Hier einmal eine Meinung von jemandem, der mit einem Hund aufgewachsen ist ab dem 13. Lebensjahr (ja, Mama hat sich gut gekümmert und ihn erzogen, hab ich nur nicht mitbekommen, wie viel Arbeit das ist…) und sich im vergangenen Spätsommer selbst als kinderlose, verheiratete Person einen Welpen zugelegt hat:
Es hat mir den Nerv geraubt die ersten 6-8 Wochen, gerade bis zum Zahnwechsel! Er hat trotz Management einiges kaputt gemacht, er hat (weil er ein Baby war) unsere ganze Aufmerksamkeit gefordert, wir haben doch das eine oder andere Konzert sausen lassen, weil wir ihn - trotz Leben in der Großstadt, in der es sowohl Betreuungsmöglichkeiten, aber auch kurze Wege zu den Konzertlocations gibt - nicht allein lassen wollten und konnten. Dann haben wir auch noch echt Pech gehabt mit Krankheiten, die unsere Maus mitgenommen hat. Wir sind schon bei weit über 3.000€ TA-Rechnungen, das ist aber finanziell okay, weil die KV mindestens 90% übernommen hat.
Langsam wird es besser: Nach 5 Monaten bei uns zuhause spielt sich alles ein, wir schlafen alle zusammen durch, er kann auch mal allein bleiben (noch nicht so lange, 2-3 Stunden) und es läuft.
Er kommt mit in die City und in Restaurants, fährt Bus und U-Bahn, das haben wir von vornherein trainiert. Aber es liegt auch an ihm und seinem Wesen - er ist super stressresistent und einfach gern dabei. Aber zu 100% weiß man sowas ja auch vorher nie.
Jetzt stehen auch hier die ersten Urlaubsplanungen an:
Dänemark oder Küste im Norden Deutschlands mit Hund?
Eine einwöchige Flugreise im Herbst?
Herbst ist noch weit weg, da denken wir jetzt „Ja, das kriegen wir hin, bis dahin haben wir eine Betreuung für ihn, der wir vertrauen und für die wir auch gern ordentlich bezahlen!“ Ist das so? Ich weiß es noch nicht…
In meiner Naivität hätte ich mir das aber alles einfacher und anders vorgestellt, als es jetzt ist, da bin ich ehrlich.
Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Hund eine so große Bereicherung ist, dass es von Woche zu Woche schöner wird, er so viel lernt, so viel toll mitmacht und einfach so sanft und lieb ist.
Aber wir haben für die nächsten 15 Jahre ein Teil Freiheit aufgegeben, haben uns dazu entschlossen, die Bedürfnisse des Hundes zu achten und uns zu einem großen Teil anzupassen und das Ganze auch finanziell zu stemmen und einzuplanen.
Wir wollten beide einen Hund, aber der Hund ist meiner, wie sich schnell rauskristallisiert hat. Mein Mann macht das auch immer besser mit ihm, aber er fühlt sich mehr eingeschränkt als ich.
Ich habe keine Ahnung, wie es ist, wenn man Kinder hat, für die man auch immer mitdenken muss, aber wenn mein Partner nicht ebenfalls gern einen Hund (oder gar Welpen) möchte, dann würde ich es - wie du es auch schon tust - noch einmal hinterfragen und wirklich die guten Ratschläge hier, insbesondere Hundebetreuung etc. probieren.