Beiträge von McChris

    Hallo,
    ich bin ja auch Pferde- und Hundehalter und kann verstehen, dass Du Ausritte mit Pferd und Hund ins Programm einbauen möchtest. Mit einem aufeinander eingespielten Pferd-Hund-Gespann ist es einfach nur toll....


    Ich kann mir vorstellen, dass Du in Deinem Eifer einige Ausbildungsschritte übersprungen hast...Mit 10 Monaten ist Dein Hund für einen langen Ausritt mit Pferd eh noch zu jung - das wurde in anderen Beiträgen bereits angesprochen - also hast Du doch jetzt noch alle Zeit der Welt, Deinem HUnd die Grundlagen für einen Reit-Begleithund beizubringen.


    Euch fehlen einfach noch ein paar Grundlagen fürs Miteinander zwischen Pferd und Hund, damit irgendwann, wenn der Hund körperlich ausgereift ist, gemeinsame Ausritte zu einem schönen Erlebnis werden können.


    Theoretisch ist es gar nicht so ein großes Problem, den Hund vom Pferd aus an einer Leine zu führen (eine merothische Hundeleine, die auch vom Pferd aus angelegt werden kann, ist z. B. sehr hilfreich), WENN der Hund vorher vom Boden aus gelernt hat, dass er den Weg des Pferdes nach vorne nicht kreuzen darf. Das kann man auch bereits mit einem jungen Hund in aller Seelenruhe in altersgerechten Zeitabschnitten üben, möglichst mit einem Helfer, der entweder auf Deinem Pferd sitzt oder es führt, während Du mit dem Hund das in der Nähe des Pferdes mitlaufen übst.... Viele Hunde trauen sich anfangs entweder gar nicht so nah an ein Pferd ran, so dass sie die Mitlauf-Distanz zu sehr vergrößern, oder sie haben so überhaupt gar keinen Respekt vor den Pferdebeinen, dass einem Angst und Bange wird.... Auch die Pferde müssen erst einmal lernen, den Hund als Partner zu aktzeptieren und in Ausnahmefällen daruaf zu achten, dass sie nicht versehentlich drauflatschen....


    Der denkbar ungünstigste Weg ist es, einfach draufloszureiten... Sich auf zwei völlig verschiedene Lebewesen gleichzeitig einzustellen, ist Schwerst-Arbeit, mit einem jungen HUnd, der dann auch noch entdeckt hat, dass Du vom Pferd aus kaum noch Einwirkungsmöglichkeiten auf ihn hast, artet es schlimmstenfalls in eine absolute Katastrophe aus....Und versaut Euch die bisherigen Ausbildungserfolge vom Boden aus....


    Um Deinen Hund auf normal lange Ausritte mitzunehmen, hast Du noch ca. 8 Monate Zeit, die Du nutzen kannst, um an den Grundlagen zu arbeiten - zu diesem Thema gibt es mittlerweile schon so viel Literatur, da wirst Du sicher fündig werden und vielleicht überrascht sein, mit WIE kleinen Schritten man anfängt....


    Fang nochmal ganz in Ruhe, in kleinen Schritten von vorne an, dann könnt Ihr mit eine wenig Disziplin im nächsten Sommer schon die ersten kurzen entspannten Ausritte miteinander unternehmen....


    Liebe Grüße, Chris

    Hallo,
    MIR wird das jetzt zu kompliziert. Ich oute mich einfach als jemand, der vieles, was meine Hunde jeden Tag als Leistung bringen, ab einem bestimmten Punkt als selbstverständlich ansieht. Was dann tatsächlich nicht mehr zu Super-Belohnungen führt, sondern entweder nur abgenickt (mehr so als "Ich hab es gesehen!"), verbal bestätigt wird (dann muss es schon meisterlich gewesen sein) oder - falls ich noch einen Futterbrösel in meiner Jackentasche finde - in Ausnahmesituationen (Podenco läßt sich problemlos von aufspringenden Hasen abrufen) dann auch tatsächlich mal mit dem ganz normalen TroFu belohne...wenn ich keins finde, dann wird geknuddelt und sich gefreut, weil ich dann auch super-stolz auf den Hund bin.


    Mir ist nicht ganz klar, wieso ich Dinge, die funktionieren, so (für MICH) verkomplizieren soll, indem ich mir (bei 5 Hunden wird es dann kriminell) ausdenke, was jetzt an Umweltbelohnung für jeden einzelnen in Frage kommt - vor allem entfernt sich dieses Vorgehen für MICH zu weit von der Alltagstauglichkeit.


    Hunde stellen ja untereinander auch gewisse Regeln auf - aber die Einhaltung wird nicht belohnt in Form von "wenn Du meinen Liegeplatz in Ruhe läßt, darfst Du dafür an der Ecke schnuppern", das "läuft" dann einfach...über das "Dann hast Du Deine Ruhe"-Prinzip und wird vielleicht noch mal nacherinnert... Das ist doch ihre Art der Verständigung, die sie verstehen und nachvollziehen können. Warum soll ich es als Mensch dann im Alltag so ganz anders machen als Hunde untereinander?


    Auf das genannte Beispiel "hund will irgendwo schnuppern" und mir paßt das grad nicht in den Kram, aus welchem Grund auch immer, angewandt, gäbe es bei mir ein "Nein" ggf. noch ein "weiter" als Alternative zu Hundis Handlungseinfall und das wärs dann gewesen.


    Mir ist nicht klar, was ich da belohnen sollte. Meine Hunde führen das Nein zuverlässig aus, wissen, was es bedeutet und dementsprechend handeln sie dann. WENN sie schnuppern dürfen, dann dürfen sie schnuppern.


    Ich arbeite nicht nur mit positiver Bestätigung - ich "ahnde" Fehlverhalten meiner Hunde verbal, z. B. per "NA", "Laß das" oder "angewandter Stimm-Modulation" in Form eines etwas schärferen tonfalls oder blockiere einen drängelnden Hund auch mal mit ausgestrecktem Bein - das sind keine Grobheiten, sondern Hinweise für den Hund, dass das, was er da tut nicht in Ordnung ist.


    Leela, Du hast irgendwo geschrieben "wenn Dein Hund Dich zum nächsten Baum schleifen will, dann bleibst Du stehen und wenn sie dann aufmerksam ist, darf Dein Hund dort hin"


    Da würde ich an einer ganz anderen Stelle ansetzen. Leine ist Leine und da wird nicht gezogen und wenn Frau Merkel selbst da hingepinkelt hätte.
    Punkt.


    Ich kenne die Theorie, dass Lob und Bestätigung nur für die letzte Tat des Hundes gelten... Aber das ist für mich nur eine Theorie. In meinen Augen lernt Dein Hund - ich will da hin *zerr*, ok, sie hat´s kapiert, jetzt guck ich treudoof und zack - da bin ich, wo ich hin wollte....


    Ich glaube nicht, dass das Lernverhalten von Hunden so kompliziert ist, wie "man" uns immer weiß machen will... Ich verstehe nicht, wieso ich einem Hund, der zu einem Grashalm will, ein Sitz abverlangen soll und ihn dann da als Belohnung hinschicke... Ich wollte vorher nicht, bevor der Hund den Grashalm entdeckt hat, dass der Hund Sitz macht, warum sollte ich mir eine vollkommen "sinnlose" Beschäftigung ausdenken...Entweder ich hab Zeit und kann den Hund schnuppern lassen oder eben nicht...


    Je mehr ich über die verschiedensten Ausbildungsmethoden lese, desto mehr glaube ich, dass wir Menschen einfach viel zu viel an den Hunden rum-kommandieren - dass was Judith/rhaba über Ritualisierung geschrieben hat, macht für MICH mehr Sinn. Denn viele eingeübte Handlungsabläufe spielen sich vollautomatisch im Laufe der Zeit ein, wenn ich als Hundeführer in bestimmten Momenten immer die selbe Handlung vom Hund erwarte. (Sich Hinsetzen, wenn der Mensch irgendwo stehen bleibt, sich in einem bestimmten Aktionskreis um den Menschen aufhalten, die Leine als Begrenzung akzeptieren und selber - Hund jetzt - dafür Sorge tragen, dass die Leine immer locker bleibt, usw...)


    Ich glaube, wir Menschen verwirren unsere Hunde manchmal regelrecht mit der Kommando-Überflutung....


    MEIN Ziel bei jeglicher Hundeausbildung ist: Je gehorsamer der Hund ist, desto mehr Freiheiten kann ich ihm einräumen. Mein Ziel ist nicht die Ausbildung selbst...


    Wenn ich im Text MEIN, MIR und so groß schreibe, soll das bedeuten, dass ich mir im klaren darüber bin, dass es da auch andere Meinungen zu gibt, die ich auch keinem ausreden möchte, sondern ich möchte nur mal erwähnt haben, dass es auch "einfacher" geht....


    LG, Chris

    Hallo Zwerglöwe,
    ist es nicht fast "normal", dass jetzt im Moment ganz besonders die Erinnerungen hochkommen?


    Laß Dir und Deinem "Neuen" einfach ein wenig Zeit. Wir kriegen das immer prima hin, unseren Hunden bei allem Möglichen Zeit zuzugestehen, besonders, wenn es um die Bindung geht. Warum soll das bei uns Menschen so anders sein.


    Bei uns ist im April unser Doggerich Ares gestorben, im Juli kam Doba zu uns - und sieht auch noch sehr ähnlich aus.... Da kam auch so einiges hoch...Den einen wie blöd zu vermissen, heißt nicht, dass man den anderen nicht doch lieben kann.


    Sieh es einfach so, dass der Kleine Dir bei der Trauerarbeit hilft - irgendwas muss da ja noch unverarbeitet vor sich hin geschlummert haben....


    LG, Chris

    Hallo Ihr´s,
    um dem Eindruck vorzubeugen, dass bei unseren Hundis alles wie am Schnürchen läuft, möchte ich hier mal meine täglichen 5 Minuten Inkonsequenz ins Spiel bringen und Euch gleichzeitig fragen, ob Ihr "sowas" auch kennt...


    Bei uns sind es die ca. 5 Minuten vorm abendlichen Füttern, in denen das Futter vorbereitet wird - das ist DAS Höllenspektakel aus Kläffen, Unruhe, Winseln und Quieken.... Das hat sich mitterweile einfach "verselbstständigt" und wir haben nach langen Bemühungen schlichtweg aufgegeben...


    Los, ich will die Wahrheit wissen! Steh ich mit der anfallsweisen Inkonsequenz allein auf weiter Flur?


    LG, Chris

    Hallo,
    wir haben mal in einer ähnlichen Situation einen zu großen Trichter genommen,in den man dann allerdings noch per Cutter Schlitze zum Schließen für den ja viel kleineren Halsumfang "schnipseln" musste. Die Kanten waren recht scharf, die wurden noch glattgefeilt...


    Bei unserem Yorkie hat es aber dann genügt, die Außenkante des Trichters mit Duck-Tape mehrlagig zu umkleben - das vergrößerte den Abstand zur Rute (in der er nach Autounfall Sensibilitätsstörungen hat und deshalb phasenweise zum Knabbern neigt) um genau die paar fehlenden Millimeter....


    LG, Chris

    Hallo Karuma,
    ja das ist der Haken an solchen Medien hier - man kann vieles auch anders als gemeint verstehen.


    Was Mäntel und so angeht - im ersten "deutschen" Winter hat unser Janosch auch einen Mantel gebraucht, da hat er einfach immer nur gefroren, mittlerweile ist es aber ohne auch ok, da muss ich halt nur drauf achten, dass er nicht zu lange in der Gegend rumsteht...Und im vollen Podenco-Flug ist Schnee einfach nur toll...


    LG, Chris

    Hallo,
    was mir gerade so auffällt - wir beschäftigen uns hier gerade überwiegend damit, was der Hund als Motivation braucht. Vielleicht hat des Rätsels Lösung ja viel mehr damit zu tun, wie wir als Hundeführer dem Hund unsere Begeisterung über seine Leistung vermitteln können...


    Also das, was Staffy als Authentizität in die Diskussion eingebracht hat. MIR fällt es am leichtesten, meinen Hunden in ruhigem Ton verbal und auch körpersprachlich nahezulegen, was ich von ihnen grad erwarte. Beides als positive oder negative Verstärkung möglich.


    ICH habe damals mit dem Podenco dagestanden und kam mir total bescheuert dabei vor, mit dem Quietsche-Schwein zu quietschen - mein schauspielerisches Talent geht unendlich gegen Null - was hat der Podenco also aus dem Gequietsche gelernt? ER fands ja im Grunde toll, aber ICH war nur mit halbem Herzen dabei.... Das Gequietsche hat sich irgendwann "abgenutzt", weil mein Hund keine ECHTE Begeisterung bei mir spüren konnte.... Also musste der Reiz immer größer werden...


    ICH finde es auch verhältnismäßig lästig, wenn ich vor jeder Aktion mit den Hunden nachsehen sollte, ob die Leckerlis noch ausreichen... Die Zeit mit dem Käse für unseren Neuzugang hab ich schon allein deshalb auf das Minimum begrenzt - ich kann genau so lange gut mit Leckerlis arbeiten, wie ich davon überzeugt bin, dass sie jetzt wirklich für uns nützlich sind... Also z. B. in Sachen Gegenkonditionierung beim Angsthund. Ab dem Moment, wo die ersten tiefergehenden Erfolge da sind, schwenke ich auf das um, was mir viel eher entspricht. s. o.


    Deshalb kommt mir das, was hier im Thread so deutlich wird - nämlich das jedes Mensch-Hund-Team da seinen eigenen Weg hat - auch sehr einleuchtend vor.


    Hunde sind Weltmeister in der non-verbalen Kommunikation und ich weiß, das meine Hunde ohne materielle Zutaten einfach wissen, dass jetzt alles ok ist - indem sie meine Körpersprache und Tonlage genau so "lesen", wie ich ihre....


    Durch das gemeinsame "Arbeiten" draußen ist bei uns die Kommunikation ganz anders geworden, ich bin auch gar nicht so sehr der "Befehle Verteiler", sondern ich unterstütze und bestätige die oft sehr kreativen Lösungsansätze der Hunde für besondere Situationen und überlasse ihnen in der Team-Arbeit einen Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Aufgabe.


    Die gemeinsame Aufgabe scheint eine derartige Motivation für meine - doch vom Wesen sehr unterschiedlichen Hunde - zu sein, dass es beim "Arbeiten" schnurzpiepegal ist, ob ein Fremdhund am Zaun entlang kommt... 20 Minuten später, beim "blossen" Spaziergang, bekommt dieser Fremdhund ganz plötzlich eine ganz andere Aufmerksamkeit.


    Ich glaube, dass in der Authentizität und in der gegenseitigen Vertrautheit der Schlüssel zu einem guten Mensch-Hund-Team liegt, die einzelne Methode ist dabei zweitrangig.


    LG, Chris