Beiträge von Schäferterrier

    Hm jein, ein Teil davon kann durchaus der kontrollierenden Art von Aussies geschuldet sein. Aber einem kontrollierenden Hund Kontrollverhalten gänzlich abtrainieren zu wollen, wäre trotzdem nicht mein Weg. Denn letztendlich ist das einfach ein Wesenszug, den der Hund nun mal mitbringt und den du (genauso wie den Jagdtrieb bei jagdlich veranlagten Hunden) einfach nicht komplett aberziehen kannst.


    Ich weiß, dass Kontrollverhalten insbesondere auf Social Media oft als ganz arg schlimm dargestellt wird. Ich halte das (allerdings auch aus der Perspektive mit extrem kontrollierend veranlagtem Hund) erstmal für gar nicht so schlimm.


    Also klar kann das überhand nehmen und dann in ungute Bahnen abdriften, gar keine Frage. Und dann muss man als Mensch durchaus mal klar machen, dass gerade kein Anlass zur Kontrolle besteht, damit der Hund zur Ruhe kommt. Da kann ein einfaches Wegschicken (also egal wohin, Hauptsache weg von mir) schon Wunder bewirken.


    Aber irgendwo muss man einem kontrollierenden Hund doch auch ein gewisses Kontrollverhalten zugestehen - sonst braucht man sich meiner Meinung nach keinen Hund anschaffen, dessen gesamtes Wesen seit Generationen darauf ausgerichtet ist, dass er kontrollieren soll.


    Wichtig ist einfach, dass es sich die Waage hält. Euer Hund ist noch jung, der wird mit eurer Hilfe in den nächsten Monaten und Jahren schon lernen, wo es sich zu kontrollieren lohnt und wo nicht. Manches wird er da von allein kapieren, bei anderen Dingen muss man ihn vielleicht ein bisschen aktiver an die Hand nehmen.


    Aber bitte stelle an einen Aussie nicht dieselben Ansprüche wie z.B. an einen Retriever, Ridgeback oder Malteser. Ein Aussie wird immer etwas kontrollierender bleiben als die genannten Rassen. Mit dem Versuch, jegliches Kontrollverhalten zu unterbinden, wirst du nicht glücklich und das wird der Hund aufgrund seiner Genetik auch einfach nicht leisten können.


    Edit, weil das Wichtigste hab ich jetzt erst vergessen: Solange der Hund trotz seines Kontrollverhaltens gut zur Ruhe kommt und ihr sonst keine Probleme habt, sehe ich keinen Anlass, das zu unterbinden.

    Wenn du Sorge hast, dass er von allein zu wenig schläft, würde ich entweder am Tagesablauf oder an meinen eigenen Erwartungen an die Ruhezeiten vom Hund schrauben.


    Versteh mich nicht falsch, Ruhe ist super wichtig. Aber Ruhe kann man meiner (leidvollen) Erfahrung nach nicht erzwingen.

    Und in letzter Zeit erlebe ich für meinen Geschmack auch zu extreme Erwartungen, was das Thema angeht.


    Mein eigener Hund hat in dem Alter vielleicht 16 Stunden am Tag geruht. Also rumgelegen, rumgeguckt, mal kurz gedöst, zwischenrein den Liegeplatz gewechselt usw. Wirklich tief geschlafen hat der tagsüber nie. Und die Ruhephasen waren immer wieder von "mal gucken gehen, was Frauchen tut", "in der Küche um Futter betteln", "Socken aus dem Kleiderschrank reißen und durch die Bude werfen" usw. durchbrochen.


    Ich hatte anfangs ständig Sorge, dass das Hundchen viel zu wenig ruht. Vor allem weil er tagsüber eben nie tief geschlafen hat, sondern immer wieder aktiv war. Und weil ich da so Sorge drum hatte und Ruhe ja wichtig ist, habe ich damals auch versucht, ihn zur Ruhe zu zwingen.


    Spoiler: Je mehr ich versucht habe, künstlich Ruhe zu erzeugen, umso weniger Ruhe hat der Hund gefunden.

    Sobald ich ihn einfach habe machen lassen und darüber hinaus akzeptiert habe, dass ein Hund mit Wachhund-Genen nunmal dazu da ist, mit einem offenen Auge zu schlafen und schnell wieder "da" zu sein - und das nicht schlimm ist, weil er genauso schnell wieder ruhen kann - hat sich das Thema mehr oder weniger von selbst erledigt.


    Wichtig ist halt, dass das Ganze nicht kippt und er "drüber" ist. Dann kann man bis zu einem gewissen Grad natürlich mit "erzwungener" Ruhe gegensteuern bzw. dem Hund durch eine bewusste Eingrenzung helfen, wieder runterzufahren. Nur, das ist dann halt Symptom-Bekämpfung.


    Um an der Ursache für die Überdrehtheit anzusetzen, macht es Sinn, sich den Tagesablauf vom Hund anzuschauen. Meist stimmt da meiner Erfahrung nach was im Verhältnis von "Spiel, Spaß und freier Bewegung" und "Input fürs Köpfchen" nicht. In letzter Zeit erlebe ich vor allem, dass die Hunde zu wenig rennen, springen und einfach machen dürfen, aber gleichzeitig kopfmäßig zu viel leisten müssen (und wenn es nur ist, gezwungenermaßen Ruhe zu halten).


    Wenn der Hund weder über- noch unterfordert wird und genug Möglichkeiten hat, um einfach mal seinen Bedürfnissen nach Bewegung, Spiel, Spaß und Weltentdecken nachzukommen, braucht man einem Hund eigentlich nicht anderweitig helfen, zur Ruhe zu kommen. Auch sehr aktiven, reizoffenen Hunden nicht.

    Ich kann mir ehrlich gesagt null vorstellen wie man sowas aufbaut und würde mich gerne eben dazu nun informieren.

    Grundsätzlich kann man das mit allem aufbauen, was der Hund als positive Strafe empfindet. Im Prinzip nennst du ein Signalwort (z.B. "Lass es") und wenn Hund nicht aufhört (was er anfangs nicht tun wird, weil kennt er ja nicht), gibst du direkt eine positive Strafe rein. Sobald du entsprechendes Feedback vom Hund bekommst (Beschwichtigungssignale, zurücknehmen, Verhalten abstellen), nimmst du den Druck wieder raus.

    Die meisten Hunde verknüpfen dann recht schnell, dass es doof wird, wenn sie nach deinem Signalwort mit ihrem Verhalten weitermachen.


    Nur ist das, was ein Hund in einer bestimmten Situation als (ausreichende) positive Strafe empfindet, halt super individuell. Das geht von einem intensiven Blick in die Augen und sich minimal straffenden Schultern bis hin zu fliegenden Gegenständen oder einem beherzten Griff in den Nacken - mitunter auch bei ein und demselben Hund, je nach Reizlage.


    Daher würden mich auch „von allen“ die Erfahrungen und vielleicht Beispiele interessieren. Um eben auch dann zu schauen was bei meinem Hund villt funktionieren könnte.

    Die Gefahr, wenn man da ohne Erfahrung und kompetente Anleitung vor Ort selbst rumprobiert, ist, dass man die falsche Intensität für den jeweiligen Hund in der jeweiligen Situation erwischt.


    Das ist doof, wenn's zu wenig intensiv ist, weil der Hund dann nach und nach abstumpft und die Strafen immer heftiger ausfallen müssen.

    Und das ist so richtig, richtig doof, wenns zu intensiv ist und der Hund dann nachhaltig Angst vor bestimmten Situationen oder gar seinem Menschen bekommt.

    Oder wenn es zu einer Fehlverknüpfung kommt, weil man versehentlich im falschen Moment/in der falschen Umgebung/im falschen Zusammenhang gestraft hat.


    Einfach mal ausprobieren würde ich deshalb bei wenig Erfahrung in dem Gebiet tunlichst unterlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du da versehentlich was falsch machst und das dann so richtig nach hinten losgeht, ist einfach groß.


    Deshalb auch hierzu:

    Das klappt manchmal, aber nicht zuverlässig.

    Wenn es nicht zuverlässig klappt, würde ich davon (noch) die Finger lassen. Und mir ggf. von einem Trainer zeigen lassen, wie das zuverlässig klappt.

    Wenn man aversive Methoden anwendet, dann müssen die auch wirklich beim Hund ankommen und ein entsprechendes Feedback hervorrufen. Sonst schaukelt ihr euch wie weiter oben gesagt nur unnötig hoch und der Hund stumpft ab.


    Aber mal ganz abgesehen vom Thema Abbruch und Verbote: Wenn ich nochmal über deine Beiträger drüber lese, regt sich in mir auch der Verdacht, dass euer Hund einfach ein bisschen überfordert ist.

    Heute waren wir morgens zum Beispiel im Hundepark, plus Spaziergang. Danach kurzes Frühstück und ab in die Arbeit, hier sind dann 2 Arbeitskollegen die spannend sind und sich auch kurz mit ihm beschäftigen. Ich tainiere dann ein bisschen mit ihm wie "Decke", "Nein" "Bleib" etc um ihn auch noch ein bisschen zu fordern. Und dann kehrt Ruhe ein und er kommt nicht runter.

    Allein eine dieser Aktionen hätten meinem Hund mit 9 Monaten komplett das Hirn zerschossen. Das ist einfach ein Alter, in dem alles super schnell viel zu viel ist.

    Ich würde deshalb mal testweise etwas auf die Bremse treten. Kleine Spaziergänge, kein Hundepark, kein Extra-Training und den Kontakt zu den Kollegen aufs Nötigste begrenzen. Kann sein, dass er da erstmal für einige Tage auf die Barrikaden geht und es noch schlimmer wird, aber ich kann mir vorstellen, dass sich euer Problem mit deutlich mehr Ruhe und Langeweile im Alltag von selbst löst.

    Das üben wir mit Leckerlis die man ihm zeigt und die er nehmen darf bis man das Wort "Nein" gibt. Von der Hand und vor ihm hinlegen. Das funktioniert super. Wenn er dann im Raum zu etwas geht wo er nicht hinsoll und er auf nein sofort zu uns guckt anstelle von weiterem Nachgehen seiner Mission bekommt er sein Markerwort mit Leckerli und Lob.

    Als Abbruchsignal im Sinne von "Unterbrich das, was du tust, mal kurz" ist das ein super Aufbau. Kann man gut gebrauchen, um eigentlich erlaubtes Verhalten mal kurzzeitig abzustellen.


    Aber wenn dein Ziel ist, dass er gar nicht erst mit dem Verhalten anfängt, dann wäre das nicht mein Weg. Weil ein kluger Hund lernt schnell: Um ein Leckerli zu bekommen, muss er Frauchen irgendwie dazu bringen, "Nein" zu sagen. Und dann hast du ratzfatz einen Hund, der auf die Suche nach allem geht, wozu Frauchen ggf. "Nein" sagen könnte: Bellen, Möbel zerstören, Müll fressen, ins Unterholz sprinten usw.


    Kannst du ihm was verbieten, ohne dass du da vorher was konditionieren musst? Also ihm einfach "nur" über Blicke, Tonlage, Körpersprache etc. vermitteln, dass du das, was er da gerade veranstaltet, echt sch... findest?

    Wenn nicht, würde ich ganz unabhängig von eurem Problem mal da ansetzen.


    Konkret zum Bellen: Mein recht bellfreudiges Exemplar Hund hat sehr bald gelernt, dass forderndes Bellen prinzipiell ne doofe Idee ist. Egal ob drinnen oder draußen, ob aus Langeweile oder weil ihm irgendwas nicht schnell genug geht: Forderndes Bellen hatte hier immer sofort zur Folge, dass ich mich meinem Handy zugewandt habe.


    In der Phase, in der er ausprobiert hat, dann Möbel zu zerfressen oder ähnliches No-Go-Verhalten zu zeigen, gab's hier nen Anschiss, den der Hund auch als solchen verstanden hat. Da muss dann halt die Intensität passen.


    Die Alternative wäre sofortiges Anleinen gewesen, aber da ich keine Lust hatte, mit Herrn Hund über kurz oder lang Fange zu spielen (was drinnen ätzend, aber v.a. draußen katastrophal gewesen wäre, wenn sich da Mätzchen beim Anleinen eingeschlichen hätten), war mir oben genannte Alternative doch lieber.

    Sonnenblume31 In erster Linie muss dein Freund das hinkriegen. Er muss seinem Hund vermitteln, dass du in seinem Haus bzw. auf seinem Grundstück geduldet wirst. Und dafür muss er sich ggf. erstmal das Vertrauen des Hundes in seine Entscheidungen erarbeiten. Denn wie gesagt, mit Leckerlis ist so ein Typ Hund eher nicht zu überzeugen. Da muss man schon ganzheitlicher arbeiten.


    Dadurch, dass der Hund schon so lange bei deinem Freund lebt, wird sich da schon einiges eingeschliffen haben. Nun neue Strukturen zu etablieren wird sicher nicht einfach. Aber wenn dein Freund sich da mithilfe einer wirklich guten Fachperson ordentlich dahinter klemmt, kann sich da denke ich schon noch einiges tun.


    Aber ja, es birgt einfach Risiken.

    Meine Sorge wäre neben der Tatsache, dass der Hund das Baby direkt angehen könnte, eher, dass er versehentlich das Kind erwischt, wenn er dich angeht. Vor allem, wenn der Konflikt zwischen euch beiden weiter eskaliert.

    Oder, wenn er eh schon sein Bettchen verteidigt und demnach möglicherweise sehr auf seine Ressourcen bedacht ist, dass er dich irgendwann nicht mehr zu deinem Baby lassen will.

    Oder dass er, sobald das Baby ins Krabbelalter kommt, sein Bettchen oder einfach seine Individualdistanz schützen will, und dann das Kind verletzt.

    Von späterem Spielbesuch für das Kind oder Ähnlichem mal ganz zu schweigen...


    Ich will gar nicht schwarzmalen, aber euch muss bewusst sein: Ein Hund, der sehr schnell ins Aggressionsverhalten kippt, der neben einem starken Territorialverhalten eventuell auch seine Ressourcen und/oder seine Individualdistanz deutlich verteidigt, ist gerade in Kombination mit Kleinkind eine echte Hausnummer. Ganz rauskriegen werdet ihr das eher nicht, also müsst ihr das in den nächsten Jahren im Zweifelsfall irgendwie durch dauerhafte Beaufsichtigung, sehr gutes Management und bombensichere Trennung regeln können und wollen.

    Ob ihr dazu bereit seid, müsst ihr entscheiden.

    Bei Shiba Inu und Schäfer ist sie sich ziemlich sicher und Corgie eher weil die Beine nicht ganz zum restlichen Körper passen.

    Aus jahrelanger Erfahrung mit dem Auslandstierschutz: Die allermeisten Auslands-Mixe sind über Generationen hinweg so dermaßen durchgemischt, dass die enthaltenen Rassen nicht mehr durch optische Merkmale zurückverfolgbar sind.


    Ich kenne einen Hund, der optisch 1:1 aussieht wie ein Dackel. Ich hätte ohne zu zögern allein aufgrund der Optik 500€ darauf gewettet, dass das ein reinrassiger Dackel ist. Tja, laut 2 (!) Gentests ist da alles von Malteser über Schäferhund bis Pyrenäenberghund, aber definitiv kein Dackel drin. Verhalten tut sich das Kerlchen übrigens wie ein astreiner HSH :lol:


    Allein aufgrund der Optik auf bestimmte Rasseanteile zu schließen - und das den Halten so zu kommunizieren - halte ich wirklich für mehr als unseriös. Das birgt einfach die große Gefahr, dass Verhalten komplett falsch gedeutet und dann auch falsch bearbeitet wird.


    ich dachte mir auch wenn der Hund mich „mag“ und merkt dass das Futter großteils nur von mir kommt, würde er mich nicht mehr anfliegen

    Ganz grundsätzlich: Dass ein Hund dich mit Futter assoziiert, hat nichts mit einer guten Bindung zu tun.

    Bindung entwickelt sich über die Zeit, durch gemeinsame Erlebnisse, eine positive Interaktion, aber auch durch Regeln und Grenzen.

    Aus der Hand füttern (oder überhaupt einfach nur fleißig Leckerli werfen) erzeugt also noch lange keine gute Bindung. Im Gegenteil: Manch ein Hund nimmt dich erst nicht ernst, wenn du dich zu doll um seine Gunst bemühst.


    Versteh mich nicht falsch, es gibt Hundetypen, die lassen sich je nach Thema tatsächlich ganz gut mit Futter bestechen. Bei vielen andere Hundetypen funktioniert das aber nicht.


    Gerade Hunde, die ernsthaftes Wach- bzw. Territorialverhalten zeigen, sind in ihrem "Job" (also das Grundstück von Eindringlingen fernzuhalten) meist unbestechlich. Denen kannst du noch so viele Leckerlis reinschieben, interessiert sie nicht. Oder sie nehmen es und finden dich danach immer noch genauso sch...


    Sieh es mal so: Niemand in Rumänien braucht einen Wachhund, der den Einbrecher schwanzwedelnd empfängt, nur weil der ihm ne Wurst mitbringt. So ein Hund wäre für die Zwecke dort schlicht unbrauchbar.


    Das heißt nicht, dass man diese Hunde nicht kontrollieren kann, aber das ist dann nicht die Aufgabe vom "Einbrecher" (also dir), sondern von der Person, auf dessen Einschätzung der Hund vertraut.

    Wenn, dann muss da also dein Freund ran. Und das im besten Fall mit wirklich kompetenter Trainer-Begleitung.


    Erfreut ist sie NIE wenn Besuch kommt aber so arg wie bei mir war es bis jetzt noch bei niemandem.

    Ich vermute, du bist der Postbote in eurer Beziehung. :verzweifelt:

    Hunde reagieren meist besonders stinkig auf Postboten, weil die trotz mehrfacher Warnungen des Hundes (durch Bellen etc.) immer wieder kommen. Ein Hund versteht ja nicht, dass das nunmal der Job des Postboten ist - für den ist der Postbote einfach ein unbelehrbarer Vollidiot, der einfach nicht verstehen will, dass er unerwünscht ist. Und dann platzt dem Hund eben zunehmend der Kragen.


    Ich befürchte, dass du da in eine ähnliche Spirale gerutscht bist. Du bist zu Besuch, der Hund gibt dir immer wieder zu verstehen, dass du im Haus aus seiner Sicht nichts verloren hast und du kommst halt trotzdem immer wieder. Da staut sich dann nach und nach Frust auf.


    Waren erst beim Tierarzt, mit Blutbild, Zahnreinigung usw. Hund ist kerngesund.

    Wurde geröntgt? Wurden Schmerzen ausgeschlossen? Wurden die Augen und Ohren untersucht?

    Ich frage, weil Hunde Unwohlsein und Schmerzen wahnsinnig gut verstecken können. Der jährliche Check-up ist ausreichend, wenn keine Indikation für umfassendere Untersuchungen besteht. Bei Verhaltensauffälligkeiten würde ich immer dazu raten, nochmal genauer zu untersuchen.


    Bei ihr darf der Hund leider alles und ist für sie wie ein Baby, deswegen hab ich ein bisschen Angst, das unsere ganze Arbeit umsonst ist :zany_face:

    Da würde ich mir nicht so nen Kopf machen. Hunde können in der Regel sehr gut differenzieren, bei welchem Mensch und in welcher Umgebung welche Regeln gelten.

    Aus der Hand füttern war das erste das und die Trainerin empfohlen hat, um eine Bindung aufzubauen.

    Das ist Mist und zeugt leider nicht wirklich von der Kompetenz der engagierten Trainerin. Zum einen funktioniert Bindung so überhaupt nicht, zum anderen sehe ich auch nicht, wie eure Probleme allein durch irgendeine ominöse Bindungsarbeit behoben werden könnten.

    Meiner Erfahrung nach wird oft dann von "Bindung" geschwafelt, wenn der Trainer sonst nicht mehr weiter weiß.


    Ich würde euch deshalb raten, einen wirklich kompetenten Trainer hinzuzuziehen. Vielleicht hat hier jemand einen Tipp?


    Darüber hinaus schadet es - falls nicht schon gemacht - sicher nicht, den Hund mal gründlich medizinisch durchgechecken zu lassen.


    Und einen Maulkorb anschaffen, damit du dich sicher im Haus bewegen kannst.

    Ich würde vermuten, dass sie dich z.B. durch das Geräusch deiner Schritte oder deiner Stimme ungefähr orten kann. Möglicherweise auch durch den Geruch.


    Wenn ein liebestoller Rüde eine läufige Hündin über mehrere Kilometer hinweg orten kann, warum sollte das beim eigenen Mensch über eine deutlich geringere Distanz auch nicht funktionieren?

    DSH sind was an der Leine ziehen angeht recht stumpf und gehen da drüber weg, was ja auch absolut erwünscht ist.

    Ich habe bislang nur einen DSH an der Leine gehabt, da hat die Arbeit über Orientierung wunderbar funktioniert. Dessen Problem war aber auch wirklich, die Orientierung zu halten (bzw. sich von der Umwelt zu lösen) und nicht, dass er nicht wüsste, was Leinenführigkeit ist und/oder da einfach gerade kein Bock drauf gehabt hätte.


    Kann aber natürlich absolut sein, dass der durchschnittliche DSH da ganz anders aufgestellt ist. Was die Rasse angeht, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich mehr Ahnung und Erfahrung als ich. Da würde ich an kaob4 s Stelle doch lieber dir als mir vertrauen :lol:

    Wobei der Beitrag ja eh schon etwas älter ist. Ich weiß nicht, ob das überhaupt noch Thema ist ...

    Ich finde den Ansatz tatsächlich sehr interessant. Würde es aber in dem Fall „Stalking“ nicht eher hervorrufen oder begünstigen? Weil der Hund ja dauerhaft beobachten muss, in der Angst „was zu verpassen“?

    Meinst du "Stalking" im Sinne eines übertriebenen Fokus auf den Halter?


    Bei einem Hund, der sich bislang null selbstständig am Halter orientiert, weil er eben gar keine Befürchtung hat, was zu verpassen, erstmal nicht, nein.


    Bei manchen Hunden (meinem eingeschlossen) muss man langfristig natürlich aufpassen, dass das nicht kippt. Aber das ist bei solchen Hundetypen, wenn ich z.B. jedes Mal ein Leckerli reinschiebe, auch nicht anders. Meine Erfahrung ist sogar eher, dass die nonverbale Kommunikation eine weit weniger starke Erwartungshaltung hervorruft als ständig mit Leckerlis zu belohnen. Bei Ersterem guckt mein Hund halt immer wieder mal, ob ich ihm was zu sagen habe, bei letzterem klebt er mir nach ein paar Mal im schönsten Fuß am Bein. Einfach weil die Motivation ne ganz andere Hausnummer ist.


    Erstmal muss der Hund ja überhaupt eine Idee davon bekommen, dass selbstständige Orientierung am Halter ne super sinnvolle Sache ist.

    Dass das dann irgendwann kippt, kann man vermeiden, indem man in die Interaktion geht, wo man sie auch haben will - und eben nicht auf die Interaktion eingeht, wo man sie nicht haben will.


    Als Beispiel:

    Ist mein Hund im Freilauf, guckt er immer mal wieder zu mir und "fragt", ob ich was mitzuteilen habe.

    Bei Weggabelungen find ich das z.B. super, weil da soll er sich ja orientieren, anstatt einfach in die Richtung zu latschen, die ihm gerade passt - also gebe ich ihm da auch Rückmeldung.

    Wenn da aber nichts ist, bei dem ich selbstständige Orientierung will, und er trotzdem guckt (Stichwort übertriebener Fokus), dann passiert für ihn auch nichts. Keine Rückmeldung, keine Interaktion meinerseits.

    So lernt er sehr schnell, dass es bei bestimmten Bedingungen (z.B. Weggabelungen, Wild, Menschen, Hunde) sinnvoll ist, sich selbstständig zu mir zu orientieren, weil er da durchaus was verpassen könnte, und bei anderen halt unnötig, weil von mir eh nichts kommt. Wichtig ist halt die Konstanz in meinen Reaktionen.