Die Lebenskosten sind Fixkosten, die einfach anfallen. Wenn ich mitten in der Innenstadt einer Großstadt wohnen möchte, zahle ich halt mehr Miete als in einem Randgebiet. Und wenn ich weiß, dass ich diese höheren Kosten habe und auch nicht einsparen kann/will, dann bin ich es natürlich selbst schuld, wenn ich mir Ratenkredite an für Konsumgüter an den Hals hole, die ich am Ende nicht vernünftig bedienen kann, weil ja meine Miete so hoch ist aber gezahlt werden muss. Es ist für mich echt paradox wie man dann zB argumentieren könnte "Also die 700€ Rate fürs Auto wäre ja echt kein Problem wenn die 900€ Miete nicht wären!" und sich dabei noch unverschuldet fühlen kann.Aber gut, das ist ein Thema über das man vermutlich ewig sinnieren kann.
Ähm... wir leben nicht in einer Großstadt, weil wir das unbedingt wollen, sondern weil meine Mutter hier arbeitet. Die meisten Menschen können sich nicht völlig frei aussuchen, wo sie wohnen. Und wie Czarek schon schrieb, lebt man weiter draußen, hat man dafür ja längere Anfahrtswege, braucht evtl. ein Auto (das wir z.B. nicht haben, meine Mutter kann gar nicht Auto fahren) etc.
Glaub mir, die meisten Leute rutschen heutzutage nicht in die Schuldenfalle, weil sie einfach nicht sparsam leben können oder konsumieren wie die Irren. Es ist schade, dass dieses Vorurteil nach wie vor besteht. Irgendwie klingt es bei dir so, als würdest du Leuten die Schuld daran geben, Schulden zu haben, weil sie über ihre Verhältnisse leben. Klar, das gibt es auch, aber es ist nicht der Regelfall. Außerdem muss man sich heutzutage auch fragen, was noch unter "Luxusgut" fällt und was vllt. schon wieder notwendig ist. Vielleicht wäre es finanziell klüger gewesen, meine Mutter hätte mich nie auf Klassenfahrt, Schikurs etc. mitfahren lassen, ist ja im Grunde auch "unnötiger Luxus". Aber so was will man seinen Kindern ja im Normalfall auch ermöglichen, damit es neue Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln kann - und nicht zuletzt, was für Kids ja auch wichtig ist, damit das Kind Zeit mit Gleichaltrigen verbringen kann, selbständiger wird, nicht ausgeschlossen wird etc. Wir kaufen uns ab und zu auch Bücher, weil wir nicht völlig verblöden wollen. Ist irgendwie ja auch "unnötiger Luxus". Aber irgendwie dann auch wieder nicht. Und ja, meist hole ich mir Bücher aus der Bücherei, aber ab und zu ist ein neues, sauberes Buch ohne komische Flecken dann ja auch ganz nett 
Ein guter Kumpel von mir, der auch studiert und noch zuhause wohnt, hat bei seinen Eltern eine Katze, die schon etwas betagt ist und dementsprechend natürlich auch Medikamente nehmen muss und öfter mal zum TA. Im Grunde ist sie noch fit, aber ältere Tiere entwickeln halt oft so ihre Wehwehchen... die Familie hat auch aboslut nicht viel Geld. Der Vater hat jetzt wieder einen Job, nachdem er einige Zeit lang arbeitslos war und schließlich Notstandshilfe bezog. Trotzdem haben sie es immer geschafft, die Katze tierärztlich behandeln zu lassen. Da geht es also schon auch um Prioritäten, meiner Ansicht nach.
Was ich ganz allgelmein sehr interessant finde an solchen Situationen: Sie zeigen den völlig veränderten Stellenwert des Haustieres im Laufe der Zeit. Hunde gelten heutzutage irgendwie schon mehr als "Luxus", man sollte "abgesichert" sein, wenn man sich einen Hund nimmt, etc. pp. Wenn ich da nur ein paar Jahrzehnte zurückblicke, ist es doch faszinierend, dass sich damals eigentlich noch ein völlig anderes Bild zeigte. Da machte man sich bei Anschaffung eines Hundes mMn meist sehr viel weniger Gedanken darüber, was passieren könnte, sollte der Hund mal eine 5000 Euro OP brauchen oder ähnliches.
Ich glaube aber auch, außerhalb von Foren ist das öfters tatsächlich noch so. Ich kenne viele Leute, die trotz geringem Budget einen Hund haben und die sich keinen Plan A,B,C und D überlegt haben, allerdings nur außerhalb des Forums.
Das schreibe ich jetzt nicht direkt an jemanden gerichtet, sondern einfach, weil ich diese Entwicklung interessant finde.