Angeregt durch den Austausch im Allergiker-Thread mach' ich hier mal einen extra Thread für Dinos Beschwerden auf, weil absolut nicht klar ist, ob er irgendeine Allergie hat oder ob das Problem doch ganz woanders liegt. Vielleicht hat jemand etwas Ähnliches mit seinem Hund durchgemacht und Ideen, Tipps, Empfehlungen o. Ä. für mich.
Dino ist ein Schäferhund-Mix aus dem rumänischen Tierschutz, über seine Zeit in RO ist mir nichts bekannt. Durch sein Verhalten kann man aber darauf schließen, dass er evtl. nicht richtig sozialisiert wurde und schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat. Er ist leinenaggressiv, findet viele Besucher überflüssig und neigt dann zum Kontrollieren. Unbekannte Gegenstände etc. werden vorsichtig beobachtet und angeschnüffelt, sobald die keine Bedrohung darstellen, ist's in Ordnung. -> Hinweis auf ne Sache mit den Augen? Eigentlich aber eher nicht, weil er z. B. geworfene Bälle zielsicher findet, Leckerlis auf dem Boden sind aber schon eine Stufe schwieriger. Bisher hab ichs einfach auf Verpeiltheit geschoben, nicht auf Sehschwierigkeiten.
Vorgeschichte:
2016/2017 etwa kam er als Demodex- und Angsthund über den Tierschutz aus Rumänien nach Deutschland. Seine Vorbesitzer haben die Demodexgeschichte in den Griff bekommen, geblieben ist allerdings ein "Leck-Tic".
Im Januar 2019 kam Dino dann zu mir. Abgabegrund war, dass er in Berlin zu viel Stress hat und sich deshalb wundleckt. Bevorzugt an Bauch, Innenschenkel der Hinterläufe und an der Schwanzwurzel. Das geht wohl schon seit der Demodexgeschichte so, die Vorbesitzer bzw. deren Tierärzte haben nie eine klare Diagnose stellen können. Fraglich ist hier, inwieweit sie sich überhaupt um eine Diagnose gekümmert haben.
Im Februar wurde ich dann mit Dino wegen Nachholung der Impfungen (die Vorbesitzer hielten nicht viel davon) bei meiner Tierärztin vorstellig und habe auch sein Leckproblem angesprochen. Sie konnte nichts besonderes feststellen, aber Milbenbefall und Pilze klar ausschließen. Sicherheitshalber gabs ein Spot-On und eine Blisterpackung Apoquel, die ich zwei Wochen lang gegeben habe. Danach wurde es auch besser, bis ich Ende März für zwei Tage in CH war. In der Zeit wurde Dino gemeinsam mit Teki von der Nachbarin betreut - als ich wieder kam, war das Leckproblem wieder da. Ich hab mir dabei erstmal nicht viel gedacht und das auf den Stress geschoben.
Stand heute:
Dino trägt zuhause die meiste Zeit über einen Plastikkragen, damit er sich nicht alles aufleckt. Zu den Mahlzeiten und beim Gassi kommt der Kragen runter, ebenso dann, wenn er sich über gewisse Zeit nicht leckt, quasi als Bewährung. Sobald er dann wieder mit dem Lecken anfängt, heißts (leider) wieder Kragenknast.
Gefüttert wird Markus Mühle NaturNah, das verträgt er auch gut und frisst es gerne. Output ist in Ordnung. Könnte besser sein, aber im Großen und Ganzen unauffällig. Gewicht ist für seine Größe passend (15-16 kg auf 48-50 cm SH). Ohren, Bewegungsapparat etc. sind auch in Ordnung bzw. unauffällig.
Die Krallen wachsen normal und nutzen sich auch von selbst ab, beim Gassi ist er mit allen Sinnen dabei. Es wird fröhlich geschnüffelt, ab und an auch mal Gras gefressen (in gesunden/unauffälligen Mengen) und herumliegende Stöcke oder andere Objekte auf Fingerzeig und Kommando aufgenommen und herumgetragen - weitestgehend normales Hundeverhalten also.
Zuhause herrscht Ruhe, er hat mehrere Liegeplätze und verbringt die Nacht bei mir im Bett auf seinen Kissen. Stress in Form von Kindern oder viel Trubel gibt es hier selten, außer Dino leben nur ich und mein Kater hier. Da wir am Rand einer Kleinstadt leben, ist die Umgebung eher ruhig mit wenig Verkehr. Im Vergleich zu seinem alten Zuhause in Berlin ist er hier sehr viel entspannter und ruhiger.
Aktueller Plan:
Nächste Woche Freitag haben wir einen Termin in einer Tierarztpraxis mit dermatologiekundigen Tierärzten. Deren Vermutung im Telefongespräch lautete erstmal pauschal Futtermittelallergie, das halte ich aber für weniger wahrscheinlich, weil seine Problematik ja schon länger besteht und auch mit div. Futtermittelwechseln gleich geblieben ist.
Hummel hatte auch empfohlen, Dinos Problematik auch neurologisch abklären zu lassen - hat jemand für den Raum Berlin sowie Landkreis Oder-Spree und darüber hinaus Empfehlungen?
Als medizinisch wirksam hat sich in unserem Fall Apoquel bewiesen, ich möchte aber nach Möglichkeit auf Dauermedikation verzichten. Sollte die nötig werden, wird er natürlich dauerhaft mit entsprechenden Medikamenten behandelt, allerdings wäre mir eine klare Diagnose deutlich lieber.