Beiträge von tinybutmighty

    Pippa hat keine Epilepsie!!!!! Ich bin SOOOO erleichtert. Ganz gesund ist sie aber auch nicht. Die Foren-Schwarmintelligenz hatte echt den richtigen Riecher - wir waren heute beim Spezialisten und der hat tatsächlich die auch hier im Forum geäußerte Vermutung PD bestätigt. Pips hat also Paroxysmale Dyskinesie, nicht Epi. Der Experte hat das echt schon nach etwa 30 Sekunden Videomaterial festgestellt. Der sieht da eben subtile Unterschiede zwischen den "Krämpfen" bei PD und Epi-Anfällen, z.B. in der Art, wie Pippas Pfoten während der Episoden zuckten. Auch allgemein hat er kurz eine Untersuchung durchgeführt, aber meinte dann eben direkt, Epi ist das keine, sondern PD.

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    Und was bedeutet das jetzt? <3 Nun, im besten Fall verschwinden die Episoden so plötzlich, wie sie aufgetreten sind, wieder. Das kommt durchaus immer wieder mal vor, meinte der Spezialist. In Pippas Fall sieht er jetzt erstmal keine Notwendigkeit, weitere Untersuchungen wie CT/MRT durchzuführen, auch eine weitere (medikamentöse) Therapie empfiehlt er erstmal nicht. Wir sollen einfach unser Leben weiterleben und uns nur wieder melden, wenn die Symptome schlimmer werden bzw. die "Anfälle" sich eben häufen.

    Er meinte, sehr kleine Hunde und spannenderweise eben auch die eher unsicheren Charaktere, die leichter mal gestresst sind, haben seiner Erfahrung nach häufiger PD. Das passt ja beides sehr auf Pippa.

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    Ach ja, ich habe den Spezialisten auch gefragt, ob ich Stressoren jetzt irgendwie vermeiden soll. Er meinte, er würde jetzt nicht explizit was ändern, weil man sich als Mensch meist erst recht stresst, wenn man versucht, alle möglichen Stressoren vom Hund fernzuhalten. Was sich wiederum auf den Hund übertragen könne. Wir machen also erstmal weiter wie bisher, an unserem Alltag kann ich eh vieles nicht ändern - die Hunde müssen im Schnitt 3x die Woche mit ins Büro, auch Öffifahren gehört zu unserem Alltag. Wobei das jetzt eh keine Sachen sind, die Pippa sehr strapazieren. Als Bürohund ist sie echt perfekt, sie geht morgens in ihre Schlafhöhle und kommt da teils über Stunden nicht mehr raus...

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    Ich hatte bis jetzt ja "nur" zwei Junghunde, die Chis. Beide sind auch als Junghund eingezogen, ware so roundabout 6 Monate alt jeweils.

    Rex war ein sehr unerschrockener und freiheitsliebender Bursche. Mit seinem großen Radius, seiner Neugier und seinem Interesse an anderen Hunden war das für mich als Ersthundehalterin natürlich schon gelegentlich etwas frustrierend, wenn das Pubertier die Ohren auf Durchzug stellte :) Wirklich schwierig war Rex aber bei weitem nicht, ganz im Gegenteil, denn aufgrund seiner Offenheit und Unkompliziertheit machte er es mir doch überwiegend leicht. Er lernte z.B. problemlos das Alleinebleiben, Leinenaggression war nie ein Thema, auch Betreuung durch andere (Großeltern, Hundesitterinnen...) war easy mit ihm. So richtig in der Entwicklung empfand ich ihn so im Alter von 1 bis 3 Jahren, mal mehr, mal weniger ausgeprägt halt. Da machte er auch immer wieder mal Schübe. So ab 3 Jahren empfand ich ihn dann als wirklich erwachsen und gefestigt. Er war auch etwa 3,5 Jahre alt, als dann Zweithündin Jasmin hier einzog.

    Pippa war wieder 'n ganz anderer Junghund aufgrund ihrer Vergangenheit und des längeren Tierheimaufenthalts. Bei ihr denke ich schon, dass ich als Anfängerin früher überfordert gewesen wäre. So aber wusste ich, was mit unsicherem Hund auf mich zukommt, wobei Pips eine super Entwicklung durchlaufen hat. Und sie kann auch durchaus ein Frechkind sein - Tomaten auf den Ohren haben, waghalsige Kamikaze-Aktionen bringen etc. Allerdings wird sie im März schon 2 Jahre alt und ist immer noch ein richtiges Baby oft:herzen1:


    Ich glaube, alles in allem mag ich die Junghundezeit schon. Finde spannend, wie sie sich entwickeln und reifen. Weiß aber nicht, wie das mit einer anderen Rasse aussähe, einem anderen Typ Hund. Ich kann mit den Chichis einfach ganz gut.

    Ich entscheide nach Temperatur, Wetterbedingungen (trocken, nasskalt etc) und jeweiliger Kälteempfindlichkeit meiner Hunde. Rex zB war ab einem gewissen Alter nicht mehr allzu kälteempfindlich und hat oft deutlich gezeigt, dass er gerade keinen Mantel braucht und möchte.

    Bei Pippa ist es so, dass sie sehr schnell ins Frieren kommt, da ziehe ich schnell mal was an. Oft nehme ich aber ein zweites "Set" an Hundebkleidung mit, sodass ich ggf. dicke Mäntel gegen Pullis tauschen kann oder umgekehrt.

    So, ich habe Anfang der Woche meinen dritten Kingsolver-Roman beendet:

    Barbara Kingsolver - "The Poisonwood Bible"

    Wow, was für ein großartiges Werk! Ich gestehe, anfangs war ich noch etwas skeptisch, ob diese Geschichte mich tatsächlich in ihren Bann ziehen würde. Es geht um die US-amerikanische Familie Price, die Ender der 50er-Jahre in den Kongo geht, wo der Missionar Nathan Price die Einheimischen zum Christentum bekehren möchte. Begleitet wird Nathan von seiner Frau Orleanna sowie den vier gemeinsamen Töchtern: der aus ihrem Faible für Annehmlichkeiten und alles Amerikanische keinen Hehl machenden Älteste Rachel, die tugendhafte, aber dickköpfige Leah, ihre halbseitige gelähmte, äußerst begabte Zwillingsschwester Adah, sowie das Nesthäkchen Ruth May.

    Im Kongo erwartet die Familie nichts, womit sie je gerechnet hätte, in dem kleinen Dorf werden sie zunächst von den Einheimischen sehr schief beäugt, doch gelingt es vor allem Leah und Ruth May, doch Anschluss an andere Kinder und Jugendliche zu finden, obwohl diese ein völlig anderes Leben führen als die weißen Missionarstöchter.

    Doch während Nathan zunehmend frustriert über das mangelnde Interesse der Dorfbewohner am Christentum ist und Orleanna sowie ihre Töchter versuchen, in dem unvertrauten Land Fuß zu fassen, ist der Kongo politisch bereits im Umbruch begriffen, denn die Kolonialzeit neigt sich dem Ende zu. Mit der Unabhängigkeit des Landes bricht eine neue Ära an, was der zunehmend fanatisch predigende Nathan Price aber nicht wahrhaben möchte...


    Es ist kaum möglich, die Romanhandlung zusammenzufassen, ohne allzu viel vorwegzunehmen. Es ist ein großes Werk, welches eine bewegende Familiengeschichte mit all ihren Dynamiken, zwischenmenschlichen Spannungen und Komplexitäten, meisterhaft mit großen Themen verknüpft, insbesondere mit der politischen Geschichte des Kongo (Zaire) von den später 1950er-Jahren bis in die 80er-Jahre hinein. Dabei reißt diese Wucht von einem Kingsolver-Roman den Leser sehr schnell mit, und Afrika bietet hier nicht einfach nur eine "exotische" Kulisse, sondern der Kongo wird in all seiner Vielslchichtigkeit und Widersprüchlichkeit für den Leser lebendig... Ich hatte mich zuvor noch nie mit der Geschichte dieses Landes beschäftigt, doch auch wenn ich die historischen Einzelheiten nicht kannte, fühlte ich mich bestens "abgeholt", Kingsolver versteht es, einer Geschichte Leben einzuhauchen.

    Besonders hervorzuheben ist noch, dass alle weiblichen Mitglieder der Price-Familie in dem Buch zu Wort kommen, da wechselnd aus ihren Perspektiven erzählt wird. Kingsolver hat es hier tatsächlich geschafft, jedem Familienmitglied eine ganz eigene "Stimme" zu geben, ob der kleinen Ruth May, die aus der Sicht eines noch sehr jungen Kindes von ihrem Alltag in Afrika, der häufig von Fieber und Krankheit geprägt ist, berihctet oder der brillanten Adah, die eine Vorliebe für Wortspiele, insbesondere für Palindrome, hat.

    Zudem ist der Humor, der immer wieder mal durchblitzt, einfach köstlich und hat mich bei aller Tragik und Schwere tatsächlich mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Kingsolver zeigt in "The Poisonwood Bible" eben auch, dass Freud und Leid oft sehr nah beieinanderliegen - das gelingt meiner Ansicht nach nur wenigen Autor:innen so souverän wie ihr.