Beiträge von Cattledogfan

    Mein Mittel der Wahl wäre, den Hund beim Verlassen der Wohnung bzw. des Hauses unter ein Kommando - Fuß - zu stellen, so dass der Fokus wegrückt von den Menschen... immer vorausgesetzt, Du bist in der Lage, die Ausführung auch durchzusetzen....


    Vielleicht trägt er auch gerne was? Einen Futterdummy oder ein Spielzeug?


    Will sagen: Kaum öffnet sich das "Tor zur Welt", ist Arbeiten und nicht nach eigenem Gutdünken Pöbeln angesagt. Außerdem würde ich den Hund wahrscheinlich doppelt anleinen, d. h. irgendeine der Kombinationen aus Halsband-Geschirr-Halti... immer vorausgesetzt, Du kannst mit dem Halti umgehen, um das Fixieren zu unterbinden.


    Du scheinst ja Deinen Hund sehr gut lesen zu können, so dass Du merkst, wenn die Anspannung zunimmt. Dann würde ich ihn etwas anderes machen lassen, z. B. Sitz oder Seitenwechsel oder das Apportel auswechseln, so dass er sich zunächst einmal damit beschäftigen muss, ob bzw. wie er ein explizites Kommando missachtet.


    Außerdem muss man so nicht alle paar Sekunden Wohlverhalten belohnen, wenn viele Menschen unterwegs sind.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man manchmal auf Umwegen und kleinschrittig besser zum Ziel kommt, einfach, weil der Erwartungsdruck sinkt.


    Caterina

    Meine Erfahrung nach 2 Spondylosehunden: Sie bauen ganz, ganz schnell Muskulatur ab... und dann gerät man ganz schnell in einen Teufelskreis aus Schmerzen durch die degenerativen Veränderungen, nicht mehr ausreichend Muskulatur als Ausgleich für die fehlende Stützfunktion der degenerierten Knochen, noch weniger Bewegung, noch weniger Muskulatur.


    Meine Tierärztin sagte damals, laufen, laufen, laufen, und zwar im flotten Trab und mit Schwung aus der Hinterhand. Ich hatte mittelgroße Hunde, mit denen ich viel Fahrrad gefahren bin, solange sie es noch konnten.


    Mit der Zeit entwickelt man einen Blick dafür, wann der Hund rund läuft, man sieht es schon an der Rutenhaltung.


    Ich habe bei akuten Schmerzphasen immer sofort Schmerzmittel (auch Phen-Pred) gegeben, um ja keinen Einbruch bei der körperlichen Aktivität zu haben, so dass beide noch relativ lange in einem relativ guten körperlichen Zustand waren, und auch das Gewicht hatte ich gut unter Kontrolle.


    Auf Physiotherapie habe ich aus diversen Gründen verzichtet: Spondylosi Nr. 1, einer der teuersten Hunde auf Gottes Erdboden, hatte ohnehin so viele Krankheiten, dass ich einfach kein Geld mehr dafür hatte, und Spondylosi Nr. 2 war Prinzessin Rührmichnichtan, die es hasste, wenn Fremde an ihr rumfummelten.


    Daher würde ich vor allem darauf achten, dass der Hund mobil bleibt.


    Alles Gute für den Hund!


    Caterina

    Armer Hund, das ist es, was mir beim Lesen als Erstes durch den Kopf ging.


    Wenn ein Hund vor Stress schon Symptome wie Durchfall zeigt, ist es für mich Tierquälerei, wenn man das Tier wissentlich und ohne Not - denn im Alltag muss der Hund ja nicht auf den Platz - der auslösenden Situation aussetzt.


    Wenn ein Hund im Alltag schon die Tendenz zum Hochfahren hat(te), wie Du schreibst, würde ich den Teufel tun und ihn weiteren unnötigen Stressfaktoren aussetzen.


    Und wie die anderen schon schrieben: Stress ist nicht förderlich für Lern- oder Arbeitserfolge.


    Caterina

    Hallo PrinzessinMolly,


    ich habe vor einigen Wochen in Leipzig einen Nothund kennengelernt, dessen mittlerweile Ex-Pflegefrauchen zufällig mobile Hundetrainerin ist, und deren Umgang mit diesem Hund (Border Collie), der auch schon gebissen hatte, fand ich sehr beeindruckend.


    Der Hund ist inzwischen auch gut vermittelt.


    Soll ich Dir per PN ihre Mailadresse schicken?


    Und zur Methode der anderen "Tierquäler":


    Ich singe nicht, ich fasse es so in Worte: "Hund, Du gehst mir sowas von auf den Geist, lass es!!"


    Auch ich habe mit Madame Cattle-Dogge das Problemchen, dass sie genau weiß, wo ihre diversen Feinde wohnen, und auch sie pumpt sich schon gefühlte Kilometer vorher voller Vorfreude auf, egal, ob der jeweilige Hund da ist oder nicht.


    Nur: Ich raunze sie an, wenn es mir zu viel wird, und seit ich sie ein paar Male in voller Absicht und wortlos über den Haufen gelaufen habe, als sie vor mich sprang, weiß sie ganz plötzlich wieder, wie man als bester und klügster aller Hunde gesittet am Verweilort von solch niederen, unwürdigen Kreaturen vorbei geht.


    Und danach bekommt sie sofort Belohnung in den Schlund geschoben und wird angeflötet.


    Mensch, Mädchen, wusstest Du wirklich nicht, was für einen Hund Du Dir da geholt hast? So ein Cattle Dog hat Will to Please ohne Ende, wenn man a) weiß, wie man ihn hervorkitzeln kann, und er b) Lust zu dem hat, was man mit ihm vor hat, und was er nicht tun soll, muss man ihm eben sofort und zur Not knallhart verbieten - Zuckerbrot und Peitsche halt.


    Allerdings muss man auch meinen, was man sagt und tut, die merken den Unterschied.


    Mein Mittel der Wahl wäre es gewesen, zusätzlich zum Halsband Geschirr und/oder Halti dran an den Hund und dann einfach zügig am Grundstück vorbei, zunächst möglichst zu Zeiten, wo kein Hund draußen ist. Ich hätte nach Möglichkeit vermieden, dass sich das Aufpumpen überhaupt erst verfestigt, und durch den 2. bzw. 3. Anhakepunkt der Leine kann man auch Steigen und Herumspringen zumindest reduzieren, wenn nicht sogar ganz unterbinden.


    Ich hätte den Hund nie länger als irgend nötig in dieser Situation gelassen.


    Aber so, wie sich Deine Beiträge lesen, würde ich nichts mehr alleine ausprobieren, sondern mir wirklich eine(n) Trainer(in) suchen, denn evtl. ist das Problem ja wesentlich komplexer als nur das Anprollen bestimmter Hunde, denn irgendwo braucht so ein heranwachsender potenzieller Bullentöter auch die Möglichkeit, durch Reibung mit seiner Umwelt heranzureifen, ohne dass das in pöbelndes Austesten von Grenzen ausartet. Nur Verbieten und Unterdrücken funktioniert auf Dauer nicht, irgendwo muss der Hund auch das dürfen, was ihm die Genetik mitgegeben hat.


    Ob in Deinem Lebensumfeld die Voraussetzungen dafür da sind, die Eigenschaften Deines Hundes sinnvoll zu lenken, kann Dir allerdings keiner sagen, und auch die Möglichkeit, dass Du einen Hund erwischt hast, der sich nicht ganz im Griff hat, würde ich nicht ausschließen, immerhin ist er aus einer Hinterhofproduktion... wobei ich auch VDH-Zuchten nicht von Wesensproblemen ausnehme.


    Caterina

    Oh, Ihr seid so Klasse!! 1000 Dank, auf die Idee mit dem Geschnetzelten wäre ich nie gekommen, wirklich nicht. Die Hälfte der Scheiben werde ich heute so zubereiten, die andere Hälfte wandert in den Kühlschrank und wird dann paniert.


    Ich werde erst Lauchzwiebeln, die restlichen zwei Selleriestängel und Wurzelpetersilie glasieren, dann das Fleisch anbraten, und dazu gibt es Basmatireis mit rotem & gelbem Paprika und Zuckererbsen.


    Wünsche Euch allen schöne Ostern!


    Caterina

    Langjährige Ex-Vegetarierin braucht Hilfe beim ständigen Problem der fachgerechten Fleischzubereitung... ich habe gestern noch schnell Fleisch aus der Truhe geholt (da liegt ein zerteiltes Jungrind drin), hatte die Brille nicht auf und dachte, ich hätte einen Braten erwischt, und nach dem Auftauen habe ich gesehen, es sind Rouladenscheiben!


    Wie bereite ich die zu? Ich habe absolut nix zur Füllung, keinen Senf, keine Gürkchen, keinen Speck...


    Kann ich die im Topf kurz anbraten, mit saurer Sahne und Gemüsebrühe (habe schöne, würzige von Staudensellerie, Fenchel und Wurzelgemüse) aufgießen und einfach schmoren? Wenn ja, wie lange?


    Caterina (die Fleischlegastenikerin)

    Ich finde Euren Gedankengang generell falsch aufgebaut, jetzt mal unabhängig von der Frage nach dem Alleinelassen von Welpen.


    Selbst wenn Rettungshundearbeit offensichtlich relativ zeitaufwändig sein soll, wie einige schrieben, so würde ich mich fragen, wie viele Stunden pro Woche/Monat macht Ihr das? Jetzt mal abzüglich von Urlaub/Krankheit/keine Lust, etc.??


    Viel wichtiger ist doch, wie sieht Euer Alltag aus, und ich würde mich fragen, welcher Hund passt da rein. Wer bekommt morgens vor der Arbeit/Uni den Allerwertesten hoch, auch bei Mistwetter, und geht mit dem Hund raus? Wer füttert, wer übernimmt die Fellpflege, wer die Tierarztbesuche? Wie viel Besuch bekommt Ihr (Aussies können zum Hausdrachen mutieren, wenn man sie lässt), wie oft seid Ihr außer Haus, könnt Ihr den Hund mitnehmen, wie hundetolerant ist Euer Umfeld? Ein sich bei Sauwetter schüttelnder Shepherd hinterlässt erst mal Sommersprossen an allem, was in der Nähe ist.


    Diejenige, die rein rechnerisch am wenigsten Verpflichtungen außer Haus hat, ist offensichtlich Eure Mutter - käme die damit klar, wenn der Aussie z. B. anfängt, Haus & Hof zu bewachen? Was ist, wenn er anfängt, beim Staffeltraining andere Hunde anzupöbeln, weil er eigentlich liebend gerne auf sie verzichten würde?


    Ich hatte eine Zeitlang zwei Aussies, davon ein Pflegling, die hätten vom Wesen her nicht unterschiedlicher sein können, obwohl jeder von ihnen bestimmte, absolut rassetypische Merkmale und Verhaltensweisen aufwies. Ist Euch eigentlich bewusst, wie heterogen die Rasse vom Wesen her sein KANN und dass sie - zumindest meiner Meinung nach - durchaus ein Problem mit der Wesensfestigkeit hat? Viel wichtiger, als einem Aussie die vielgepriesene "Auslastung" zu bieten, ist es nämlich, überhaupt erst mal ein Tier zu erwischen, das a) klar im Kopf und relativ fehlertolerant ist oder b) mit dessen Macken bzw. Eigenarten Ihr klar kämt.


    Könnt Ihr als Anfänger beurteilen, ob Euch ein Züchter einen Welpen aus wesensfesten Eltern verkauft?


    Die Idee, sich aus dem Tierschutz einen älteren Shepherd zu suchen, finde ich für Anfänger nicht gut, denn meist werden die Hunde abgegeben, weil sie anfangen, Probleme zu machen. Ich habe eigentlich noch nie von einem unproblematischen "Not-Aussie" gelesen oder gehört.


    Für Anfänger die bessere Wahl finde ich gerade in der heutigen Zeit ein junges, schon erwachsenes Tier aus dem Tierschutz, das man in Ruhe kennenlernen kann.


    Caterina

    Meine letzten Hunde waren:


    - südländischer Hütehund(mix??): von diversen Vorbesitzern kaum erzogen, aber sehr führerbezogen, daher unter Aufsicht (Radius klein halten!), mit Beschäftigung und sofortigem Abbruch von Hetzansätzen für mich zufriedenstellend kontrollierbar, habe sie aber während der Brut- und Setzzeit sowie zu wildreichen Zeiten (Dämmerung) und an wildreichen Orten trotzdem angeleint, da sie auch tötete (Mäuse & Ratten waren ja ok, aber ich wollte nicht wissen, was sie mit einem Rehkitz gemacht hätte...). Jagen war nicht unbedingt ihre Priorität in Wald & Feld, sie wollte Teamwork mit dem Menschen. Fazit: meistens "nicht jagend" durch Gene sowie ER- und BEziehung.


    - Huskymix: aus dem Tierschutz mit der Beschreibung "jagt nicht"... von wegen!! Nachdem er nach ca. 1 Jahr das erste Mal für mich ohne erkennbaren Grund durchgestartet war, war es aus, von da an nur noch Leine in Wald & Feld, denn er hatte ständig Nase, Augen und Ohren im Wild-Scan-Modus und 0,0 Interesse daran, irgendwas mit mir zu machen. Fazit: nie mehr wieder...


    - Shepherd: top erzogen vom Vorbesitzer, sehr führerbezogen, verfressen ohne Ende, daher jederzeit mit Futterdummy von aufspringendem Wild abrufbar, tötete zuverlässig nicht, zeigte z. B. wehrlose Jungtiere durch erhobene Rute an, lief auch in Brut- und Setzzeit immer frei und hielt auch dann, als ich mit dem kranken Huskymix nur noch sehr langsam vorankam, von alleine einen engen Radius ein, war nur bei Läufigkeit und zu ihrem eigenen Schutz (Jagden, Silvesterknaller) angeleint, da sie ansonsten abgehauen wäre. Fazit: erfreulich zuverlässig "nicht jagend" durch Gene sowie ER- und BEziehung.


    - jetzt Cattle Dog: so ähnlich wie die Südländerin, auch der Blick frei nach dem Motto: "Jetzt mach mal schnell ein gutes Angebot, sonst nehme ich die Rehe da vorne..." kommt mir seeehr bekannt vor.... Steht im Dunkeln irgendwo Wild (kommt hier auf dem Hof öfter vor), wird es böse verbellt, nicht gejagt, denn abends/nachts ist sie im Wachmodus. Fazit s. oben.


    Natürlich hätten auch die drei Hütehundweiber gehetzt, wenn man sie denn gelassen hätte, denn gerade dieser Hundetypus lernt ja rasend schnell, was so richtig Spaß macht, daher finde ich es enorm wichtig, Hetzansätze im Keim zu erkennen. Auch meine Aussiehündin wäre mit Sicherheit das ein oder andere Mal abgezwitschert. Sehr angenehm fand bzw. finde ich bei allen Dreien, dass Wild nicht allzu weit oben in der Prioriätenliste steht und dass sie durch die gute BEziehung zu mir sowie durch eine konsequent auf Nichtjagen ausgerichtete ERziehung gut im Kommando standen bzw. stehen.


    Davor hatte ich Pudel und Pudelmixe, der einzige garantiert reinrassige Pudel (bei den anderen wusste man es nicht) war von sich aus kaum an Wild interessiert und musste meist noch nicht mal abgerufen werden.


    "Jagen" bei Hütehunden ist einfach eine ganz andere Hausnummer als bei Vollgebrauchsjagdhunden, Windhunden, Huskies oder jagdlich ambitionierten Mischlingen, die unterschiedliche Jagdsequenzen zeigen. Mag man einen Spezialisten wie einen Vorsteher, Apportierer oder Schweißhund durch entsprechende Ersatzbeschäftigungen gut kontrollieren können, so finde ich es, ehrlich gesagt, vermessen, einen Vollblutjäger einzig und allein durch Erziehung absichern zu wollen; das schafft man meiner Erfahrung nach nur durch Starkzwang.


    Daher blieb z. B. mein Huskymix, den ich erst zusammen mit der Südländerin und dann mit der Shepherdhündin hatte, konsequent an der Flexileine.


    Caterina

    Ich möchte den guten, alten Mendel in die Runde werfen, will sagen, die Aufsplitterung der Erbanlagen. So können in der F2-Generation theoretisch wieder reinerbige Tiere herauskommen.


    So, wie ich den Eingangsbeitrag gelesen habe, sind Aussehen und Wesen die Gründe für die geplante... nun, sagen wir: Hundeproduktion...


    Selbst wenn die Hündin phänotypisch, also vom Aussehen her, weitgehend einem Basenji entspricht, ist noch lange nicht gesagt, dass sie es tatsächlich ist.


    Nehmen wir an, es findet sich ein phänotypisch ähnlicher Rüde, von dem auch nur vermutet wird, was für Rassen oder Schläge da mitgemischt haben.


    Es kann durchaus sein, dass die Elterntiere Anlagen für Drahthaar, krumme Beine oder eine völlig andere Rute, Farbe oder meinetwegen Ohrenform in sich tragen, und je nachdem, wie der Gen-Baukasten in der geplanten Verpaarung neu gemischt wird, hat man Welpen, die vom Typ her überhaupt nicht oder nur noch eingeschränkt den Eltern entsprechen, weil sich nun die Anlagen aus den Generationen davor gemischt haben.


    Und dann zum Wesen: Belies Dich mal zum sog. Heterosiseffekt. Was ist, wenn der Rüde zwar ähnlich wie die Hündin aussieht, aber vom SChlag her pinscherartig ist? Dann mischt man - natürlich nur angenommen - zwei Hundetypen, die im Rassespektrum ziemlich weit auseinander sind, und bekommt eine besonders vitale F1-Generation, die ein echtes Überraschungspaket wird, weil da beliebig gegensätzliche Gene miteinander vermischt werden, so dass das Ganze einen völlig neuen Hundetypus hervorbringt.


    Und dann frage ich mich auch, was der Tierarzt denn nun "untersuchen" soll? Sollen beide Hunde vom Bewegungsapparat her komplett durchgeröntgt werden?


    Caterina