Beiträge von WorkingDogs

    Dackel sind schon seit einigen Jahren wieder vermehrt zu sehen - vor allem die Rauhaar Variante.

    Ich denke Dackel sind generell sehr beliebte Hunde. Spiegeln ja auch die Welpenzahlen wider. Aber zumindest hier ist momentan ein richtiger Boom und auch die Züchter in meinem Bekanntenkreis merken den und passen sich preislich an.

    Auch jagdlich sind Dackel hier zur Zeit sehr gefragt bei den DJ der Staatsforsten, so wirklich nachvollziehbar ist das allerdings nicht, weil die doch vergleichsweise schlecht durchs Unterholz kommen…

    Aber Sporthunderassen sollten auch nur in entsprechend ambitionierte Hände.Und so beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz, denn der große Anteil Hundehalter sind keine Hundesportler.

    Die meisten sind mit einem gesunden, sportlichen Hund gemäß/im Sinne Sporthunderassen überfordert, im Sinne von passt nicht in den gemeinsamen Alltag, man wird dem Hund nicht gerecht.

    Ja, da sind wir wieder dabei, was der Mensch als sportlich empfindet und was für Hunde eigentlich sportlich ist. Wobei ich genug Sporthunde kenne, die sehr glücklich als Begleithund sind und die Besitzer auch, weil Wesensfest und robust.

    Aber die brauchen einfach Erziehung und Führung. Das ist für mich eher der Hauptpunkt, weniger die Auslastung. Die Linie ist auch ausschlaggebend für vieles.

    Hütehunde empfinde ich aber auch als sehr aktiv, allerdings komplizierter im Alltag, weil der Kopf vieles nicht mitmacht.

    Sportliche Linien gibt es aber auch beim Labrador zum Beispiel. Und die sind wirklich unfassbar unkompliziert und bringen sehr viel mit, was man sich mit anderen rassen mühevoll erarbeiten muss. Die gefallen mir als Begleithunde ehrlich auch ganz gut, kenne da so gar keine Katastrophen.

    Nun hör ich aber auf, wegen OT

    Wenn die 45 Minuten überwiegend im Schritt oder Trab stattfinden, finde ich das auch nicht doll. Das ist dann doch wieder hauptsächlich Gehorsam und körperlich sogar unter Radfahren.

    Und meistens sind es laut TE ja sogar nur 20 Minuten, wenn kein Ausritt stattfindet. Ich finde das auch sehr wenig und viel zusammenreißen.

    Ehrlich gesagt finde ich total stark, dass der Hund mit so wenig Bewegung so unkompliziert zu sein scheint und das dafür echt klasse zu machen scheint. Ich wüsste gar nicht, wovon der Junghund sich daheim überhaupt ausruhen soll.

    Ich find dieses klassische "Ruhe üben" was überall propagiert wird auch nicht zielführend. Also keine Ahnung hat bei Chap bspw nie geklappt da hätte ich Stunden sitzen können und es "aushalten" können. Wenn das für andere funktioniert, schön.


    Klingt sehr einleuchtend was du sagst! Danke.

    Ich brauchte das wie gesagt auch nie und bei Hundetypen die man sogar über Frust und Wille arbeitet finde ich das noch viel spannender, weil wie du sagst: Da steht man sich dann halt die Beine in den Bauch. Und wenn man sich dann mal anschaut, was die Genetik sagt, macht aushalten oft auch null Sinn.

    Yelly Bei aktiven Charakteren darf man auch nie den Faktor Gewohnheit vergessen, die meisten Dinge sind Prozesse. Ich lerne meine Hund zum Beispiel nicht Ruhe zu halten, sondern wann sie hochfahren dürfen und wann einfach nicht. Ich hab absolut Temperamentvolle Sport- und Arbeitshunde, suche mir gezielt aktive Welpen aus und muss mit denen kein "Ruhe lernen" betreiben. Simple Gewohnheit reicht. Leider sehe ich es so oft, dass nicht weitsichtig aufgezogen wird. Da lernen Welpen und Junghunde dann simple Aktivitäten im Alltag bedeuten, dass gleich die Post abgeht. Und DAS wieder abzubauen ist eine Herausforderung. Auf der anderen Seite brauchen solche Hunde aber etwas, wo sie sein sollen wie sie sind, am besten gemeinsam mit dem Besitzer, dann ist der ganze alltagskram auch nicht so spannend für die, weil es sowieso großartigeres gibt und man den alltag nie so gepusht hat für den Hund.

    Ich find es eben (wie du ja auch sagst) ne krasse mentale Leistung wenn der Hund entspannt (also wirklich entspannt) liegen soll während andere Hunde am Hundestrand umhertoben.

    Kommt einfach drauf an. Bei einem Retriever erarbeitet man das wesentlich einfacher als bei einem Hütehund. Retriever sind genau für sowas gezüchtet. Und dann ist auch immer die frage, wie sehr der Hund überhaupt auf spielende Hunde anspringt. Wenn aber das mein Ziel ist, sollte ich mir darüber bei der Rassewahl Gedanken machen und mich auch hinterfragen, wie gut das eigene Nervenkostüm ist, wenn die Dinge nicht von Haus aus klappen und Junghunde einfach Junghunde sind. Dann ist es einfach sinnvoller den Hund nicht mitzunehmen.

    Gehorsam schön und gut, scheint ja zu klappen (bleibt auf der Decke liegen), aber Entspannung trainier ich ja mal nicht eben so das muss ja irgendwo auch seitens des Hundes von "innen heraus" kommen.

    Es ist auch einfach super unrealistisch zu verlangen, dass ein Junghund auf seiner Matte pennt, während andere Hunde um ihn rum spielen dürfen. Da ist Frust doch absolut vorprogrammiert und ich kann gar nicht nachvollziehen, wie man überhaupt auf so eine Idee kommt. Ich starte im Beißsport doch auch nicht mit einer abgebrochenen Flucht.. es gibt Dinge, die erfordern jahrelanges Training, da hilft nur seine Erwartungen realistisch anzupassen und sich auch zu fragen, ob man überhaupt die Disziplin und Motivation hat, in genau dieses Bild einen enormen Trainingsaufwand zu investieren. Viele Junghunde wurden anfangs auch sehr erfolgreich darauf konditioniert wie geil es ist, unterwegs mit anderen Hunden zu toben, mobben und diese zu jagen.

    Natürlich ist das SAU anstrengend für nen jungen Hund auf seiner Decke liegen bleiben zu müssen.

    Nein, ist es nicht, wenn man den Hund vernünftig aussucht und aufzieht.

    Mein Labrador-Junghund macht das mit links und hier im Forum würde man den Hund wohl für 5 halten. Der Border eine Freundin von mir wird ähnlich aufgezogen und ist genauso unkompliziert. Mein Malirüde war genauso problemlos, usw.

    Der Labrador wird aber auch mit Dummytraining, Obedience und Jagdlich ausgelastet und aufgebaut. Grade Jagdlich müssen die Hunde sehr früh genau sowas können, für das was ich mache, sonst ist der Hund unbrauchbar.

    DAS ist dann aber auch sportlich, das normales Gassigehen und Cafe-Begleithund fordert mental viel mehr ab, als körperlich. Junge Hunde wollen sich aber Bewegen, und dann klappt das auch, wenn man den Gehorsam nicht vernachlässigt und bei der rassewahl realistisch war.