In vielen Fällen ist "nichts passiert" und man hat als Frau trotzdem das Gefühl, gerade noch einmal davon gekommen zu sein (gerade dieser Faden ist voll von solchen Erlebnissen).
Ich versuche das auch meinem Mann und Sohn begreiflich zu machen, dass viele Frauen nicht mit diesem selbstverständlichen Wissen der eigenen Unverwundbarkeit durchs Leben gehen, sondern gerade das Gegenteil: frau ist sich ständig bewusst, wie verletzlich und angreifbar sie ist und sichert sich sehr oft so gut es geht ab (Pfefferspray, Freundin anrufen, Notfall app etc).
Das sind einfach zwei völlig unterschiedliche Welten. Persönliche Erfahrungen, ererbte Traumata (Epigenetik) und anderes kommen noch dazu.
Ich würde mir manchmal wünschen, unangenehme Erlebnisse, wo nichts passiert ist, so schnell abstreifen zu können wie mein Mann, der die Situation vielleicht gar nicht mal als unangenehm empfunden hat. Ein Mann, der im Wald hinter ihm herläuft, ist für ihn keine Bedrohung, sondern ein Spaziergänger. Aber wir Frauen können da auch nicht aus unserer Haut und ich würde mir Verständnis wünschen dafür.