Beiträge von Schäferterrier

    Da kommt dann aber eine andere Baustelle zu Tage, die aktuell wieder mehr ist. Sie rennt weg, bleibt stehen, schaut zurück, reagiere ich nicht, rennt sie weiter weg, bleibt wieder stehen usw. Sie möchte, dass ich sie zurück rufe (dann gibt es Keks) , oder noch besser zurück pfeife, weil sie dann ihren geliebten Kong bekommt.

    Ist das nur im Freilauf der Fall?

    Dann klingt das für mich eher danach, dass sie im Freilauf mit einer ständigen Erwartungshaltung rumläuft und ihr das auf Dauer zu viel ist.


    Hier ist die Flexi zum Beispiel ganz bewusst das Signal, abzuschalten. Da will ich soweit nix vom Hund, bin auch gedanklich weniger bei ihm und greife kaum ein, sondern wir schlappen ganz gemütlich unseres Weges. Und das Hundchen ist tiefenentspannt, weil es genau weiß, dass von mir eh nicht viel kommt.


    Im Freilauf ist das anders. Da arbeite ich deutlich intensiver an der Orientierung, ich achte mehr auf ihn, kommuniziere häufiger mit ihm und behalte ihn (ganz bewusst und absichtlich) mit dem Kopf ständig bei mir. Das hat zwar einerseits zur Folge, dass das Hundchen im Freilauf deutlich aufmerksamer und besser lenkbar ist als an der Flexi. Der Nachteil ist aber, dass das mental für den Hund deutlich anstrengender ist und bei nem besonders reizsensiblen Exemplar auch mal zu viel werden kann.

    Ich glaube, es kommt einfach sehr drauf an, welche Härte der individuelle Hund in der individuellen Situation und mit der damit einhergehenden individuellen Erregungslage mitbringt.


    Ich habe hier den direkten Vergleich:


    Ein Hund, den ich vor einem Jahr niemals nicht beim Pöbeln hätte unterbrechen können, ohne ihm dabei ernsthafte Schmerzen zuzufügen. Und dass das keine Option ist, brauchen wir nicht diskutieren.


    Und jetzt habe ich einen Hund, der sich allerspätestens mit einem beherzten Griff wunderbar unterbrechen lässt. In aller Regel braucht es nicht mal das.


    Ein und derselbe Hund, ein und derselbe Trainingsansatz. Geändert hat sich einfach "nur", dass das Hundchen kastriert wurde. Damit ist die Motivation, andere Hunde zu verbellen sowie die Härte, mit der er dabei vorgeht, ganz massiv gesunken - und das hat ein Training mithilfe von Strafe erst möglich gemacht.


    Btw, da das hier ja auch angesprochen wurde: Ich würde Strafe keinesfalls als per se ungeeignet bei bestimmten Pöbel-Ursachen einordnen.


    Denn vollkommen egal was die Ursache der Leinenpöbelei ist: Es ist eine Strategie, die für den Hund funktioniert. Sonst würde er sie gar nicht erst ausbauen.


    Nehmen wir einen total ängstlichen Hund, also quasi das Paradebeispiel für "bloß nicht strafen": Der Hund pöbelt, weils ihm zu nah ist und er mehr Distanz zum Fremdhund will. Der Fremdhund geht mit seinem Halter vorbei, vergrößert damit tatsächlich die Distanz - und der ängstliche Hund lernt, dass er mit dem Pöbeln genau die Distanzvergrößerung (= Belohnung) bekommt, die er haben will.


    Gezieltes Pöbeln ist also quasi immer selbstbelohnend. Und selbstbelohnendem Verhalten kommt man nur bei, wenn man dem Hund eine noch lohnenswertere Alternative aufzeigt.


    Bei einem mäßig unsicheren Hund kann es durchaus reichen, dem einfach eine andere, für ihn noch bessere Belohnung als die Distanzvergrößerung anzubieten. Da braucht es tatsächlich nicht unbedingt Strafe.


    Aber je ängstlicher oder frustrierter der Hund z.B. ist, umso motivierender ist die Distanzvergrößerung für ihn. Wenn die Angst oder der Frust groß genug ist, findet man irgendwann nichts mehr, was noch motivierender für den Hund ist, als den anderen Hund wegzuhaben. Und dann ist man eben an dem Punkt, an dem man das vorherige Verhalten, also das Pöbeln, durch Hemmung weniger lohnenswert gestalten muss.


    Das heißt ja noch lange nicht, dass man einen total ängstlichen Hund ständig in die Situation bringen soll, dass er auslöst, nur um ihn dann zu strafen.

    Aber wenn sich ein Auslösen ohnehin nicht vermeiden lässt, dann kann Strafe auch (oder sogar ganz besonders) bei ängstlichen und frustrierten Hunden genau der richtige Weg sein. Vorausgesetzt man weiß, was man da tut.


    In jedem Fall ist Strafe nicht prinzipiell untauglich, nur weil der Hund aus Grund x oder y und nicht z pöbelt.

    Die Frage ist halt, ob die schlechten Schilddrüsenwerte den Stress verursachen oder der Stress die schlechten Schilddrüsenwerte verursacht. Beides möglich.


    So oder so braucht es aber einfach Zeit, bis sich die Hormone nach dem Chip wieder normalisiert haben. Hier waren die ersten drei Monate nach Auslaufen des ersten Chips auch total katastrophal.


    Andererseits muss ich jetzt (zwei Jahre, einen weiteren Chip und eine Kastration später) auch sagen: Was hat der Hund davon, sich da monatelang so durchzuquälen, wenn er unter dem Chip eigentlich glücklich war?


    Wenn es dem Hund unter der Kastration gut geht, er soweit zufrieden ist und die Nebenwirkungen der Kastration eher unwesentlich sind, sehe ich wenig Sinn darin, den Hund monatelang diesen Hormonschwankungen auszusetzen, ohne überhaupt zu wissen, ob es danach bedeutend besser wird.


    Also klar ist die Kastration ein medizinischer Eingriff mit Organentnahme, den man nicht leichtfertig (geschweige denn grundlos!) vornehmen sollte. Das passiert leider immer noch viel zu häufig, dass die falschen Hunde unnötig kastriert werden.

    Gleichzeitig erlebe ich in den letzten Jahren aber auch das andere Extrem: Hunde, deren Kastration unnötig lange herausgezögert oder umgangen wird, obwohl sie davon total profitieren würde.


    Wenn ich nochmal vor der Wahl stehen sollte, meinen Hund monatelang in einem elendigen Zustand zu belassen, nach dem er vielleicht ein bisschen weniger Stress im Umgang mit seinem Sexualverhalten hat, oder einen medizinischen Eingriff vornehmen zu lassen, der natürlich Risiken birgt, 2 Wochen Schmerzen und Schonung bedeutet, aber der gleichzeitig auch (zuverlässig, d.h. mit Chip getestet) dafür sorgt, dass der Hund ein entspanntes Leben führen kann - ich würde mich in Zukunft schneller für die Kastration entscheiden.

    Hast du mal versucht, ein weniger wildreiches Gassi-Gebiet zu etablieren?


    Für einen super jagdgeilen Hund ist Wald halt auch einfach ne Nummer.

    Und inzwischen hat er ja auch schon oft genug die Erfahrung gemacht, dass man sich an dem Ort richtig toll reinsteigern kann. Das kickt natürlich das Appetenzverhalten, er sucht also erst recht nach Spuren, findet dann natürlich was - und schon steckt ihr in nem elenden Teufelskreis.


    Um den zu durchbrechen und, was Orientierung angeht, nen Fuß in die Tür zu bekommen, braucht es vermutlich erstmal ein komplett verändertes, für den Hund vergleichsweise reizarmes Setting. Bei jagdlich veranlagten Hunden also die Orte, an denen wenig(er) Jagdreize sind.


    Mein Tipp ist da immer ein weitläufiges Industriegebiet an nem Sonntagmorgen. Ja, fürs menschliche Auge gibt's schönere Strecken, keine Frage - aber da verirren sich echt wenige Menschen und Tiere hin, also ist das erstmal ein ziemlich perfekter Ort, um mit dem Training zu starten.


    Von selbst wird das trotzdem nicht gehen, das ist klar. Gerade wenn er in neuen Umgebungen zusätzlich aufgeregt ist. Aber da heißt es dann eben, geduldig aber konsequent dran zu bleiben. An diesem einen Ort, meinetwegen nur 1x die Woche, mit besonderem "Orientierungs"-Geschirr oder whatever, da wird orientiert gelaufen, Punkt Aus Ende. Und wenn ihr die ersten Male nur 10 Schritte geht.


    Das kann anfangs unfassbar zäh und frustrierend sein. Aber irgendwann macht es "klick" und du hast - zumindest an diesem einen Ort - endlich mal nen Fuß in der Tür. Und dann kannst du nach und nach anfangen, das schrittweise auf andere Situationen und Orte zu übertragen.


    Zum Territorialverhalten: Ich hab hier auch so ne Gurke, die sich gerne mal prophylaktisch aufplustert und prustet und vorm Haus wie verrückt nach Reizen sucht, um dann steil zu gehen.


    Ich habe lange versucht, das zu deckeln, über das Einfordern von Gehorsam dagegen anzukämpfen oder einfach jedes Mal abzulenken und nen Keks reinzuschieben. Bei Hunden, die eher kooperativ agieren, mag das vielleicht super funktionieren, bei meinem Hund, der sehr eigenständig wacht und schützt, hat das aber überhaupt gar nichts gebracht. Wir haben uns da eher richtig schön aneinander hoch geschaukelt.


    Letztendlich hat das geholfen, was ich auch dir ganz arg ans Herz legen möchte: Die Stärken des Hundes anzuerkennen, sie gezielt zuzulassen, mit ihnen zu arbeiten - um dann regulierend eingreifen zu können, wenn es zu viel des Guten wird.


    Sieh es mal so: Aktuell macht dein Hund einen Job, obwohl er nicht dafür angestellt ist. Und weil er nicht angestellt ist und demnach keinen Boss hat, der ihm sagt, wie er seinen Job genau zu machen hat, macht er ihn eben so, wie er lustig ist.


    Anstatt dem Hund immer wieder erfolglos zu verklickern, dass das nicht sein Job ist, gib Aron doch den Job, den er unbedingt haben will (und in dem ist er vermutlich auch noch verdammt genial ist). Stell ihn ein. Und dann sei ein gutes Management und verklicker ihm, wie er diesen Job verdammt nochmal zu machen hat.


    Mein Hund darf inzwischen z.B. die Gegend scannen, sich aufplustern, prusten und grummeln. Kurz: Er darf bzw. soll aufpassen und mir deutlich anzeigen, dass da was ist, was laut ihm nicht hierher gehört. Ich erkläre ihm nur noch, wie er das zu tun hat und wie eben nicht.


    Das hat ne Weile gedauert, aber inzwischen kommen wir sogar im Hausflur ohne Pöbeln an den Nachbarshunden vorbei.

    Nen Kopf kürzer machen würde er sie immer noch gerne, gar keine Frage - aber da er seinen Job verdammt ernst nimmt und mit meiner Hilfe gelernt hat, wie man den richtig macht, hält er nach dem Anzeigen trotzdem den Schnabel und futtert seinen Keks.

    Und da hätte ich dann gerne einen Hund an meiner Seite, der mir bescheid sagt, falls jemand Fremdes in der Wohnung ist.

    Ich denke, prinzipiell kann man jedem Hund antrainieren, fremde Menschen in einem bestimmten Setting (also z.B. in genau dieser Wohnung) zu stellen und zu verbellen. Ist dann halt ähnlich wie im Schutzhundesport - und den machen ja auch nicht nur Hunde, die von Haus aus massig Schutzverhalten mitbringen.

    Also klar ist das mit einem Hund, der genetisch für genau das ausgelegt ist, deutlich einfacher, aber der passt dann halt sonst so gar nicht.


    Vielleicht gibt es das, was ich suche auch nicht als Assistenzhund. Dann würde ich davon Abstand nehmen und nach einem "normalen" Hund suchen.

    Ein Hund mit ernsthaftem Wach- und Schutzverhalten passt einfach nicht dazu, dass du selbst unsicher bist. Ganz egal ob als Assistenzhund oder nicht.

    Diese Hunde merken, wenn du selbst unsicher bist. Da kannst du so gut schauspielern wie du willst: Die Duftstoffe, die dein Körper bei Stress abgibt, die erhöhte Herzfrequenz usw. lügen nicht. Das nimmt so ein Hund wahr und dann übernimmt er.

    Und genau das darf mit einem Hund, der ernst macht, eben gerade nicht passieren!


    Einem Hund diese Sicherheit zu vermitteln kann ich. Das würde ich natürlich auch mit dem nächsten Hund so machen. Ich möchte auf gar keinen Fall, dass der Hund denkt, er könne sich nicht auf mich verlassen.

    Einem unsicheren Hund bzw. Angsthund Sicherheit zu vermitteln ist eine großartige Leistung, versteh mich da bitte nicht falsch. Aber es ist eine ganz andere Nummer als einem Hund mit ernsthaftem Wach- und Schutzverhalten Führung zu geben. Beides ist wahrlich nicht einfach, aber das sind einfach zwei komplett unterschiedliche paar Schuhe.

    Zumal du beim Wach- und Schutzhund nicht (nur) die Führung in Hundebegegnungen übernehmen musst, sondern insbesondere und absolut selbstbewusst in Menschenbegegnungen. Und genau das ist ja das, was du eben nicht leisten kannst.


    Deshalb wäre es für mich nicht wichtig, ob ein Hund regelmäßigen Besuch toleriert.

    Wach- und Territorialverhalten beschränkt sich nicht auf Besuch. So ein Hund meldet dann ggf. auch, was im Hausflur oder auf der Straße passiert oder wenn sich draußen jemand nähert. Und wenn du da ein Kaliber hast, das seinen Job sehr ernst nimmt, dann geht der auch mal schnell bei jeder Begegnung im Hausflur oder auf der Straße vorm Haus steil.

    Und wieder: Da ist es dein Job, dem Hund zu vermitteln, dass es keinen Grund gibt, sich aufzuregen. Gleich dreimal in ner Mietwohnung in nem Mehrfamilienhaus. Und das kannst du einfach nicht, wenn du jedes Mal, wenn der Hund anschlägt, erstmal selbst nen Schreck bekommst, weil du denkst, dass wirklich irgendwas sein könnte.


    Mir tut deine Krankengeschichte ehrlich leid und ich kann den Wunsch nach einem Hund absolut verstehen. Aber ich bin mir absolut sicher, dass du mit einem Hund, der ernsthaftes (!) Wach- und Schutzverhalten zeigt, also im Zweifelsfall wirklich auf dich aufpasst, nicht glücklich wirst. Und der Hund auch nicht.

    Was neben dem angedachten Labrador vielleicht noch eine Option wäre, wären Hunde, die "nur" melden, ohne dass da viel dahinter ist. Also ggf. in Richtung Spitz oder so. Wobei auch das mit Vorsicht zu genießen ist, denn auch die können sich bei mangelnder Führung oder nicht ganz einwandfreiem Nervenkostüm schnell verselbstständigen.

    Da kommt es echt auf Tagesform an. Manchmal lenkt ihn das ab, aber wir haben den Verdacht, dass er bei diesen Sachen etwas "faul" ist. Er knabbert dann so ein bisschen rum, oder schnüffelt am Spielzeug, aber hat dann nicht so ein Willen da so dran zu bleiben. haben einige Kauspielzeuge, Knochen und Schnüffelspielzeuge ausprobiert. Sehr tagesabhängig.

    Mein Hund findet ebenfalls nur gemeinsames Spiel mit mir witzig. Spielzeug ist prinzipiell eher so lala. Allein weiß er damit gar nichts anzufangen, mit mir zusammen ist's mal ganz nett, um was zu zergeln, aber letztendlich hätte er auch ohne das Zergel Spaß.


    Dass ein Hund wenig Interesse an Spielzeug hat, hat nicht unbedingt was mit Faulheit zu tun, sondern kann auch einfach mit persönlichen Präferenzen des Hundes zusammenhängen.


    Spielzeug ist im Endeffekt Ersatz-Beute. Und während manche Hunde total darauf stehen, ihren Ball hin und her zu schleudern, um ihn dann zu fangen (Äquivalent: lebenden Bewegungsreizen hinterher zu hetzen), schütteln andere ihr Spielzeug lieber tot (Äquivalent: das gefangene Tier totschütteln) und wieder andere finden es besonders toll, Kuscheltiere auseinander zu rupfen (Äquivalent: z.B. dem Hasen das Fell abzuziehen) usw.

    Im Prinzip ist Selbstbeschäftigung mit einem Spielzeug also fast immer Teil des jagdlichen Repertoires. Und das lebt ein Hund je nach Veranlagung eben sehr gerne bis kaum oder gar nicht aus.


    Soziales Spiel mit dem Mensch oder anderen Hunden ohne Beute ist da vom gesamten Prinzip und der Motivation, die dahinter stecken, komplett anders gelagert.


    Aber unabhängig davon ist das so, wie du das beschreibst, ja ein super Indikator für dich: Biete ihm ruhig was an, was er haben kann (Spielzeug und/oder Kausnack). Wenn er es nimmt ist gut und wenn er es nicht nimmt, brauchst eigentlich auch nicht auf ihn zu reagieren, weil dann scheint die Langeweile ja nicht groß genug zu sein :ka:

    Wenn er auf die Couch springt führe ich ihn etwas strenger zurück an seinen Platz, gebe ihm was zu kauen, versuche ihn zu beruhigen und auch ein bisschen wieder zu ignorieren und in den Computer zu gucken um ihm zu zeigen was jetzt wieder Agenda ist.

    Schaffst du es vielleicht, ihm was zu Kauen zu geben, bevor er Rambazamba macht? Also direkt wenn er wach und ggf. unruhig wird? Oder ganz auf das Kauen zu verzichten?

    Ein kluges Hundchen lernt ja schnell, dass es erstmal auf sich aufmerksam machen muss, um dann was Leckeres zu bekommen.


    Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, dass ihm vielleicht ein Spielzeug hilft, mit dem er sich aber nur und ganz ausschließlich mit sich selbst beschäftigen darf. Also eines, das quasi immer zur Verfügung steht und mit dem er sich bei Bedarf jederzeit selbst bespaßen kann, während du einfach weiter arbeitest.

    So ein Bürotag kann ja schon ganz schön lang für nen voll im Saft stehenden Junghund sein. Da wäre mein Anspruch nicht unbedingt, dass er stundenlang nur ruhig rumliegt und döst.

    Das Vorgehen kann aber natürlich auch dazu führen, dass er sich am Spielzeug hochdreht und dann erst wieder mehr Unruhe reinkommt. Müsste man wenn dann mal vorsichtig ausprobieren.


    Wenn er dann sich wieder beruhigt hat und sich hinlegt , dann bekommt er Leckerlis.

    Auf die Leckerlis, wenn er zur Ruhe kommt, würde ich aber auf jeden Fall verzichten. Damit durchbrichst du nur wieder die Ruhe und schaffst ggf. eine Erwartungshaltung, die später zum Problem werden kann.


    Alles in allem klingt das aber nach ner super Entwicklung!

    Naja, Welpen lernen die Beißhemmung in erster Linie im Spiel mit Geschwistern und durch die Mutterhündin. Jetzt hast du da einen Welpen, der offenbar viel zu früh von eben diesen getrennt wurde und das dadurch nicht genug lernen konnte. Da ist es erstmal ganz normal, dass es etwas schwieriger ist, das beizubringen.


    Die gute Nachricht: Dein Hund kann das trotzdem (noch) wunderbar lernen.

    Dass ein "nein", "aua" oder so nicht klappt, wundert mich nicht. Sie weiß ja gar nicht, was das heißt.

    Was du stattdessen probieren kannst: Laut Quietschen und sofort das Spiel unterbrechen. Und wenn sie nachsetzt, vorsichtig korrigieren.


    Trotzdem wird das vermutlich eher anstrengend. Die Art Kommunikation und Erziehung, die Hunde untereinander leisten können, kannst du als Mensch nicht ansatzweise nachstellen. Aus diesem Grund würde ich auch, falls nicht schon geschehen, alsbald Kontakt zu souveränen, welpenerfahrenen (!) Althunden sowie zu anderen Welpen suchen. Einfach um die Defizite in der Sozialisierung so gut es geht noch auszugleichen.


    Darüber hinaus klingt die kleine Maus ziemlich gestresst. Das ist kein Wunder bei dem Start ins Leben und so vielen Umbrüchen und Veränderungen. Aber es bedeutet auch, dass sie ggf. besonders viel Ruhe und besonders wenig Input braucht.

    Richtige Gassigänge würde ich deshalb noch gar nicht machen, lieber in den Garten/auf ne Wiese setzen und gemeinsam die Welt angucken.

    Und auch alles an Training drinnen auf das Nötigste begrenzen. Zum Schutz der Katzen wäre ein Welpengitter/Laufstall vielleicht was? Also als Ort, an dem die kleine Maus zur Ruhe kommen kann, ohne dass irgendwer zwangsläufig ständig an ihr rumerziehen muss, weil sie Mist baut.


    Frisst sie draußen wirklich Steine? Oder nimmt sie die "nur" in den Mund und kaut drauf rum? Letzteres ist ganz normales Erkundungsverhalten, das würde ich (solange es nichts Gefährliches ist) einfach laufen lassen. Bei Ersterem würde ich mal tierärztlich abklären lassen, ob da was im Argen ist.

    Da werden wir zB nicht schlau, wo wir das Körbchen am Besten platzieren (er wird sich das wahrscheinlich eh dauerhaft selbst aussuchen). Also klar im Wohnzimmer und Büro je eins, weil wir uns da am meisten aufhalten. Aber so, dass alles im Blick ist, oder eher nicht, um das Kontrollieren-Müssen zu vermeiden?

    Ich würde eine ruhige Ecke wählen, an der nicht ständig jemand entlang laufen muss.

    Ob alles im Blick oder lieber Ruhe würde ich abwarten und ausprobieren. Manchen Hunden gibt es Sicherheit, erstmal alles beobachten zu können, andere brauchen eher Ruhe, um Abschalten zu können.


    Von dem Gedanken, jegliches Kontroll-Verhalten direkt unterbinden zu müssen, würde ich mich aber unabhängig davon erstmal lösen. Bei entsprechenden Hundetypen macht es natürlich Sinn, da langfristig ein Auge drauf zu haben, aber zunächst muss euer zukünftiger Hund ja euer Leben, eure täglichen Abläufe usw. kennenlernen. Da würde ich viel Gucken, Mitlaufen etc. erstmal ganz bewusst erlauben. Bis auf...

    Nach ein paar Tagen wollen wir direkt das Alleinsein langsam üben (kurz in anderen Raum gehen, Tür schließen).

    ... Orte/Räume, an denen er später auch nicht sein darf. Wenn Hundchen zum Beispiel grundsätzlich nicht ins Bad oder in die Küche soll, würde ich ihn da von Anfang an draußen lassen. Damit hast du dann auch direkt einen Einstieg ins Alleinbleiben.


    Lässt man das Futter stehen, bis es leer ist (wie oft füttert man am Besten?) oder nimmt man es nach einer Weile wieder weg?

    Die allermeisten Hunde, die ich kenne, putzen ihren Napf so schnell leer, dass man sich die Frage gar nicht zu stellen braucht.

    Ansonsten: Trockenfutter kann man meiner Meinung nach gut dauerhaft zur Verfügung stellen, bei Nass- und Frischfutter wird's halt irgendwann eklig.


    Ist Trockenfutter wirklich schädlich (da scheiden sich anscheinend die Geister)?

    Würde ich so nicht sagen, es gibt schon auch hochwertige Trockenfutter-Sorten. Letztendlich muss man eh erstmal schauen, was der Hund gerne frisst und gut verträgt.

    Ich persönlich mag (unabhängig davon, dass mein Hund Trockenfutter nicht verträgt und sich die Frage somit eh nicht stellt) Nassfutter mehr. Trotzdem wird meine Devise immer sein, lieber ein hochwertiges Trockenfutter als ein schlechtes Nassfutter zu verfüttern. Eben unter der Voraussetzung, dass Hund es verträgt.



    Welche Leckerli sind qualitativ gut?

    Alles, bei dem die Zutatenliste nicht ellenlang ist :lol:

    Hier gibt's aktuell vorwiegend Sprotten, aber das ist nicht jedermanns Sache. Alternativ hab ich noch die Fresco Rütter Leckerlies da, diverse Trockenfleisch-Würfel, ab und an gibt's auch einfach Käsewürfel oder Saiten.


    Hundeschule mit freien Kapazitäten haben wir schon rausgesucht (3 verschiedene). Wann sollte man damit beginnen?

    Grundsätzlich würde ich jedem Hundeneuling, der sich einen Tierschutzhund anschaffen will, von Anfang an zur Trainerbegleitung raten. Aber ganz klar als Einzeltraining.

    Viele Trainer bieten auch schon Beratung vor dem Kauf, eine Einschätzung des angedachten Hundes etc. an. Da kann man direkt Kontakt knüpfen und hat jemanden an der Hand, der einen die ersten Tage und Wochen begleitet.


    So richtig Hundeschule in der Gruppe ist dann doch nochmal was anderes. Da kommts für mich darauf an, wo der Hund herkommt, was er kennt, kurz: wie groß der Umzugsstress für den individuellen Hund ist.

    Wenn ihr einen Hund aus dem deutschen Tierschutz nehmt, der das häusliche Leben, die deutsche Umgebung, Gassigehen an der Leine und vielleicht sogar den Besuch einer Hundeschule schon kennt, kann man das schon recht bald (+/- Woche 2) in Angriff nehmen.

    Ein Hund aus dem Ausland, der ggf. noch nie wirklich mit Menschen zusammengelebt hat, der sich gerade erst in Deutschland zurechtfindet und für den quasi alles komplett neu ist, dem würde ich erstmal ganz arg viel Zeit mit sowas lassen. Also da sprechen wir von Monaten. Bei Bedarf könnt ihr ja unabhängig davon recht bald Einzeltraining in Anspruch nehmen.

    Und dann gibt's halt noch ganz viele Hunde, die irgendwo dazwischen liegen und bei denen man dann individuell abschätzen muss, ab wann der Hund so Aktionen wie Hundeschule gut verpacken kann.

    Wenn man einem Hund die Möglichkeit nimmt, zu kontrollieren, ändert das nichts an seinem Bedürfnis, zu kontrollieren.

    Ihm die Möglichkeit zu geben, mal kontrollieren zu gehen (um dann zu merken, dass sich das Kontrollieren in dieser Situation überhaupt nicht lohnt, weil einfach nichts Spannendes passiert) ggf. schon.