen eingeschätzt hat und auch so, dass es ihr eher Sicherheit gibt, wenn sie mitbekommt, wer da ist und was gerade passiert. Also eigentlich so, wie ich das auch schon dachte, dass sie lieber näher dabei ist, als abseits im Körbchen.

    Dass ich sie zB immer ins Schlafzimmer gepackt hab, wenn der Kollege von meinem Freund kam, kann auch dazu geführt haben, dass sie verknüpft hat "dieser Mensch kommt, dann darf ich nicht dabei sein, alles ist anders als sonst = blöd" .


    Soweit so gut, das hat alles Sinn für mich ergeben und deckt sich auch mit meiner Einschätzung. Ihr hauptsächlicher Lösungsansatz war jetzt räumliches Begrenzen durch Körpersprache. Wenn es klingelt, dann soll ich Luna hinter einer unsichtbaren Grenze warten lassen und zwar so lange bis der Besuch reingekommen ist und Jacke abgelegt hat etc. Und dann soll ich sie ruhig dazukommen lassen zum Beschnuppern. Den Besuch soll ich so instruieren, dass Luna größtenteils ignoriert wird.


    Wenn ein Besucher aufsteht und Luna meint hinterher zu müssen, dann soll ich sie wieder räumlich begrenzen um ihr damit zu zeigen, dass ich die Lage im Griff habe und sie sich nicht drum zu kümmern braucht.


    Das mit dem räumlichen Begrenzen haben wir direkt ausprobiert und Luna hat das nach dem 2. mal schon verstanden. Das sah dann so aus:

    Trainerin ist nochmal rausgegangen und hat geklingelt, Luna hat gebellt und wollte zur Tür, ich habe sie begrenzt und sie sollte im Wohnzimmer bleiben. Luna hat sich hingesetzt, ich bin Richtung Wohnungstür, habe einen Spalt geöffnet, Luna wollte dazukommen, ich habe die Tür wieder geschlossen, habe Luna wieder Richtung Wohnzimmer begrenzt, sie gelobt als sie sich gesetzt hat, Tür geöffnet, Trainerin ist reingekommen, hat überschwänglich "hallo" gesagt etc., Luna ist sitzen geblieben. Trainerin war drin, ich habe aufgelöst und Luna ist zu ihr hin.


    Also das hat in diesem Kontext ganz wunderbar geklappt, aber ich bin skeptisch ob das auch bei dem Kollegen meines Freundes funktionieren würde, den sie ja nicht so gut leiden kann. Die Trainern meinte, wenn ich das konsequent durchziehe und auch im Alltag zB einfach mal für 5 min die Küche oder sonstiges begrenze, dann merkt Luna, dass ich alles im Griff hab und sie sich um Besuch nicht kümmern muss. Dadurch erhält sie im Gegenzug die Freiheit, bei Besuch dabei sein zu dürfen.


    Ich bin gerade irgendwie richtig schlecht im erklären :tropf: das war so viel Input, da muss ich selbst erstmal eine Nacht drüber schlafen. Ich melde mich morgen nochmal und kann dann alles hoffentlich nochmal etwas strukturierter erklären. :ugly:


    Aber was meint ihr? Findet ihr den Ansatz sinnvoll?

    Was immer gut ist, ist ein "consent Test", d.h. nach einer halben Minute streicheln kurz inne halten und warten, ob der Hund bleibt und mehr Streicheleinheiten fordert oder ob er weg geht. Ich mache das bei Luna auch immer noch so, dass ich alle halbe Minute ca. kurz aufhöre und schaue, wie sie reagiert. Manchmal geht sie dann weg und dann weiß ich es war genug.


    Viele Hunde können nicht aktiv weggehen, während sie gestreichelt werden, weil sie dem Menschen natürlich auch gefallen wollen. Deshalb hilft dieses zwischendurch mal kurz aufhören dem Hund dabei weggehen zu können, wenn er nicht mehr möchte. Nur so als kleiner Tipp. =)

    Luna bekommt sogar kurz vor dem Schlafen erst ihr Abendessen. Wir haben leider einen etwas untypischen Tag- Nachtrhythmus. :headbash:


    Meist gehen wir morgens gegen 11 das erste mal raus. Dann bekommt sie gegen 12 Uhr "Frühstück" und tagsüber dann natürlich hier und da mal einen Keks und dann gehen wir so gegen 00.00 Uhr nochmal vor die Tür zum pinkeln und danach bekommt sie dann ihr Abendessen. Also liegen eigentlich immer ziemlich genau 12 Std zwischen ihren Mahlzeiten.

    Ich habe mal versucht selber zu rechnen. Luna's Idealgewicht sind ca. 12 kg, d.h. laut Internet benötigt sie pro Tag 0,18mg Jod.


    Wenn in dem Futter 2mg pro kg sind, dann sind in 100g Futter 0,2mg Jod und in 70g Futter sind 0,14 mg Jod.


    Dann wären 0,14mg zu wenig, oder?


    Also falls meine Recherche stimmt, dass sie ca. 0,18mg benötigt.