Hallo PrinzessinMolly,
ich habe vor einigen Wochen in Leipzig einen Nothund kennengelernt, dessen mittlerweile Ex-Pflegefrauchen zufällig mobile Hundetrainerin ist, und deren Umgang mit diesem Hund (Border Collie), der auch schon gebissen hatte, fand ich sehr beeindruckend.
Der Hund ist inzwischen auch gut vermittelt.
Soll ich Dir per PN ihre Mailadresse schicken?
Und zur Methode der anderen "Tierquäler":
Ich singe nicht, ich fasse es so in Worte: "Hund, Du gehst mir sowas von auf den Geist, lass es!!"
Auch ich habe mit Madame Cattle-Dogge das Problemchen, dass sie genau weiß, wo ihre diversen Feinde wohnen, und auch sie pumpt sich schon gefühlte Kilometer vorher voller Vorfreude auf, egal, ob der jeweilige Hund da ist oder nicht.
Nur: Ich raunze sie an, wenn es mir zu viel wird, und seit ich sie ein paar Male in voller Absicht und wortlos über den Haufen gelaufen habe, als sie vor mich sprang, weiß sie ganz plötzlich wieder, wie man als bester und klügster aller Hunde gesittet am Verweilort von solch niederen, unwürdigen Kreaturen vorbei geht.
Und danach bekommt sie sofort Belohnung in den Schlund geschoben und wird angeflötet.
Mensch, Mädchen, wusstest Du wirklich nicht, was für einen Hund Du Dir da geholt hast? So ein Cattle Dog hat Will to Please ohne Ende, wenn man a) weiß, wie man ihn hervorkitzeln kann, und er b) Lust zu dem hat, was man mit ihm vor hat, und was er nicht tun soll, muss man ihm eben sofort und zur Not knallhart verbieten - Zuckerbrot und Peitsche halt.
Allerdings muss man auch meinen, was man sagt und tut, die merken den Unterschied.
Mein Mittel der Wahl wäre es gewesen, zusätzlich zum Halsband Geschirr und/oder Halti dran an den Hund und dann einfach zügig am Grundstück vorbei, zunächst möglichst zu Zeiten, wo kein Hund draußen ist. Ich hätte nach Möglichkeit vermieden, dass sich das Aufpumpen überhaupt erst verfestigt, und durch den 2. bzw. 3. Anhakepunkt der Leine kann man auch Steigen und Herumspringen zumindest reduzieren, wenn nicht sogar ganz unterbinden.
Ich hätte den Hund nie länger als irgend nötig in dieser Situation gelassen.
Aber so, wie sich Deine Beiträge lesen, würde ich nichts mehr alleine ausprobieren, sondern mir wirklich eine(n) Trainer(in) suchen, denn evtl. ist das Problem ja wesentlich komplexer als nur das Anprollen bestimmter Hunde, denn irgendwo braucht so ein heranwachsender potenzieller Bullentöter auch die Möglichkeit, durch Reibung mit seiner Umwelt heranzureifen, ohne dass das in pöbelndes Austesten von Grenzen ausartet. Nur Verbieten und Unterdrücken funktioniert auf Dauer nicht, irgendwo muss der Hund auch das dürfen, was ihm die Genetik mitgegeben hat.
Ob in Deinem Lebensumfeld die Voraussetzungen dafür da sind, die Eigenschaften Deines Hundes sinnvoll zu lenken, kann Dir allerdings keiner sagen, und auch die Möglichkeit, dass Du einen Hund erwischt hast, der sich nicht ganz im Griff hat, würde ich nicht ausschließen, immerhin ist er aus einer Hinterhofproduktion... wobei ich auch VDH-Zuchten nicht von Wesensproblemen ausnehme.
Caterina