Beiträge von Diana M.

    Mir ist der Umgang mit Hunden, wie er hier im Forum empfohlen wird, einfach fremd.
    Ich selbst habe seit 35 Jahren mit Hunden zu tun, damals habe ich täglich über zwei Jahre lang zwei große Hunde ausgeführt. Wohnungshunde in der Stadt, der Besitzer ging morgens, mittags und abends mit denen ausgiebig raus, ich kam am Nachmittag und hatte Order, mindestens eine Stunde mit den beiden zu laufen, gerne auch länger.
    Ein paar Jahre später zog ich mit meinem Mann auf unseren Hof und seitdem leben immer zwei bis drei Hunde bei uns.
    Wir sind viel draußen, die Hunde auch.
    Hier war jahrelange Baustelle und auch sonst viel los durch ein Gewerbe auf dem Hof.
    Wir hatten zwei Kinder, die Besuch bekamen, Kundenverkehr, viele Tiere.
    Die Hunde immer dabei oder in der Nähe.
    Die Hunde wurden mitgenommen ins Restaurant oder auf Veranstaltungen wie Turniere.
    Da war keiner überfordert oder reizüberflutet, egal, was passiert ist.
    Und da waren Schäferhunde aus Leistungszucht und ein Jack Russell dabei, also keine Schlafmützen von Hause aus.
    Deshalb, sorry, aus dieser langen Erfahrung heraus, verstehe ich hier oft nicht, was für ein Theater um Überforderung gemacht wird.


    Btw. keiner meiner Hunde springt auf nur weil sich irgendwo was bewegt. Die machen die Augen auf, heben den Kopf und checken erstmal, ob Aktion von ihnen angebracht oder ob es Energieverschwendung ist. Und nu?

    Ok, wir haben ein großes Grundstück, wenn die Hunde irgendwo liegen, können sie nicht alles übersehen, dann wird mal eben durchgestartet und am anderen Ende des Grundstücks ein Vorbeikommender angebellt oder ein Stück begleitet.

    Und wenn dieser Hund von den 2 Stunden überreizt und überdreht ist, und deshalb die Trainerin zu weniger Programm rät, dann wird das schon sinnvoll sein!

    Man könnte das auch anders herum deuten:
    Dem Hund ist zu wenig langweilig, deshalb ist er beim Mantrailing nicht "an" genug.
    Ich denke ja ganz ehrlich, dass sich hier die meisten Hunde in ihrem Leben zu Tode langweilen, vor lauter Ruhe halten.
    Ein normaler gesunder Hund ist wach und dabei, der schläft nicht immer und dauernd, auch wenn er viel Zeit im Liegen verbringt.
    Sobald sich was rührt oder bewegt, springt der auf und ist da, das ist doch Hundeart.
    Dieses ständige Ruhe halten, das dem Hund schon ab Welpenalter beigebracht wird, ist völlig unnormal, aber der Hund gewöhnt sich dran.
    Es ist halt für den Besitzer praktisch, wenn der Hund quasi unsichtbar ist, wenn man nicht gerade Zeit für ihn hat.
    Und damit das so bleibt, macht man nicht soviel mit dem Hund, damit der nicht auf einmal merkt, dass das Leben auch mehr beinhalten kann, als nur schlafend rumzuliegen. (Ach nee, der ist überfordert, wenn der Action einfordert...)
    Oder man "lastet den Hund aus", durch Kopfarbeit oder Training irgendeiner Art.
    Klar, der Hund macht da mit, einfach, weil das eine willkommene Abwechslung ist.
    Wenn der Hund aber schon ein abwechslungsreiches Leben hat, weil er z. B. schon morgens zwei Stunden unterwegs ist, und dann beim Training nicht mitzieht - ja, dann ist er wohl überfordert, ja?
    Vielleicht sollte man den Hund mal fragen, was ihm besser gefällt.

    Meine würde da gnadenlos hoch- und irgendwann auch hohldrehen. Mal geht es aber ständig wäre wirklich ein viel zuviel des Guten.

    Was machst du denn unterwegs?
    Meine Hunde laufen frei und ich bin praktisch nur "mit".
    Ich rufe sie heran, wenn wir Gegenverkehr haben oder wenn sie zu lange an einer Stelle herumschnüffeln, (weil es mir dann zu langweilig wird). Dann geht es weiter, Tempo bestimmen die Hunde.
    Ansonsten passiert da nix.

    Ich weiß ja nicht, was ihr unter "Gassi" versteht, aber wenn ich mit meinen Hunden rausgehe, dann laufe ich einfach einen Weg entlang und die Hunde schnüffeln rechts und links vom Weg und untersuchen, wer da hergelaufen ist.
    Das ist weder anstrengend noch stressig für die und kann auch täglich stundenlang stattfinden.

    Warum sehr ihr eigentlich immer solche Probleme, wenn ein Hund Schutztrieb hat?
    Wir hatten immer große Hunde mit Schutztrieb, ganz bewusst.
    Wir wohnen sehr ländlich, in Einzellage und hier ist sowohl der Hof zu bewachen, als auch wir als Personen.
    Ich war früher viel alleine mit meinen Kindern, da waren die Hunde schon als Schutz gedacht.
    Und auch heute fühle ich mich viel wohler und sicherer, wenn meine Hunde bei mir sind.
    Diese sind keine lebenden Waffen, sondern selbstbewusste, wesensfeste, tolle Hunde.