Und ich wieder. Ich bekomme die Zitate nicht gut geordnet, senfe also einfach mal wild in der Gegend rum.
Wie oben schon zu lesen war, war mein Weg aus dem Frust, möglichst alles an Erwartungen fahren zu lassen und es uns so leicht wie möglich zu machen.
Natürlich hat das Grenzen, hatte es bei uns auch. Wir leben in der Großstadt und Selbstgefährdung oder Belästigung anderer waren natürlich immer No Gos. Aber dann eben oft eher über Management verhindert, als über Fingerschnipp-Gehorsam.
Wenn ich halbwegs entspannt spazieren will (entspannt heißt in dem Fall aber auch nur den Stress am Anfang möglichst gering zu halten), klettere ich einen steilen Trampelpfad gegenüber unserem Haus direkt in den Wald hoch
So nervig das klingt, dann mach das, wenn es für dich machbar ist. Gar nicht so sehr, um die Löffelchen von Aron zu schonen, sondern um deine Löffelchen zu schonen. Dann geht euer Gassi jetzt eben immer (wenn möglich) den Trampelpfad hoch, so ist das dann eben.
Und wenn ihr mal den anderen Weg nehmen müsst, weißt du gleich wieder, weshalb der Trampelpfad zwar doof aber besser ist.
Woanders hinfahren krieg ich unter der Woche nicht hin und zum anderen steigert er sich dann stattdessen dort eben einfach in die neuen Gerüche rein.
War bei uns ähnlich. Neue Gegenden fand Elvis immer super, ich superblöd - weil ich dann einen Ochsen an der Leine hatte, der immer der Nase nachtrabte. Voran, voran, nur voran!
Wir hatten irgendwann ein, zwei Gassistrecken, die er eher langweilig fand und die wir wirklich oft gegangen sind, wodurch sie noch langweiliger waren. Wenn ihr sowas findet, kann ich das nur empfehlen, auch hier mit Blick auf dich und deine Entlastung.
So geht das die ganze Zeit), wenn er an der 15m Schlepp hängt, läuft er eben irgendwann an der gespannten Schlepp (mit Schleppleine hat das bei uns eh nix zu tun, ich könnte die niemals nicht aus der Hand geben und wirklich schleppen lassen).
War bei uns ähnlich, als Vorsteher hat Elvis einfach einen wirklich großen Radius. Mir ist irgendwann außerdem klargeworden, dass ich ihn nicht mit schleppender Schlepp laufen lassen würde (zu viele Straßen), darum habe ich irgendwann entschieden, dass wir an der Führleine, an der Flexi oder frei gehen. Und ich habe das Gehaddel mit der Schleppleine wirklich null vermisst.
Wenn wir das Pech haben und tatsächlich Rehen, Katzen oder Waschbären über den Weg laufen, hängt er brüllend in der Leine.
Das hatten wir so eher selten, wenn eher mal mit Essen, dafür konnte Elvis sich als Vorstehhund manchmal nicht mehr abwenden. Ich habe ihn dann weggetragen; gar nicht böse, einfach möglichst neutral. Wenn Aron "nur" um die 20 Kilo wiegt, geht das für euch ja vielleicht auch. Dann kommst du aus der Situation raus, und er natürlich auch.
aufmerksam muss ich ja trotzdem immer 100% sein, weil er bei Hundebegegnungen ja auch noch schwierig ist. Manchmal kann ich ihn mit Abstand super zu mir umorientieren und belohne ihn dafür auch ausgiebig, bei der nächsten flippt er (trotz Abstand) dann wieder völlig aus.
Damit kenne ich mich nicht aus, aber hier würde ich auch erstmal als Entlastung für dich (und Aron dann automatisch mit) managen oder schummeln.
Was immer für euch funktioniert, zum Beispiel sowas wie umdrehen, mehr Abstand schaffen, vermeiden, mit Futter vorbeilocken, neutral ins Geschirr fassen "komm, wir gehen mal weiter" oder sogar wegtragen.
Und, das hatte jemand anders geschrieben, ja, dann pöbelt er eben. Nicht schön, nicht das, was man sich wünscht, aber so ist das dann jetzt eben erstmal.
Ich beneide so sehr jeden Hundehalter, der entspannt mit seinem Hund durch die Gegend laufen kann, der Hund mal hier, mal da schnüffelt und man die gemeinsame Zeit offensichtlich genießt, während wir keinen Spaziergang sondern einen Spazierkampf veranstalten.
Oh Gott, das ging mir ganz genauso! Selbst heute denke ich oft, wenn ich einen dieser Hunde sehe, die beim Gassigehen immer so herzig zum Halter gucken: "Streber!!!!"
Bei normalem Besuch meldet er 'nur', bei Paketboten wird es immer schlimmer. Mittlerweile springt er bei denen wie ein Irrer kläffend an der Haustür hoch. Er lässt sich zwar dann von mir auf die Decke schicken (wobei ich das schon nachdrücklich durchsetzen muss) und bleibt da auch (kläffend) sitzen, aber dass er überhaupt so einen Terz veranstaltet, richtig, n-e-r-v-t mich.
Das kann ich total nachvollziehen, das würde mich auch nerven. Rundum.
Hättest du die Möglichkeit, zu vermeiden, dass er zur Haustür kommt? Durch ein Gitter, eine Tür, die du schließen kannst oder indem du ihn evtl. in ein angrenzendes Zimmer bringst? Das kommt halt immer so stark auf die Gegebenheiten eures Hauses oder eurer Wohnung an.
An die Klingel kann man ja eine Zettel machen, dass es eine Moment dauert, bis man an die Tü kommt, damit du etwas Ruhe hast, Aron aus dem Weg zu nehmen.
Aron kann nicht ansatzweise das leisten, was ich von ihm erwarte
Ich finde, das ist wirklich ein Schlüsselsatz, auch wenn du ihn bei einem konkreten Beispiel geschrieben hattest.
Ich finde es oft sehr schwer, Erwartungen zu ändern oder loszulassen. Aber es geht. Im Job machen wir ganz oft "Erwartungsmanagement", indem wir vorher festlegen, was geht und passieren wird und was nicht.
Mein Eindruck ist, dass es für euch beide so erleichternd wäre, wenn du deine Erwartungen an ihn auf ein absolutes Minimum zurückschrauben könntest. Aber leichter gesagt als getan.
Gestern wollte ich wenigstens mal wieder mit ihm drinnen tricksen, um mal wieder etwas positives miteinander zu machen. Da hat er nur die Ohren runtergeklappt und mich mit einem ,,Was will sie denn jetzt schon wieder von mir''-Blick angesehen. Ich glaube mittlerweile, dass ich es einfach richtig verkackt habe.
Das glaube ich nicht. Ich glaube, es geht euch beiden gerade einfach ähnlich.
Wenn man den Text so liest, könnte man meinen, ich würde Aron nicht mögen.
Nein, das finde ich gar nicht. Wer macht sich denn so viel Mühe und investiert so viel Arbeit, Nerven und sicherlich auch Tränen in einen Hund, den man nicht mag?
Und du schreibst den Text ja auch nicht über das, was du an Aron magst, sondern über das, was euch das Leben so schwermacht.
Bei Elvis war ich immer so froh, dass er so ein Kuschelhund ist. Auch am Ende eines Tages voller ätzender, anstrengender Gassis stand ein gemeinsamer, gemütlicher Abend auf dem Sofa. Der Himmel.
Mein Partner (der aber nur am Wochenende Zuhause ist) geht unregelmäßig mit Aron im Zuggeschirr laufen. Das findet Aron mega, da konzentriert er sich dann auch richtig.
Es ist doch gerade die Zeit der Neujahrsvorsätze. Vielleicht kannst du deinen Partner inspirieren, regelmäßig mit Aron zu laufen. Rein von der körperlichen Auslastung bringt ihm (also Aron) das bestimmt auch schon viel.
Für mich war es damals auch eine Entdeckung, mit Elvis zu joggen. Ich hab wenig Kondition, mit Zuggeschirr wäre das nicht gegangen, aber bei uns hat es ganz gut gepasst, dass er dann doch mal stehenbleiben musste zum Schnüffeln/Markieren, wenn ich mal atmen musste.
Es war einfach total schön, endlich mal nicht der ewig Bremsklotz zu sein und Elvis nicht ständig zu bremsen, sondern mal gemeinsam in einem Tempo unterwegs zu sein.
Achso und: Falls du irgendwo ein entsprechendes Gelände hast/findest, wäre es bestimmt auch super, wenn Aron dort freilaufen könnte. Vor allem wenn es sicher eingezäunt ist, ist das auch mal echt gut für dich, wenn du nicht die ganze Zeit gucken und machen und regeln und bremsen musst, sondern er mal größenteils einfach machen kann und du einfach mal deinen hübschen Hund bewundern kannst.
Wenn ich aber mal nur ein Mü inkonsequent bin hab ich das Gefühl, dass wir jedes Mal 3 Schritte zurück machen und Aron direkt wieder austestet, ob gewisse Regeln dann jetzt aufgehoben sind.
Achtung, totale Spekulation: Vielleicht ist das aber auch so, weil er es eigentlich nicht leisten kann und gar nicht unbedingt, weil er dich testet.
Such dir für den Rest Managementmaßnahmen wie z.B. Bauchgurt und Ruckdämpfer und dann soll der halt draußen bescheuert sein wegen Wild.
Ja, Ruckdämpfer! Bn ich bei uns auch erst ewig spät drauf gekommen, keine Ahnung warum eigentlich.
Was auch ein richtiger Game Changer war, war ein gemeinsames Hobby wo niemand von uns wirklich funktionieren musste sondern wo Spaß das einzige Ziel war.
Bei Aron bietet sich ja an, doch mal zu probieren, ob ein mehr gemeinsames "Jagen" (= Waldspaziergang) an der Leine funktioniert.
Nach all unserem Antijagdtraining fand ich damals das Buch "Wege zur Freundschaft" von Ulla Reichmann da wirklich spannend, weil so ganz anders (aber auch gar nicht sooo widersprüchlich, wenn ich mich richtig erinnere).
Und ich meine mich zu erinnern, dass mir "Alltagswege zur Freundschaft" geholfen hat, etwas entspannter in Sachen Erwartungen und Umgang zu werden.
Ich würde, gerade jetzt erstmal, nichts ins Auge fassen, wo Hund und Mensch viel Neues lernen müssen, sondern etwas, was möglichst einfach für euch machbar und erreichbar ist. Sonst hat man wieder noch einen Themenkomplex mehr, in dem was klappen "muss" und so Frust erzeugen kann.
Mir hat geholfen: Akzeptanz. Dein Hund scannt und pöbelt.
Und versprochen, wenn ich jetzt hier aus dem Fenster gucke, sehe ich direkt mindestens einen Hund, der heftiger ist und woran nicht gearbeitet wird.