So schön ein harmonisches Rudelleben beim Züchter auch ist - es wird wenig mit EUREM Alltag zu tun haben. Sicher ist es kein Beinbruch, wenn der gut veranlagte Welpe länger bleibt und ordentlich in seiner Entwicklung, geistig wie körperlich, gefördert wird. Nur KANN das nie in der Intensität und Individualität erfolgen, wie es der Einzelhund bei einem engagierten Welpenkäufer erfährt.
Rudelleben kann auch bedeuten, daß der Junghund stets mit einer unterschwelligen Deckelung lebt und darunter sein Selbstbewußtsein und Erkundungswillen leidet. Er ist dann zwar für ein späteres Leben im größeren Rudel gut angepaßt, kennt Frustrationstoleranz und weiß sich unterzuordnen, aber ohne die Stütze des Rudels besteht Unsicherheit.
Ich habe gerade ein Beispiel vor Augen, Junghündin einer Gebrauchshunderasse, bis 6 Monate beim Züchter im Rudel geblieben, dann in einen Züchterhaushalt wieder mit mehreren Hunden gewechselt. Ein Jahr später wurde sie in Einzelhaltung abgegeben, weil sie sich zwar jedermann super unterordnete, aber auch stark gehemmt im Spiel- und Erkundungsverhalten war und nie die Zuchttauglichkeitsprüfung geschafft hätte. Das war schon der Grund, warum sie mit 6 Monaten erstmalig abgegeben wurde.... da hatte sie schon "einen Knacks weg".
Wenn es im Züchterhaushalt nicht die komfortable Lage gibt, daß sich ein Familienmitglied exclusiv mit dem Welpen beschäftigt und ihm quasi die Vorteile einer Einzelhundhaltung verschafft, einschließlich längerer täglicher Abwesenheit vom Rudel, würde ich die wichtige Zeit bis zur 16 Woche nicht aufgeben wollen. Das heißt nicht, daß ich für eine Abgabe mit 8 Wochen und keinen Tag länger bin, aber 16 Wochen sind mir einfach zu lang und würden mir mit dem Welpen fehlen.