Beiträge von Luise32

    Missverständnisse - oder: Oh wie schön ist Panama


    Ich war beruflich unterwegs jetzt. Lange Zugfahren. Hunde "zurück" lassen - seufz!- da les ich immer gern. Diesmal die DOGS, weil mich im Kiosk das "Abschiedsinterview" vom Bloch angelächelt hat. Vor allem, dass er fordert, die Hunde nicht "für dumm zu halten" (meine Worte...). Das ist meine Erfahrung mit den Hundetrainern und Hundetrainings: man tut so, als gäbe es ein Rezept, mit dem man den "perfekten Hund" backen könnte, und wenn es nicht klappt, dann hat man etwas falsch gemacht. Zu viel Strenge, zu wenig Konsequenz, zu viel Leckerli, zu wenig Spiel - irgendwas eben. Und wenn man rausfindet was, wenn man neu backt, wenn man nur sklavisch am Rezept klebt und "mal ganz logisch" überlegt und plant - dann klappts auch. Und schon redet man im Grunde von "Schuld" - und die liegt nicht beim Tier.


    Und nein - es liegt auch nicht am Tier. Und (oft, nicht immer) auch nicht am Menschen. Es liegt an der Dynamik zwischen beiden... Hunde sind keine Maschinen, die man programmiert. Und Menschen sind auch keine Hundeprogrammier-Maschinen. Hund und Mensch sind Lebewesen mit einer individuellen Psychologie.
    Zum Glück gibt es Gemeinsamkeiten unter Hunden (bzw. Menschen), so dass man nicht total im Unvorhersehbaren agiert. Wenn ich einem Hund eine Wurst hinhalte und "komm" rufe, wird jannähernd edes Hunde- Individuum sehr wahrscheinlich kommen...
    Und: zum Glück gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Hund und Mensch, sonst gäbe es keine artübergreifende Basis für das Zusammenleben.Wir sind beide soziale Lebewesen, Rudeltiere noch dazu. Wir sind lernfähig und anpassungsfähig - also dazu in der Lage, unsere Situation in Bezug zu Anderen und (wenigstens teilweise) deren Situation zu analysieren und unser Verhalten anzupassen. Wir sind in gewissem Ausmaß frustrationstolerant. Und wir können Impulse/Triebe in gewissem Umfang beherrschen. Wir treten in Beziehungen und gehen Bindungen ein. Wir können kommunizieren (unter- und miteinander). Wir sind nicht perfekt. Wir sind Stimmungen unterworfen. Es gibt sicher noch einiges mehr. Aber ich finde das schon beträchtlich, was Hund und Mensch (grundsätzlich) kann!


    Natürlich: es gibt Unterschiede. Wir sind als Mensch grundsätzlich eine andere Kommunikation gewöhnt, als ein Hund; sind grundsätzlich anders lernfähig etc. Und deshalb gibt es Reibung. Missverständnisse. Probleme.
    Und dann kommt noch die Individualität dazu, wiederum als "Gemeinsamkeit" von Hund und Mensch. Noch mehr Reibung, noch mehr Missverständnisse.Und vielleicht ja dann dieser Wunsch, es möge doch bitte ein Rezept geben, einen Weg, den Hund zu "programmieren" und doch noch eine gute Hundeprogrammier-Maschine zu werden... So ging es mir jedenfalls. Oft.


    Heute sehd ich unsere Missverständnisse (nicht nur, aber) auch als Beleg dafür, wie selbstverständlich da Tag für Tag ein kleines Wunder stattfindet zwischen uns dreien: artübergreifende Kommunikation, die so reibungslos ist, das sie kaum wahrnehbar ist. Eine Kommunikation, die auf einer gelernten und gewachsenen, vor allem auch einer "intuitiven" Ebene steht: Verstehen. Oh - wie schön :cuinlove:

    Auf jeden Fall ist Sinn und Zweck eines Haushundes, dass man Freunde wird und nicht einen tierischen Sklaven hat!


    Aber: Hunde leben als Haustier in der Menschenwelt, und die birgt Gefahren, die Mensch überblickt, Hund nicht... Dafür ist doch ein Rückruf da, oder eben auch anderes Training.


    Und schön, dass es so viele verschiedene Wege gibt, es gibt ja auch sehr viele verschiedene Menschen und Hunde. Aber: wer mit ein, zwei oder von mir aus 5 Hunden und einer "Methode" klarkommt, der kann durchaus beim 6.Hund an einen Punkt kommen, an dem er etwas anderes braucht...


    Ein Sprühhalsband sollte - ebenso wie Wurfketten etc - unbedingt mit Bedacht eingesetzt werden, aber es ist ein Hilfsmittel, das doch nicht pauschal verurteilt werden muss...
    Ich finde eine Leinenhaltung auf Dauer unbedingt genauso "Überdenkenswert". Wenn sie notwendig ist, ist es so. Aber selbst eine 20m-Schleppleine ermöglicht einem Hund nicht die Freiheit, die er offline hat...


    Aber hier ging es ja ursprünglich um etwas Anderes: das Bellen. Und auch da: überlegt euch mal, was der Hund durchmacht, wenn er 45 min durchgehend bellt.....

    @ Pinky


    Ein Fernbedienungs-Sprühhalsband ist NICHT gegen das TSG.
    Für eon automatisches Antibell-Halsband mag das anders aussehen.


    Ich habe MEINEN Gebrauch der Halsbänder bei meinen Hunden erläutert und auch erläutert, warum es da kein besonderes Timing brauchte - weshalb das auch auf große Entfernung gut ging. Das ist aber ganz sicher SITUATIONSABHÄNGIG, wie ich ja auch schrieb.
    Ebenso schrieb ich, dass ich SELBSTVERSTÄNDLICH vor dem Einsatz ausprobiert hab, wie sich der Sprühstoß unterm Kinn (bei mir halt ohne Fell ;) ) anfühlte.
    Superspannend finde ich vor allem, worauf Du in deiner Kritik überhaupt nicht eingehst: die Piep-Funktion, die ich beschrieb (oder verstößt die auch gegen das TSG?)...
    Und das ist, was mich ärgert: hier beschreibt jmn (noch dazu über andere, nämlich die Mutter) eine Extremsituation (und ja: ein durchgängig bellender Hund in der HuSchu IST extrem. Extrem nervig für ALLE Anderen zwei- und Vierbeiner, und extrem angestrengt von sich selber!!) und fragt nach Meinungen zu einer möglichen Trainingsmethode. Und es kommt ganz viel negative Meinung, also Ablehnung von Leuten, die es nie gemacht haben (weil sie es ja ablehnen...), und "skeptische" Meinungen dazu in dem speziellen Fall, von denen, die tatsächlich eigene Erfahrungen IM HUNDETRAINING damit haben. Und das wäre doch beides ok so - warum muss man da so Emotionalisieren nach dem Motto: was Menschen ihren Hunden antun.....


    Dazu hab ich mich, als jmn der sich hier zum Sprühhalsband-Einsatz "bekennt", Stellung bezogen: ich bin nämlich wirklich kein Unmensch und meine Hunde haben es mit mir doch recht gut getroffen... ;)

    Nebula, ich hab da wirklich andere Erfahrungen gemacht!
    Ich stand NICHT DANEBEN, sondern bis zu 150 m weit weg letztluch, und die Hunde haben es deutlich mit mir in Verbindung gebracht.
    Aber ich hab die Dinger auch ganz speziell gehabdhabt, mag also daran liegen.


    Allerdings finde ich auch die Ansicht, dass für den Hund nur der negative Reiz zählt und egsl ist, woher er kommt, von meiner Erfahrung her für Quatsch.
    Wenn mein Hund sich z.B vorm klappernden Fenster erschreckt, dann erkennt er, ob es das Fenster war oder ob jrmand das Fenster "zugeschlagen" hat - und ob ER damit gemeint war. Klar, der Schreck bleibt ein Schreck - aber die Verarbeitung ist anders...!

    Hast du den Link mal gelesen?

    Ja, hab ich.
    Mir geht diese Verallgemeinerung gegen den Strich, dass ich meinen Hunden damit das angetan haben "muss", was die Erfahrung dieser Person an sich selbst war...


    Ich hab nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch Erfahrungen damit und bei allem für und wieder kann ich sagen: es kommt eben drauf an - auf Halter, Hund und Situation! Aber es muss für meine Hunde bestimmt keiner "heulen" weil sie mit Sprühhalsbändern trainiert wurden (und heute Freiheiten genießen können, von denen viele Hunde weit entfernt sind)...

    Und dass er Strafe mit dir verknüpft ist jetzt was Gutes, weil...?

    weil der Hund durchaus doch lernen muss "das gefällt Frauchen nicht, wenn ich xxx mache". Der wird doch nicht vom lieben Gott bestraft, sondern soll sich an mich binden und muss dazu MICH kennenlernen (also wie ich auf welches Verhalten reagiere...)
    Anders gefragt: wenn dein Hund dich im Spiel in den Knöchel beißt, schreist Du dann "Aua!" - oder macht das dein Nachbar...?!? :D

    also entschuldige mal @Pinky- wenn ich sowas lese ....
    Ich bin kein Unmensch, ich liebe meine Hunde, ich hab genau darauf geachtet, wie es ihnen geht - und das Sprühen ist verdammt nochmal kein Elektroschock.....


    Da kann man vielleicht auch nicht von Mensch auf Tier schließen, eins zu eins!


    Außerdem möchte ich mal sagen, dass meine Hunde beide SOFORT wussten, dass ich das "mache". Das haben sie deutlich gezeigt!

    Ich hab das Sprühhalsband selber genutzt. Es gibt ja verschiedene, ich hatte eines mit Fernbedienung, das Piepsen konnte, kurz sprühen und lang sprühen.
    Ich hab es selber getragen zum Ausprobieren und fand das Sprühen unangenehm, aber es ist nicht schmerzhaft.
    Meine Hunde haben darauf vor allem "verwirrt" reagiert zunächst, haben sich also erschreckt als es neu war. Nachdem sie es "kannten" war es ein zuverlässiges Mittel, damit sie in ihrem Tun UNTERBROCHEN werden.
    Ich hab es im Training eingesetzt nicht als Strafe, sondern direkt MIT dem Rückrufsignal gleichzeizig als "Reizunterbrechung" sozusagen. Das hat funktioniert.
    Die Hunde haben das mit Sicherheit nicht gemocht, sie haben sich aber auch nicht gegen das Halsband "gewehrt", sondern es sich ganz normal ummachen lassen, durchaus immer noch in freudiger Erwartung auf draußen. Allerdings: draußen waren sie immerzu in gespannter Erwartung auf mich fixiert - und das wollte ich nicht (weshalb ich dieses Trainkng schließlich abbrach).
    Eine Zeit hab ich es dann nur für Jahdsituationen als "Notknopf" genutzt, wenn der erste Rückruf erfolglos war. In dem Sinne war es irgendwo zwischen Strafe und Reizunterbrechung.
    Bald hab ich nicht mehr gesprüht, sondern nur gepiept, das hat auch gut geklappt! Es ist übrigens wirklich nur ein Piep, kein Geräusch, dass dem Hundeohr super unangenehm wäre...


    So, wie ich es eingesetzt hab, ist das mit dem Timing nicht so schwierig, das würde ich Jedem zutrauen.


    Als generelle Strafe oder gar um ERWÜNSCHTES VERHALTEN beizubringen ist es absolut ungeeignet, mMn, weil man so schon wegen des Funksignals nicht timen kann.


    Was das Bellen angeht: Nach meinem Umzug hatte ich das Problem, dass der Rüde wie gewohnt Anschlug bei Klingeln ect., dann aber nicht mehr aufhörte, bis die Hündin auch einstimmte, und sie sich dann bald gegenseitig pushten. Das ging für die neuen Nachbarn natürlich gar nicht, und für die Hunde auch nicht! Als schnelle Lösung versuchte ich folgendes: Der Rüde bekam das Sprühhalsbanf um und die Fernbedienung hing im Flur. Wenn er lämger als ein paar Mal bellte, dann ließ ich das Halsband piepen. War ich weg, dann machten die Nachbarn das entsprechend. Das Pirpen hat gereicht, dass er aufhörte zu bellen. So stimmte die Hündin nicht mit ein, und ihm fehlte der Grund, weiter zu machen... Da haben 2 Wochen genügt, danach hats gereicht, dass er das Halsband trägt und nach 2 Monaten war es kein Problem mehr... Wasser hat es dafür icht gebraucht. Und natürlich hab ich kontrolliert, ob es ihm gut geht damit: ich hatte 3 Tage lang eine Cam laufen. Wenn das Halsband gepiept hat ist er aufs Bett gesprungen und hat sich hingelegt... Also - ganz entspannt!


    Ich hab, weil ich die Nachbarn nicht unbedingt einbeziehen wollte, mir aber klar war, dass es nur klappt, wenn das Ding konsequent piepst, damals überlegt ein automatisches Antibellhalsband zu holen, aber im Internet stand deutlich, dass die auch auslösen OHNE dass der Hund bellt. Das wollte ich um keinen Preis riskieren!


    Ich möchte gern auf eines noch hinweisen: dass Hunde bellen ist normal, aber ein Hund, der dauerbellt, der stresst sich selbst! Den da "raus" zu holen ist mMn Pflicht...


    Bei einem Hund, der NUR in der Hundeschule bellt, dabei aber noch alles brav mitmacht, da würde ich als erstes mal die Hundeschule wechseln.......
    Und Pipi machen ist aufm Hundeplatz selbstverständlich unerwünscht - da "verjagt" man den Hund und schüttet Wasser drüber (also: übers Pipi!!!) , aber fürs Pinkeln das Sprühhalsband betätigen, das führt wenn man Pech hat dazu, dass der Hund sich nicht mehr löst... Unverantwortlich! Da kann man nie wissen, ob der Hund das mit "Pipimachen" verknüpft oder mit "Pipi machen auf Hundeplatz".... :rotekarte:

    Gefahr in Verzug


    Authentischer zu sein und mehr im Moment verankert zu agieren - das habe ich von dem vielen Hundetraining gelernt.
    Man trainiert ja immer für den Ernstfall. Also so etwas wie: Die Hunde toben im Freilauf übers Feld, plötzlich kommt der Bauer mit seinem Trecker um die Ecke und fährt zwischen mir und den Hunden entlang. Was tun? Für einen Rückruf ist es zu spät, aber im wilden Spiel könnten die Hunde die Gefahr übersehen...
    Für solche Situationen hatten wir beim Stopp-Konzept im Training bei Hr. Philipper den "langen Pfiff" als Signal für "Stopp. Das heißt sitz+bleib bis zur Auflösung" eingeübt. Das Training war so aufgebaut, dass ich zunächst nur Pfiff und mich vor die Hunde stellte und sie am Halsband festhielt. Das irritierte die Hunde, und sie setzten sich schließlich verdattert bis erwartungsvoll hin. Darauf gab ich frei, ließ los und lobte. Es war also weniger so, dass ich sie drängte, etwas zu tun, als viel mehr, dass ich eine Situation schuf, in der sie selber "die richtige Lösung" fanden. Das finde ich nach wie vor das genial Andere an diesem Trainingsansatz. Und auch die wirklich schrittweise Zergliederung des Trainings hat sich echt bewährt für mich: Das Ziel "auf den langen Pfiff hin sollen die Hunde sofort an Ort und Stelle sitzen bleiben" wurde in 4 Schritten trainiert. Erst "langer Pfiff= Sitzen", dann "bleiben" und später "an Ort und Stelle", und zum Schluß das "sofort". Fürs "bleiben" ließ ich einfach die Zeitspanne zwischen loslassen des Halsbandes und "Auflösen+Loben" größer werden und entfernte mich dazwischen. Standen Tata oder Dex auf, ging ich zügig zu ihnen, fasste ins Halsband bis sie saßen und löste OHNE Lob auf. Das "an Ort und Stelle" verlangte mir größere Dynamik ab, weil ich auf Entfernung arbeitete und mit dem Pfiff auf die Hunde zusprintete - später reichte ein dynamischer Schritt auf sie zu und schließlich der Pfiff. In dieser Phase kombinierte Tara den Pfiff, eine erhobene "Stopp"-Hand und später ein leise gesprochenes "Ssss" jeweils in Kombi und einzeln mit "Stopp=Sitz und bleib an Ort und Stelle". Dex kombinierte zum Pfiff, der Hand und dem "Sssss" sogar auch den aprupten Schritt auf ihn zu mit "Stopp....". Das klappt ziemlich gut, nach wie vor, und in Gefahrensituationen draußen finde ich den Pfiff gut, bei unübersichtlichen Situationen beim Joggen oder auf stark genutzten Wegen nutze ich oft das Handzeichen. Drinnen (in Geschäften oder bei Freunden) nutze ich das "Ssss". Egal was ich mache, die Hunde sind mit ihrer Aufmerksamkeit dann sofort da - bei mir und auch bei der Situation! Das ist ziemlich gut, um z.B. vor einem Kellner "zu warnen", vor dem sich Dex sonst sicher erschrecken würde, weil er gebannt die Frau am Nachbartisch beobachtet und gleichzeitig dem Kellner einen sicheren Weg zu ermöglichen. Und es macht die Leute freundlich: so brav sitzende tolle Hunde werden meist sehr viel netter behandelt (in Geschäften etc) als aufgeregt hechelnde Hunde, die mit ihrem Schwanz die Ware "abräumen"... Ganz ehrlich: oft nutze ich es einfach auch, um Tara und Dex mal zu stoppen bis eine Situation dann geordnet genug ist, dass sie auch gucken können. Tara ist nicht grade klein, und manchen Leuten nehme ich so ihre "Angst". Und Dex wiederum neigt dazu nervös zu werden - er bekommt dadurch Sicherheit. Zumal ich festgestellt habe, dass Menschen ihm oft sehr nah kommen wenn er steht (nach dem Motto: der muss gefälligst ausweichen), geht oder liegt (teilweise treten sie ihm in Restaurants fast auf Schwanz oder Pfote - dabei ist er nicht grad leicht zu übersehen), ihn aber etwas "großräumiger" umgehen, wenn er sitzt! Für den Hund oft eine echte Hilfe...


    Das Trainieren der letzten Phase, also des "sofort" war schwierig für mich. Ähnlich wie beim Sprühhalsband war der Ansatz nicht, zu strafen, sondern eine "Notwendigkeit" auf Seiten der Hunde zu erzeugen, nicht erst zu gucken und dann zu sitzen, sondern erst aus dem Sitz (=Stopp) heraus zu gucken, was los ist. Auch, weil zum Sitz ja das Bleiben gehörte - und die Chancen hoch waren, dass sie eben Stoppen, egal was "los" ist. Diese Notwendigkeit entstand für die Hunde dadurch, dass ich schließlich mit dem Pfiff und dem Handzeichen und meiner Dynamik "Schepperdosen" (Metalldöschen mit Nägeln drin - natürlich sicher verschlossen!) warf, die an den Hunden (deutlich!) vorbei rollten. Und zwar so lange, bis sie saßen. Selbst bei Dex, dem Angsthasen, klappte das besser, als ich gedacht hätte (ich hatte da anfangs ein ganz mieses Gefühl, weil ich das so gemein fand, ich kannte das aber auch nur als totale Abschreckungsmaßnahme vom Rütter ausm TV...). Bei Tara ergab es sich ganz schnell, dass sie sich daran nicht störte. Angst hatte sie jedenfalls nicht! Sber als ich hartnäckig blieb wurde es ihr doch schnell zu doof mit dem Lärm...
    Das "Stopp" klappte relativ bald sehr zuverlässig und ist bis heute das, wofür ich sehr dankbar bin! Auch wenn ich es in Jagd-Situationen (für die Ich am dringendsten eine Lösung gebraucht hätte...) nicht nutzen sollte. Heute nutze ich es manchmal für Dex wenn er ein Reh weiter weg stehen sieht. Allerdings nur so lange, bis es außer Sicht ist. Danach lasse ich ihn laufen und er darf die Stelle absuchen, wo das Reh stand. Das "Stopp" ist da also kein "Verbot" von etwas Tollem, sondern die Vorbereitung auf etwas Tolles. Ich geh dann auch meist mit dorthin und wir "inspizieren" den Ort gemeinsam. Und Dex setzt sich bei Rehen inzwischen selber hin. Mit Tara mache ich das nicht, denn die würde nicht nur die Stelle beschnuffeln, sondern Fährte aufnehmen... Aber das Jagdproblem ist ohnehin auf andere Weise gelöst. Im übrigen Umgang zwischen uns dreien würde ich auf das "Stopp" aber nicht mehr verzichten wollen... Es verschafft uns allen eher Sicherheit und Ruhe und Abstand, als dass es ein "Verbot" oder ein "Befehl" ist.


    Wenn ich auf einem Spaziergang bin und möchte, dass die Hunde auf mich warten, dann rufe ich aber lieber einfach "Stopp" und die Hunde stehen(!) einen Moment. Meist bis ich da bin oder "weiter" sage. Das hab ich übrigens nie trainiert oder so - es hat sich einfach ergeben. Die Hunde sind ja mehrsprachig :D


    Was wirklich eine große Rolle spielt ist die tatsächliche Gefahr... Wenn ich das "Stopp" im Ernstfall nutze, dann klappt es zuverlässig auch oft hintereinander - selbst wenn das dann naturgemäß stressig ist für Tara und Dex. Wenn ich es "nur so übe", dann haben sie ganz schnell keinen Bock mehr drauf und sind genervt. Wohl ein wenig so, wie wenn man ständig grundlos "Hilfe" ruft - irgendwann kommt keiner mehr! Anfangs hab ich ("Stopp" , aber auch generell alles Andere) viel zu viele "Trockenübungen" gemacht. Dadurch wurde ich unauthentisch und war mehf bei fiktiven "Was wäre wenn"-Szenarien, als im tatsächlichen "Hier und Jetzt" wie es die Hunde in dem Moment mit mir erlebten. Und dadurch war ich schnell (aus hundesicht) unangemessen. Das mag für viele Hunde egal sein, weil sie nicht nach "Warum" oder "Wozu" fragen, aber für einen Aktionshund macht man sich unglaubwürdig und für einen Augenhund wird man allzu unruhig - so jedenfalls war es bei uns! Und desto "schlechter" Tara und Dex reagierten, desto einfacher wählte ich die Situationen... Selbstgemachter Frust, den ich zu verdrängen versuchte, aber vor den Hunden natürlich nicht verbergen konnte. Das haben auch alle Hundetrainer, bei denen ich war, irgendwie bemerkt und zu lockern versucht, aber keiner hat mir wirklich erklärt, dass ich letztlich mehr kaputt machte als aufbaute damit. Denn keiner hat letztlich mal darauf geschaut, dass nicht nur ICH mich AN DIE HUNDE wende, sondern auch die Hunde sich AN MICH wendeten...
    Inzwischen denke ich, dass sie beide eigentlich sagten: dieser "ACHTUNG Stillsitzen! "- Pfiff ist toll, weil Du und hilfst zurecht zu klmmen in der Welt, aber Du darfst nicht in allem eine Gefahr sehen. Entspann mal!
    Gerade Tara wurde immer entspannter (also - langsamer ;) ) und hat ja vielleicht gehofft, mir abzutrainieren, ständig grundlos "Angst" zu haben (und zu pfeifen)...
    Jedenfalls: seit ich authentischer bin und mich bei Gefahr auf den Pfiff verlasse, kann ich mich auch drauf verlassen. Und in Situationen, in denen ich etwas von den Hunden möchte, obwohl keine Gefahr besteht, kommuniziere ich eben anders mit ihnen. Klar - man muss trainieren! Am Anfang und später auch ab und an, aber ich glaube wirklich, das viele Hundehalter das eher übertreiben und zu viel mschen, als zu wenig (eben aus Angst heraus...).
    Die Situationen, die heute wirklich "gefährlich" sind und die mich ärgern, das sind Missverständnisse....