ZitatWenn ich sein Verhalten mitbekomme (er ist schon auch mal alleine im Garten, da bekomme ich es nicht immer mit), dann steckt er nach kurzem Melden schon zurück, bzw. ich schicke ihn weg, aber meine Tochter zB kann bei ihm gar nichts ausrichten.
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Wenn Du dabei bist schützt Du den Garten - es ist Deiner.
Dein Hund braucht sich da um nix zu kümmern.
Der Punkt scheint ja funktionieren?! Dein Hund orientiert sich an dir, wenn du dabei bist, oder?
Ich habe einen Aussie, der auch gerne wacht. Bei ihm achte ich sehr darauf, dass er sich an mir und meiner Einschätzung der Situation orientiert. Da fließt sicher vieles rein. Es geht um eine Art "Grundvertrauen" in die Fähigkeit des Menschen, die Dinge im Griff zu haben. Trotzdem meldet er mit Inbrunst vermeindliche Gefahr. Er meldet dem Rudel, da ist was. Das Problem bei einem Hund, der alleine im Garten ist, ist dass er keine Rückmeldung bekommt. Er meldet, aber niemand kommt und sagt, was eine angemessene Reaktion ist und ob es sich wirklich um eine Gefahr handelt. Der Hund ist also gezwungen, selbst zu agieren und zu entscheiden. Und je öfter er in diese Situation kommt, umso mehr festigt sich seine Einsicht, dass nur er zuständig ist und selbst handeln und entscheiden muss. Grisu übernimmt die Aufgabe des Wachens sehr engagiert, er würde auch weitergehende Aktionen übernehmen, wenn er dächte, es ist seine Aufgabe und dient dem Rudel.
Da ich mit Schutztrieb/Wachtrieb gerechnet habe, habe ich ihn als Junghund nie alleine gelassen in Situationen in denen er meldet. Ich finde auch erschrecken/rügen eher kontraproduktiv. Der Hund meldet, dass dort Gefahr sein könnte. Die meisten Hunde sind froh, dann ein Feedback, eine Einschätzung oder Rückendeckung zu bekommen. Stell dir vor, du bist ein Kind und bemerkst etwas, was dir Angst macht. Du rufst zu deiner Mutter: "schau mal, da ist was, das könnte gefährlich sein". Deine Mutter ignoriert dich --> du musst dir selbst Strategien überlegen. Deine Mutter schimpft mit dir --> du hast keine Ahnung warum... Und bei einem Hund mit Wachtrieb kommt hinzu, dass er mit zunehmendem Alter nicht mehr ängstlich meldet, sondern an Selbstvertrauen gewinnt und die Situation durchaus gerne selbst löst.
Das Ziel sollte sein, dass du deinen Hund ernst nimmst, ihm vermittelst, du hast alles im Griff, kümmerst dich und kannst alle Situationen richtig einschätzen. Dann wird dein Hund mit etwas Glück beim melden bleiben, sofern du dabei bist.
ZitatBei uns geht das Bellen ja nicht den Fremden direkt gegenüber, er bellt auhc in der Wohnung wenn unten an der Straße jemand vorbei läuft. Also wo soll er es mit den Menschen verknüpfen wenn ich genau dann die Discs werfe wenn er Bellt?
Er bellt, weil er etwas hört. Er hat durchaus eine Vorstellung davon, worum es sich handeln könnte. Sein ganzes Denken, seine ganze Konzentration ist auf diese Situation und das Geräusch gerichtet. Und da genau dies sein Denken beherrscht, wird er den Schreckreiz auch mit ziemlicher Sicherheit damit verbinden. Er denkt ja nicht, ich belle gerade...