Sarah Easter Collins – Things don't break on their own / dt. So ist das nie passiert
"Als Willa ein Teenager war, verschwand ihre kleine Schwester Laika spurlos. Auch über zwanzig Jahre später hat Willa die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Laika noch lebt. Hartnäckig sucht sie weiter nach ihr. Sie sehnt sich nach der Familienidylle, die mit Laika verloren zu sein scheint. Darüber vernachlässigt sie die Beziehungen zu den Menschen, die tatsächlich noch Teil ihres Lebens sind. Dann trifft sie auf einer Dinnerparty eine Frau, in der sie endlich ihre verlorene Schwester zu erkennen glaubt. Was als zwangloses Essen beginnt, wird zu einem denkwürdigen Abend, der alles verändert, was Willa von ihrem Leben zu wissen meinte."
Ich habe ja anscheinend eine Vorliebe für Mystery Thriller über verschwundene Familienmitgieder/Personen und dieses Debut kann sich zu den ebensolchen Favoriten meines Lesejahres dazugesellen. Geschrieben aus drei Perspektiven, wird hier die sehr fein verwobene Geschichte um die Geschwister Willa und Laika Martenwood erzählt. Willa, die übrig geblieben ist, Laika, die verschwand und nie gefunden wurde. Was mit einem ungezwungenen Abendessen bei Bekannten beginnt, wird für Willa eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Erinnerungen.
Fantastische (liebenswerte wie unsympathische) Charaktere, spannender Handlungsbogen, interessanter nicht linearer Stil und ein mMn sehr befriedigendes Ende. Erforschte Themen: Schwesternschaft und Verlust, Erinnerung und Identität, Kintsugi und Heilung, Familiengeheimnisse und Misshandlungen, Frauenfreundschaft und Queer-Beziehungen, Häusliche Spannungen und Loyalität.