Beiträge von tinybutmighty

    ch war da lange felsenfest überzeugt, ähnlich wie bei der Annahme, dass sich jeder Mensch zweimal täglich die Zähne putzt. Als ich gelernt habe, dass auch das nicht stimmt, war ich genauso irritiert.

    Spätestens wenn man von der Existenz von psychischen und körperlichen Erkrankungen weiß, von Obdachlosigkeit etc., ist einem aber doch eigentlich klar, dass es jede Menge Menschen gibt, die es nicht schaffen, sich täglich 2x die Zähne zu putzen. Und übrigens haben gerade viele autistische Menschen ein massives Problem mit Zähneputzen... war bei mir als Kind auch teilweise so...


    Ich finde Aufklärung sehr gut und sehr wichtig, finde aber, man muss auch ein bisschen bedenken, dass es den meisten Hunden hierzulande im Vergleich zu Nutztieren oder auch Hunden in anderen Teilen der Welt insgesamt betrachtet schon fast dekadent gut geht. Fälle von Vernachlässigung ausgenommen. Luft nach oben gibt es sicher oftmals, ja, aber ganz ehrlich, wenn einem Hund nicht täglich die Zähne geputzt werden oder der Besitzer den nicht mehrmals wöchentlich abtastet... jo mei, die meisten Menschen kommen auch nicht dazu, sich wirklich jeden Tag eine gesunde, nahrhafte, ausgewogene Mahlzeit zu kochen:ka:


    Und, ja, manche Darstellungen empfinde ich persönlich auch als etwas dramatisiert, da bin ich ehrlich. Meine Hündin war ja 3,5 Jahre lang in schlechter Haltung und zum ersten Mal in ihrem Leben geschoren, als sie dann zu mir zog. Ja, klar war die echt ungepflegt und verfilzt, aber die hat sich nach der Schur nicht komisch verhalten à la "Oh Gott, da spüre ich jetzt Wind an meinem Fell" und in ihrem Fell waren auch keine Maden und sonstwas. Damit will ich jetzt keinesfalls runterspielen, dass das Vernachlässigung war! Die Hunde wurden ja nicht grundlos beschlagnahmt. Aber ich finde, wenn man sich solche Fälle anguckt, kann man halt die Kirche dann etwas im Dorf lassen und selber entspannter damit umgehen, dass manche Menschen halt mal aus Gründen X,Y,Z einen Hundefrisörtermin ausfallen lassen oder das abendliche Bürsten...

    Oder das Thema Zähne, ich habe bei meiner Hündin noch nie einen Unterschied im Verhalten bemerkt zwischen "direkt nach Zahn-OP" und "Zähne gehören bald wieder gemacht" und tägliches Putzen hatte (wie von meinen TÄ vorausgesagt - zumal Zahnstein ja nicht das einzige Problem ist und gegen locker werdende Zähne und sonstige dentale Probleme kann man halt gar nicht anputzen) leider auch nicht den Effekt von deutlich weniger Zahnstein. Jetzt putze ich phasenweise halt nicht mehr täglich, da bin ich ehrlich:ka:

    Man muss halt letzten Emdes umterscheiden zwischen "Verwahrlosung/tierschutzrelevant" und "nicht ideal/optimal/viel Luft nach oben".

    Bei Ersterem kann und sollte man sich an die Behörden wenden, bei Zweiterem kann man nur für sich entscheiden, wie man persönlich und beruflich damit umgeht. Da hat sicher jeder andere Ansichten, Grenzen und Ansprüche:ka:

    Und eigene Unzulänglichkeiten zuzugeben ist noch immer ein absolutes No-Go in unserer Gesellschaft

    Plus es ist nicht so einfach, Unterstützung zu erhalten.

    GdB, Pflegegrad, Haushaltsunterstützung, Assistemz etc., das ist eigentlich alles mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand verbunden. Kann und wird mittlerweile auch häufig abgelehnt.

    Als Beispiel fällt mir da zB die äußerst dürftige Versorgungslage bei ME/CFS ein. Hat man da kein stabiles soziales Umfeld und finanzielle Ressourcen, ist man doch aufgeschmissen. Ist man in so einer Situation alleinerziehend oder Tierhalter oder Pflegeperson für jemand anderen etc, leidet man selbst eh schon krass und dann sind auch noch andere von einem abhängig. Und man wird viel zu oft rumgeschickt, keiner fühlt sich zuständig etc.

    Bin fertig.


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    Alles in allem ein gutes "Weglesebuch" für den Winter, das sich ja durchaus schwierigeren Themen widmet. Mir war zunächst nicht bewusst, dass es tatsächlich eine Martha Ballard gab, ich kann aber sehr gut verstehen, warum die Autorin entschied, sich von ihrem Leben und Wirken inspirieren zu lassen.

    Alles in allem hat mir der Roman zwar recht gut gefallen, mir fehlte aber die wirklich mitreißende erzählerische Kraft. Stilistisch wäre da für mich einfach noch Luft nach oben gewesen, wobei dies in Teilen auch der Übersetzung geschuldet sein mag (ich fand es übrigens furchtbar, wie oft ich auf Fehler wie zB einen fehlenden Buchstaben gestoßen bin).

    Alles in allem schließe ich mich Phonhaus an, etwas zu geschniegelt und glatt war mir dieser dennoch flüssig und angenehm zu lesende Roman letztlich. Diese "Ende gut, alles gut"-Schiene passte für mich nicht recht zu der doch sehr harschen Zeit und Thematik.

    Ich bin erstaunt dass ein Hund in so kurzer Zeit überhaupt so massiv verfilzen kann. Das hatte ich bei meiner Hündin noch nie und ich gebe offen zu, dass hier kein Scherhund mehr einziehen wird, weil mich der Pflegeaufwand überfordert.

    Ich denke, da muss das Fell dann wirklich ne besonders miese Struktur haben, oder? Und das muss man als Besitzer halt auch erstmal auf dem Schirm haben und stellt für mich wieder eher ein Extrem dar.

    Pippa ist nun zum 4. Mal läufig.

    Da hat Pippa auch recht kurze Abstände zwischen den Läufigkeiten oder?
    Andy hatte zwischen 1. und 2. Läufigkeit auch nur 5 Monate Hoff das pendelt sich noch auf bisschen längere Abstände ein.

    Ja...mir kommt es jedenfalls so vor, ala wäre sie andauernd läufigxD

    Hoffe auch die Abstände werden noch etwas größer. Wobei es diesmal tatsächlich ziemlich genau 6 Monate gewesen sind=)

    Ich stelle mir grade vor, ich würde meine Nutztiere nicht rauslassen, weil ich grade ne depressive Phase habe und mir die 15 Minuten nicht nehmen könnte. Ich würde die Tiere dann abschaffen.

    Wobei man dazu sagen muss, die allermeisten Nutztiere sehen doch eh nie Sonnenlicht und werden unter horrenden Bedingungen gehalten. Und leider fällt das gesetzlich ja nichtmal unter Tierquälerei.

    Du legst andere Maßstäbe an, das ist gut so.

    Aber in Sachen Hundehaltung ibt es hslt auch Spielraum. Den Hund in einer depressiven oder auch körperlich eingeschränkten Phase gar nicht hinauszulassen ist das eine, eine Zeitlang deshalb nur das Minimum an Bewegung bieten schon wieder was anderes.