Beiträge von HannaBo

    Hallo Lokii,


    ich bin grade (auf der Suche nach Trainingstipps) über deinen Thread gestolpert. Wir haben vor fast zwei Jahren ebenfalls einen Podenco aus dem Tierschutz adoptiert und ich habe mich gerade zurück erinnert, wie es mir in der Anfangszeit so ging.


    Hilda kommt aus Weißrussland. Eher untypisch und ich musste auch erst mit der Nase drauf gestoßen werden (von der Ärtzin in der Tierklinik), um zu erkennen, dass bei ihr auf jeden Fall ein Podenco mit drin ist.
    Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie frustriert ich war. Hilda war am Anfang sehr anstrengend und ich habe oft daran gezweifelt, dass wir es schaffen. Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration waren null vorhanden und sie ist immer gleich aufgedreht, wenn man Aufmerksamkeit oder Leckerli ausgepackt hat. Wir dachten damals auch nicht, dass wir sie mal von der Leine lassen könnten, was ich extrem schade fand.


    Vielleicht kann ich dir ja ein paar Tipps/Anreize geben, die dir weiterhelfen.
    Ich habe damals JEDE Übung und einfach ALLES bei uns zu Hause auf dem Wohnzimmerteppich angefangen. Wenn sie es verstanden hat, nach dem Gassi im Treppenhaus, dann auf dem Parkplatz, dann unterwegs. Ich habe immer drauf geachtet, dass sie möglichst ruhig in dem Moment war. Wenn sie zu sehr aufgedreht ist, habe ich einfach abgebrochen. Aber stehen bleiben und warten, dass sie sich beruhigt, hat NIE geklappt. Sie hat mich dann einfach angebellt und da hatte sie den längeren Atem eindeutig. Deshalb bin ich einfach weiter gegangen und habe sie ignoriert. Was ich dann sehr praktisch fand, war das Kommando "weiter". Eigentlich war es einfach zum auflösen von sitz und platz gedacht, aber es funktioniert bei Hilda super, um zu signalisieren, dass die Übung beendet ist und sie von mir nichts mehr zu erwarten hat.
    Dass sie sich an der Schleppleine von alleine umdreht und nach mir schaut, hat relativ lang gedauert. Ich habe damit angefangen kurz stehen zu bleiben und ihren Namen zu sagen, oder zu schnalzen. Dann das ganze im Laufen.


    Wenn ich zurück blicke, bin ich doch sehr zufrieden mit uns und dem, was wir erreicht haben. Mittlerweile läuft sie ohne Leine und der Rückruf sitzt so zu 90%. Dass sie vollkommen im Tunnel ist und uns gar nicht mehr beachtet ist schon echt ewig lang nicht mehr passiert.


    Was ich im Nachhinein anders gemacht hätte, ist, dass ich schon früher angefangen hätte, aktiv Ruhepausen in die Gassirunden einzubauen. Also einfach auf eine Bank setzen, bis sie sich entspannt. Am Anfang hätte das eh nicht geklappt, aber ich hatte das auch ziemlich lang gar nicht auf dem Schirm. Ich dachte, die Ruhe draußen würde irgendwann mit der Zeit von alleine kommen. Dass sie irgendwann, wenn alles zur Gewohnheit geworden ist, einfach entspannter draußen ist. War sie aber nicht. Und jetzt üben wir "wenn Frauchen sich hinsetzt und entspannt, dann kann ich das auch machen".


    Ich musste übrigens gerade schmunzeln, bei mir wurde vor 1,5 Jahren auch sofort behauptet, ich würde Hilda überfordern und viel zu viel machen. Von der gleichen Person :D


    Aber man lernt seinen Hund irgendwann einfach so unglaublich gut kennen und entwickelt so seine eigenen Strategien. Das finde ich total toll und faszinierend. Nicht nur bei uns, auch bei anderen Hundebesitzern die wir so treffen. Jeder hat seine Baustellen. :)

    Dann beschreibe ich es nochmal genauer. Ich wollte, dass klar ist, dass ich versuche ein Defizit auszugleichen
    Es ist so, dass wir füttern als Belohnung für gutes Verhalten. Sie konnte am Anfang halt nicht viel, eher nichts, war auch nicht Stubenrein.
    Beim Gassi gehen vorrangig für gutes Benehmen an der Leine, Blickkontakt etc. Wir bleiben ca. 2x Stehen und machen Sitz, Platz, Bleib. Ich habe ein Stop-Kommando etabliert, damit wir das später nutzen können, wenn sie wirklich abgeleint laufen kann, sie zeigt jetzt schon großes Interesse an Kaninchen und Vögeln. Dann bleiben wir 2x stehen, werfen ein paar Brocken Futter ein paar Meter entfernt ins Laub und lassen sie es dann suchen. Zu Hause wollte ich dann die übrigen Bröcken aufbrauchen indem ich sie verstecke oder an den "Tricks" arbeite.

    Hilda läuft in Fehlhaltung, weil das Bein krumm ist, nicht, weil sie es entlastet. Sie belastet es sogar voll. Ein Mensch mit einem zu kurzen Bein humpelt auch, einfach, weil er nicht normal laufen KANN. Das heißt nicht zwangsläufig, dass er Schmerzen hat. Ich spreche mit einem ehemaligen X-Bein aus Erfahrung.


    Ich finde, dass du sehr urteilend und übertrieben schreibst.
    Ich werde versuchen, etwas runter zu fahren und drinnen weniger zu machen, sie auch konsequenter auf ihren Platz schicken. Aber keiner kann mir sagen, dass er mit seinem 8 Monate altem Hund nur 10 Minuten raus geht und dass der 8 Monate alte Hunde weder Sitz noch Platz kann, weil das nicht geübt wird.
    Ich trainiere ja nicht für Olympia oder so. Aber beim Gassi mal Sitz oder Platz zu machen sollte doch bei einem 8 Monate alten Hund drin sein. Das macht ihn sicher nicht zum Junkie.


    @Michi69



    Ich denke du hast zu sehr ein schlechtes Gewissen, wenn sie Ruhe halten soll. Du denkst, ihren Bedürfnissen nicht nachzukommen.

    Genau das! Wenn sie quengelig geworden ist, war ich mir immer sehr unsicher, ob sie nun wirklich unterfordert ist und Beschäftigung BRAUCHT, oder ob ich mich durchsetzen muss und sie zwingen muss. Das hat mich auch selber sehr unsicher und unentspannt gemacht. Ich habe ständig nachgeschaut, ob sie noch am Platz liegt, oder schon wieder Blödsinn macht etc. Vielen Dank, deine Tipps helfen mir sehr, geben mir Sicherheit, wie ich mich verhalten soll.
    Einen Garten haben wir im Grunde, ja. Wir haben einen Gemeindschaftsgarten, der jedoch nicht vollständig umzäunt ist. Wir wohnen allerdings im 2. OG und können sie nicht "mal eben in den Garten lassen", falls das dein Gedanke war.


    Einen kleinen Erfolg kann ich heute schon verzeichnen. Sie war gestern Abend 4 und heute 3 Stunden alleine, ohne Probleme (gestern hatte ich noch nichts geändert, es hat mich trotzdem gefreut).
    Ich habe sie auch mit der Laptopkamera aufgenommen und sie hat seelenruhig geschlafen.
    Heute Nachmittag habe ich dann eine Stunde damit verbracht, sie auf ihren Platz zu schicken, dann hat sie es endlich akzeptiert und pennt seit zwei Stunden. Yaay.

    Die Tierärztin hat gesagt, wir sollen lieber 6x am Tag 20 Minuten gehen, also unsere Gassirunden runterbrechen. Wir können allerdings nicht alle 2,5h Gassi gehen, weshalb wir nur 3-4 mal gehen.
    Schmerzen hat sie nicht (laut Tierärztin und das ist auch meine Einschätzung). Es soll wirklich nur verhindert werden, dass durch die Fehlhaltung etwas im Ellenbogengelenk (glaube dieser Knochenfortsatz) kaputt geht. Der Knochen ist schon ausgewachsen. Deswegen kein Springen, Rennen und Toben, da hier schneller mal falsch belastet wird. Mein Plan war also, das Springen und Toben durch Suchen und Tricks zu ersetzen. Das werde ich jetzt mal reduzieren und schauen, wie sie das findet.
    Betroffen sind und operiert werden Elle und Speiche im unteren Bereich, kurz von dem "Handgelenk".
    Natürlich wird das nach der OP nochmal ganz anders sein. Sie bekommt einen Fixateur und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie danach überhaupt mehr als ein paar Schritte laufen kann. Aber da limitiert sie sich hoffentlich selber. Zur Zeit denkt sie ja, sie wäre vollkommen gesund und versteht gar nicht, warum sie nicht rennen und mit den anderen Hunden spielen darf.


    Bevor wir in der Tierklinik waren, hatten wir ja eigentlich auch grünes Licht. Da hieß es (von einem anderen Tierarzt), wir sollen sie behandeln wie einen ganz normalen Hund, es muss nicht operiert werden, nur im Alter kann es früher als üblich zu Problemen mit den Gelenken kommen.

    Also meint ihr, ich muss das "fehlende Gassi" nicht ersetzen? Sie war auf jeden Fall schon mehr gewöhnt. Auf der Pflegestelle bis zu einer Stunde, bei uns ca. 45 Minuten (die lange Runde).


    Ich werde es jetzt mal mit Langeweile versuchen.
    Kauzeug und Spielsachen stehen bei uns nicht zur freien Verfügung. Sie bekommt es Stundenweise.
    Soll ich das nun alles streichen?
    Ich bin grade etwas überfordert damit einzuschätzen, wie viel zu viel ist und wie wenig zu wenig ist. Bei den anderen Hunden kam das alles so intuitiv. Die haben von selbst den halben Tag gepennt und konnten sich selbst auspowern, wie sie es mögen. Jetzt habe ich halt das Gefühl, dass ich ihr das Gassi und die Sozialkontakte weggenommen habe und es irgendwie kompensieren muss, dabei ist die Intuition wohl verloren gegangen.

    Mit einem Nein habe ich es beim Bellen noch nicht versucht. Ich dachte, damit widme ich ihr ja Aufmerksamkeit. Aber beim Sachen umher Werfen habe ich es schon versucht. Für ein paar Minuten klappt es. Dann wirft sie wieder und dann nehme ich das Spielzeug weg.
    Ich werde es mal beim ausprobieren.


    Massieren habe ich auch schon versucht. Klappt auch nur manchmal. Sie kaut auf meinen Fingern herum und versteht jede Bewegung als Spielaufforderung.

    Hallo ihr Lieben,


    Wir haben im September eine mittlerweile ca. 8 Monate alte Hündin aus Weißrussland adoptiert. Sie ist ein Mischling, doch dass irgendwie ein Jagdhund mit drin steckt, wurde uns gesagt. Hilda hat ein kleines Handicap. Sie hat einen krummen Fuß, der war wohl mal gebrochen. Sie humpelt etwas, aber stören tut sie das selber nicht. Anfang November hatten wir dann endlich einen Termin in der Tierklinik. Dort wurde uns geraten, den Fuß operieren zu lassen, damit sie keine Probleme mit den Gelenken bekommt. Allerdings wurde uns auch ein Bewegungsverbot ausgesprochen. Wir sollen die Gassirunden auf 20Min beschränken und nicht toben lassen, nicht springen, nicht rennen, keine Treppen etc, da die Tierärztin befürchtet, das Ellenbogengelenk könnte jetzt noch Schaden nehmen. Der OP-Termin ist nächste Woche.
    Das war der Hintergrund, nun zu meinem Problem. Hilda kommt in der Wohnung ganz schlecht zur Ruhe. Ich weiß nicht so recht, wie ich damit umgehen soll, woher es kommt etc.
    Es ist so, dass wir versuchen vier mal mit ihr raus zu gehen. Wir dehnen die 20 Minuten etwas, indem wir draußen Suchspiele spielen, Tricks abfragen etc. Wenn wir nach Hause kommen gibt es dann auch nochmal ein Suchspiel, oder wir arbeiten an den Tricks. Dann schicke ich sie auf ihre Decke, damit sie etwas zur Ruhe kommt. Nach dem Gassi schläft sie dann auch schnell ein. Allerdings nicht länger als eine Stunde. Womit wir bei ca. 3 Stunden sind, die sie am Tag wirklich problemlos und freiwillig auf ihrer Decke liegt und döst oder schläft.
    Dann wacht sie meistens auf und fängt an zu quengeln. Sie fängt leise an zu fiepen, dann irgendwann bellen, sie schmeißt ihre Kausachen/ Spielsachen (v.a. Kong und Geweih) laut auf die Erde oder macht sonst irgendeinen Blödsinn um Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Am Anfang habe ich versucht, das Bellen einfach zu ignorieren. Aber sie würde anscheinend immer weiter bellen, hat 20 Min durchgebellt und das wollte ich den Nachbarn nicht antun. Die nächste Strategie war es, sie zu ignorieren und das Zimmer zu verlassen, Tür zu, einige Momente warten und dann wieder kommentarlos zurück ins Zimmer. Das hatte allerdings nur mäßigen Erfolg. Sie hört direkt auf zu bellen, wenn ich aufstehe und fängt direkt wieder an, sobald ich mich wieder gesetzt habe. Ich habe das Gefühl, dass sie das Spielchen irgendwie durchschaut hat und mich einfach durch die Gegend scheucht. Wenn sie sich beruhigt hat, kuscheln und spielen wir auch. Ich versuche sie immer zu loben, wenn sie sich grade ruhig verhält, was sie aber manchmal wieder aufgeregt macht.
    Auch das alleine bleiben ist wieder zum Problem geworden. Ende Oktober konnte sie schon locker 4-5h alleine bleiben. Aber in den letzten Wochen hat sie angefangen Dinge kaputt zu machen, wenn wir weg waren und dann letzte Woche, wir waren im Kino, hat sie wohl zwei Stunden geweint.
    Ich bin geneigt es auf die körperliche Unausgeglichenheit zu schieben, die sie seit Anfang November hat, da wir das Problem davor nicht hatten.
    Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich mich zu sehr bemühe, das Defizit auszugleichen und selber sehr unentspannt bin.
    Wie seht ihr das? Kann ich irgendwas tun um ihr zu helfen? Sollte ich sie noch mehr/anders beschäftigen, oder sollte ich weniger tun, sie noch häufiger auf die Decke schicken und sie zur Ruhe "zwingen"?


    Vielen Dank schonmal für euren Rat :)
    LG Hanna