Da hat auf jeden Fall jeder andere Definitionen, was Gewalt bedeutet und was nicht. Wenn ich meine Hündin wegziehe, wenn sie was potentiell gefährliches fressen will, denke ich halt nicht darüber nach, denn ich will sie schützen. Ich würde es in dem Moment nicht als Gewalt bezeichnen, auch wenn es wahrscheinlich doch ziemlich gut in die Definition reinpasst. Aber es ist eben keine absichtlich angewandte und tatsächlich unbedingt mit Schmerzen verbundene Einwirkung. Unangenehm - ja, aber nicht unbedingt schmerzhaft.
Ich persönlich unterscheide auch zwischen sadistischen Handlungen, die meiner Meinung nach mit Kontrolle und Dominanz des Hundeführers zu tun haben und eher mit Überforderung oder sogar Hilflosigkeit dessen und zwischen emotionsgeladenen Ergüssen, so nenn ich es mal. Letzteres ist auch Gewalt, keine Frage! Dennoch sehe ich es auch so, dass manches (wie auch mein o.g. Beispiel) im Affekt passiert und man ja nicht die Absicht hat seinem Hund Schaden zuzufügen. Anders ist es bei beispielsweise einer Trainerin, die ich damals mit meiner Ruby aufgesucht habe. Ich war eine junge Ersthundehalterin, die einen überdrehten Labbi-Junghund hatte. Und die Trainerin hat direkt mit Gewalt im Sinne meiner Definition mit Kontrolle und Dominanz versucht zu handeln. Sie hat meine Ruby in die Seite getreten und ich war schockiert. So wollte ich meinen Hund nicht erziehen. Dann habe ich lieber einen anstrengenden, unerzogenen Hund, als einen, den ich quälen und brechen muss, damit er auf mich hört. Das war mein damaliges Fazit.
Heute hab ich noch weitaus mehr Methoden und Tools an der Hand, aber damals war ich einfach überfordert. Aber dass Menschen versuchen über solche Erziehungsmethoden ihre Hunde zu formen, das finde ich ganz furchtbar.
Ich bin ja der Meinung, das man sich "Erziehungsstile" nicht nehmen kann und machen kann.
Man erzieht entweder aus dem Bauch und kann das zufälliger Weise ganz gut oder eher nich so gut.
Das beschreibt meine Erfahrungen und Ansichten sehr gut.
Und das Bauchgefühl kann sich mit den Jahren an Erfahrung auch weiterentwickeln und verbessern. Bei meiner zweiten Hündin habe ich viel weniger im Außen nach Antworten gesucht, sondern mehr auf meine Intuition gehört und - Suprise - das war genau richtig so.