Beiträge von McChris

    Hallo,
    ja, das ist wirklich verzwickt...


    Bei normalen "Warengeschäften" gibt es doch immer den Zusatz "Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum der Shell-AG" (oder so...)


    Aber letzten Endes wirst Du hier wohl nur Antworten nach dem "Hätte-Würde-Könnte"-Prinzip bekommen. Wirklich helfen, kann Dir nur Dein Anwalt.


    Ich drück dir die Daumen, dass Du eine Lösung findest und finde es toll, dass Du Dich weiter für die beiden Mädels verantwortlich fühlst.


    LG, Chris

    Und gleich nochmal - schön, dass man jetzt neuerdings auf seine eigenen Beiträge antworten kann - dann muss man nicht aufs Schubsen warten...


    @ Tina
    Mir fallen spontan drei Möglichkeiten ein, warum Nala sich jetzt so verhält.


    Die erste hat Judith schon angesprochen.....Nämlich die Frage nach der Läufigkeit...


    Die zweite, die ich tendentiell gerade auch bei Doba beobachte - die Entwicklung zum "normalen" Hund... Indem wir soviel an den Ängsten unserer Hunde arbeiten, geben wir ihnen ja auch die Möglichkeit selbständiger und selbstsicherer zu werden.... Und wenn Hund dann plötzlich (bei Doba kamen einige Durchbrüche wirklich regelrecht über Nacht) das Selbstvertrauen hat, auch mal eine eigene Meinung zu haben und nicht mehr nur ängstlich an unseren Schuhen zu kleben, kann sich das in "Bohnen in den Ohren" äußern.... Bei Doba hab ich mich - so blöd das klingt, gefreut, als sie das erste Mal auf ein HIER nicht gekommen ist. Eben als Zeichen des neu erwachten Selbstvertrauens..... Das Wiedererarbeiten des HIER mit einem Hund, der vorher mehr aus Verlustangst gehört hat, denn aus dem grundsätzlichen Hören, dauert aber nicht so lange, wie komplett neu anzufangen.... Nach dem einen Mal hatte Doba erst mal keine Gelegenheit mehr, NICHT zu hören, wir haben das HIER nochmal neu aufgebaut und dann ging das wieder, allerdings eben aus einer anderen Motivation als der bisherigen Verlustangst.


    Die dritte Möglichkeit, die aber im Grunde nur eine Variante der zweiten ist, wäre, dass Nala so ihre neuen Erfahrungen "abreagiert" - wenn sie bisher mehr so Augen zu und durch gelebt hat und nun mit Hilfe der Bachblüten und vor allem Deiner Unterstützung gelernt hat, sich mit all diesen Ängsten auseinanderzusetzen, braucht es auch ein Ventil, um die Hummeln, die dabei entstehen, auch rauszulassen.... Bei Doba äußerte sich das phasenweise in einem absoluten Clown-Verhalten....


    Ich glaube einfach, dass Ihr beide einen Riesenschritt in Richtung Normalität gemacht habt.


    Liebe Grüße, Chris


    So und nun die ersten Vorschläge für Dich.
    Fahr Dein Umwelt-Training erst mal ein wenig herunter. Ihr beiden braucht jetzt erst einmal die Grundlage, damit Hermes sich mit Dir zusammen sicher fühlen kann und lernt, sich zu entspannen. Du musst ihm helfen können, aus dieser Dauer-Anspannung herauszukommen.


    Wie, dazu später mehr.


    Laß Dich durch diese vermeintliche Riesenbaustelle nicht entmutigen - das ist alles zu schaffen und letzten Endes wirst Du merken, dass alles, was Hermes gerade an Problemen hat, miteinander verwirkt ist und sobald Ihr die Grundlagen ein wenig ins rechte Licht gerückt habt, werdet Ihr die ersten Fortschritte sehen - und zwar auch an vermeintlich ganz anderen Stellen, als denen, die Ihr gerade gemeinsam erarbeitet.


    Schreib doch bitte noch ein wenig über Euren Tagesablauf und auch über Eure örtliche Gegebenheiten, dann ist es leichter.


    Liebe Grüße,
    Chris

    Hallo Leela (treibt sich außer uns beiden überhaupt noch wer anders hier rum???),


    nochmal sicherheitshalber was Grundsätzliches vorweg - ich suche hier den regen Austausch eben und ganz besonders zu Ausbildungsmethoden und bin in diesem Thread gelandet, weil ich gern über den Tellerrand sehe und auch dabei lernen kann, wie andere HH Lösungen für ihre Ausbildunsschritte finden.
    Mir gehts in keinster Weise darum "rumzunörgeln" oder anderer Leuts Methoden schlecht zu machen, wenn ich also nachhake oder so Sachen wie "das und das halte ich für unglücklich" von mir gebe, betrachte ich das mehr so als philosophischen Austausch und will ja eigentlich nur eines: nämlich verstehen, was bei anderen Hund-Mensch-Teams "hinter" deren Methoden steckt.... Gerade jetzt in diesem Austausch hier finde ich die Hintergründe für Hund und Halter sehr wichtig, um die einzelnen Ausbildungsansätze von anderen HH zu verstehen...


    Schau Dir mich und meine Hunde an, wir fallen aus der Haustür raus auf Wiesen und Felder (noch dazu eigene), wir verbringen einige Stunden täglich auf unserem Land und erledigen dort verschiedenste Arbeiten - bei denen die Hunde zum Teil aktiv mitarbeiten, aber z. T. aber auch nur in "Beritschaft" warten. Und das ist natürlich völlig anders, als z. B. Deine Umgebungs-Situation mit Deinem Hund... Also haben wir auch völlig unterschiedliche Ausbildungsansätze.


    Unter diesen Voraussetzungen nimmst Du es mir jetzt hoffentlich nicht übel, wenn ich folgende "Behauptung" aufstelle:


    Ich glaube, dass das an der Leine laufen Deiner Hündin viel mehr "Arbeit" ist, als Du Dir vorstellst. Während meine Herrschaften nur kurzweilig "situativ" bedingt an der Leine laufen und ihre einzige Aufgabe darin besteht, dass sie an lockerer Leine neben mir laufen, hat Deine unter viel größerer Ablenkung als meine 4 (die 5. gildet nicht, die ist schon zu alt) den Leinenradius einzuhalten - sie muss sich während des Schnupperns noch auf Dich und die Leine konzentrieren - das ist so, als wenn wir ein Sudoku machen, gleichzeitig mit einem Hund das Platz/Bleib üben während dazu der Fernseher läuft und wir von einem Zweibeiner angesprochen werden...nur so als Beispiel...


    Das meinte ich damit, dass Deine Hündin auch beim Spaziergang um des Hundes willen (und nicht um schnell von A nach B zu kommen) immer in einem "Arbeitsmodus" läuft. Dass Du dieses ganz andere Level der Leinenführigkeit so gut hinbekommen hast, finde ich toll, aber ich finde es auch wichtig, einfach mal auszusprechen, dass der Spaßausflug mit Hund an der Leine eben auch eine besonders schwierige Lernsitution ist und auch mal die Gründe dafür, nämlich die Vermischung von Arbeit und Spaß als besonders hohen Level zu nennen - nicht umsonst haben so viele HH so große Probleme mit der Leinenführigkeit.


    LG, Chris

    Hallo Speedyx,
    ich "oute" mich jetzt mal als jemand, der auch nicht wegen allem gleich zum TA trabt - wir haben Haus- und Nutztiere und wenn ich mir so die Befindlichkeitsstörungen der letzten 14 Tage bei allen ansehe (leichte Lahmheit, Bindehautentzündung, Dünnpfiff, eingetretener Stein, etc.) ansehe, da hätte ich für jeden TA-Besuch ca 50 € berappt und hätte bei dem Dünnpfiff den Rat bekommen: Fasten, dann Reisschleim und bei Bestehenbleiben der Symptome Kotprobe und Wiedervorstellung.... Bei der Bindehautentzündung: Sauber und trocken halten, bei Bestehen bleiben der Symptome Wiedervorstellung.... Bei der leichten Lahmheit: drei Tage beobachten, wenn dann noch Beschwerden, Wiedervorstellung und Röntgen.... Usw.


    Nach einiger Zeit mit seinen vierbeinigen Pappenheimern kann man ganz gut einschätzen, wie ernst sie erkrankt sind und nur, weil man nicht SOFORT zum TA trabt, bedeutet das ja noch lange nicht, dass man nicht die ganze Zeit über das Tier beobachtet, im Auge behält, ggf. mal Fieber mißt und bei einer Verschlechterung dann eben doch beim TA auf der Matte steht...


    Mit einer Prise gesunden Menschenverstandes kann man sehr wohl unterscheiden, ob es sich um eine Befindlichkeitsstörung handelt, die man mit Hausmittelchen oder durch Schonung und "therapeutischen Nihilismus" angehen kann, oder ob etwas ernsteres vorliegt, wo man dann natürlich sofort den TA besucht oder kommen läßt.


    Wenn ICH mir nicht sicher bin, ob ein tierärztliches Eingreifen sofort erforderlich ist, mache ich es wie Brush: Ich rufe an, schilder die Symptome sehr genau und lasse den TA entscheiden, ob sofortiger Handlungsbedarf besteht. Selbst wenn der TA mir sagt "Reicht, wenn Du morgen früh kommst" ist das aber kein Mantra für mich, sondern ich entscheide dann dennoch bei eintretender Verschlechterung selbst... Und fahr nach einem weiteren Anruf dann halt doch hin...Oder lass ihn beim Großvieh halt kommen...


    Wir lassen all unseren Tieren - auch den Nutztieren - bei Bedarf alle nötige medizinische Hilfe zu teil kommen - das ist völlig selbstverständlich, aber ich aase dennoch nicht mit dem schwer verdienten Geld rum, indem ich (Achtung, dramaturgische Übertreibung!) bei einem Schnupfentröpfen an der Nase gleich - möglichst noch nachts - in die nächste TK fahre...



    Und jetzt dann doch noch einen Satz zum eigentlichen Thema.... :lol:


    Mit den Hausmittelchen ist das so eine Sache - einige Dinge sind nicht vom Menschen auf den Hund übertragbar, so dass es da tatsächlich schon Vergiftungen gegeben hat,.


    Bei uns gibt es regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen in Sachen Naturheilkunde bei Tieren (wo man die Hausmittelchen mit zu zählen kann) - die sind teilweise sogar kostenlos und man geht nach einem interessanten Vortrag vollgepackt mit Infos wieder heim - vielleicht wär das was für Dich? Ich denke mal, so etwas gibt es auch in anderen Regionen und wenn nicht, gibt es viele THP, die sich gerne mal zu Hundevereinen einladen lassen, um dort Vorträge zu halten - gehört ja mit zur Eigenwerbung.


    LG, Chris

    Kurz OT - ich stelle mir gerade einen Kürbis-apportierenden Hund vor und fall fast vom Stuhl - allerdings hab ich dabei natürlich die Dimensionen "unserer" Kürbisse vor Augen, die ich die Tage mit dem Frontlader ernten musste, weil sie so riesengroß und dementsprechend schwer sind....


    Und die Sache mit "Kürbisse sind gegen Verstopfung" kann ich jetzt, einen Tag nach dem großen Kürbis-Schmausen nur bestätigen.... Also, beim nächsten Mal gibt´s deutlich weniger....


    LG, Chris

    Hallo,
    wenn die Rinder weit entfernt vom nächsten Hof noch draußen sind, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch um jüngere Fleischrinder, also nicht um Milchvieh, bei dem das Gejagd-Werden tatsächlich zum Aufhalten der Milch mit entsprechenden Folgen (Mastitis und wirtschaftlicher Schaden durch Therapie-Kosten und Ertragsverlust für den Landwirt) folgen könnten.


    Es ist einfach ein Gebot der Fairneß, sich zu erkundigen, wem die Rinder gehören - irgendwer hat schon geschrieben, dass die Landwirte wissen, wer wo sein Vieh auf der Weide hat. Fragen, hingehen, den Sachverhalt erklären und sich entschuldigen - dann reißt einem bei angemessener Zerknirschtheit auch niemand den Kopf ab....Und der Landwirt, dem die Tiere gehören, kann sicherheitshalber noch einen Blick drauf werfen, ob wirklich nichts passiert ist. Wenn man eine bestimmte Tierart kaum kennt, ist es auch schwierig, sich als Laie ein Bild zu machen, ob den Tieren wirklich was passiert ist, oder nicht.


    LG, Chris

    Hallo Judith und alle anderen natürlich auch....,


    was mir so beim Lesen auffällt: Vielleicht könnten die einzelnen Beiträge irgendwo ein Schlüsselwort oder -satz in Fettdruck abkriegen, damit es übersichtlicher bleibt? Nur mal so als Idee - ich hab mir grad nach was nen Wolf gesucht....


    Warum Läufigkeit Ängste wieder verstärken kann, ist mir im Moment noch nicht so klar, aber wir scheinen ja alle festzustellen, dass das oft der Fall ist.
    Hat einer eine Erklärung dafür?


    In Sachen Berührungen habe ich anfangs festgestellt, dass Doba eine extrem große Individualdistanz hat - sowohl, was Menschen als auch, was Hunde anging - Kontaktliegen mit den anderen Hunden ging anfangs auch gar nicht, mittlerweile liegt sie auch mal mit dem Podenco Janosch aneinandergekuschelt da. Ans Menschen-Kuscheln hat sie sich auch allmählich gewöhnt, da gibt es aber immer noch Momente, in denen sie kurz zurückzuckt, wenn man außerhalb des Hundeknigges was anstellt - aber, da muss sie durch....da wird dann von mir einfach unbeeindruckt weitergemacht.


    Und jetzt zu Deiner Frage, Judith.
    Körperarbeit mit Angsthunden
    Ich fange jetzt nicht bei Adam und Eva in Sachen Feldenkreis an, sondern starte mit der Feststellung, dass viele Lebewesen (Menschen oder Tiere) sich oft gar nicht ihres eigenen Körpers richtig bewußt sind. Das ist dann das "Selbstbewußtsein" im wahrsten Sinne des Wortes, im körperlichen Sinne halt. Das sind z. B. die Pferde, die immer wieder an der Boxentür hängen bleiben, weil sie die Ausmaße ihres eigenen Körpers nicht wahr nehmen. Oder eben Panik-Hunde, die schnell schnell an irgendwas vorbeischießen...


    Indem man den Tieren dabei hilft, ihren Köwper bewußt wahrzunehmen, verschafft man ihnen tatsächlich auch die Möglichkeit "geistig" zu wachsen und selbstbewußter im Sinne von selbstsicher zu werden.


    Dies ist mit ein Grund, warum Geschirre für Angsthunde oft die bessere Wahl sind - sie umrahmen den Körper des Hundes und vermitteln ihm ein Gefühl für sich selbst. Ähnliches wird mit den Körperbandagen simuliert.


    Indem ich nun mit einem unsicheren Tier Übungen mache, die vom ganzen Ablauf her anders sind, als das, was allgemein bekannt ist, kann ich extrem positiv auf die Selbstwahrnehmung eines Tieres einwirken.


    Dazu gehören die Übungen, die von Linda Tellington Jones im Buch "Tellington-Training für Hunde" sehr gut beschrieben sind. Eine davon ist das Überwältigen von "Besenstielhindernissen". Eine Übung, die ich für Hunde- und Pferdepatienten mit neurologischen Ausfällen gerne benutze.


    4 - 5 Besenstiele werden zunächst flach in einem Abstand voneinander hingelegt, den der HUnd bequem bewältigen kann.


    Der Hund wird in orthopädisch schlechter Haltung des Hundeführers mit dem Zeigefinger vor der Nase (weil ich das häufig mache, bringe ich den Hunden bei, einer Reitgerte statt Finger zu folgen, dann kann ich im Verlauf aufrecht gehen) angeregt, diesem Finger zu folgen und langsam (der Finger lockt und bremst gleichzeitig) die Besenstiele zu übersteigen.


    Hilfreich ist es, dem Hund aktiv zu vermitteln, dass er sich die Besenstiele ruhig ansehen soll, je tiefer dr HH sich selbst in Richtung Stiel bückt, desto tiefer nimmt hund ebenfalls seine Nase. Das macht man ein paar Mal, bis der Hund das Grundprinzip verstanden hat. Dann übt man immer noch bei flach liegenden Stangen das Anhalten "mitten im Hindernis". (flache Hand + Kommando)Wenn also die Hinterfüße noch vor einer Stange stehen, über die die Vorderfüße schon drüber sind.
    Auch das ein paar Mal, bis das Prinzip beim Hund sitzt.


    Dann geht man dazu über, die Stangen an einer Seite höher zu legen, die Abstände zu variieren, mal eine Stange rechts hoch, die nächste links, mal zwei hintereinander hoch, dann eine etwas "schräg" zur Richtung und und und - der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.


    Und jetzt lernt der Hund mit Hilfe der Führhand - Zeigefinger heißt voraus, flache Hand heißt Stopp - dieses skurille Hindernis Schritt für Schritt zu bewältigen. Je öfter man den Hund anhalten läßt, desto mehr hat er von der Übung. Es ist auch eine tolle Hilfe, die gegenseitige Kommunikation zu verfeinern, wenn man z. B. jedes Bein einzeln über die Stange treten läßt und dazwischen immer eine kurze Pause einfordert....


    Was bewirkt das beim Hund?


    Ein ungeahnt neues Körpergefühl und ein Lernen in völlig neuen Bahnen.
    Während ein Hund z. B. gerade mit der Vorderpfote über eine niedrige Stange getreten ist, dann Pause macht, dann weitergehen soll, folgt für das Hinterbein erst noch eine hohe Stange - um da nicht alles umzureißen, muss hund sehr langsam und sehr bewußt agieren. Und das ist gerade für Angsthunde, die oft sehr impulsmäßig reagieren eine gute Übung zur Selbstbeherrschung - auch da wieder auf der rein körperlichen UND der geistigen Ebene.


    Mit einer Schißbüxe wie Doba würde ich erst mit weniger Stangen anfangen, vielleicht sogar mit einer bloß, um Chaos bei unverhofften Impulsreaktionen zu vermeiden, sprich Stangensalat. Wenn das Halten und Weitergehen Fuß für Fuß in unterschiedlichen Höhen klappt, würd ich dann erst die Anzahl der Stangen erhöhen.


    Die Besenstiel-Hindernisse sind nur eine Übung, da gibt es noch einige mehr. Bei Interesse...


    Ich hoffe, das war verständlich.


    LG, Chris

    Hallo Friederike,
    Ich bin Intensiv-Pflegekraft und als vor einigen Jahren im Rahmen einer MRSA-Kampagne Nasenabstriche bei uns Mitarbeitern durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass ca. 30% (nagel mich jetzt nicht auf genaue Zahlen fest, aber so grob um den Dreh) MRSA-positiv an der Nasenschleimhaut waren - sprich, Träger, aber nicht erkrankt.


    Von uns hatten fast alle Kinder, Haustiere, eben auch Hunde und es gab trotz diverser OP`s bei den Hunden und Kindern/anderen Familienangehörigen keine Infektionen mit MRSA.


    Angehörigen von MRSA-Trägern wird nur zu einer ganz normalen Hygiene geraten. Angehörige von MRSA-Erkrankten z. B. mit offenen Beinen, in denen der MRSA "sitzt", sollen ihre Hygiene-Maßnahmen erweitern, indem sie bei der Versorgung der Wunde Handschuhe tragen, den Müll zeitnah entsorgen und im Anschluß die Hände desinfizieren.


    Ist jemand Träger von MRSA (da wäre dann wichtig zu wissen, wo der Keim sitzt, am häufigsten in der Nasenschleimhaut) und hat einen frisch operierten Mensch/Hund zuhause, würde ich mich an die klinischen Gegebenheiten anpassen und als Träger so lange im direkten Umgang mit dem Operierten einen Mundschutz tragen und VOR jedem Kontakt mit dem Patienten die Hände desinfizieren. Solange, bis die OP-Wunde definitv zu ist. Danach sind normale Hygienemaßnahmen ausreichend - dass man niemanden ins Gesicht niest, versteht sich, denk ich, von selbst.


    Was ich nicht machen würde: mit einem operierten Hund, bei dem die OP-Wunde noch nicht absolut zu ist, in einem Altenheim Besuchsdienst machen - dort ist die Träger-Rate an MRSA besonders hoch.


    In einer Studie über Freigänger-Katzen wurde übrigens ebenfalls eine sehr hohe MRSA-Trägerrate festgestellt. Die Gründe dafür blieben im Unklaren, z. T. handelte es sich um halbwilde Katzenpopulationen.


    HTH, Chris

    Hallo Leela,
    nee, so falsch hab ich das gar nicht verstanden.... Bei uns beiden sind wohl nur die Grundvoraussetzungen sehr unterschiedlich, z. B. was das an der Leine laufen angeht. Meine Hunde laufen lediglich an der Leine, wenn sich das aus der Situation heraus ergibt (z. B. Spaziergänger, etc.) - ich muss nicht fast grundsätzlich mit meinen Hunden an der Leine spazieren gehen. WENN dann die Leine dran ist, sind außer dem an mir orientierten Mitlaufen an locker durchhängender Leine keinerlei sonstige Aktivitäten hündischerseits angesagt....


    Sprich, meine Hunde sind nahezu überwiegend im Freilauf mit mir unterwegs - oft und gerade bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf unserem Land. Aber auch da muss der Freilauf nicht bedeuten, dass sich 4 Hunde an unterschiedlichen Schnupperstellen festschnuppern.... Wenn wir zu Fuß nach ganz hinten zur Zaunkontrolle unterwegs sind, laufen alle frei mit und halten sich in einem an-ritualisierten Aktionsradius von ca. 20 m um mich herum auf.... den sie nach einiger Zeit des Übens mit dem Wort "weiter" selbständig einhalten... für einen Hund, der in einer Gruppe unterwegs ist, um "irgendwas zu erledigen" ist es ein normales Verhalten, selbst darauf zu achten, den Anschluss zu halten... ganz ohne mühsam ausgedachte Lehr-Methoden....Wenn ich als Hundeführer zielstrebig losmarschiere, folgen meine HUnde mir ebenso zielstrebig - durchaus mal mit einem kurz-drüberschnuppern irgendwo, dann aber husch husch, um den Anschluss nicht zu verpassen...


    Ganz anders, wenn wir nur so über die Wiesen schlendern. Dann haben die Hunde "frei" und können ihren Spaßfaktoren nachgehen... Aber auch da achten sie auf mich und lassen den Abstand nicht zu groß werden...


    Meine Hunde haben gelernt, dass es einen Unterschied zwischen "Arbeit" und "frei" gibt. Das macht es ihnen leicht. Mir auch.


    Und DAS ist es, was mich bei Deinen Schilderungen vom Sitz bei Schnupperversuchen so verwirrt - wenn der Hund zielstrebig mit Dir irgendwo hinlaufen soll, soll er das tun, ohne rumschnuppern zu wollen, (und ohne fürs nicht-schnuppern belohnt zu werden, das ist in diesem Moment eine Selbstverständlichkeit) wenn ihr zum Spaß durch die Gegend marschiert, warum sollte der Hund dann nicht einfach seinen Spaß haben... Alle 2 Meter (dramaturgische Überteibung! :D ) zwischen Arbeit und Spaß wechseln, klingt für MICH verwirrend...


    Das Sitz in diesem Moment halte ich für ungünstig, weil für den Hund nicht verständlich... ein "weiter" hieße: "Jetzt nicht, wir haben zu tun" und wäre für den Hund schlüssiger - finde ich. Das Sitz liest sich für mich als relativ willkürlich gewählt und für den Hund schwieriger zu ritualisieren, weil es nicht wirklich zur Situation paßt... Kein Hund in der Gruppe unterwegs setzt sich plötzlich hin.... Sondern, wenn die anderen zielstrebig weitermarschieren "Alter, wir haben zu tun!" - saust er hinterher...


    Deshalb empfinde ICH das Sitz in dieser Beispiel-Situation mitsamt der Umweltbelohnung schnupppern hinterher als unglücklich gewählt...


    Und denke, dass Du mit einer anderen Herangehensweise schneller und schlüssiger und somit leichter zu ritualisierend ans Ziel kommen könntest.


    LG, Chris