Beiträge von Kara's Family

    Eine Bekannte von mir ist Schulbegleiterin. Ihr Mann ebenso. Sie sind beide ausgebildete Heilerziehungspfleger und insbesondere was Autismus und ADHS angeht sehr gut geschult. Ich hatte bisher den Eindruck, dass das bei ihren Kolleg*innen auch so ist. Gibt's da vielleicht, je nach Bundesland oder auch Anbieter, Unterschiede? Lohnt sich vielleicht, gezielt danach zu suchen? Nur Vorschläge, ich kann mir vorstellen, dass du das schon alles versucht hast.

    Ich hatte mich dazu mit ihr ausgetauscht, weil ich gerade erst über eine Kitabegleitung für meine Tochter nachgedacht habe.

    Eine Freundin von mir ist Schulbegleiterin in Hessen. Gelernt hat sie Bürokauffrau. Ich weiß nicht mal mehr, ob sie ne Art Crashkurs zu Beginn des Jobs hatte, aber auf jeden Fall hat sie keinerlei beruflichen Hintergrund. Ich seh das auch sehr skeptisch, aber da man froh ist, überhaupt Schulbegleiter zu haben, nehmen sie halt quasi jeden, der sich das zutraut.

    Eine Freundin aus NRW war auch jahrelang Schulbegleitung. Gelernt hat sie Fleischereifachverkäuferin. Es gab einen einwöchigen crashkurs was ein Schulbegleiter macht, aber keinerlei Hinweise oder Vorgehensmöglichkeiten zu diversen Beeinträchtigung der Kinder. Sie hat sich selbst eingelesen und informiert nachdem sie wusste was ihr Kind hat.

    Ernalie ist sicher ein Fall von Anbieter zu Anbieter, von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Land...

    Wir wohnen ländlich, da gibt's nicht ganz soviele Anbieter. Dazu kommt noch Bundesland Grenze dazu - wir sind Hessen, Anbieter aus rlp werden von unserem Jugendamt nicht bezahlt also können wir dort nicht suchen. Obwohl es von rlp zu uns kürzer ist als aus Hessen (keine 5km nach rlp, aber zu unserer Kreisstadt sind es über 20km... Also wirklich ganz ganz am Rand von Hessen)

    Krass wie unterschiedlich dass gehandhabt wird. Typisch deutsches Bundesländer Prinzip :ugly:


    Unser Sohn ist ja auch noch an einer Regelschule gemeldet trotz Ruhen der Schulpflicht. Diese hat ein Mitsprache Recht bei der Weiterbewilligung der Ruhe, dh wir müssen jedes Jahr schriftlich ihre Zustimmung einholen (auch wenn keiner dort unseren Sohn seit 3 Jahren gesehen hat).

    Außerdem müssen wir jedes Halbjahr den Schulbericht an Jugendamt und Schulamt schicken damit diese den Lernstand unseres Sohnes sehen. Auch wenn er nach keinem Bildungsplan unterrichtet wird sondern individuell nach Wissensstand.

    Überdies müssen wir jährlich ein aktuelles psychologisches Gutachten einreichen. Da wir aber keinen betreuenden Psychologen haben da es hier keine Plätze für Autisten gibt reichen wir seit drei Jahren immer das gleiche ein. Da mosert zwar das Schulamt und Jugendamt, aber da sie auch keine Plätze herzaubern können akzeptieren sie es trotzdem.

    Dazu kommt halbjährlich ein runder Tisch mit allen Beteiligten.


    Ich wäre froh wir hätten weniger Aufwand und es würde eher in eurer Richtung laufen. Ist jedesmal unendlich viel Papierkram und Aufwand.


    Wenn du magst kann ich dir mal die Daten unserer Onlineschule geben. Soweit ich weiß gibt's da keine Begrenzung ab welchem Schuljahr die unterrichten. Auf dem Schulfest letztes Jahr waren alle Altersklassen vertreten

    Ja, das Deutsche Schulsystem ist schon :rolling_on_the_floor_laughing: ein einziger Witz :rolling_on_the_floor_laughing: . Ich finde Schulbesuch schon wichtig, weil Kinder dort viele Kompetenzen erwerben können, die ihnen im ganzen Leben weiter helfen werden. Aber der ganze Druck, Stress, die Noten, die Tests, Einheitsbrei lernen, dass alles hat keinen Wert. Wir sind ja jetzt im 4. Jahr Homeschooling, 2 davon halb als Freilerner. Keine Noten, kein Lehrplan. Gelernt wird, wodrauf das Kind grad Bock hat. Ich weiß nicht, wie sein Leistungsstand zu Gleichaltrigen ist. Aber das was er kann, kann er richtig. Erst danach biete ich Material an, was dann aufs vorherige Wissen weiter aufbaut.
    Trotzdem hätte ich gerne 1 oder 2 Stunden das Kind an einer Schule, mit kleiner klasse und anderen Kindern mit Behinderung. Eventuell gibt es nach dem Sommer eine Klasse, an einer Schule für Geistige Entwicklung, die nicht IQ gebunden sein wird. Jedes Kind lernt Individuell und sie sind Teil einer kleinen Klassengemeinschaft.
    In Bayern sind viele Kinder mit Behinderung gar nicht beschult. Da es ja kein "Ruhen der Schulpflicht" gibt, sind die in den Statistiken alle Inklusiv beschult an ihrer Sprengelschule angemeldet. Bayern schafft das Niveau der Inklusion noch weiter zu senken im Deutschland weiten Vergleich :lachtot:, zu "Inklusion auf dem Papier". Da sind Bundesländer mit Rollstuhl Rampen schon mindestens 1 Schritt weiter :lachtot:.

    Wie läuft das dann dass euer Kind Zuhause unterrichtet werden kann?


    Wir müssen für unseren großen Sohn jedes Jahr aufs neue beantragen dass die Schulpflicht ruht. Erst wenn das Schulamt dieses genehmigt können wir den Antrag für die onlineschule bzw die Kostenübernahme vom Jugendamt beantragen . Ohne Ruhen der Schulpflicht müssen wir ihn auf die Regelschule schicken (dh jedes Jahr aufs neue zittern und Stress ob es genehmigt wird) egal ob er dazu fähig ist oder nicht

    Mit Inklusion brauchst du mir nicht kommen... Das ist nur Schönrederei der Politik, richtige Inklusion gibt's nicht. Und ist auch nicht immer möglich


    Bei einem Autisten bedeutet Inklusion, dass es einen Schulbegleiter gibt!

    Schulbegleiter haben aber in der Regel keine Ausbildung in diesem Berufsfeld, sind Quereinsteiger. Fortbildung für die Behinderung ihres zu betreuenden Kindes gibt's nicht, dh sie wissen in der Regel nichts über die Behinderung und wie man damit umgeht. Sie bekommen keine Anleitung, keine Strategie und Unterstützung was es zu beachten gibt.

    Ist der Schulbegleiter krank oder verhindert dürfen die Kinder nicht in die Schule. Ist das Kind krank, darf der Schulbegleiter meist nicht arbeiten und wird dann auch nicht bezahlt (da gibt's aber einige Ausnahmen. Kommt etwas auf den Arbeitsvertrag des Anbieters an)


    Mal abgesehen davon dass das größte Problem ist überhaupt einen Schulbegleiter zu finden. Wir haben 1 1/2 Jahre gesucht und haben keinen gefunden der sich zugetraut hat mit einem Autisten zu arbeiten.

    Neben Rechnen, Lesen und Schreiben gibt es ja auch noch ganz viel soziale Komponenten, die Kinder mit der Einschulung erwarten. Sie können nicht mehr so selbstbestimmt handeln wie in der Kita, müssen noch kooperativer sein, sich auf eine neue Umgebung und neue Bezugspersonen sowie viel mehr fremde Kinder einstellen, fahren alleine mit dem Bus nach Hause... das ist auch Lernen.

    Jedes Kind hat andere Kompetenzen.

    Ich bin da sehr zwi gespalten bei diesem Thema...


    Man sollte da jedes Kind individuell sehen und dann entscheiden! Es gibt Kinder denen eine frühe Einschulung gut tun würde. Und es gibt Kinder die sind erst später so weit. Leider ist unser deutsches System darauf nicht eingestellt!

    Es gibt den Stichtag und alle müssen danach eingeschult werden. In vielen Bundesländern ist es fast unmöglich früher oder später einzuschulen - leider!


    Mein großer Sohn wurde durch das System kaputt gemacht! Er wurde regeleingeschult, bekam aber keinerlei Förderung der Schule obwohl er in Deutsch und Mathe weiter war als andere Kinder. Überspringen wurde immer abgelehnt aufgrund seiner fehlenden Sozialkompetenz (die er als Autist auch nie erreichen wird). Mittlerweile hat er eine Abneigung gegen Schule entwickelt (" ich werde eh nicht unterstützt und keiner sieht meine Bedürfnisse ") und gilt als nicht beschulbar.

    Ihm hätte es wirklich gut getan früher eingeschult zu werden und Förderung seiner Talente zu bekommen.

    Er hat übrigens einen IQ von 126 oder höher (so genau wissen wir es nicht da die Tests nie aussagekräftig waren da er immer abgebrochen hat da "die Tests langweilig sind")


    Bei unserem jüngsten sind wir deswegen jetzt daran alle Hebel in Bewegung zu setzen dass er springen kann! Wir haben auch sehr sehr lange überlegt ob wir ihn nicht früher einschulen, aber er wäre erst 5 Jahre 4 Monate gewesen. Im Nachhinein wäre es aber besser gewesen da er jetzt auch schon nach knapp 4 Monaten Schule in Richtung "Schulverweigerung aus Langeweile" tendiert.


    Unser deutsches Schulsystem ist leider absolut nicht ausgelegt Kinder individuell zu sehen und zu fördern! Es wird eher"Einheitsbrei" gefordert

    Ich danke euch auf jeden Fall, hab mir da wahrscheinlich wirklich zu viele Gedanken gemacht und lasse ihn einfach mal machen. Mit Freunden ist es irgendwie schwierig darüber zu reden, weil man ja auch nicht das Gefühl vermitteln will, man würde nur darüber sprechen wollen um anzugeben oder so. Ich hab das Gefühl man muss Sachen, die das eigene Kind schon etwas früher kann sogar eher kleinreden, anstatt da auch einfach stolz drauf sein zu dürfen (natürlich ohne das aber eben unangenehm raushängen zu lassen oder andere Kinder gar schlechter zu machen).

    Leider ist das oft der Fall!

    Ich stehe vor einem kleinen Dilemma. Vielleicht mach ich mir auch zu große Gedanken drum.

    Mein Sohn war schon früh sprachlich sehr sehr begabt. Jetzt ist er gerade 5 geworden und fängt von sich aus an zu lesen. Die Buchstaben kann er schon lange, aber jetzt hat er auch verstanden, wie er diese miteinander verbindet.

    Er kommt nächstes Jahr in die Schule und ich frage mich, ob ich ihn lieber bewusst etwas ausbremsen oder ihn einfach machen lassen soll (ohne jeglichen Druck meinerseits, ich hab nicht vor, mich mit ihm gezielt hinzusetzen und lesen zu üben). Ich hab einfach Sorge, dass er zumindest in dem Fach Deutsch zunächst total unterfordert ist und deshalb dann keinen Spaß am Unterricht hat. So neugierig wie er aktuell ist, würde es mich wundern, wenn er nächstes Jahr zum Schulstart nicht komplett flüssig lesen kann. Einfach abwarten und dann irgendwann wenn es soweit ist ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer suchen? Oder einfach schauen, ob die anderen Aufgaben (schreiben lernen etc) dann noch fordernd genug sind? Ich weiß halt aktuell nicht wirklich wie ich meinen Sohn etwas bremsen könnte, er sucht sich halt Wörter zum lesen und fragt bei Bedarf auch nach bis ich ihm erkläre, wie man zum Beispiel i-e richtig liest.

    Auf keinen Fall ausbremsen!

    Fördert es ohne ihn zu überfordern. Bestätigt ihn. Unterstützt ihn.

    Wissensdurst sollte man immer unterstützen!


    Mein Sohn ist jetzt seit september in der Schule. Hat aber schon vor Schulbeginn im hunderter Bereich gerechnet. Ja, ihm ist mittlerweile langweilig weil er sehr schnell auch in Deutsch die anderen Kinder überholt hat. Deswegen sind wir gerade dabei alles erforderliche zu machen um ihn eine Klasse überspringen zu lassen.

    Nö. Ist nicht gesund diese Körperhaltung.

    Und u angeschnallt ist es überdies noch gefährlich. Einmal bewegt und schwups landet das Kind Nase voran auf dem Boden


    Flacher Hinterkopf ist auch ungesund. Da kann man aber noch dagegen wirken solange das Kind noch klein ist.