habt ihr denn tatsächlich Angst, das etwa passiert was diese Vorbereitungen nötig macht? Oder schon mal in den letzten 10 Jahren erlebt das es nötig war?
Angst würde ich mit einem permanenten, grundlegenden Gefühl der Bedrohung und Hilflosigkeit verbinden. Sowas habe ich auf keinen Fall. Ich finde auch, dass Vorbereitung jeglicher Art nicht unbedingt mit Angst zu tun haben muss. Es gibt nun mal Menschen, die jedes unwahrscheinliche oder wahrscheinliche Risiko regelrecht suchen, Menschen, die alles Denkbare und (Un-)Mögliche gedanklich durchspielen und Risiko vermeiden möchten und viele, die irgendwo dazwischen leben - da würde ich mich sehen. 
Seit ich letzten Sommer an der Kasse einer Tankstelle gearbeitet habe und dort einen ca. 15-minütigen Stromausfall mitbekommen habe, ist mir so richtig klar, was "Strom weg" alles bedeuten kann. Nichts ging mehr, Zapfhahn, Kasse, Licht, Türen, das komplette Computersystem, Toiletten, Waschstraße (gut, nicht ganz so wichtig, aber auch blöde, wenn man gerade eingesperrt mitten drin im Auto sitzt
)... So genau hatte ich mir da vorher keine Gedanken drüber gemacht, was alles über Strom läuft. Mein Mann arbeitet im Bereich nachhaltige Energieversorgung und es ist eigentlich bekannt, dass es in den nächsten Jahren (während des Übergangs zu erneuerbaren Energien und danach) häufiger auch längere Stromausfälle geben wird. Das ist nicht abwertend ggü den erneuerbaren Energien gemeint. Auf keinen Fall, sie sind nur (noch) nicht in der Lage, die Menge an Energie zu liefern, die zur Zeit z.B. durch Kohle bereitgestellt werden kann.
Um Horrorszenarien zu entwerfen, muss man "Blackout" gar nicht lesen, man muss nur in Aachen und Umgebung wohnen.
Die maroden Kernkraftwerke Tihange 2 und Doel 3, die 60 km entfernt südwestlich von Aachen in Belgien liegen (bei typischerweise Südwest-Wind), sorgen für reichlich Stoff dafür. Die Stadt Aachen hat mehrere Informationsveranstaltungen organisiert, Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt und diese nette Broschüre erstellt:
info_tihange.pdf
Es wird empfohlen, einen Vorrat für ca. 14 Tage anzulegen. Rausgehen ist ja dann nicht mehr (das wäre sicher auch spaßig mit Hund...).
Wir hatten letztes Jahr Mal eine Palette Ravioli-Dosen gekauft, da getrocknete Lebensmittel im Falle von kontaminiertem Wasser eher schlecht wären. Und etliche große Sixpacks Wasser. Außerdem hat meine Mutter es sich nicht nehmen lassen, uns die empfohlenen Atemschutzmasken und Anzüge zuzuschicken. Die lagern im Dachboden. Das Wasser ist inzwischen allerdings ausgetrunken - eigentlich müssten wir mal Neues kaufen, aber man denkt immer, "Morgen - passiert bestimmt eh nichts..." 