Beiträge von Amica93

    Danke für eure Mutmach-Geschichten. Das gibt mir Hoffnung, dass vielleicht doch alles nicht so dramatisch ist...


    Wie haben eure Hunde denn die Untrsuchungen mitgemacht? Da hab ich bei Rico auch ein bisschen Bammel, da er inzwischen echt große Angst beim Tierarzt hat und ja zeitweise (bedingt durch SDU und Zahnschmerzen) auch aggressiv war. Bisher ist er beim Tierarzt zwar immer ein Häufchen Elend, aber lammfromm. Allerdings hatte er auch noch nie so lange dauernde Untersuchungen... Ich habe Gabapentin mitbekommen, um seine Angst etwas abzufangen, ich hoffe, das hilft.

    Hallo zusammen,


    vielleicht hat ja der eine oder die andere ein paar aufmunternde Worte oder Mutmach-Geschichten für mich. Letzte Woche wurde bei meinem Rico (Kooikerhondje, 9 Jahre) bei einer Routineuntersuchung ein Herzgeräusch festgestellt. Das hat mich total kalt erwischt! 😢 So merke ich ihm nichts an. Ich finde zwar, dass er etwas mehr hechelt und trinkt als sonst, aber das war schon immer so, wenn wir die ersten warmen Tage des Jahres hatten. Er muss sich erst dran gewöhnen und dann ist er den Sommer über super zufrieden (und auch gar nicht besonders hitzeempfindlich). Von daher würde ich sagen, dass er momentan noch symptomlos ist; er ist auch auf Spaziergängen unverändert munter und läuft vorneweg...


    Am 16.04. ist die weiterführende Diagnostik und ich hoffe so sehr auf eine (den Umständen entsprechend) "gute" Diagnose...


    Mich nimmt diese Sache momentan ein wenig mit. 😔 Da wir ein zwei Monate altes Baby zuhause haben, das gestillt wird, bin ich aktuell sehr eingespannt und kann Rico dadurch im Moment nicht so intensiv gerecht werden, wie vorher bzw. wie ich gerne würde. Und jetzt ist da dieses Herzgeräusch und ich habe Angst, dass er womöglich nicht mehr so lange da sein wird, wie ich immer geglaubt bzw. gehofft habe... Ich versuche, mich nicht verrückt zu machen und erst mal die Diagnostik abzuwarten. An manchen Tagen klappt das ganz gut, an anderen weniger....


    Ich wollte mir das einfach mal hier von der Seele schreiben. Danke fürs Lesen!


    Liebe Grüße,

    Amica

    Was mir noch einfällt:

    Ich hab mal von einem Experiment gehört, bei dem herauskam, dass der Großteil der Hunde die Mimik von Frauen deutlich besser lesen kann als die von Männern. Vermutet wird, dass in den meisten Züchterhaushalten und auch Tierheimen/Pflegestellen sich vor allem Frauen um die Hunde kümmern. Somit wird die Körpersprache von Frauen oftmals intensiver verinnerlicht als die von Männern. Dadurch haben Frauen bei vielen Hunden einen "Bonus", was Vertrauen angeht. Vielleicht tröstet dich das etwas - höchstwahrscheinlich kannst du überhaupt nichts dafür, dass dein Hund dich (noch) meidet.


    Ich würde ihn erst mal überhaupt nicht bedrängen. Heißt, möglichst alle Situationen vermeiden, in der der Hund meint, vor dir weglaufen zu müssen. Einen Bogen ums Körbchen machen, wenn der Hund darin liegt, Geschirr möglichst von deiner Frau anziehen lassen usw. Sodass der Hund merkt: Dieser Mensch bedroht mich nicht und bringt mich nicht in angsteinflößende Situationen, der lässt mich einfach in Ruhe.

    Dann würde ich, immer mal wieder, wenn der Hund gerade nicht hinsieht, etwas super Leckeres auf den Boden legen (Wurst, Käse, Nassfutter; irgendwas ganz Besonderes) und dann den Hund darauf aufmerksam machen: "Na sowas, *Hundename*, das gibt's ja nicht, was liegt hier denn Tolles!? Möchtest du das haben?" Dabei nicht zu laut sprechen und auf eine ganz unbedrohliche Körperhaltung achten (hinhocken, seitlich zum Hund). Am Anfang kann deine Frau vielleicht helfen und mit dem Hund zusammen zu dir und dem Superleckerchen gehen und ihn ermuntern, es zu fressen. Der Hund darf es ganz in Ruhe genießen und wird dabei maximal(!) mit ganz leiser, ruhiger Stimme gelobt. Mit der Zeit wirst du der tolle Typ, der zufällig immer die besten Leckereien findet und so lieb ist, sie dem Hund zu schenken.😉


    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Amica

    Wir üben das auch gerade. Kennt dein Hund den Clicker bzw. Markertraining?

    Ich trainiere auch, dass der Hund hinter dem Kinderwagen bleibt. Dazu clickere bzw. markere ich immer, wenn er sich von sich aus (also ohne Kommando oder so) hinter dem Kinderwagen aufhält. Das Leckerchen fliegt dann auch tendenziell eher nach hinten, sodass er lernt, dass es sich lohnt, eher hinten zu bleiben.

    Ist am Anfang einfacher, wenn man zu zweit unterwegs ist.

    Es freut mich sehr für dich, dass dein Partner diese - aus meiner Sicht - vernünftigste Entscheidung getroffen und sich damit auch ganz klar für dich und euer Kind entschieden hat.


    Ich habe ja meine eigenen Erfahrungen bereits geschildert: Mir fiel dieser "Abschied" am Anfang auch sehr, sehr schwer und ich habe wirklich getrauert. Aber mit der Zeit habe ich mich an die neue Situation gewöhnt und habe inzwischen wirklich meinen Frieden mit der Situation, aufgrund der Überzeugung, dass es die (einzig) richtige Entscheidung war. Ich wünsche dir und vor allem auch deinem Partner, dass er das ebenso empfindet, nachdem er Zeit hatte, die Veränderung zu verarbeiten.


    Alles Gute für euch! 🍀

    wenn es darum ginge, den Hund GANZ wegzugeben.

    Dann mal eine andere Perspektive. Das hier etwas passieren muss, keine Frage.

    Aber wie schwer das fällt und wie die Lösung ausschaut ist eben individuell.


    Mir persönlich würde, zum Nachbarn geben und wenn es die eigene Mutter ist viel schwerer fallen als ganz weg. Aus den Augen, aus dem Sinn ist für mich leichter. Als immer um mich herum, aber doch nie bei mir. Keinen Abschluss finden.

    Hm, okay, so habe ich das noch nicht betrachtet. Ehrlich gesagt eine Sichtweise, die ich persönlich nicht nachempfinden kann, da er ja den Hund nicht nur weiterhin (passiv) sehen würde, sondern auch weiterhin täglich interagieren könnte (Spaziergänge, Spiele, Kuscheleinheiten usw.). Aber ja, anderer Mensch, andere Empfindungen; kann natürlich sein, dass er da völlig anders tickt als ich. Danke für diese neue Perspektive.

    Man darf auch nicht vergessen, dass kann auch ganz schnell zu einem dauerhaften Beziehungsproblem werden. Für beide Seiten. Das ist eine wirklich verzwickte Lage.

    Natürlich, und den Gedanken hatte ich auch schon, als die TE schrieb, ihr Freund würde ihr eine Abgabe des Hundes wohl langfristig im Streit immer vorhalten. Das wäre natürlich auf Dauer Gift für die Beziehung - die Abgabe müsste schon aus eigener Einsicht seitens des Partners erfolgen.

    Aber genauso könnte ja auch der TE bei jeder blöden Situation mit dem Hund der Gedanke durch den Kopf schießen: "Weil ihm der Hund das Wichtigste ist, muss ich / mein Kind das hier jetzt aushalten!" Würde die Beziehung genauso belasten...

    Ich gebe dir recht, es ist wirklich verzwickt - für beide Seiten. Welche Vorgehensweise die Beziehung am meisten schonen oder aber belasten würde, wird nur die TE selbst einschätzen können.


    Und ich glaube auch, das da durchaus von seiner Seite der Gedanke, der Hund ist 9 Jahre alt, sie wird nicht mehr ewig leben. Es ist noch gut ein halbes Jahr bis zur Geburt. Baby und Hund trennen ist kein Problem. Bis das Kind sich frei bewegt und Türen öffnen kann dauert. Besuch noch länger, ob der Hund bis dahin noch da ist, fraglich.

    Denke da ist ein viel geringerer Leidensdruck da als bei ihr. Und wahrscheinlich ist das Damoklesschwert Abgabe schwerwiegender als der jetzige Zustand.

    Kann man natürlich so sehen. Ich würde es eher so einschätzen, dass die allerersten Jahre mit Kind & Hund die gefährlichsten sind. Ältere Kinder bewegen und verhalten sich für einen Hund berechenbarer als ganz kleine. Ältere Kinder sind schon so verständig, dass sie Verhaltensregeln bezüglich des Hundes verstehen und umsetzen können. Ältere Kinder wirken auf einen Hund mit Beschützerinstinkt evtl. nicht mehr so schutzbedürftig, dass sie vor allen möglichen Leuten verteidigt werden müssen...

    Es scheint definitiv so zu sein, dass der Leidensdruck des Hundebesitzers viel geringer ist als der der TE bzw. dass er eben die Abgabe als den größeren Leidensdruck empfindet. Trotzdem finde ich es heftig, dass er ihre Ängste so wenig ernst zu nehmen und sich so auf stur zu stellen scheint. Denn dass die Situation eine potentielle Gefahr für die Beziehung ist, müsste ihm doch irgendwie auch klar sein....

    Ja er hat sich eben geschworen das dieser Hund auf Lebenszeit bei ihm sein wird und Penny jetzt abzugeben ist für ihn eine schwere Niederlage. Er hat mir auch versichert das er sich danach niemals wieder einen Hund nehmen wird. Ich glaube auch das er schon begriffen hat, das Penny bei der Schwiegermutter ein ruhigeres Leben hätte, aber er will es sich einfach nicht eingestehen.

    Dabei sehe ich es auch so, das genau weil er so auf das Wohl des Hundes bedacht ist, ihn lieber in ein ruhiges, bekanntes zu Hause umzusiedeln. Eben auch für das Wohl des Hundes.

    Ich kann deinen Freund durchaus ein Stück weit verstehen. Ich hatte meinen Hund auch lange vor meinem Partner und mir wäre nie, nie, NIE in den Sinn gekommen, ihn irgendwann mal für einen Mann (oder für sonst irgendetwas) wegzugeben. Nun war bei uns auch die Situation anders, weil mein Hund zuerst völlig problemlos mit meinem Mann und mir zusammengewohnt hat und dann ganz plötzlich (für uns wirklich aus heiterem Himmel) ihn gebissen - also auch wirklich verletzt - hat. Mir hat der Gedanke, meinen Hund wegzugeben, auch wirklich das Herz zerrissen. Wirklich. Ich hatte regelrecht depressive Stimmungen im dieser Zeit und ich schätze, hätte ich ihn "ganz" weggeben müssen, hätte ich wohl eine Therapie gebraucht, so schlimm war das für mich.


    Also ich verstehe auch die Seite deines Partners - zumindest ein Stück weit. Aber, so hart es klingt, am Ende ist es die Entscheidung, wer wichtiger ist: du und euer gemeinsames Kind, oder der Hund.

    Ich könnte das Hadern, das Vor-sich-Herschieben, das Sich-einen-Wolf-Trainieren usw. ein Stück weit verstehen, wenn es darum ginge, den Hund GANZ wegzugeben. Weil man eben den geliebten Hund nicht vorschnell aufgeben möchte. Aber ihn zur benachbarten Mutter zu geben, um Gefahr von seiner eigenen, ebenfalls geliebten Partnerin und seinem Kind abzuwenden, dass muss doch drin sein! Zumal Penny ja jederzeit in euren Haushalt zurückkehren könnte, sollten sich die Probleme mithilfe eines kompetenten Trainers lösen lassen.

    Eine Abgabe ist in dem Fall eine angebrachte Vorsichtsmaßnahme, der Hund kann durch sein gezeigtes Verhalten einfach ein Risiko für ein Neugeborenes sein. Unfälle passieren so schnell, ich würde mir endlose Vorwürfe machen, wenn mein Kind zu Schaden kommt, weil ich nicht Klartext reden konnte oder eine Entscheidung gescheut habe. Dein Bauchgefühl ist mMn völlig korrekt und deine Bedenken absolut gerechtfertigt.

    Und ich möchte noch mal betonen, dass die Abgabe zur Schwiegermutter (sofern diese dazu bereit ist) eine absolute Luxus- und Glückssituation wäre, da der Hund ja eben nicht komplett aus dem Leben deines Freundes verschwindet! Wie viele Hundehalter mit solchen Problemen haben diese Möglichkeit nicht, sondern müssen ihren Hund "ganz" (sprich an Fremde, ohne späteren regelmäßigen Kontakt) abgeben - DAS wäre ein großes (aber eben dennoch ggf. notwendiges!) Opfer! Was dein Freund verkraften müsste, wäre ja lediglich eine "Abgabe light"...