Beiträge von pinkelpirscher

    Nein, die Thematik ist seit über 10 Jahren am Kochen. Und wird auch ständig hochgekocht. Insbesondere von einigen übereifrigen Orgas, die eh überall drin sitzen und ihr Ding durchdrücken.

    Ganz heftig war es schon zu Zeiten, als der verpflichtende Hundeführschein in Wien eingeführt wurde, nach einer "Volksbefragung" auf Basis von erfundenen Statistiken. Da wollt man den Gebrauchshundesport gleich miterledigen (und ein paar politische Gegner)

    Ich kann mich noch immer an das unsägliche Video von Sima erinnern.


    Diesmal war es wohl eine relativ konzertierte Aktion, um nach dem tödlichen Vorfall mit den Staffs, endlich die eigene Agenda durchzudrücken (und erst mal die Medien zu füttern und zum Experten mutieren und bis ins Gesundheitsministerium hochexperten) und zeitgleich die Rasseliste in Oö möglichst abzuwenden.


    Allerdings, die Leut, die da seit Jahren dran arbeiten, sind auch die, die mit allem was nicht Hundesport auf Seniorenniveau ist und keinesfalls länger als 3 Minuten und nur vollklimatisiert und stressfrei und positiv, ein massives Problem haben.

    Und ja, wenn man es doch schon ne Weile beobachtet: Hundepolitik wird bei uns maßgeblich von einigen Vereinen, Instituten und Privatpersonen voran getrieben, die sich gegenseitig die Trainerjobs zuschanzen, das Monopol auf den Hundeführschein haben oder aus der Tierrechtsecke kommen. Und manchmal mischt die österreichische Bildzeitung mit und ein paar Lokalpolitiker turned Tierschützer


    Und das ist mittlerweile unerträglich.

    Der Hund ist aber nun seit Ende November bei mir und ich kann natürlich auch nicht einschätzen was in welcher Zeit möglich ist und was er bis dahin auch schon können sollte usw.

    Die gute Nachricht ist: Hundepubertät dauert nicht so lang wie beim Menschen.


    Die schlechte Nachricht ist: Junghundephase dauert trotzdem bis Hund mindestens 2 ist. Auch wenn Kleinstrassen früher fertig sind - bis zum "Man versteht sich quasi blind" und "Eigentlich klappt eh alles ziemlich zuverlässig" dauert das, mit Auf und Abs einfach deutlich länger als ein paar Wochen.

    Und "Eigentlich klappt eh alles ziemlich zuverlässig" klappt auch nur, wenn man dran bleibt.


    Hunde lernen etwa zum Teil ortsbezogen. Bloß weil Hund am Teppich Sitz kann, heißt das nicht, dass er's auf der Wiese kann, als einfaches Beispiel.

    Manches muss man immer und immer und immer wiederholen.

    Manchmal merkt man, gerade mit wenig Erfahrung, gar nicht, dass man seinem Hund selber versehentlich Unsinn beigebracht hat (hat lang gedauert, bis ICH checkte, dass ich zb bei einem Hund das simple Sitz mit einem Schritt auf ihn zugehen geübt hatte. Also hat er sich nur gesetzt, wenn ich das tat. Das Wort allein bringt ja nix, das wird zur Handlung dazu gelernt, aber ich kann "Kartoffelsalat mit Gurken" auch dazu sagen, um Hund Sitz zu lernen) Verhaltensketten gebaut hat, Erwartungshaltungen erzeugt ha. Was Körpersprache ausmacht. Was xy ausmacht.


    Ein junger Hund ist auch eine Abenteuerreise. Ein erster Hund ist es ebenfalls. Was gleich klappt und was nicht, ist zum Teil einfach so individuell, wie Hunde und Menschen es sind.


    Deine Hundewiesenbeschreibungen legen halt den Schluss nahe, dass Du - wohlmeinend - einen Teil des "Klappt nicht" selbst gefördert hast.

    Tja, dann ändert man halt was, ein paar Schritte retour und weiter. Abenteuerreisen führen nicht immer über die direktesten und befestigten Wege.


    Und - Du hast einen jungen Hund. Der noch einige Entwicklungsschritte tun wird, der grad geschlechtsreif wird, dessen Hirn sich grad von Baby auf Erwachsen umbaut. Der an manchen Tagen vielleicht launischer oder empfindlicher, aufgeregter oder unaufmerksamer ist, als an anderen, allein schon dadurch, dass er sich weiter entwickelt.

    Ein junger Hund ist kein erwachsener Hund. Man begleitet und erzieht den, damit im Idealfall dann beim erwachsenen Hund alles klappt.

    Und bis dahin...erzieht man weiter, macht Dinge zusammen und gegen einen nicht unwesentlichen Teil der geschilderten Probleme hilft: Leine, oder manche Dinge einfach nicht machen.


    Und ja, Trainerunterstützung kann hilfreich sein, grad wenn man sich selbst unsicher ist.


    Persönlich bin ich Typ: "Junghund schaut mich nicht an und macht irgendwas? Du meine Güte, das regt mich heut nicht auf, machen wir halt morgen anders."


    Mein aktueller Junghund ist mir letzte Woche spektakulär abgehauen und hat meine erzieherischen Qualitäten Lügen gestraft. Gott, war das peinlich. Hören: null.

    Okay, dann is der halt jetzt in der Lebensphase. Dann gibt es halt mehr Leine oder Freilauf unter anderen Bedingungen, wo er nicht abhauen und lustig Leute anspringen kann, statt ihm die Möglichkeit zu geben, das zu verfestigen, in dem er jetzt ständig abhauen und wen anspringen kann. Das wird sich auch wieder legen. Auch die Ansprechbarkeit wird wieder besser werden. Fast von allein sogar. Nur bis dahin machen wir es anders, als bisher. Jetzt isser offensichtlich kein Welpe mehr, sondern ein hopsender Jungrüpel.

    Mir ist schon bewusst das es in gewisser Hinsicht normal ist das man eben in der Pubertät etwas benachteiligt ist, aber es ist halt unangenehm dann wenn er seinen Tag hat wo er gar nicht hört und dem Hund hinterher läuft. Ich habe damit kein Problem nur ich bin mir sicher nicht jeder Hundehalter findet das Super.

    Dann macht man halt ne Weile anderes Programm. Abgesehen davon, dass Hundewiesen per se Fluch und Segen gleichzeitig sind, häufig aber Fluch


    Du hast ihn jetzt erst seit ein paar Wochen. Allein dadurch kann noch gar nicht alles funktionieren. Abgesehen davon, dass mit einem so jungen Hund eine Menge noch nicht zuverlässig funktioniert und das länger, als ein paar Wochen.


    Wenn Du weißt, dass er nicht hört, wenn da Hunde sind...nun, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit nicht hinzugehen, wo andere Hunde sind.

    Je weniger "Fehler" Hund in dem Alter machen kann, umso leichter isses.


    Dass er bei Begegnungen an der Leine auf Hunde reagiert. Auch nicht sehr gewöhnlich. (Persönlich hab ich da noch nie explizit dran rumgetan. Es gab halt den Leinenkontakt nicht, weil ich nicht will und irgendwann wirds eh von allein weniger).


    Arbeitest Du mit irgendeinerForm der Belohnung?


    Ich tu mir grad bissl schwer Deinen Texten zu folgen. Also was ihr jetzt wann und wie wirklich macht und was das Hauptproblem ist - so bin ich geneigt zu sagen "Lass mal bissl locker. Das klingt nach zuviel wollen in zuwenig Zeit. in nem Alter, wo es Hund grundsätzlich schon mal schwerer fällt, Erwartungen zu erfüllen. Und Bindung-Beziehung ist einfach auch nicht sofort da, das wächst. Wie es alle Beziehungen tun.

    Naja, die verünftige Orientierung kriegst halt, abgesehen davon, dass das bei Junghunden zeitweilig sowieso schwer ist, nicht mit täglich mit anderen mehr oder weniger fremden Hunden rumrennen lassen und dabei selber nicht beim Hund sein, oder unterhältst Du Dich nicht mit anderen und machst quasi was mit Deinem Hund dort?

    Und die Aufmerksamkeit kommt vermutlich über weniger Action und weniger auf andere Hunde konzentriert sein (müssen), mehr gemeinsame Aktivität, Zeit, Humor, Dran bleiben.


    Du hast den erst so kurz, die Pubertät kickt ein und wenn ich es richtig verstehe, ist Hundewiese Euer Hauptprogramm um ihn "müde und ausgelastet" zu kriegen.


    Ich meine da sehr viel Erwartung zu lesen, die Hund aktuell gar nicht erfüllen kann.


    Gegen Abhauen hilft Leine. Gegen Pubertät hilft abwarten, dran bleiben, Geduld und manchmal einfach drüber lachen.


    Aber Hundewiese also Hauptprogrammpunkt würd ich streichen. Klar wird der auf Hunde reagieren, nicht nur, weil er ein Junghund ist, sondern weil Hunde bisher ja auch Action! bedeuten. Da is man sehr schnell in einer Erwartungshaltung des Hundes drin.

    Ich sag mal so - täglich Hundewiese und nur mit anderen tun und machen lassen ist halt ein ausgezeichneter Weg, seinem Hund zu lernen, dass alles andere interessanter ist.


    (Und mitunter trainiert man sich den Kleinstund auch schön hochgepusht, wenn er immer mit den 10x so schweren Hunden "spielen" - ich sage - muss. Selber wird sich n Jungspund häufig nicht dagegen entscheiden, auch wenn es sehr ungesund sein kann oder ein idealer Weg, Kleinhunden auf lange Sicht zu lernen, dass große Trampel sind, die einem weh tun. Das muss so nicht zwingend sein, aber unkontrolliert in Großhundgruppen werfen und sich wundern, dass ein Youngster da mitmischt, lässt halt vermuten, dass Du auch nicht siehst, wenn es ihm zuviel wird oder er irgendwann zum "Hihi, der Kleine zeigt des Großen schon" mutiert, was nun gar nicht immer so lustig ist, sonder mitunter Überforderung und Abwehr)

    MoniHa

    Das kannst Dir aber wenn, dann auch nur bei gängigen Rassen erlauben. Und selbst da macht das nicht jeder.

    Da geb ich Tobie absolut recht.

    Es ist häufig ein Grund, doppelt und dreifach hinzuschauen, wenn wer zeitgleich 2 Würfe liegen hat. Es stimmt einfach nicht, dass das hierzulande sehr üblich ist. Vereinzelt. Aber sicher nicht die Norm.

    Nicht mal die relativen Großzüchter in meiner Nische machen das. Und bei allem, was nicht weg geht, wie warme Semmeln ist das Risiko hoch, auf Welpen sitzen zu bleiben und dann 5 Junghunde mitschleppen zu müssen. Insofern: nicht immer, aber durchaus öfter ist 2 Würfe gleichzeitig eher ein Alarmsignal. Bei vielen Rassen schaffst ja nicht mal mehr als einen Wurf alle paar Jahre sicher zu vermitteln, zumindest, wenn nicht egal ist, an wen die Hunde gehen.