Beiträge von Nella

    Hallo,


    so, endlich Zeit, mich auch mal wieder zu melden.


    Bislang ist nix vom Amt gekommen und so langsam wächst die Hoffnung, daß es auch dabei bleibt. Leider gab es am Wochenende zu allem Überfluß noch eine Beißerei zwischen Kira und ihrer zweitgrößten Feindin Lara, woraufhin diese beim TA genäht werden mußte. Das zahlt zwar die Versicherung und eigentlich gibt es zwischen den Lara-Besitzern und uns auch keine Schwierigkeiten diesbezüglich - wir wissen, daß unsere Hündinnen sich nicht ausstehen können, und es war ein blöder Unfall. Aber, wenn das in der derzeitigen Situation die Runde macht, dann ist das natürlich Wasser auf den Mühlen unserer nach Maulkorbpflicht rufenden Nachbarn. *seuheufz*


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    Anders ist für mich die Situation die Nella beschrieben hat. Vorab dies soll keine Schuldzuweisung gegen Nella werden, denn sie hat alles Versucht ihre Hunde zurück zuhalten.
    Zwei große, schwere Hunde ziehen an der Leine, um ein Tier (Katze, Hase usw.) zu hetzen. Einer der beiden reißt sich los, der andere schwer bis gar nicht kontrollierbar.
    Hier muss, meiner Meinung angesetzt werden. Zum einen mit der ´´guten alten´´ UO, zum anderen mit einem Anti-Jagd-Training. Dies dient zum einen, der eigenen Sicherheit, aber auch der Sicherheit des Hundes. Der Hund wird sich nicht von einer Straße aufhalten lassen, wenn er ein Tier verfolgt.
    Dieses Training ist keine Sache von 14 Tagen, sondern ein Prozess der sich über lange Zeit hinzieht.
    Wahrscheinlich ist in den meisten Fällen eine Mithilfe eines(r) Trainers(in) notwendig.


    Ich gebe dir absolut recht und wir arbeiten seit mehr als einem Jahr an dem Problem. Mittlerweile sind die Hunde einzeln relativ gut zu kontrollieren.
    Nellie kann ich außerhalb von Ortschaften zu 70% frei laufen lassen, in wildreichen Gebieten bleibt sie angeleint. In ablenkungsarmen Gebieten ist sie der perfekte Hund :herzen1:, läßt sich jederzeit abrufen, geht frei "bei mir", wenn Leute oder Hunde kommen und schaut sich häufig nach mir um (das hat sie am Anfang nicht ein einziges Mal getan).
    Mein Freund hat bei Kira noch bessere Erfolge erzielt, d.h. sie achtet eigentlich permanent auf ihn, aber da sie im Grunde ihres Hundeherzens eine kleine Streunerin ist, die immerzu nach Gelegenheiten sucht, sich mal für 'ne Weile vom Acker zu machen (sie hat das drei Jahre lang bei ihren Vorbesitzern immer wieder geschafft und blieb auch mal halbe bis ganze Tage weg), wird sie wohl nie ohne Schlepp laufen dürfen.
    Sie ist wirklich unberechenbar. Normalerweise bilde ich mir ein, meine Hunde inzwischen echt gut lesen zu können, aber Kira bekommt von einer Millisekunde auf die nächste plötzlich ihren "Look" (den kennt Patrick bei seinem Griechenkamel ja auch ;)) und weg ist die griechische Grazie. Ihre Mutter war Straßenhündin, ich glaube ja mittlerweile, daß sie das mit der Milch schon aufgesogen haben muß, obwohl sie in Deutschland aufgewachsen ist. Na gut, ich schweife ab. *räusper*


    Wie gesagt, einzeln alles im grün-gelben Bereich, aber gaaaanz anders sieht es aus, wenn beide Hunde zusammen sind, und ehrlich gesagt, komme ich an der Stelle auch nicht so recht weiter. Kira bleibt mittlerweile immer an der Leine, Nellie darf bisweilen laufen, aber selbst dann verfällt sie schnell wieder in ihr altes Muster, zieht ihre 100-Meter-Radius-Kreise, hat die Nase ständig am Boden, achtet kaum auf mich, orientiert sich aber zum Glück sehr an Kira, so daß sie zumindest nicht abhaut. Kira unangeleint, wenn ich mit beiden Hunden unterwegs bin, ist undenkbar. Sie orientiert sich null an Nellie, eher schon an mir, aber wehe, ich achte mal einen Moment nicht auf sie und ihre Schleppleine ist außer Reichweite... sie weiß genau, ob ich nun 10 oder 15 Meter entfernt bin. Miststück. :D


    Bei Katzen ist Kira allein relativ gut an lockerer Leine vorbeizuführen, ein "Nein" genügt. Sie tut Katzen auch nix. Es sprang uns mal eine direkt vor ihre Nase. Kätzchen fauchte, Kira kläffte, beide sträubten ihr Fell, aber das war's dann auch. Am Ende hat sie sie sogar beschnüffelt. Sie will halt hinterher, wenn die Katze wegläuft, aber sie hat keine Tötungsabsichten.

    Nellie ist schwieriger, auch einzeln, sie läßt sich jedoch ab- und weiterdrängen (am Geschirr kann ich sie nicht ziehen, da sperrt sie sofort und macht komplett dicht). Bei ihr ist die Entwicklung insofern krass, weil sie die ersten Monate sogar noch mit den Katzen von einer Bekannten (wo sie öfters war) geschmust und gespielt hat. Dann hat sie einmal gesehen, wie Kira einer Katze nachgejagt ist, danach hat sie ebenfalls jede Katze sofort versucht zu jagen.
    Daß sie sie allerdings auch ohne Umschweife töten würde, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Ehrlich gesagt habe ich aber auch immer gedacht, eine Katze wäre im Zweifel schneller und/oder wehrhaft genug. Der Kater, den sie getötet hat, war jedoch jung und gesund, insofern weiß ich es jetzt - leider - besser.


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    Wir sollten alles versuchen, um Situationen, die mit dem Tod eines Tieres enden zu vermeiden.


    Absolute Zustimmung! Und deshalb gehe ich mit den Hunden auch nicht mehr durchs Dorf, sondern fahre jedesmal mit dem Auto raus - selbst wenn's nur zu einer kurzen Piprunde ist.


    Liebe Grüße,
    Anja


    PS: Armin meinte aber auch schon, unser Ortsvorsteher hätte eine Blockwartmentalität, insofern ist der Vergleich nicht komplett an den Haaren herbeigezogen ... okay, okay, ich hör schon auf... =)

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    nu ja, ich sehe da einen erheblichen Unterschied.
    Wenn man ins Bad geht, is der Hund, auch wenn er in einem anderen zimmer is, im warmen, trockenem und "dabei".
    Wenn der Hund nicht mit ins Schlafzimmer darf, is er trotzdem im warmen, trockenem und "dabei".


    Huhu Dark,


    ich habe mir gerade mal den Balu-Fotothread angesehen und der Hund sieht mir nun nicht wie eine gequälte ausgesperrte Kreatur aus! Sowas habe ich hier nämlich an jeder Ecke im Dorf, nämlich Hunde, die 23 Stunden im Zwinger oder an der Hofleine verbringen und mal kurz in den Garten zum Pinkeln kommen. Und die Leute finden das voll normal!
    Balu hingegen scheint ja echt viel mit seinem Frauchen zu unternehmen, kommt zum Toben mit seinem Hundekumpel auf die Felder und seine "Hütte" sieht zumindest von außen richtig nach Haus aus (also so'n Fachwerk-Nebengebäude). Das mit dem "beim Rudel" sehe ich genauso wie du, aber mit warm und trocken ist das so'ne Sache. Der Hund meines Nachbarn, ein Laika, hat z.B. immer die Wahl ob er raus oder rein möchte, und zieht es selbst im Winter oft vor, draußen im Schnee herumzuliegen. Meine Wuffis würden mir einen Vogel zeigen :irre:, wenn ich ihnen das vorschlüge, aber das sind halt auch südeuropäische Grazien. :D


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    Ich jedenfalls freue mich gleich auf mein bettchen, welches mein Hundi schon vorwärmt!


    Ich könnte zwar auf die Wärmflasche mit drahtigem *pieks* Fellüberzug, die nachts erstaunlicherweise immer größer und länger wird *ächz* oft auch ganz gut verzichten, aber klar, geht mir doch auch so. Nur wie gesagt, ich glaube, dem Hund er TS geht's gar nicht so übel, da sie sich auch wirklich viel mit ihm zu beschäftigen scheint. Außerdem sieht er ganz schön wuschelig aus, der friert sicher nicht so leicht!


    Liebe Grüße,
    Anja

    Ach wie witzig, andere Hunde machen das also auch!
    Ich habe hier nämlich auch eine Nagelkauerin. Kira betreibt ihre Maniküre (nur vorn an den Daumennägeln) immer sehr ernsthaft und gründlich. So etwa einmal im Monat legt sie sich nach dem Morgenspaziergang auf das Bett meines Freundes, vergewissert sich, daß keine Störungen (Nellies mit Spielaufforderungen, Menschen mit Streichelwünschen ;)) in der Nähe dreuen, und dann geht's los *knurspelknabberknirschknack*. :lachtot: Die Geräusche sind wirklich irritierend, wenn man das vorher noch nicht kannte.
    Sie braucht so etwa eine halbe Stunde, dann sind beide Daumennägel pikobello zurechtgeknabbert. Ich find das immer voll süß! :herzen1:


    Liebe Grüße,
    Anja

    Hallo,


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    Darf ich fragen, warum ihr da hingezogen seid?
    Müsst ihr aus beruflichen Gründen dort wohnen bleiben?


    In der Gegend an sich wohnen wir schon länger. Ich habe in Marburg studiert und als mein Freund nach seiner Promotion ersteinmal arbeitslos war, ist er auch hierher gezogen. Als wir uns nach einiger Zeit eine gemeinsame Wohnung suchen wollten, waren die in Marburg selbst einfach nicht bezahlbar und so sind wir aufs Land gezogen, zunächst noch ein bißchen vorortmäßig, dann irgendwann so richtig ins Grüne. Wir sind mehrmals umgezogen, einmal wegen Eigenbedarfs gekündigt, dann Streß mit dem Vermieter, naja, und irgendwann hat mein Freund gesagt, jetzt reicht's ihm mit dem ewigen Vermieterärger, er will ein Haus kaufen. Er hat mittlerweile einen gutbezahlten Job in Frankfurt, ich schlage mich mit Zeitverträgen an der Uni durch und arbeite zudem an meiner Dissertation, nach laaaanger Uni-Pause. Da ich also nachwievor in Marburg gebunden bin und er in Frankfurt, haben wir uns halt was dazwischen gesucht. Witzigerweise wollten wir auch erst in die Wetterau ziehen, aber nach dem, was DarkAngel mal berichtet hat, ist's da auch nicht besser. ;)
    Tja, und da der Kasten (ist ein schnuckeliges, altes Fachwerkhäuschen) jetzt meinem Freund gehört, können wir nicht mal eben so wieder wegziehen, also das heißt, ich könnte schon, ich zahle ihm schließlich nur brav jeden Monat die Miete, aber dat wär ja nu auch nicht besonders nett, ihn allein mit diesen Dörflern zu lassen. :D


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    Ich glaube, dass mich sowas fertig machen würde und ich mich so unwohl fühlen würde und nicht bleiben könnte.


    Die jetzige Eskalation finde ich auch sehr belastend, davor war es eher so Leben und Leben lassen. Ich habe meine Kontakte halt weitestgehend außerhalb und fand das gar nicht mal so schlimm. Weißt du, ich will ja auch von meiner Seite nicht unbedingt mit jedem hier Kontakt. Es gibt ein paar nette, und wenn die sich jetzt abwenden sollten, würde ich schon versuchen, was zu machen, aber ansonsten. Dann müßte ich mich ja auch komplett verbiegen, um in die Gemeinschaft rein zu passen, und das kann's ja auch nicht sein.


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    Braves Kind .......ich hab' ja nichts gegen religioesen Eifer......


    Oh, ich schon. So duldsam bin ich nicht mehr, aber komm du erst ma' in mein Alter, Kindchen :D


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    Mal eine blöde Frage:
    Wie ist das so bei euch gelaufen, habt ihr die Versicherung eingeschaltet oder konntet ihr euch mit dem Katzenhalter einigen und mit einer Entschuldigung war die Sache abgetan. Leider ist die Katze ja dann tot und auch da steht dem Katzenhalter theoretisch Schadenersatz etc. zu.


    Ja, wie ich schrieb. Angeboten habe ich es natürlich sofort, aber er wollte nix. Ansonsten hätte ich wohl die Versicherung eingeschaltet. Dafür ist sie ja da.


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    Würde ich in keinem Fall machen.
    Wäre wie ein Schuldeingeständnis. Und wenn sie die Maulkörbe wieder
    weg lässt, wäre das Geschrei gleich da.


    Jo, sehe ich auch so. Wenn was vom Amt kommt, muß ich vermutlich eh erstmal die Auflagen erfüllen und dann eventuell einen Wesenstest machen. War doch so bei der Hündin von Raijana (sorry, wenn ich das jetzt falschgeschrieben habe), daß die auch Auflagen bekam, ohne je wirklich einen Menschen angegangen zu haben, oder?


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    Wenn es mich treffen tät, ich würde da wegziehen.
    Wenn es mal so anfängt, wird das auch nix mehr.


    Wie gesagt, ganz so einfach ist das mit dem Wegziehen nicht, und bislang kann ich es noch gut aushalten. Auf ewig wollte ich aber eh nicht hier leben, ich mach jetzt meine Diss fertig und dann mal gucken. Jawoll. *selbstmutmach*


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    Entweder wegziehen oder die "Dorftratsche" versuchen auf die Seite zu ziehen..allerdings sind so Kaff Bewohner reichlich stur..ich komme aus so einem Dörfchen..meine Urgroßeltern sind 1943 dort hingezogen..und selbst meine Kinder sind noch "die von den Flüchtlingen"..


    *kicher* Ja, so Geschichten habe ich auch schon öfters gehört. Irgendwie habe ich das als Großstadtkind nie so richtig glauben können. Ich glaube nicht, daß ich die Tratschen auf meine Seite ziehen kann. Mein einziger netter Nachbar Stefan :liebhab: meinte, in deren Augen sei ich es vermutlich nicht mal wert, daß man mit mir spricht. Er hat da selbst ähnliches erlebt, obwohl er bereits mit 15 hierherzog.


    Liebe Grüße,
    Anja

    Mist, jetzt konnte ich den Namen der Gemeinde nicht mehr aus meinem Beitrag entfernen, bitte Mods, wenn's stört, einfach löschen!


    @taga: Ich fand die sogar recht nett, (naja, ich war damals noch sehr jung ;)) aber was meinst du, wie die geguckt haben, als ich am ersten Sonntag meines Aufenthalts erwähnte, daß ich nicht mit zur Kirche komme *kicher*. Danach starteten so etliche Missionierungsversuche... but resistance was not futile! :p

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    I find that hard to believe.....and I'm smack-dab in the middle of the bible belt :D :p


    :D And I spent two months in Appleton, Wisconsin, some twenty years ago with a family of reborn christians. O Jesus... ;)
    Die Prospekte der hiesigen Chrischona-Gemeinde stehen dem aber echt nicht viel nach, die sind richtig militant. *schauder*

    Huhu,


    so, gerade von einer kurzen Hunderunde zurück (zu allem Überfluß wurde Nellie gestern von einem Auto angefahren und kann kaum mehr als eine Runde um den Block humpeln - derzeit ist echt einfach der Wurm drin :().


    Tja, das Nachspiel. Ich glaube, angefangen hat eh schon alles, als wir vor einem Jahr hierher gezogen sind, Akademiker von auswärts mitten in der tiefsten hessischen Provinz mit wenig bis gar keinen Neigungen, sich bei den üblichen dörflichen Besäufnissen (auch Vereinstreffen genannt) regelmäßig die Kante zu geben, auch von der hiesigen evangelikalen Gemeinde (ist echt schlimmer als im Bible Belt der USA) halten wir uns eher fern, zudem ist mein Freund auch noch Metalfan und hat lange Haare - igitt! Dazu zwei Hunde aus dem Tierschutz, die auch noch spazierengeführt werden, hier auf dem Dorf leben die meisten Hunde im Zwinger, bzw. bewachen halt den Hof. Die meisten allerdings haben gar keine Hunde, sondern eben Katzen, die sich wild vermehren.


    Nicht, daß wir nicht freundlich gewesen wären, haben uns bei den Nachbarn vorgestellt, einige sind ja auch ganz nett, und allgemein war zumindest ich bemüht, einfach ein nettes Miteinander hinzubekommen. Aber klar, unserer Hecke wird nicht mit dem Lineal geschnitten, wir fegen nicht jeden zweiten Tag die Straße und ich persönlich kann mit Gesprächen über Kinder, Küche und Kirche auch nicht allzu viel anfangen.
    Also wird getratscht, klar.


    So, und nun tötet mein Hund eine Katze, natürlich weiß es am nächsten Tag das halbe Dorf. Nur, daß plötzlich aus der Katze ein Kind wird, nun ja zumindest so ähnlich. Bereits am Morgen danach, als ich zur Uni fuhr, hielt mich eine Nachbarin an. Ich hatte sie bereits abends getroffen, als ich immer wieder bei den Katzenbesitzern geklingelt hatte. Sie meinte nochmal, daß das mit der Katze ja nicht schlimm sei, und sie persönlich froh wäre, daß nun eine Katze weniger in ihren Garten sch***t, und dann kam der Nachsatz: Aber wenn das ein Kind gewesen wäre! Ich völlig baff, versicherte ihr, daß mein Hund zwar einen heftigen Jagdtrieb habe, aber absolut freundlich zu Menschen sei. Sie wirkte auch einsichtig, erzählte noch von Bekannten, die eine Foxterrierztucht hätten, und daß die auch ganz kinderlieb wären, obwohl sie zur Jagd ausgebildet würden.


    Ich dachte nicht weiter an den Vorfall, als etwa eine Woche später mein Freund sonntagfrüh mit den Hunden rausging und mir nach der Rückkehr erzählte, der Ortsvorsteher habe ihn angesprochen, daß unsere Hunde (also inzwischen schon beide!) wohl gefährlich seien und einen Maulkorb tragen müßten. Ich war bei dem Gespräch nicht dabei, aber es wurde wohl auch wieder darauf hingewiesen, daß hier im Dorf ja schließlich Kinder lebten, und bei so bissigen Hunden hätten die Eltern schließlich Angst. Armin hat auch wieder erklärt, daß unsere Hunde überhaupt nicht aggressiv gegenüber Kinder sind, im gegenteil, beide lieben Kinder und lassen sich echt ziemlich viel von ihnen gefallen. Nellie hat einmal aus der Ferne ein Kind angebellt, das mit Regenschirm durch ein Feld hüpfte und das sie wohl gruselig fand, vielleicht war das der Auslöser für diese Kinder-Geschichte, keine Ahnung.


    Am nächsten Tag traf ich dann den Katzenbesitzer (ich hatte vorher nur mit seinen Eltern gesprochen, die auch auf dem Hof leben) und entschuldigte mich nocheinmal für alles, bot auch nochmal Kompensation an, also halt, daß ich den entstandenen Schaden der Versicherung melde, na, was man halt so sagt, und der war wirklich superunfreundlich. Blaffte mich nur an, daß ich bloß aufpassen sollte, daß meine Hunde keine Kinder anfallen. Ich habe dann wieder versucht zu erklären, daß das eine mit dem anderen nichst zu tun hat, aber er meinte nur, ein Hund sei halt ein Tier und die seien nunmal unberechenbar.


    Seitdem schaue ich jeden Tag in den Briefkasten, ob der Wisch vom Ordnungsamt schon drin liegt, denn wenn schon der Ortsvorsteher androht, unsere Hunde bräuchten einen Maulkorb, nehme ich mal an, daß da noch was kommt. Gegrüßt werde ich jedenfalls seitdem nicht mehr von den Leuten aus unserer Straße, sie wenden sich immer gleich ab. Ich finde diese ganze Situation extrem belastend und weiß auch nicht so recht, wie ich am besten damit umgehen soll. Ich find's halt so heftig, daß ich scheinbar die einzige bin, die wirklich um das arme Katerchen getrauert hat und trotzdem noch so hanebüchene Gerüchte in die Welt gesetzt werden.
    Naja, mal sehen, vielleicht bleibt's ja bei der Drohung. Rechtlich könnte er allerdings schon was machen, da in unserer Gemeindeverordnung Hunde als gefährlich (und damit unter die Listenverordnung fallend) gelten, die nach §5.(4).4. "andere Tiere hetzen oder reißen". (Quelle: Gemeinde Fronhausen, Ortsrecht)


    Liebe Grüße,
    Anja

    Huhu,


    ich habe vor drei Wochen etwas ganz ähnliches erlebt, Nellie hat nämlich auch eine katze totgebissen und mir steckt heute noch der Schreck und vor allem die Schuldgefühle in den Gliedern.


    Im Gegensatz zu der TS war ich aber tatsächlich insofern schuldig, weil ich nämlich meinen Hund nicht halten konnte, sie hat mir die Leine aus der Hand gerissen. Das konnte sie aber auch nur, weil ich mit beiden Hunden unterwegs war, die zusammen soviel wiegen wie ich. Kira konnte ich damals noch halten, sie hing aber schreiend in der Leine und bis ich sie am nächsten Laternenpfahl angebunden hatte, war der Kater schon tot. Er kam aus einer Hofeinfahrt, als wir gerade in die Straße einbogen, beide Hunde rannten in die Leine, Nellie riß sich los, packte den Kater sehr rasch und hat ihn augenblicklich totgeschüttelt. Jedenfalls war er tot, als ich wenige Sekunden später zu ihr rannte und sie ihn auf mein Aus hin freigab. Ich habe auch vorher schon Aus und Nein gebrüllt, aber sie hat nicht reagiert, sondern erst, als der Kater schon tot war.


    Ich bin natürlich gleich mit dem toten Tier zu dem Hof hin, dort war aber niemand. Erst abends konnte ich jemanden erreichen, und leider habe ich dort erlebt, was auf dem Dorf wohl so üblich ist, nämlich: Na, was soll's war doch nur'n Tier, ich wollte eh ein paar loswerden... Ich war den halben Tag komplett aufgelöst und fertig und dann so eine Gefühlskälte. War schon krass. Ich sollte den Kater dann "entsorgen", was ich auch tat (habe ihn im Wald begraben). Konsequenz für mich (und schlimm genug, daß ich es vorher nicht gemacht habe), daß ich nicht mehr zu Fuß mit meinen Hunden unsere Hofeinfahrt verlasse, sondern nur noch mit dem Auto ins Feld fahre, da es hier im Dorf an jeder Ecke Katzen gibt. Ich traue mich selbst einzeln nicht mehr mit Nellie raus, obwohl ich sie halten könnte, aber die Angst ist einfach zu groß, daß nochmal sowas passiert. Das ganze wäre natürlich auch nicht passiert, wenn sie statt Geschirr ein Halsband getragen hätte, und klar, es wäre auch nicht passiert, wenn meine Hunde in solchen Situationen besser hören würden.


    Naja, wie auch immer, ich kann die TS voll verstehen, daß sie total fertig ist, zumal sie ja nun wirklich nichts dafür konnte. Aber frag bitte unbedingt nach, wie es dem Kätzchen geht!


    Liebe Grüße,
    Anja


    PS: Ich schreibe später noch was zu den Folgen, die das leider für uns haben wird (Maulkorbzwang und Einstufung als "gefährlicher Hund"), jetzt bin ich gerade in Eile. Ich habe unter anderem auch deshalb so lange nix im Forum geschrieben, weil die ganze Sache doch leider sehr ausgeartet ist. Ich hoffe, das bleibt der TS erspart!

    Huhu,


    ich habe eine kastrierte und eine intakte Hündin. Kira wurde bereits als Welpe durch die Tierschutzorga kastriert (sie ist jetzt dreieinhalb Jahre alt) und Nellie soll intakt bleiben (sofern kein medizinischer Grund zur Kastra vorliegt). Sie ist jetzt 20 Monate alt. Klappt prima mit den beiden. Klar gab es dann und wann mal Zickereien, aber die waren immer ressourcenbezogen (Futter, Begrüßung) und wohl nicht kastrationsbedingt.
    Als Nellie läufig war, gab es nur ein einziges Konfliktpotential, nämlich, daß Kira irgendwann zu platt war, um das 199igste Mal Nellie zu bespringen, und Nellie, dieses kleine Sexmonster, das nicht einsehen wollte. :lachtot: Damals haben wir eine Schutzecke für Kira etabliert, sprich, wenn sie sich dorthin zurückzieht, muß Nellie sie in Ruhe lassen (wir haben sie konsequent von dort weggeschickt). Kira nutzt diese Ecke inzwischen auch außerhalb der Läufigkeit, wenn sie beispielsweise keinen Bock hat zu spielen (Nellie kann da sehr penetrant sein).
    Die Bindung zwischen den beiden hat sich durch Nellies Läufigkeit noch eher verstärkt (kein Wunder, bei soviel Sex :D).


    Liebe Grüße,
    Anja

    Hi,


    ich komme aus Bellnhausen (liegt ca. 15 km südlich von Marburg direkt an der B3). Und witzig, Steffenberg kenne ich auch nicht ... ;) Aber hier gibt's ja soviele Dörfer, die kann man gar nicht alle kennen (schon gar nicht als Zugezogene).


    Liebe Grüße,
    Anja


    PS: Ich finde Collies toll! Kriegst du 'nen Welpen oder ein älteres Tier?