Beiträge von dagmarjung

    Aktuell seit ihr vermutlich - gerade du - in den Augen des Hundes allein nicht lebensfähig. Und das bedeutet Verantwortung und Stress für den Hund. ...


    . Aber letztendlich stellt euch einfach mal die Frage, ob es richtig ist, dass ein Tier euch abspricht allein durch Leben zu kommen.

    An dieser Sichtweise habe ich - zumindest bei einem ganz neu in den Haushalt gekommenen Hund - so meine Zweifel.

    Ein Hund, hier noch dazu aus suboptimalen Verhältnissen stammend, wird zweimal innerhalb kurzer Zeit umplaziert. Er ist dementsprechend verunsichert. Daß solche Hunde sich dann einen Anker suchen, an den sie sich zunächst klammern, ist doch normal. Sie haben ja noch keine innere Bindung an die neuen Leute. Die erfordert ein Grundvertrauen, das nach so kurzer Zeit noch nicht da sein kann. Wenn es mit der Zeit kommt, wird sich der Hund auch mehr entspannen.

    Was man aber innerlich noch nicht hat, muß man äußerlich ersetzen, daher das ständige Nachlaufen. Dazu passt auch, daß der Hund sich zunächst an eine Person klammert und andere Menschen mehr oder weniger ignoriert.


    Wie intensiv man gegen all das antrainieren soll und kann oder ob man dem Hund besser einfach Zeit läßt, ist die Frage.


    Hilfreich ist auf jeden Fall, den Hund - auch innerlich! - aus dem Mittelpunkt zu rücken.


    Was habt ihr für Böden im Haus? Wäre die eine oder andere Pfütze wirklich so eine Katastrophe? Als Cara ein Welpe war, war ich darauf angewiesen, daß sie sehr bald für einige Stunden alleine bleiben konnte. Ich habe daher den Fokus ganz auf das entspannte Alleinebleiben gelegt und dieses Ziel vom anderen Erziehungsziel, der Stubenreinheit getrennt, auch innerlich. Dadurch kam es sicherlich zu mehr "Unfällen" in der Wohnung und es dauerte länger, bis Cara komplett stubenrein war. Das habe ich aber in Kauf genommen und mich auch innerlich nie über Pfützen geärgert. Besser so als ständig zwanghaft den Hund mit den Augen zu verfolgen, ob er vielleicht gleich ansetzt... (Gassigänge in regelmäßigen, angepaßten Abständen gab es natürlich.)

    Grenzen setzen rein aus Prinzip finde ich nicht hilfreich. Wenn ich eine Grenze setze, dann aus gutem Grund und weil ich davon überzeugt bin. Das wäre bei einem pubertierenden Jungrüden zB dann der Fall, wenn er sich an Pinkelstellen läufiger Hündinnen festschnuppert. Das kann man erkennen, wenn der Hund die Stellen beleckt um den Geruch in sein Jakobsohnsches Organ zu bekommen. Wenn ich das zulasse, dann wird der Jungrüde sich quasi in einen Hormonrausch reinsteigern, und das tut ihm nicht gut. Daher würde ich das abbrechen bzw gar nicht erst zulassen. Dann aber auch die Leine so verkürzen, daß er gar nicht erst zu den Stellen hinkommt, anstatt ihm durch 15 Meter Länge zu signalisieren, daß er nun alle Freiheiten hat.


    Grundsätzlich ist es aber für einen jungen Hundin dem Alter normal, daß er sich zunehmend für die soziale Kommunikation unter erwachsenen Hunden interessiert, wozu nicht zuletzt die geruchliche mittels Markieren gehört. Diese Lernerfahrung würde ich ihm auch nicht ohne guten Grund verwehren. Und die Tatsache, daß ich selber Geruchsanalphabetin bin und mich langweile, wenn er an jedem Baum schnüffelt, ist für mich dann kein guter Grund.


    Was passiert denn, wenn du deinen Hund nicht mitziehst, sondern das Ende der Leine fallen läßt und einfach schnell weitergehst? Kommt er dann hinterher, um dich nicht zu verlieren?


    Ich bin ja immer neugierig und will wissen, was mein Hund tun würde, wenn ich ihn frei entscheiden lasse. Also warum nicht mal dem Hund die Führung überlassen und schauen, was er eigentlich will und wofür er sich interessiert. Für Cara hatte ich dafür ein eigenes Hörzeichen "jetzt darfst du!" Dann habe ich mich hinter ihr gehalten, sie möglichst nicht beeinflusst und einfach mal machen lassen. Das gab manchmal interessante Führungen durchs Viertel oder durch den Baumarkt. :smile:

    Ich erwarte von meinem Hund, daß er flott mitkommt, wenn ich es eilig habe und schnell von A nach B will, zB um die Straßenbahn zu erreichen.

    Aber wenn ich mit dem Hund um des Hundes willen spazierengehe, und ihm durch Freilauf oder lang gelassene Schleppleine zu verstehen gebe, daß er jetzt Hundedinge tun darf, warum darf er dann nicht zuende schnüffeln und markieren, wenn er das will? Das verstehe ich gerade nicht.

    In der Lernphase machst du nichts falsch, wenn du jedesmal belohnst. Da du deinen Hund erst seit kurzem hast, seid ihr noch mit so gut wie allem in der Lernphase.

    Bei der allerwichtigsten Übung, dem Rückruf, ist es auch überhaupt nicht problematisch, wenn du lebenslang belohnst.

    Wenn dein Hund sicher auf deine Kommandos reagiert, also unter allen möglichen Umständen, an verschiedenen Orten usw, dann kannst du die Belohnung allmählich reduzieren. Dazu google mal: "variabel belohnen".


    Bedenke auch, daß eine Belohnung nicht immer Leckerli oder Spielzeug sein muß. Wenn ich zB mit meinem angeleinten Hund das Freilaufgebiet erreiche, ihn absitzen lasse und ihn von der Leine befreie, dann ist genau das schon die Belohnung fürs Absitzen.

    Dein Hund hat bisher gelernt, daß andere Hunde für Spiel, Spaß und Spannung zuständig sind. Jetzt in der Pubertät kommt noch sexuelles Interesse dazu.

    Du dagegen hast draußen bisher nichts zu bieten außer Rückrufkommando und Leine, was gleichbedeutend ist mit "Spaß zuende".


    Ich finde, die beginnende Pubertät ist ein gutes Alter, um ein anspruchsvolles gemeinsames Hobby mit dem Hund anzufangen. Nasenarbeit, Hundesport, Tricks, Dummytraining, Dog Dance, Agility, egal was: eine gemeinsame Tätigkeit, die die Stärken und Interessen des Hundes anspricht, motiviert enorm und schweißt zusammen. Der Hund darf lernen, daß sein Mensch ein toller Partner ist und nicht nur ein Treibanker am Ende der Leine.


    Das ist nicht die alleinige Lösung, aber ein wichtiges Puzzlestück im Gesamtpaket. Abenteuer draußen finden mit dir zusammen statt - du bist TeampartnerIn und nicht nur das Taxi zur Hundewiese!


    Ein Zwerghund auf der Hundewiese ist ohnehin nicht ohne Risiko. Im Konfliktfall ist dein Hund kräftemäßig so stark unterlegen, daß es lebensgefährlich werden kann. Fürs Grenzen setzen sind nicht andere Hunde zuständig, denen dein Zwerg auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Erziehung ist deine Aufgabe.

    Spielverhalten kann auch schnell in Jagdvehalten kippen, ganz besonders wenn mehrere Hunde beteiligt sind. Gegenüber Jagdbeute gibt es aber keine Tötungshemmung.


    Gerade junge Rüden in der Pubertät sind oft mit vielen wechselnden Hundekontakte überfordert. Es ist daher besser, Hundebegegnungen sehr stark zu begrenzen. Wenige, ausgewählte Kontakte mit gut bekannten Hunden sind unendlich sinnvoller als tägliche Überflutung auf der Hundewiese.

    Diese Kontakte müssen auch nicht immer Spielkontakte sein. Ein Spaziergang zusammen mit einem souveränen Althund, der den Jungspund einfach an sich abperlen läßt, trägt maßgeblich zur guten sozialen Entwicklung des Jüngeren bei.

    Freunde von mir hatten erst eine Hündin, später noch einen Rüden dazu. Die beiden vertrugen sich gut, auch wenn es nicht die ganz große Liebe war.

    Nach dem Tod des Rüden blühte die alte Hündin aber regelrecht auf, wurde wieder munterer und aktiver als vorher. Ganz eindeutig genoß sie es sehr, wieder Einzelprinzessin zu sein.


    Betrachte das Verhalten deiner Hündin ganz nüchtern. Die Gefühle unserer Hunde sind nicht immer identisch mit den useren. Auch wenn du trauerst, muß das bei deiner Hündin nicht so sein.

    Läufigkeit ist keine Krankheit, die der Körper durch Erhöhung der Temperatur bekämpfen müßte. Daher ist es sicher nur ein zeitlicher Zufall und die Ursache des Fiebers liegt woanders.


    Gute Besserung für Erna!

    Das Video zeigt halt nicht die regelmäßige Pflege, sondern die große Wäsche plus Schneiden und Scheren. Die steht bei jedem Pudel ein paar mal im Jahr an. Was beim "normal" geschorenen Pudel das regelmäßige Auskämmen ist, ist beim Schnürenpudel das Trennen der Schnüre von Hand. Dürfte aus Hundesicht nicht viel Unterschied machen.

    Ein Schnürenpudel. War vor mehr als hundert Jahren der Hype, heute extrem selten. Aber immer noch eine der standardmäßig anerkannten Frisuren beim Pudel.


    Die regelmäßige Pflege besteht neben Baden, Scheren und Einkürzen der Dreadlocks darin, die nachwachsenden Schnüre dicht an der Haut so voneinander zu trennen, daß die Haut gut belüftet bleibt und die Dreadlocks nicht zur Matte verfilzen. Das kann man wohl gut auf dem Sofa beim Fernsehen machen.


    Ich wüßte jetzt nicht, warum dieser Pudel besonders arm dran sein sollte. Die Schnüre sind in mäßiger Länge gehalten und werden oben am Kopf zusammengefaßt, so daß er freie Sicht hat.