Beiträge von pardalisa

    Und ich sehe einen sehr deutlichen Unterschied zwischen öffentlichen “Liebesbekundungen” (Knutschen, Händchen halten, etc) und “geschlechtsverkehr” bzw Ausleben von Kinks/Fetischen.

    Du siehst den Unterschied, und ich sehe den auch bei so einfachen Beispielen natürlich auch.

    Aber wenn man bei solchen Fragen auf Consent abstellen möchte oder das als Bewertungskriterium für solche Situationen heranziehen möchte, dann kann man ja nicht davon ausgehen, dass die Trennlinie zwischen "harmlose Liebesbekundung = okay = kein Consent von Umstehenden nötig" einerseits und "Kink/Fetisch = Consent von Umstehenden wäre erfordlich = macht das mal lieber privat, sonst ist's unangemessen" für jede:n gleich verläuft. Welche Kriterien willst du da ansetzen? Küssen? Küssen mit Zunge? Innige Berührungen? An welchen Körperteilen und wie lange? Kosenamen? Kosenamen, die eindeutig einem Kink zuzuordnen sind? Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    ... ich finde das nahzu unmöglich, da zu sagen: in dieser Situation wäre Consent von Umstehenden nötig, und in jener nicht. Deswegen würde ich die Consent-Frage bei solchen Dingen konsequent ausklammmern.

    Mich würde interessieren, wo du hier die Parallele in der Sache (!) siehst, wenn dir die Argumentationsstruktur bekannt vorkommt.

    Die sehe ich nämlich absolut nirgends.

    Die Parallele in der Sache sehe ich darin, dass die Frage nach dem Consent von Nicht-Beteiligten bei solchen Situationen meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise zur Bewertung ist, und der Consent-Begriff in beiden Situationen keine Rolle spielen sollte.

    Ich kenne das aus englischsprachigen Diskussionen beispielhaft so: es geschieht etwas, an dem Menschen aus moralischen Gründen Anstoß nehmen (zwei Frauen küssen sich in der Öffentlichkeit, eine Trans-Person berichtet über ihre Erfahrungen, etc.), woraufhin jemand, der z.B. einem strengen evangelikalen Glauben angehört, sich beschwert, dass er keine Zustimmung gegeben habe, dass er dem im öffentlichen Raum ausgesetzt ist. Das gleiche Argument, die gleichen 'Lösungen' ("kann man doch im Privaten machen"; "Leute, die das möchten, sollen einfach unter sich bleiben"; "ich will nicht, dass meine Kinder das sehen").

    Meiner Meinung nach wird damit der Consent-Begriff missbräuchlich verwendet und verwässert, weil die Grundfrage gar keine Frage nach der Zustimmung wäre. Die Zustimmung von Nicht-Beteiligten sollte doch in solchen Fällen überhaupt kein Kriterium sein, wenn man nicht genau solcher Vereinnahmung durch Extremisten Tür und Tor öffnen möchte.

    Zurück bezogen auf das Auto-Beispiel hier im Thread: ich kann verstehen, wenn man das unangenehm findet und die Leute anspricht, ob sie nicht nächstes Mal woanders hinfahren können. Ich kann verstehen, wenn's einem egal ist oder man sich einfach freut, dass da Erwachsene Spaß haben.

    Aber mMn ist das eine rein moralische "Wie fühle ich mich damit und wie gehe ich damit um?"-Frage, die in meinem eigenen Inneren beantwortet werden muss, und nichts, was in den Themenkreis 'Consent' gehört.

    Ich kenne die Argumentationsstruktur, die Consent-Frage auf diese Art in Debatten anzuführen, hauptsächlich von den amerikanischen Ultrarechten, die mit diesen Schlussfolgerungen die Rechte der LGBTQ-Communitiy einschränken oder gleich ganz aufheben wollen – ist das bekannt und Absicht, dass das hier in der gleichen Art verwendet wird? :???:

    (Ehrliche Frage! Den Eindruck, dass da eine gedankliche Nähe besteht, hatte ich nämlich bei den betreffenden User:innen hier bisher nie, deshalb bin ich verwundert.)

    Woher soll er denn jetzt wissen, dass er zu uns gehört und am besten uns nachläuft und nicht sämtlichen anderen Passanten? Klar, das wird ihm in den nächsten Tagen einleuchten. Aber ab Tag1 ?
    Wie sind da Eure Erfahrungen in der Praxis?

    Ich glaub, das hängt auch stark von der Umgebung ab. Ich bin mit meinen Welpen ganz am Anfang immer irgendwo hingefahren, wo nix los war, und hab die da herumtappsen und erkunden lassen – da gab’s einfach keine anderen Passanten zum verwechseln. |)

    Unter andere Leute bin ich mit denen (ohne Leine) erst nach ein paar Tagen gegangen, wenn sie so eine ungefähre Vorstellung von „Oh, das sind meine Menschen!“ hatten. :smile:

    Na, dann ist doch alles super. :applaus:

    Man muss den frischen Import-Hund nur mehr streicheln, wenn er "mit dem Schwanz wedelt", alle Probleme haben sich in Luft aufgelöst, Hundetrainer:innen braucht's erst recht nicht, und eine Fantasiegeschichte über die traurige Vergangenheit des Hundes gibt's zur eigenen Beruhigung noch gratis dazu – was für ein schönes Happy End!

    Also, außer für den Hund. Aber sonst ganz toll!

    Na, gut, ich werde die Hundetrainerin nochmal anrufen, obwohl sie gesagt hat, ich soll dem Hund Zeit lassen. Du meinst also, im Gegenteil, das heißt für mich, dass er überfordert ist. Ich frage mich nur wodurch.

    Natürlich musst du dem Zeit lassen – du sollst den Hund ja auch nicht mit einer Trainerin bespaßen ;), sondern dir könnte vielleicht jemand an deinem Hund und bei euch zu Hause gute Tipps geben, wie du seine Körpersprache und sein Ausdrucksverhalten besser verstehen lernst.

    Und überfordert wovon... von den tausenden von neuen Eindrücken, dem kompletten Wechsel seiner Umgebung, den ganzen neuen Abläufen in seinem Leben, die er noch nicht kennt, und der neuen Bezugsperson, die er da plötzlich hat?

    Für mich liest sich das so, als ob du ein grundsätzliches Verständnisproblem mit der (Körper-)Sprache deines Hundes hast. Aus dem Beitrag springen einen zig Hinweise, die darauf deuten können, dass der Hund wirklich massiv Stress hat und überfordert ist, ja quasi an.

    Ich würde mir eine gute Hundetrainerin suchen, die zum Einzeltraining zu dir nach Hause kommt und dir die Basics direkt an deinem Hund zeigen kann. Einen Hund, der sich langweilt oder unterfordert ist, lese ich da gar nicht heraus – ganz im Gegenteil.

    Hier werden Dankesmails von Führungskräften an Mitarbeiter-teams) regelmäßig mit KI erstellt. Wertschätzung war gestern.

    So eine gibt’s bei uns auch – die arbeitet in einem Bereich, in dem eigentlich zwischenmenschliches Fingerspitzengefühl gefragt ist (Trauerreden, Beileidsbekundungen, etc. gehören auch zu ihren Aufgaben), und erzählt frei heraus, dass sie ihre Texte alle von KI schreiben lässt. Ich lösch die Rundmails von ihr mittlerweile ungelesen, ich finde das so respektlos.

    Doch auch bei der Homöopathie wäre es nett auch die anzuhören die gute Erfahrungen gesammelt haben und nicht gebetsmühlenartig immer wieder zu erklären, dass es sich dabei nur um Placebos handelt.

    Welche 'guten Erfahrungen' denn? :???:

    Die Leute, die Homöopathie toll finden, können ja nicht mal schlüssig erklären, was da angeblich wie wirken soll... Wenn ich meinem Hund ein vom TA verschriebenes Medikament gebe, dann kann ich recht einfach fragen oder nachlesen, dass z.B. Wirkstoff X an Rezeptor Y andockt und dadurch Wirkung Z entsteht. Alles zigfach überprüft, musste seine Wirkung in Studien nachweisen.

    Bei Homöopathie landet man bei solchen Nachfragen halt bei dem, sorry, Blödsinn mit dem Schütteln und dem Wassergedächnis, oder dem "man muss halt daran glauben" – und ganze feste an irgendwas glauben ist eben im besten Fall Placebo-Effekt und im dümmsten Fall wirkungslos. Ergo: Homoöpathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus.

    Ganz blöde Frage, aber vielleicht kommt hier der Impuls. Wie würdet ihr anfangen einzugrenzen?

    Ich würde mit einer ganz, ganz groben Größen- und/oder Gewichtsvorstellung des ausgewachsenen Hundes anfangen, und mit so ungefähren Charaktereigenschaften, die man sehr gerne hätte oder die man lieber vermeiden würde (Verträglichkeit mit Menschen und Hunden, Interesse an einer gemeinsamen Beschäftigung/Sportart, mehr oder weniger gut lenkbarer Jagdtrieb... solche Dinge).