Beiträge von mairi

    Ich denke, man kann die Erwartungshaltung dann noch durch die Wertigkeit des Verstärkers steuern, also halt nichts extrem hochwertiges nehmen. Und wenn das Verhalten quasi unter Signal gestellt ist ("Wo ist der Hund?") kann man es ja auch gezielt abfragen und so die Erwartungshaltung steuern.


    Interessehalber, @Hummel, was wäre denn die Intention, das bei einem freundlich-neutralen Hund anzuwenden?

    aber vergisst dabei dass der Hund auch ohne diesen ganzen Hickhack geschafft hat, Jahrtausende an der Seite des Menschen zu überleben.

    Vor Jahrtausenden oder Jahrhunderten, eigentlich bis zu vor nicht allzu langer Zeit, waren die Umweltbedingungen aber auch noch andere.
    Heute leben wir dicht an dicht in Städten. Selbst irgendwo auf dem platten Land ist in den meisten Fällen eine Straße nicht weit weg. Die Anforderungen, die das an eine Hundehaltung stellt, bei der weder Mensch noch Tier zu Schaden kommen sollen, sind doch ungleich höher.


    Hinzu kommt: Die Einstellung zum Hund hat sich vom Nutztier hin zum Familienmitglied geändert. Klar, früher lungerten die Hunde vielleicht zum Bewachen vorm Haus rum, entweder an der Kette oder sie gingen auch mal streunern. Wenn zu krank oder vom Jägern erschossen oder überfahren, war das halt auch "normal". Da haben wir heute zumeist - die meisten Haustiere werden ja vorrangig zu Erfüllen emotionaler Bedürfnisse ihrer Menschen gehalten, was ich persönlich nicht verwerflich finde - andere Wertvorstellungen.


    Das insgesamt macht eine größere Einflussnahme des Menschen auf das Verhalten des Hundes schon nötig, finde ich.


    Dass man durch gut gemeintes, aber unpassendes, falsches, übertrieben häufiges "kommerzielles Erziehungsgedöns" (nicht umsonst sind ja die klassischen "10 Welpen toben eine Stunde lang übern Platz"-Welpengruppen mittlerweile sehr kritisch gesehen) auch einiges falsch machen bzw. verschlimmbessern kann - darüber sind wir uns wahrscheinlich alle im Klaren.


    Aber halt: Irgendwo leben die Hunde in unserer Menschenwelt und in dem Maße, wie diese sich verändert, ergibt sich irgendwo auch ein gewisser Anpassungsdruck für Hundeverhalten.


    Das kann man in manchen Ausprägungen schon sehr kritisch sehen. Mir fällt an dieser Stelle z.B. der Bericht von @Theobroma zur Situation der unkastrierten Hunde in GB ein, den man überspitzt mit "Es gibt sie nicht" (zumindest in urbanen Gegenden) zusammenfassen kann. Da zeigt sich, finde ich, schon sehr deutlich, was viele der hundehaltenden Menschen wollen: Unkomplizierte, nette Hunde. Und wenn es Möglichkeiten (in dem Fall medizinische) gibt, dann werden die genutzt.

    Ich find es extrem schwierig eine Antwort darauf zu finden, was normal ist.

    Geht mir auch so. Bzw. sind "normal" und "man sollte trotzdem eingreifen" ja auch noch mal unterschiedliche Dinge.


    Wenn man z.B. Spielverhalten nimmt. Da gibt's Hunde, für die rasse-/charakterbedingt eher robustes Spielen "normal" ist. Trotzdem lässt man es dann ja nicht laufen, wenn die auf ein Gegenüber treffen, das mit körperlich-lautem Spiel so gar nichts anfangen kann und der robuste Spieler es nicht schafft, sich auf sein zaghafteres Gegenüber einzustellen.


    Oder: Ich sammle meinen Rüden meistens ein, wenn wir mit seinen besten Hundefreundinnen unterwegs sind und anderen Hunden begegnen. Der findet das manchmal nämlich nicht so witzig, wenn andere Hunde was von seinem Mädel wollen. Total normales Verhalten würd ich sagen - aber ich möchte trotzdem nicht, dass er nun meint, Fremdhunde vertreiben zu dürfen. Wenn das in einer Klopperei endet, ist das nun keine wertvolle Lernerfahrung.


    Aber - da sind wir dann bei den Erwartungen, die die meisten Leute bei Fremdhundbegegnungen haben: Alle müssen schön lieb sein, wer es nicht ist (also, wer laut wird, vertreibt, etc., die ganzen leisten Bedrohungen werden ja häufig nicht wahrgenommen), ist asozial.


    Ich denke, ein Problem heute kann schon sein, dass offensiv agonistisches Verhalten bei Hunden im Allgmeinen sehr ungern gesehen wird. Der Hund, der knurrt, laut wird, maßregelt, abschnappt ist der Böse, Unsoziale.


    Aber die Schwelle, was man laufen lässt und wo man eingreift, ist bei mir bei Fremdhunden* deutlich niedriger. Ich kenne die Leute nicht, ich kenne die Hunde nicht. Ja, manchmal entwickelt sich im Gespräch dann ja schon eine Idee, wie die Leute ticken, inwiefern sie ihren Hund einschätzen können und man kann entsprechend agieren - aber die Erfahrung zeigt, dass die Leute entweder wissen, dass ihr Hund z.B. bei Fremdhunden eine kurze Zündschnur hat und entsprechend managen, oder eben glauben, ihrer hat (wegen Dominanz und "die regeln das unter sich" die Lizenz zum Benehmen wie offene Hose.


    (Andersrum geht's auch: Neulich waren wir mit unseren Nachbarn Gassi, 1 1/2-jähriger hormongeplagter Jungspund und Frauchen. Treffen auf ältere Dame (seit Anbeginn der Zeit Hundehalterin und -züchterin) mit älterem Hund, die sich vehement dafür eingesetzt hat, dass der Jungspund den Althund besteigen und bedrängen durfte und der Alte ihm schon sagen müsse, wann genug sei. Erzählte uns dann noch die schöne Story, wie dieser Hund seinerseits in seinen Welpenzeiten einen im Haushalt lebenden erwachsenen Hund zwei Stunden nerven durfte, bis dem älteren dann mal der Kragen geplatzt ist.)


    *Abstufungen bei der Definition "was ist ein Fremdhund" gibt es für mich da nach: Haushaltsmitglied (kennt man, kann man einschätzen, entsprechend weiß man, was man laufen lassen kann oder wo man schnell unterbrechen muss), sehr gute Hundefreunde (gilt im Grunde das Gleiche wie für Haushaltsmitglieder), Hundebekanntschaften (die (noch) keine guten Freunde sind oder die man nur sporadisch trifft) und eben gänzlich unbekannten Hunden. B

    Ganz ganz viele Leute spüren es, aber sie haben keinen Mut.

    Ok, Bauchgefühl haben und danach auch handeln (können) sind sicher noch mal unterschiedliche Ebenen.


    Aber das ist es eben: Das Bauchgefühl kann einen auch trügen. Wenn mein Auto ein komisches Geräusch macht, dann sagt mir mein Bauchgefühl vielleicht, dass was mit dem Motor ist. Geh ich in die Werkstatt und die sagen mir, dass was mit der Schaltung ist - argumentiere ich dann dagegen? Oder denk ich eher, dass die ja nun Ahnung und Ausbildung haben und entsprechend "wissen" werden, was mit dem Auto ist. Entsprechend geht es vielen Leuten, die in Hundeschulen und -vereine gehen und auf die Kompetenz dort vertrauen.


    Nun sind Autos natürlich keine Lebewesen und man braucht für den Umgang mit ihnen recht wenig Empathie. Weiter oben schrieb jemand, Bauchgefühl habe mit Empathie und Sich-Hineinversetzen-Können zu tun.


    Sicherlich auch. Nur fällt uns das schon bei unserer eigenen Spezies manchmal verdammt schwer - wie wahrscheinlich ist es, dass es da bei einer fremden Spezies immer gut klappt? Bzw. ist auch da Wissen und entsprechende Interpretation gefragt: Ich bin empathisch und liebevoll und deswegen sagt mir mein Bauchgefühl, dass der Hund nach erfolgreichem Rückruf einen fetten Kuss auf den Kopf kriegt?


    Ganz weit hergeholt ist das nicht - sind die am häufigsten bzw. mit den heftigsten Folgen von Hunden Gebissenen nicht die ganzen 5-jährigen Mädels, die den Hund herzlich umarmen und ihn dann im Gesicht hängen haben? Bei denen kann man ziemlich gut davon ausgehen, dass das Bauchgefühl noch nicht von Trainern, Hundeforen, etc. geprägt ist...

    Für mich ist Bauchgefühl auch etwas das auf Erfahrungen zurückgreift und das sich entwickelt und weiterentwickelt auf Grund von Wissen, welches man sich aneignet und neuen Erfahrungen, die man macht.

    So ähnlich sehe ich das auch. "Bauchgefühl" sind individuelle/s Wissen, Erfahrungen, Werte, Moralvorstellungen, etc.


    Viel Wissen, viel Hundeerfahrung kann ein super-Bauchgefühl hervorbringen, das es einem ermöglicht, in manchen Situationen "intuitiv" und für diese Situation richtig zu reagieren.


    Wer auf sein Bauchgefühl hört, vertraut darüber hinaus auch sich selbst und seinen Entscheidungen, verhält sich "authentisch", da ist keine Dissonanz zwischen Denken/Fühlen und Handeln, was sich auf überzeugtes, rasches Handeln sicher positiv auswirkt.


    Zusammen damit

    Trotzdem lerne ich immer wieder dazu und so verändert sich auch mein Bauchgefühl.

    heißt das, dass "gutes" Bauchgefühl eine tolle Sache ist.


    Wenn ich allerdings daran glaube, dass mein Hund am Liebsten Alleinherrscher über mich und die Nachbarschaft wäre, der Meinung bin, dass die paar Klapse mir auch nicht geschadet haben und denke, dass Rache ein probates Mittel zur Problemlösung ist, dann sagt mir mein Bauchgefühl halt auch, dass ich den Hund alpharollen muss, das Kind ruhig mal ein paar hinter die Löffel kriegen kann und der Nachbar der so doof parkt ja auch irgendwie selbst Schuld ist, wenn ich sein Auto verkratze...

    Ich möchte einen gesunden, lieben Hund mit dem ich spazieren gehen kann und der mich dazu bringt aktiver in der Natur zu sein.
    Gibt es Anfängerrassen, wo man nicht so viel falsch machen kann? Das wäre meine größte Sorge bei einem Welpe.


    Könnt ihr den Begriff Anfängerhund irgendwie erklären? Es gibt doch nicht DEN Anfängerhund.

    :hust: Du hast doch selber nach einem Anfängerhund gesucht?


    Und nein, meiner Meinung nach gibt es nicht DEN Anfängerhund. Eher gibt es Menschen, die entweder bereit sind, sich sehr auf die Anforderungen eines Hundes einzustellen und sich mit ihm entsprechend befassen möchten, auch wenn des Einschränkungen (im Sinne von: manche Situationen, Dinge müssen gemanaged werden, man muss sich Gedanken machen) bedeutet.


    Und - das ist auch nicht verwerflich - es gibt Menschen, die wollen einfach "nur" einen netten Begleiter, der mit Spaziergängen und "dabei sein" zufrieden ist und mit dem sie maximal im ersten Jahr eine Hundeschule besuchen müssen.


    Dabei ist klar: Auch "einfache" Rassen (einfach in dem Sinne, dass sie auf Zusammenarbeit mit dem Menschen selektiert wurden und ansonsten tendenziell eher gemäßigte Ausprägungen von Jagd-/Wach-/Schutzverhalten mitbringen) brauchen Erziehung und auch dort gibt es Vertreter, die manchmal eben dann doch nicht sooo einfach sind. Aber man kann ja schon ein bisschen nach Wahrscheinlichkeiten gehen - und die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund auf dem Spaziergang die entgegenkommenden Leute stellt ist bei einem Golden Retriever geringer, als bei einem Hovawart.


    Was es mit so hoher Wahrscheinlichkeit nicht gibt, ist die eierlegende Wollmilchsau, die optisch richtig was hermacht, gleichzeitig ab Geburt aber mit lassie-artigen Fähigkeiten daherkommt.


    Ich suche einen mittelgroßen -großen Hund mit langem/weichen Fell. Der hund sollte gerne beim Menschen sein wollen und auch gerne die Nähe suchen.
    Ich habe ein Haus mit Garten wo sich der Hund frei bewegen darf.
    Ich erhoffe mir vom Hund, dass er auch eine Art Therapie für mich ist, weil ich mit gewissen Ängsten zu kämpfen habe und dazu neige mich stark zu isolieren.
    Ich gehe gerne spazieren und genieße die ruhige Auszeit vom Alltag in der Natur, aber alleine macht das nicht allzu viel Spaß und so bleibe ich dann doch oft lieber im Haus.
    Ich kann mir auch sehr gut vorstellen mich "ernster" mit dem Hund zu beschäftigen, also eine Sportart auszuüben, wenn ich und der Hund soweit wären.

    Mal abgesehen vom langen weichen Fell: Wurde der Großpudel schon genannt und empfohlen?


    Ansonsten fiel mir wie @AnjaNeleTeam auch der Berner Sennenhund ein - die sind halt leider gesundheitlich oft nicht so gut (es sieht glaub ich eher desaströs aus bei denen) dabei, da muss man bei der Züchterauswahl schon sehr aufpassen.

    Die Entstehung begünstigt hat möglicherweise auch, dass es im Internet (gerade in Foren, Facebookgruppen, etc.) oft keine gute Diskussionskultur gibt.


    Wie oft liest man sinngemäß einfach nur Aussagen wie "Das musst du soundso machen", "Dieses und jenes ist falsch", "Ich mach seit 20 Jahren dies und das und das funktioniert hervorragend", "Bei XY-Hunden kommt man mit AB-Methoden nicht weiter", etc.


    Keine Begründung, keine Argumente, kein Zusatz, der erkennen lässt, dass es sich um persönliche Erfahrungen, und nicht zwingend um Fakten handelt, einfach nur eine pauschale Aussage. Und oft wird das dann so stehengelassen, akzeptiert, ggf. auch umgesetzt. Weil's wer mit dreihundertdrölfzig Forenbeiträgen geschrieben hat, der schon seit Anbeginn der Zeit Hunde hält und seine Meinung selbstüberzeugt genug rüberbringt.


    Dass man sich von solchen Menschen im realen Leben manchmal schnell überrumpeln und überfahren lässt - schlimm genug. Aber wiederum verständlicher, als wenn das über das geschriebene Wort und asynchrone Kommunikationswege erfolgt, was einem ein kritisches Nachdenken eiiiiigentlich einfacher möglich machen sollten.

    Hat sie ihre Theorie auf den Gassigängen beim Beobachten fremder Hunde entwickelt?

    Ihr ist dann wohl irgendwann eingefallen, dass dieses ganze Wissen schon in ihr schlummerte, da es ihr irgendwann in den 70ern (so um den Dreh) von jemandem (ein gewisser Karl Werner, leider leider auch dann irgendwann bald verstorben) weitergegeben wurde, der für irgendwelche Jäger/Adelshäuser (oder so) Hunde gezüchtet hat, die dann auch irgendwie stellungspassend zusammengestellt abgegeben wurden. Oder so. Einige Zeit war ihr auch entfallen, dass sie im Ausland ja auch wilde Hundegruppen beobachtet hat.


    Ich glaub, die Aussagen, ob man das "Einschätzen" der Position der Hunde lernen kann, wechseln - aber eigentlich ist die Begründerin der Theorie die Einzige, die das zuverlässig kann.

    Und trotz all diesen Wissens sind ihr zunächst nicht wenige gefolgt. Für mich immer noch unbegreiflich.

    Ja, aus humanpsychologischer Sicht ist diese Entwicklung höchst spannend. Manch anderen Persönlichkeiten in der Hundeszene, deren Anhängerschaft sie teils guruartig verehrt, kann man ja zumindest noch eine sehr charismatische Ausstrahlung unterstellen.


    Manche der frühen Anhänger waren vielleicht vom Wunsch gefangen, mit unter den Ersten zu sein, die eine neue Methode praktizieren, vielleicht selber maßgeblich noch was beizutragen, vor allem, wenn man einen der "guten" Hunde hatte oder ganz vorne mit dabei war so ein Stellungsrudel aufzubauen...

    Wurmkur vorher und gut ist...das ist wesentlich sicherer und sinnvoller

    Ja, ich denke, auch wenn man sonst nicht regelmäßig wurmkurt - die Kröte muss man dann vielleicht einfach schlucken.


    (Schlagt mich, aber ich glaub, als Pensionsbetreiber würd ich mir wünschen, dass jeder Hund noch zusätzlich Bravecto intus hat.)


    Generell spannende Frage - welche Ansprüche werden z.B an Impfpass und nötige Impfungen gestellt, mit Zwingerhusten oder nicht, etc.