Hallo,
also in "schlimmeren" Zeiten hausten hier ein Kater, zehn Ratten, fünf Schlangen, zwei Leguane, zwei Agamen und diverse Futtertiere
Die Reptilien habe ich aber in der ersten Schwangerschaft in gute Hände vermittelt, weil wir einfach keinen Platz mehr hatten. Den Agamen trauer ich immer noch hinterher, das waren sooo tolle Tiere, aber ein 2 Quadratmeter Terrarium nimmt so viel Platz weg und macht auch sehr viel Arbeit. Und irgendwie bin ich auch froh dass mir morgens keine Heimchen mehr über den Weg hüpfen.
Die Ratten habe ich dann nach und nach in Grüppchen abgegeben, als mein erstes Kind da war. Meine Tochter war ein klassisches Schreikind und zum damaligen Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, dass das jemals wieder aufhört und wollte mir einfach so viel vom Hals halten wie möglich um für sie da zu sein. Ich habe aber alle Ratten bis auf zwei an Bekannte gegeben und ihr Weiterleben in grossen Rudeln bis zum Ableben verfolgt (die waren auch schon zwei Jahre alt alle). Nur zwei habe ich an eine junge Frau mit Cockerspaniel aus Polen verschenkt, die mich dann aber vier Wochen später angerufen hat von wegen sie könnte die nicht mehr behalten, ich müsste sie unbedingt abholen (Gott sei Dank hab ich ihr eingeschärft mich anzurufen, wenn es nicht anders geht), hab die Tiere dann geholt und eine andere Bekannte hat sie noch dazugenommen. Sind also in drei Grüppchen untergekommen.
Ich hab schon ein schlechtes Gewissen dass ich so viele Tiere abgegeben habe, aber ich war noch unter 20, habs mit den Anschaffungen irgendwie übertrieben und als dann mein Kind noch da war wars too much. Gerade bei den Reptilien tuts mir leid, den Ratten gings bis zum Tod gut, aber wo die Reptilien gelandet sind ist ungewiss, ich hab die Leute zwar nach bestem Wissen und Gewissen ausgesucht, aber wer weiss das im Endeffekt schon. Ich finde Reptilienhaltung mittlerweile auch Spinnerei. Die Tiere haben nichts davon, sie können sowieso keine Beziehung zu einem Säugetier aufbauen sind aber so abhängig von unserer Güte, dass wir ihnen das passende Klima einrichten und erkennen wenn es ihnen schlecht geht. Seufz, also das war ein Fehler in meinem Leben, den ich zu Gunsten der Tiere gerne rückgängig machen würde.
So, genug gelabert - um zur Gegenwart zurückzukommen. Wir haben jetzt noch unseren alten Kater, den wir schon immer hatten. Eine dreijährige Katze aus dem Tierschutz, die wir meiner Tochter geschenkt haben (sie liebt Katzen). Einen zweijährigen Kater, der mir quasi in die Hände gefallen ist und den Hund.
Und mein Mann hat ein Aquarium. In meinen Augen auch Spinnerei.
Also ich war in früheren Zeiten bestimmt ein kleiner Animalhoarder. Ich wollte alle möglichen Tiere besitzen, weil ich sie schön fand und was weiss ich ohne zu bedenken dass es für die Tiere nicht unbedingt toll ist gehalten zu werden (jetzt in Bezug auf Reptilien), die Ratten hatten es bei uns toll, da bin ich mir sicher.
Aber jetzt treffe ich solchen Entscheidungen mit Vernunft. Und wenn ich doch mal alte Anwandlungen habe wäscht mir mein Mann den Kopf und erinnert mich an früher *seufz*. Und dann seh ich ganz schnell ein, dass es Quatsch ist Tiere zu sammeln. Das hat mit Tierliebe nämlich wenig zu tun.