Beiträge von 15027

    Das Thema Freigang vs. Wohnungshaltung ist so alt wie die Menschheit. Dahinter steht letztlich die Frage, was ein schönes Leben ist: ein ggf. deutlich verkürztes Leben in "Freiheit" oder ein langes, meist gesünderes Leben in der Wohnung (mit artgerechter Bespaßung!). Es erleidet in D leider circa jede dritte Katze einen Autounfall, bei dem sie entweder sofort verstirbt oder an den Folgen dessen eingeschläfert werden muss.


    Ich bin im Katzenschutz sehr aktiv, meine Mutter hat eine Pflegestelle und ich helfe ihr dabei. Da stößt man auf Katzen, die definitiv wieder in den Freigang müssen: die sitzen viel am Fenstern, tigern herum, sind unzufrieden, können/möchten nicht spielen und so Jagdtrieb ausleben etc. Da ist das total klar, wohin sie vermittelt werden.

    Es gibt aber auch Katzen, die – aus unserer Perspektive – gar nicht mehr in den (ungesicherten) Freigang sollten, da sie bspw. Behinderungen haben oder traumatisiert sind.

    Und dann gibt es auch viele, wo es offen ist. Und wenn Freigang geplant ist, schauen wir halt, dass es nicht gerade am Zubringer zur Autobahn liegt (und auch, wie die Katze so drauf ist). In Berlin würde meine Mutter nirgendwo eine Katze in den Freigang lassen. In Potsdam kommt es drauf an.


    Ich habe vor zehn Jahren einen Kater als Kitten auf der Straße gefunden, der bei meiner Mutter lebt. Sein Gesundheitszustand ist deutlich bestimmt davon, dass er seit acht jahren im Freigang ist und sich zum Haudegen entwickelt hat. Durch Gräseallergie und Cortisonnahme ist er aufgeschwemmt und kommt mit den Katerkämpfen nicht mehr so gut zurecht; nun hatte er einen Sturz – Brustbein ist gebrochen. Wäre er in Wohnungshaltung verblieben, wäre sein Gesundheitszustand sehr viel besser! Nur mal als Beispiel.


    Ich habe dazu keine gefestigte Meinung. Lange habe ich gesagt, dass meine Katzen niemals in den Freigang gehen, bis ich ein Exemplar bekommen habe, bei der ich weiß, dass sie a) sehr viel besser ausgelastet wäre, der ich das b) zutraue und c) sie auf ihren Namen hört und auf mich sehr bezogen ist. Leider wohne ich halt in Berlin, Innenstadt, und kann das auch nicht so einfach ändern.

    Hm, also so zerstörerische Handlungen und wenn es dann noch andauernd ist, da würde ich schon mal raufgucken. Und man kann auch Katzen ein Stück weit erziehen. Meine Katzen zerfetzen zB. keine Pappe (mehr!) und klauen auch kein Essen (wobei ich das jetzt auch nicht ewig unbeobachtet stehen lassen würde).

    Kommt ja auch drauf an, inwiefern es die Katze tatsächlich stresst und wie es ihr geht.

    Ja, Freigang ist natürlicherweise häufig eine Lösung für auffälliges Verhalten. Einfach, weil die dann k.o. sind, wenn sie wiederkommen und das Haus/Wohnung vorwiegend zum Schlafen nutzen. Das ist ja, wie karow sagt, aber nicht immer möglich. Insofern geht nur mehr Auslastung (verschiedene Spiele) bzw. schauen, was er braucht und ihm das geben, wenn irgendwie möglich. Wenn er tatsächlich einfach Ressource Mensch will und Schlafzimmer nicht geht, dann reicht es ggf. auch, wenn man ihm gezielt & getrennt von den anderen ein bisschen Exklusivzeit widmet oder ihn bspw. eher mal mit ins Arbeitszimmer nimmt.

    Okay. Klingt für mich ehrlich gesagt so, wie du es ja auch einschätzt, dass er einfach menschliche Nähe will. Vielleicht ist er so sozialisiert und braucht das eben. Wäre es möglich, nur ihn morgens ins Schlafzimmer zu holen?


    Wegen der Schilddrüse: meine Älteste hat schon immer recht häufig erbrochen, also so 3-4x/Woche. Im Alte ist sie jetzt anhänglicher geworden und fordert das mit Schreien ein. Dachte ich. Sie hat aber eine Schilddrüsenüberfunktion dagnostiziert bekommen und seitdem sie eingestellt ist, kotzt sie deutlich weniger (1-2x/Woche) und schreit kaum noch, ist insg. wieder entspannter und kommt halt einfach ohne laute Einforderung auf meinen Schoß.

    Ich würde es vielleicht einfach mal abklären.

    Kann er sich gut orientieren oder schreit er, wenn er wacht wird, tatsächlich sofort? Ist er weiß/ hat viel weiß? Schreien kann symptomatisch für schlechtes Hören/ Taubheit sein.

    Wurde mal ein Blutbild gemacht, wie sehen die Blutwerte aus? Speziell Schilddrüse?


    Spielt er mit euch, wenn ihr ihn von den anderen Katzen separiert und ihm die volle Aufmerksamkeit widmet? Das würde ich mal versuchen, jeden Abend vorm Schlafen, und dann am besten auch noch ein Fummelbrett hin.


    Wenn ihr dem Schreien nachgebt und ihn ins Schlafzimmer lasst oder ins Arbeitszimmer, was macht er dann? Kuscheln, Schmusen, Raum kontrollieren?

    @Yelly Danke für Deinen Beitrag inkl. Spoiler ;) Ich denke auch, dass Vorwarnungen besser sind, als das zu larifari zu sehen. Ich dachte nur eben, dass es vielleicht sinnvoll ist, die Erfahrungen zusammen zu tragen, um sich ein Bild machen zu können.


    Und: ich finde das auch so schwer einschätzbar in dem Bereich, was "anstrengend" oder "problematisch" ist und was nicht. Ich stecke sehr tief im Tierschutz drin und da werden Sachen oft auch von außen total problematisiert und als "anstrengend" o.ä. bezeichnet, die für mich totale Normalität sind. Katzenzusammenführungen mit Gittertür bspw.

    Ich hab mittlerweile viel gelesen und zur Kenntnis genommen, dass Direktimporte oft hochgezogene Augenbrauen bis hin zu heftigen Kopfschmerzen auszulösen scheinen. Deswegen dachte ich, vielleicht könnten wir Erfahrungen zusammentragen?

    Egal ob als Endstelle, Pflegestelle oder PSV:

    Woher kam der Hund, wie wurde er vorher beschrieben, inwiefern entsprach das dann der Realität? Was waren eure Sorgen und Bedenken vorher? Was waren die vorherrschenden Probleme und wie gut waren diese händelbar?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte.

    Ich finde die langhaarigen Vorsteher, teils auch die (moderaten) Spaniels oder die Flat Coated Retriever, sehr schön, gerade wenn sie, wie Argos, nicht zu sehr aufplüschen.

    Da gehe ich total mit.

    Aber wirklich anspringen tue ich ausschließlich auf schwarze Hunde. (Gerne mit minimal andersfarbigen Details, egal ob in Richtung beige-braun oder weiß; und ich liebe ergraute Schnuten.)

    Interessanterweise geht mir das Artenübegreifend so. Bei Katzen und Pferden und Ziegen finde ich auch die schwarzen Tiere am schönsten.