hallo zusammen,
ich hatte am wochenende eine begegnung der ganz besonderen art, die ich euch nicht vorenthalten möchte. im nachhinein kann ich ja auch drüber lachen :D.
ich war mit unserem grossen (DSHrüde, ca. 70cm/42kg) im nahegelegten, weitläufigen park auf der hundewiese, wo wir friedlich unsere runden zogen und uns hier und da auch mal anderen hundehaltern und deren hunde angeschlossen haben.
ich stand also gerade mit zwei weiteren hundehaltern zusammen und unterhalte mich nett, während mein grosser ca. 6-7m von mir weg den boden abschnüffelte. mit einem mal kommt in einer wahnwitzigen geschwindigkeit ein wirklich kleiner hund (ca. 20cm/3-4kg) kläffend und knurrend auf meinen grossen zugerannt - der mensch dazu war kaum als solcher erkennbar, so weit weg war er (ca. 200m).
die anderen hundehalter und ich haben noch breit gegrinst, weil das irgendwie makaber aussah und dachten alle der zwerg blufft, stoppt bestimmt kurz vor meinem grossen und dreht wieder ab. von wegen! dieser zwerg hat meinem im vollen lauf angesprungen (ich bin superschlecht im schätzen, aber so 15-20km/h hatte er bestimmt an tempo) und hat sich sofort in seiner halskrause am unterhals "verbissen/festgehängt". bis dato dahin hat meiner gar nicht reagiert, weil er den kleinen wahrscheinlich auch nicht für voll genommen hat.
dann gings los - meiner rannte los, mit dieser kleinen ratte (sorry) am hals und versuchte ihn durch kräftiges schütteln abzuschütten - dabei hat er keine geräusche von sich gegeben (kein knurren - nix). nach 3-4 sek. schütteln flog der zwerg dann im hohen bogen durch die luft landete ca. 3m unsanft auf dem boden. das ging alles so rasend schnell - ich stand noch immer da und war völlig perplex, ebenso die beiden anderen hundehalter. dort ist er dann sekundenlang regungslos liegengeblieben, wahrscheinlich weil ihm die luft weggeblieben ist durch den aufprall.
der halter des zwergs kam so schnell er konnte angerannt, was aber auch 1-2 min. gedauert hat, und schrie uns dabei die ganze zeit wie am spiess an. als er ankam, stand sein zwerg schon wieder und lief ihm dann fiepend entgegen und humpelte dabei. der typ hat den hund dann auf den arm genommen (ober besser in eine hand) und hat uns dabei wie wild angeschrien dass dieser schäferhund ja eine bestie wäre und eingeschläfert gehört. er hätte ganz genau gesehen (ja klar, aus 200m entfernung) wie er seinen kleinen hund angegriffen hat, gepackt hat und totschütteln wollte. dabei hat er uns alle angesehen, weil er nicht wusste dass es mein hund ist.
ich meinte dann so ruhig ich konnte, dass wenn MEIN hund seinen so angegriffen & attakiert hätte wie er es gerade beschreibt, seiner jetzt nicht mehr unter den lebenden weilen würde. in der zwischenzeit sass meiner übrigens bereits wieder seelenruhig neben mir, als ob nichts geschehen wäre. die anderen hundehalter haben dann auch versucht den völlig hysterischen jungen mann zu beruhigen und gleichzeitig verständlich zu machen was wirklich passiert ist.
nun ja, auf jeden fall haben wir ALLE die adressen ausgetauscht und er ist mit seinem hund auf dem arm, mit der drohung er würde gerichtlich dafür sorgen dass mein hund eingeschläfert wird .
trotz dieser drohung war ich völlig entspannt und gleichzeitig (wenn auch zeitlich unangebracht) stolz auf meinen dicken, weil dieser so unglaublich friedfertig auf diese miniattacke reagiert hat. u.a. war ich auch so entspannt, weil ich ja die beiden anderen hundehalter als zeugen an meiner seite hatte.
tagelang habe ich dann nichts mehr gehört - bis mich eben gerade eine junge frau auf dem handy angerufen hat und sich für das verhalten ihres freundes ENTSCHULDIGTE. sie meinte sie wären noch nicht lange zusammen, und er wüsste nicht wie cholerisch/grössenwahnsinnig ihr zwerg manchmal sein kann. sie hätte ihm eindringlich gesagt ihn nicht von der leine zu lassen, was er aber trotzdem getan hat weil er den zwerg für süss und lieb eingeschätzt hat, was er menschen gegenüber wohl auch ist. ich habe ihr erläutert was passiert ist und sie hat sich daraufhin noch mehrmals entschuldigt. sie meinte ihr zwerg hat noch einen halben tag gehumpelt und das war´s dann auch. sie war noch mit ihm beim tierarzt, weil sich die erzählung ihres freundes sich so dramatisch anhörte. dieser hat dann zu gute gegeben dass die geschilderte story sehr unwahrscheinlich ist anhand nicht vorhandener verletzungen - und kannte zu guter letzt auch meinen grossen und mich (name, etc. lag ja vor), weil wir auch dort in behandlung sind.
was ich eigentlich sagen will. ich fand es grossartig, dass die hundehalterin mich angerufen hat, nur um sich nochmal zu entschuldigen und mich wissen zu lassen dass ich natürlich nichts zu befürchten hätte. nicht das ich das hätte, aber sie wollte mich nicht im ungewissen lassen, nach den bösen drohungen ihres freundes.
ich hab mich so über diesen anruf gefreut, dass ich das hier einfach mal schreiben musste. ein hoch auf so tolle hundehalter!
ps. es war ein yorkie/chihuahau/jack russel mix wie sie mir erzählte.