Wenn du ein umzäuntes Revier und den einen oder anderen unvorsichtigen Nager zu bieten hast, und, wie es immer so schön heißt, "die Herausforderung liebst", kann der Zwerg sicher auch bei dir ein prima Leben führen. Das ist ja nun kein asoziales Monster, nur ein toller Hund mit einem etwas eigenwilligen Begriff von Eigentum und beruflichen Aufgaben.
Unser alter Freund überstand die Jahre als Großstadt-Familienhund jedenfalls problemlos (was man von einem Teil seiner Umgebung nicht so sagen kann) und fand sein totales Glück, als seine Besitzerin extra für ihn weit aufs Land zog und ihre Pferde ans Haus holte. Von da an hatte er den Stall nagerfrei zu halten und täglich zwei Hektar Revier gegen die vorbeigetriebenen Kühe zu verteidigen, die zu seinem großen Kummer leider bald nicht mehr doof genug waren, ihm die Nase zugriffsbereit durch SEINEN Zaun zu stecken.
Ansonsten ging er ganz normal, friedlich und leinenfrei spazieren, solange die Dorfhunde nicht auf blöde Gedanken kamen. Die hatten aber alle einen Höllenrespekt vor ihm, und dann war er herablassend freundlich zu allen und jedem. Und da es noch andere Zeiten waren, akzeptierte auch die menschliche Umgebung, dass er eben so war, wie er war. Ansonsten lag er zufrieden auf dem Sofa und wurde fast 20 Jahre alt.
Das ganz große, gezielte Bespassungsprogramm hat er, glaube ich, nie vermißt - es gab ja notfalls immer noch den Briefträger....