Der Hund ist jetzt seit sechs Monaten bei dir. Wahrscheinlich war er anfangs einfach überwältigt und hat sich deshalb stark an dir orientiert. Möglicherweise wurde er dadurch auch zu schnell mit einer reizintensiven Umgebung konfrontiert. Er schien ja anfangs freundlich. Jetzt wirkt er in deinem Text überdreht und völlig überfordert. Dadurch auch unfähig zu lernen. (So schnell würde ich dir Methoden, die du probierst nicht durchwechseln)
Euer Tagesablauf wäre wirklich wichtig. Hat der Hund überhaupt die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und entspannte Momente zu erleben? Kann er sich irgendwo wirklich entspannen?
Hast du mal nachts oder sehr früh morgens einen Spaziergang ausprobiert? Ist es dann besser?
Könnte es an der falschen Umgebung liegen? Ja sicher, aber auch der Umgang mit ihm kann eine Rolle spielen.
Ich hatte selbst einen Hund, der aus Panik um sich biss, wenn ein Blatt fiel oder ein Auto vorbeifuhr. Genau deshalb bin ich damals hier im Forum gelandet. Es wird dazu unzählige Meinungen geben.
Am Ende war entscheidend, wie weit ich bereit war, mich den Bedürfnissen meines Hundes anzupassen und mein Leben entsprechend umzustellen – und natürlich, wie groß die körperliche Gefahr für mich und andere war.
Wir gehen bis heute um 5 Uhr morgens unsere große Runde. Gerade am Wochenende ist das in der Stadt die reizfreie Zeit schlechthin. Routinen dürfen nicht gebrochen werden... Nach Jahren wurde es viiiel besser, aber unser Leben folgt immer noch einem antizyklischen Rhythmus zur Stadt.
Ich kann deinen emotionalen Tumult verstehen. Und auch das Forum kann da wirklich helfen. Versuch offen zu sein. Und versuche die guten Dinge an deinem Hund zu sehen. Euren Fortschritten. Aber sichere dich und andere. Vielleicht wäre ein Maulkorb keine schlechte Idee.
Edit. Und nein, mein Leben ist nicht so wie vorher. Auch Freunde habe ich verloren. Dafür habe ich ganz andere neue Dinge gefunden.