Was ist den überhaupt ein Arbeitshund ? Und was ist Arbeit ?
Alle Gebrauchshunderassen und daraus in erster Linie die Leistungszuchten.
Natürlich und (leider) auch viele Individuen aus den Showlinien daraus.
Ist ein Hund der 2 x die Woche zum Agility geht besser ausgelastet als ein Hund in einer Familie mit 4 Kindern in der Großstadt ? Ein Hund der jagdlich geführt wird arbeitet nicht täglich, im Gegensatz zum Wachhund. Wer arbeitet mehr ? Ich glaube das ist alles sehr individuell, je nachdem was der Besitzer erwartet und was der Hund mitbringt.
Es gibt so unterschiedliche Jagdhunde, wie es "Wachhunde" und Hütehunde gibt.
Am wichtigsten finde ich, dass man sich nicht unbedingt eine XY Bracke aus Jagdleistungszucht, einen Weimi, einen BC und dann noch einen Kangal und einen Mali kauft, weil man 2 mal die Woche zum Agi will.
Meine Schäfermädels waren faule Socken, obwohl die Eltern "Arbeitshunde" waren. Meine Mixe arbeiten gerne und viel motivierter. Ich glaube weil ich das inzwischen mehr fördere ? Die Schäfis waren Familienhunde und brauchten nicht mehr, sie waren auch viel ausgeglichener.
Das ist immer auch eine Sache der Linien und letztlich, was die Hunde im Alltag erleben.
Es wurde hier jetzt ja schon ein paar mal eher kritisch darauf reagiert was @RafiLe1985 mit Hunter jetzt schon macht. Ist es denn nicht üblich in der Rettungshundearbeit, dass die Ausbildung da schon im Welpenalter beginnt? Ich kenne aus einem anderen Forum noch jemand (mit GP), die auch Rettungshundearbeit macht, da wurde auch schon spielerisch im Welpenalter mit der "Arbeit" begonnen. Ist das nicht vergleichbar mit z.B. Assistenz- und Blindenführhunden, deren Ausbildung ja auch schon früh beginnt?
Blindenführhunde werden in der Regel in Familien gegeben, die sie aufziehen, sozialisieren...ect. und dann wieder ABGEBEN/zurückgenommen, wenn die eigentliche Ausbildung beginnt.
Assistenzhunde ähnlich, wobei es ganz viele unterschiedliche Ausbildungsmodelle gibt.
Man kann Assistenzhunde kaufen, wie Blindenführhunde, aber viele bilden sich ihren Assistenzhund auch mit Hilfe eines Vereines selbst aus.
Wir haben solch einen Assistenzhund in der Familie.
Der wurde als Welpe gekauft, wäre er nicht geeignet gewesen, wär er dennoch geblieben.
Er wurde ganz normal sozialisiert ect....Frühzeitig wurde er halt in dem Verein schon zur Welpengruppe gebracht, war dort in der Junghundegruppe ect.
Die Ausbildung war überaus freundlich und nicht so "sportlich/militärisch" wie die Sport-BH-Ausbildung. Um ein Jahr wurde angefangen gezielt auszubilden, mit knapp 2 Jahren war die Prüfung.
Einen Rettungshund habe ich auch ausgebildet, deshalb kann ich auch hier was zu schreiben.
Am besten ist es, wenn man VOR Beginn und vor Anschaffung eines ersten RH Hundes schon in die Staffel geht und mitwirkt. Dann wächst man da rein.
Ein Welpe hat im Training nichts verloren.
Man kann aber natürlich Anlagen sehen, genauso wie man Beutetrieb beim Mali früh sieht, sieht man beim BC früh die genetischen Veranlagungen zum/am Vieh. (Sind Beispiele).
Gut gezogenene spezialisierte Arbeitshunde sind dann im Ergebnis: gut gezogenene spezialisierte Arbeitshunde, die das leisten, auf was sie gezüchtet wurden. So einfach ist das ...
Ich finde es unsinnig einen Jagdhund, der eh eine KLASSE Nase hat, mit wenigen Wochen anzufangen "auszubilden"....
Ich traue JEDEM Hund mit Nase im Gesicht zu, diese Anfänge in einer ganz stinknormalen RH Staffel bewältigen zu können.
Ich gehe von einem sorgfältig ausgewählten Hund für diese Arbeit einfach davon aus, dass er geeignet ist.
Und ich würde nie einen Hund unter +/- 12 Monaten schon anfangen auszubilden.
Das heisst nun nicht, dass ich einen Welpen nicht mal mitnehmen kann.
Was ich immer schön finde in der Staffelarbeit, sind die "Spielkreise" Mensch - Hund....die Eignungsprüfungen (Knisterfolie...pipapo...) und die Möglichkeit, den Welpen einfach an das Leben zu gewöhnen, viel im Auto warten zu müssen, in einer Transportbox, auch angeleint ruhig zu warten habe ich dort mit meinem RH "Welpen" geübt.
Schön ist auch das Vereinsleben (wer es denn mag), wo kleine Welpen immer mitdürfen...und so fort.
Das Wissen, was man alles NICHT!!!! machen sollte, wenn man einen Rettungshund umsichtig sozialisiert und durchs erste Jahr begleitet ist viel wichtiger, als den jungen Hund hinter dem Hundehalter "zum SUCHEN" hinterherzuschicken...
Das macht jeder Hund mit guter Halterbindung. Das haben wir immer in Welpengruppen als Abrufübung gemacht, es war nie ein Welpe bei, der das nicht konnte-(Angsthunde mal aussen vor).
Natürlich wird jeder Hund, der später einen Job machen soll, ausgebildet.
Das fängt beim Züchter an:
NEIN, STOPP, Ruhen können, an der Leine gehen könne, auf Rufen kommen, können.....und tausend andere Dinge. WARTEN!!!
Bestenfalls sollte der Hund offen sein und sich trauen ungehemmt lernen zu dürfen.....
Ein RH Hund in jungem Alter wird oft von Staffeln ewig zum Kläffen beim Opfer genötigt.
Einfach mal zurücklehnen...es muss ja nicht jeder Hund ein Verbeller werden.
Und oft wird das geübt mit viel zu jungen Hunden. Einfach mal zuwarten, dann traut sich fast jeder Hund im Wald zu bellen.
Weniger ist OFT!!! sehr viel mehr.
Vor allen Dingen, wenn es der erste Hund in Ausbildung ist.