Meine Meinung zu diesem Thema unterscheidet sich etwas von den bisherigen Beiträgen.
Natürlich stand auch bei uns die Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Welt entdecken, alleine bleiben lernen, Grundgehorsam wie Rückruf und Leinenführigkeit, Frustrationstoleranz.
Aber daneben war es mir auch sehr wichtig, daß Cara von Anfang an lernt, Lernen ist toll und gemeinsames Tun mit mir macht richtig Spaß!
Deshalb habe ich schon sehr früh neben der Pflicht auch die Kür angefangen: Nasenarbeit (zuerst Stöbern nach Gegenständen; dann auch Mantrailing), Apportierübungen in Richtung Dummytraining, und der eine oder andere kleine Trick war auch dabei.
Meine Überlegung dazu ist folgende: Weite Teile der Erziehung zur Alltagstauglichkeit laufen darauf hinaus, daß der Hund sich passiv verhalten und Dinge unterlassen soll: Nicht an der Leine ziehen, nicht zu Kindern oder Hunden laufen, nicht anspringen, nicht jagen, sich nicht zu weit entfernen, sich ruhig verhalten in Straßenbahn, Restaurant usw. Auch die klassischen Gehorsamsübungen Sitz, Platz, Fuß und Rückruf dienen ja letztlich dazu, den Hund zu begrenzen.
Das ist natürlich alles wichtig und muß gelernt werden. Aber wenn ich mich darauf beschränke, egal wie positiv trainiert, dann ende ich als Erzieher spätestens in der Pubertät leicht in der Rolle der Spaßbremse.
Als Ausgleich möchte ich meinem Hund von Anfang an Angebote machen, bei denen er aktiv werden und seine Neigungen und Begabungen ausleben kann, und zwar- ganz wichtig - gemeinsam mit mir.
Es hat Cara kein bißchen geschadet und ich würde es jederzeit wieder so machen. Ich habe einen Hund, der vielseitig interessiert ist, sehr arbeitsfreudig und motiviert, dabei entspannt und ausgeglichen.
Dagmar & Cara