Beiträge von milospeed

    Es will dir auch bestimmt niemand madig machen.


    Ich kenne nen BC, der war mit 5 Monaten genauso unproblematisch wie meiner in dem Alter. Meiner machte dann einen ca. 2 Jahre langen Umweg und ist inzwischen wieder einigermassen brav und folgsam, aber der BC ist wohl durchgängig so geblieben. Lag vielleicht an der Besitzerin, vielleicht lag es am Hund, vielleicht an der Kombination. Also warum nicht?


    Wenn ihr jetzt schon so ne gute Bindung habt, warum sollte es später zwangsläufig Probleme geben? Das muss überhaupt nicht so sein.


    Ich drück euch die Daumen, dass es weiterhin so gut läuft bei euch.

    Milo hat wohl so nen typischen Kleinkind-Humor. Er freut sich z.B, diebisch, wenn er was stibitzen kann, und er glaubt, dass es keiner gemerkt hat. Statt dass er dann einfach hingeht und sich damit wegschleicht, kommt er an und stolziert einem mit der Socke aus dem Wäschekorb vor der Nase herum, breites Grinsen auf dem Gesicht. "Guck mal, was ich hab, na na na, du kriegst es nicht..."


    Manchmal sieht er aus, als lache er sich scheckig (hat dann dieses superbreite Hundegrinsen und blitzende Augen), wenn man so "Kuckuck"-Spielchen mit ihm spielt. Also das Kauseil hinter dem Rücken verschwinden lässt, erst die eine leere Hand zeigt, dann die andere, und das Kauseil am Ende ganz woanders landet als er es erwartet hat. Wird ihm auch nie langweilig, er schnappt sich das Kauseil und drückt es einem wieder in die Hand. "Nochmal!"


    Auch findet er es lustig, den Kasper zu machen, wenn ihm alle zuschauen. Da dreht er auf, macht den Teppichporsche, schlägt Kapriolen, hat den meterhohen Schalk im Nacken. Je mehr man lacht, desto toller findet er es. Lacht man allerdings ÜBER ihn, d.h. wenn ihm ein Missgeschick passiert ist, er zum Beispiel vor lauter Übermut irgendwo runterpurzelt, dann findet er das gar nicht witzig. Dann kann man richtig sehen, wie er sich gefrustet in seine Schmoll-Ecke verzieht, und je mehr man lacht, desto muffeliger wirkt er.


    Es heisst ja, dass Hunde emotional einiges Menschenähnliches zustande bringen, drum find ich ein wenig moderate Vermenschlichung nicht so schlimm.


    Von der Persönlichkeit her würde ich Milo mit einem 5jährigen Jungen vergleichen, der sich gern ein bisschen wichtig macht und nicht gerne mit anderen teilt.

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    Von anderen Welpen und Junghundbesitzern wurde ich auch nach ein paar Tricks gefragt, wie man dem Hund denn beibringt so gut zu hören, obwohl er so jung ist. Ich fühlte mich geschmeichelt, aber ich denke es liegt einfach nur an ein bisschen Training und einem schlauen Hund


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    Mit seinen 9 Wochen ist er richtig brav (ich erhalte mir die Illusion, das er es auch bleibt )


    Ach ihr... ich gehör leider auch zu denen, denen die Illusionen irgendwann geraubt wurden. Aber hey, ich drück euch feste die Daumen, dass es bei euren Hunden so bleibt. Es gibt ja tatsächlich Hunde, die waren als Welpen pflegeleicht und blieben es später auch.

    HamburgerJung, du hast völlig recht, und ich denke, wir sind da schon einer Meinung. Ich schrieb ja nicht, dass ich Vorurteile gegen die Halter grösserer Hunde habe, sondern gegen die Halter "richtiger" Hunde, wie ich sie gerne nenne. Also diejenigen, für die der eigene Hund eben "was Richtiges" (weil gross, brav, was auch immer, bei manchen Haltern kann es auch klein & platzsparend bedeuten) ist, und andere, die aus welchem Grund auch immer (weil zu klein, überzüchtet, zu laut, zu haarig) keine richtigen, ernstzunehmenden Hunde sind. Häufig ist es eben der Gegensatz "Grosshundehalter - Kleinhund", kann aber auch anders sein.


    Und klar ist es nicht schön, Vorurteile zu haben. Ich muss mir da auch an die eigene Nase fassen und sollte es mir verkneifen, jedes Mal, wenn jemand ansetzt, sich gönnerhaft über z.B. eine alte Dame mit "grössenwahnsinnigem" Flexi-Yorki zu echauffieren und selbstzufrieden auf den eigenen Hund verweist, der halt ne hohe Reizschwelle hat und den es nicht jucken würde, wenn zehn Yorkis um ihn rumprollen würden, mit den Augen zu rollen. Ich kenne in meinem Gassi-Umfeld genügend Halter grosser, mittlerer und kleiner Hunde mit niedriger Reizschwelle, die aus welchem Problem auch immer nach vorne gehen. Nicht jeder kann damit umgehen, aber einige sehen die Problematik durchaus von einem differenzierteren Standpunkt aus und würden die Vorurteile "grosser Hund = im Grunde gutmütiges Schaf, und wenn er sich mal nen Kleinen schnappt, dann nur weil er provoziert wurde", "kleiner Hund = total verzogen, wenn er pöbelt" ganz klar verneinen.

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    Wer sich als Kleinhundbesitzer angesprochen fühlt, sorry, selber schuld.
    Dummerweise machen diese Erfahrungen alle HH von großen Hunden. Die meisten kleinen Hunde (vorweigend Besitzer jenseits der 60) sind absolut verzogen. Dann komme mal mit einem 30kg Kalb (wohlgemerkt eine Seele von Tier)...


    Hm, erst sollen sich Kleinhundehalter nicht angesprochen fühlen, und dann im nächsten Satz schon wieder das blanke Vorurteil :/


    Das bestätigt irgendwie wieder meine Vorurteile über die Halter von "richtigen" Hunden.

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    Also ich mit meinem Welpi 2 m an die Seite und ins Sitz befördert, Augenkontakt etc... Lässt dieser *piiiiep* seine bellenden Tölen an der Flexi zu meinem hin... natürlich der wunderschöne Satz dabei: "DIE TUN NIX"



    Nicht ärgern. Süsse kleine Welpen werden von Leuten eh nie ernst genommen. Da hilft nur ein Hinweis auf akut bestehende und stark ansteckende Parasiten- und Darmerkrankungen. ("Vorsicht bei Pekinesen, die sind da besonders empfindlich").


    Was meinste, wie doof die Leute erst gucken, wenn dein Hund später mal so gut erzogen ist, dass er trotz der bellenden Tölen Blickkontakt zu dir hält und die armen Banausen eiskalt ignoriert? Sei doch froh um das Extra-Training unter Ablenkung ;)

    Ach, Mensch, ich kann es doch soooo gut nachvollziehen. Den Adrenalinstoss, den man verspürt, wenn der Hund wieder loslegt, und die Hilflosigkeit, die einem bis in Haarspitzen reinkriecht. Die Blicke brennen einem fast schon auf der Haut, und das eigene Nervenkostüm ist nahe am Platzen, am liebsten würde man nur noch wegrennen oder selber losschreien...


    Ich will gar nicht davon reden, wie falsch ich mich da in der Vergangenheit manchmal verhalten habe. Nur eben dass die eigene Anspannung wirklich Teil, wenn nicht sogar Verstärker des Problems ist. Man kann seine eigene Einstellung (die oft selber erziehungsbedingt ist) nicht so einfach über Nacht abschütteln. Aber genau da hilft es, eine starkes Netz an verständnisvollen Menschen zu haben, das die eigenen Unsicherheiten etwas auffängt. Etwa andere Hundebesitzer mit ausgeglichenen Hunden, mit denen man sich zum Gassigehen trifft, und die sowohl dir als auch deinem Hund Ruhe und moralische Unterstützung vermitteln können (auch wird man in der Gruppe seltener von Passanten angemosert). Solche Kontakte lassen sich z.B. über die Hundeschule finden, oder über Kontaktanzeigen. Oder einen erfahrenen Hundetrainer, der einen ein paarmal auf alltägliche Gassigänge begleitet und vor allem DICH schult, in angespannten Situationen gelassen und angemessen zu reagieren. Oder auch der eigene Partner, der (ebenfalls eingeweiht und angeleitet), einen im Notfall wieder auf den Boden der Gelassenheit runterbringt, und wenn auch nur mal kurz ein freundliches Wort mit den scheinbar entsetzten Passanten wechselt, während man selber noch alle Hände voll mit dem dem Hundekasper zu tun hat. Bei mir war Letzteres wirklich eine grosse Hilfe, weil ich mich oft so schlecht gefühlt habe, wenn mein Hund mal wieder am Austicken war und ich mich vor lauter Gebelle nicht mal bei den Leuten entschuldigen konnte. Wenn mein Partner dann ankam und z.B. meinte "Du, die Leute haben gesagt, ihr Hund zu Hause bellt auch oft Leute an", oder "du, die Frau fand das gar nicht so schlimm", dann war das jedes Mal eine riesige Erleichterung.
    Anm: Mein Hund pöbelte vom Junghundealter an aufs Übelste Jogger und Radfahrer an, sowie Menschen, die sich auf irgendeine Weise verhielten, die ihm nicht behagte.


    Klar, die persönliche Konstellation zwischen dir und deinem Hund ist vielleicht momentan suboptimal, weil ihr beide unsicher seid. Aber ihr könnt miteinander lernen. Vor allem kannst Du lernen, aktiv in Situationen hineinzugehen, mental vorbereitet zu sein ("was ist zu tun, wenn er XX macht, wie reagiere ich, wenn er YY macht"), und dich nicht in der Opferrolle zu fühlen ("jetzt macht mich der Hund schon wieder zum Spektakel").


    Es gibt gute Trainer, die einem sowas beibringen. Aber man lernt es nicht unbedingt in der Gruppe auf dem Platz der Hundeschule, darum würde ich mich an deiner Stelle vielleicht doch mal nach Einzelstunden bei einem Trainer umsehen, der deinen Hund und dich als Einheit betrachtet und sich nicht nur auf das momentan störende Fehlverhalten konzentriert. Wenn's ein guter Trainer ist, reicht eine absehbare Anzahl an Stunden und man wird auch nicht zum Dauerpatient. Wenn du dir jetzt, wo dein Hund noch so jung ist, die Mühe machst, stellt sich der Erfolg schneller ein, als wenn sich das Verhalten bei euch beiden über längere Zeit gefestigt hat.


    Und halt dir immer vor Augen (oder lies mal hier die ganzen threads im DF): die Hunde anderer Leute sind auch nicht perfekt. Man denkt oft schnell, man sei allein auf der Welt. Aber es gibt sooo viele Leute, deren Hunde nicht so funktionieren, wie sie sollen, und die sich genauso hilflos fühlen wie du momentan. Nur Mut! Du hast nen tollen Hund, und ihr kriegt das hin!


    Ach ja, und zum Vorschlag des "Vertreibens", wenn er andere Hunde anpöbelt. Ich nehme an, dies passiert, wenn er im Freilauf ist? Und was meinst du mit Welpenstunde - dein Hund ist doch sicher schon zu alt, um noch mit Welpen in der Gruppe zu toben? Junghunde sind körperlich und motorisch Welpen überlegen, darum ist bei den meisten Hundeschulen ab 16 Wochen Schluss mit Welpenstunde, und die Junghunde kommen in spezielle Junghundegruppen. Aber ich geh mal davon aus, dass du Junghundegruppe gemeint hast. Wenn dein Hund also mobbt oder pöbelt, nimmst du ihn am besten aus der Situation heraus und behältst ihn bei dir, ohne ihm gross Aufmerksamkeit zu widmen. Leg ihn neben dich ins Platz und besteh darauf, dass er liegen bleibt (notfalls den Fuss so auf die Leine stellen, dass er sich zwar noch aufsetzen, aber nicht weg kann). Im Liegen kann er eher runterfahren und sich beruhigen, wenn er sich zu sehr hochgepuscht hat. Mit "Vertreiben" bringst du meiner Meinung nach erst recht Unruhe in die Sache. Für meinen Hund waren damals die Trainingsstunden einfach zu lang, der konnte sich gar nicht so lange konzentrieren und fing irgendwann an, den kläffenden Klassenkasper zu machen. Da half es nur, rechtzeitig vom Platz zu gehen (auch wenn die Hundetrainerin protestiert, du hast das Recht dazu, wenn du merkst, es geht nix mehr bei deinem Hund). Mit der Zeit wurde es von selber besser, und mittlerweile (er ist jetzt 2,5) ist er auf dem Platz die Ruhe selbst.


    Im Büro (auch da kenne ich das Problem, denn das hatten wir auch) würde ich Hundi einen festen Platz zuweisen, auf dem Hundi die Arbeitszzeit über bleiben soll und von dem die Kollegen (und auch der Chef) bitte wegzubleiben haben. Ich fand´s bei meinem Hund auch schade, aber es ist halt nicht jeder zum Everybody´s Darling Bürohund geboren. Manche Hunde sind einfach damit überfordert, wenn Leute ständig raus- und reinkommen, um sie rumlaufen und sich unterhalten. Wenn Hund nen Platz hat, an dem niemand was von ihm will (also auch den Hund nicht ansprechen, streicheln, Leckerlis geben etc.) und er lernt, dass ihn der Rest nichts angeht, ist das für alle angenehmer und er muss auch niemanden anknurren.

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    Und außerdem kann ich doch nicht jedem Passanten unsere Geschichte erzählen und ihm nen Keks in die Hand drücken Also ich bin echt ratlos.


    Das mit dem Keks war ein Beispiel für eine Uebungssituation, in welcher man ihm z.B. fremde Kinder schmackhaft machen könnte. Muss man nicht so machen, aber man kann.


    Auch musst du nicht jedem Passanten deine Geschichte erzählen. Warum sind dir die Passanten denn so wichtig? Wenn sie nichts sagen, ist es gut, wenn einer doof kommt, überhört man es, und wenn jemand fragt, warum der Hund so nen Terz macht, kann man ihm ne sachliche Erklärung sicher zumuten. Und wen die Story nicht interessiert, der soll's halt bleiben lassen. Solche Leute brauchen dich dann auch nicht zu interessieren.


    Es fällt eben auf, dass es dir sehr unangenehm ist, mit dem tobenden Hund aufzufallen, was ich durchaus nachvollziehen kann. Wenn z.B. die Nachbarn nicht mehr mit einem reden, wäre es aber doch sicher nicht verkehrt, mal (ohne Hund) das Gespräch zu suchen. Weiss ja nicht, wie deine Nachbarn drauf sind, aber vielleicht finden sie es ja gar nicht so schlimm wie du denkst, oder vielleicht werden sie freundlicher, wenn sie hören, dass du ja nicht mit Absicht den Hund auf ihre Katzen hetzt sondern mit ihm übst, die Katzen nicht zu verbellen.


    Und klar ist Mitleid fehl am Platz. Aber Verständnis dafür, wo das Verhalten herkommt und unter welchen Umständen der Hund lernen kann, es besser zu machen, erleichtert die Sache doch ungemein. Der Hund braucht einem nicht leid tun, aber man kann deswegen trotzdem fair sein und seine Vorgeschichte im Training berücksichtigen. Ich habe diese "Hund ist Hund, und es ist egal, warum er Fehlverhalten zeigt, Hauptsache er stellt es ab"-Ansätze in Hundeschulen auch schon erlebt, aber konnte damit nichts anfangen.