Würdest du mir erklären wieso? Ich hab bei meinem Hund auch erst üben müssen, dass Spiel mit Beute toll ist. Er würde immer Futter vorziehen. Manchmal finde ich Spielbelohnungen praktisch, aber andererseits entscheidet der Hund ja, was er lohnenswert findet. Würde mich interessieren, ob das Abwechseln für dich „nur“ ein Sport- oder auch ein Alltagsding ist und was da jeweils dahinter steht.
Na klar!
Ich möchte ruhig und genau mit Futter bestätigen können und Actionreich mit Beute. Mein Fährtenbeispiel zum Beispiel, der Hund kann übersuchen, weil er übermotiviert ist oder auch hektisch. Ich möchte deshalb, dass er lernt sich runterzufahren und intensiv zu werden. Das erreiche ich über uninteressantes Futter und Zwang (blockieren mittels Leine), dafür muss er lernen dieses Futter wahrzunehmen. Futter soll gar nicht die super hohe Wertigkeit haben, hier greift dass ich ein ruhiges Verhalten anstrebe und deshalb ruhig belohnen möchte. Ich greife hier auch Nicht zu Fleischwurst oder sowas, sondern nehme bewusst langweiliges Futter.
Beim Rückruf hingegen möchte ich Action haben, also Belohne ich hochwertiger (das kann auch ein Futterspiel sein).
Will ich auf der Fährte die Motivation steigern, so lege ich am Ende einen Jackpot (den bestimmt natürlich der Hund), bei einem Hund der eh sehr motiviert ist, fördere ich hingegen nur durch ruhiges Belohnen auf der Fährte.
Es ermöglicht mir, die Belohnungen so zu nutzen, wie ich sie grade brauche und deshalb baue ich gezielt Bestätigungen auf, die gar nicht so super hochwertig sind, dass der Hund dafür alles stehen und liegen lässt und trainiere, dass ich diese auch in hoher Erregungslage einsetzen kann, um den Hund zu sammeln.
Es kommt hier aber auch auf den Hund drauf an, grade Hunde mit mehr Aufregung lassen sich ja sehr leicht auf actionreiche Belohnung ein und bauen ja schnell Erwartungshaltungen auf. Andersrum muss ich mir ruhigen oder futteraffinen Hunden vielleicht eher spielen üben. Und manch ein futteraffiner Hund dreht bei Nassfutter viel mehr auf als bei einem Ball. Wichtig ist mir, dass ich Werkzeuge habe, um belohend steuern zu können.
Am Ende sieht das dann zum Beispiel so aus, dass eine Hilfsperson ein Beuteobjekt unter viel Tamtam ins Voraus bringt, der Hund dabei ordentlich Trieb macht, sich danach sofort in die Grundstellung holen lässt und ich ihn fokussiert nach vorne einstellen kann, was ich dann wieder ruhig mit Futter belohnen möchte um das besser zu festigen und den Hund wieder zu Erden (also das Warten belohnen können, um Frustaufbau gering zu halten, das führt nämlich gerne zum vokalisieren bei manchen Hunden oder sie entwickeln dann beim schicken einen Startlaut).