Beiträge von Duma80

    Da is vor allem Jagdtrieb und Verträglichkeit wichtig weil du dich beim Arbeiten einfach auf deinen Hund verlassen musst.

    In Hinblick auf Verträglichkeit und Jagdtrieb: Arbeiten die Hunde im Allgemeinen immer ohne Leine? Kommen jeweils mehrere Teams parallel zueinander zum Einsatz oder immer nur eins? Was waren bei den Second-Hand-Hunden bei euch die grössten Schwierigkeiten im Hinblick auf die Umweltsicherheit und Verträglichkeit? Oder anders gefragt, wie unsicher oder unverträglich darf ein Hund bei dieser Arbeit sein?

    Normalerweise laufen große Projekte über Vereine, die dann gezielt Hunde dafür suchen.

    Bei den Naturschutzhunden wäre das im Moment das Thema Herdenschutz wo Hunde gezielt auf den Kot von Beutegreifer ausgebildet werden.


    Ich bin ganz zufrieden mit meinen Kadaver (Vögel und Fledermäuse unter Windrädern) und jetzt noch goldschakal. :)

    Das klingt superspannend :bindafür:. Magst du näher beschreiben, wie eine solche Suche nach Kot oder Kadavern abläuft?

    Das Thema Artenspürhunde steckt ja leider noch ein wenig in den Kinderschuhen, auch wenn sich der Verein Wildlife Detection Dogs ja stark für eine Zertifizierung engagiert. Man kommt halt nicht einfach so als Laie an Projekte ran um seinen Hund einzusetzen, allein schon weil man selbst auch Ahnung von der Thematik haben muss. Daher solltest du auch dahingehend überlegen was sinnvoll ist wenn du den Hund wirklich im Einsatz führen möchtest.

    Auch an das Material zu kommen ist nicht einfach. Vieles darf man nicht einfach so besitzen sondern brauch Genehmigungen dafür wenn es sich um geschützte Arten handelt.

    Oh, schade, das klingt ja wirklich nicht ganz einfach. Ich habe leider keinerlei Ausbildung im Bereich Naturschutz. Aber in der Schweiz habe ich zum Thema Artenspürhunde diese Seite gefunden: https://www.artenspuerhunde.ch/ausbildung

    Die bieten eine Ausbildung an und scheinen immer mal wieder Bedarf an Artenspürhunde-Teams zu haben. Wie oft man dann tatsächlich zum Einsatz käme, weiss ich allerdings nicht.

    Wir sind im IGAMON Dog Projekt drinnen und trainieren auf invasive Pflanzenarten. Mit Nuka möchte ich aber später gerne noch Buchdrucker trainieren. Ich hab da aber ein berufliches Interesse dran weil ich im Naturschutz arbeite.

    Das klingt sehr cool :bindafür:. Das bietet sich natürlich an, wenn du auch beruflich mit Naturschutz zu tun hast.

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Daher die Frage: Wozu möchtest du deinen Hund ausbilden und welche Eigenschaften wären dabei hinderlich? Bettwanzen z.B. sucht man ja drinnen, da wäre Jagdtrieb nicht das Thema. Aber da wäre ein Thema dass der Hund Fremden gegenüber ängstlich wäre. Und wie ernsthaft willst du das Ganze betreiben?

    Ich dachte ursprünglich an Bettwanzen, aber andererseits fände ich es auch sehr toll, mit einem Artenspürhund in Naturschutzprojekten mitzuarbeiten und z.B. nach dem Kot eines bestimmten Tiers, nach Nestern etc. zu suchen. Ich denke, ich würde es vom Hund abhängig machen, und das wählen, was ihm am ehesten liegen würde und wo die Chancen am grössten sind, dass er die Einsatzprüfung schafft. Bei meinem jetzigen Tierschutzhund hätte ich wohl Bettwanzen gewählt, da er einen starken Jagdtrieb hat und bei Wild nicht zuverlässig abrufbar ist.


    Ich würde die Sache schon gerne ernsthaft betreiben (Einsatzprüfung und gelegentliche echte Einsätze). Aber wenns nicht klappt, würde ich den Hund natürlich nicht wieder abgeben und für ihn und mich stattdessen halt eine andere Beschäftigung suchen.


    Auf welchen Zielgeruch trainierst du deine beiden Hunde?

    Und wenn ernsthaft, dann würde ich mich für einen jungen Hund vom Züchter entscheiden, ganz einfach, weil man beim Tierheimhund oft andere Baustellen hat, die sich erst daheim herausstellen, und an denen man erstmal genug zu arbeiten hat. Alles auf einmal geht nicht, deswegen würden solche Baustellen den Trainingsbeginn verschieben und den Hund noch älter werden lassen, bevor man damit überhaupt beginnen kann....

    Ich dachte zuerst auch an einen Welpen vom Züchter, aber ich bin einfach kein Welpentyp. Meinen allerersten Hund (Hovi-Mix) hatte ich als Welpe und natürlich war sie zuckersüss, aber weiss noch, dass ich öfters dachte: "Hoffentlich wird sie schnell gross, damit ich bald richtig etwas mit ihr machen kann." Zudem könnte ich mich nicht wirklich für eine bestimmte Rasse entscheiden. Ich mag zwar sehr gerne Schäferhunde und deren Mixe, aber eigentlich geht es mir vor allem um das Individuum Hund und nicht um eine bestimmte Rasse. Ich bin in meinen hundelosen Zeiten viel mit Tierheimhunden Gassi gegangen und habe mich dabei in recht unterschiedliche Hunde verguckt (Labrador-AmStaff-Mix, gestromter Irgend-was-Mix, Schäferhund-Husky-Mix, DSH). Diese Hunde fand ich einfach charakterlich toll und hätte sie mir daher für mich vorstellen können.


    Aber das mit den Baustellen bei einem Tierheimhund stimmt natürlich. Das sehe ich ja auch bei meinem jetzigen Hund. Bei ihm war ich die ersten ein, zwei Jahre vor allem mit Alltagstraining beschäftigt. Aber eigentlich wäre er grundsätzlich als Spürhund geeignet gewesen (wenn ich früher herausgefunden hätte, welche Ausbildungsmöglichkeiten es in diesem Bereich so gibt. Nun ist er leider zu alt :( ). Den nächsten Hund aus dem Tierheim würde ich auf jeden Fall mit mehr Bedacht auswählen und mir fürs Kennenlernen noch mehr Zeit lassen.

    Ja, ich glaube bei Rettungshunden wird meistens sehr früh mit der Ausbildung begonnen, aber bei der Organisation in der Schweiz, die eine Ausbildung zum Artenspürhund anbietet, liegt die Altersgrenze bei Beginn der Ausbildung anscheinend bei 8 Jahren. (Aber ich würde natürlich schon einen jüngeren Hund nehmen, so zwischen 2 und 4 Jahren).

    Ich hole das Thema mal hoch:


    Ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen zum Thema Artenspürhunde eingelesen und bin total begeistert, was Hunde in diesem Bereich alles leisten können.


    Was haltet ihr von der Idee, sich einen Tierheim-/Tierschutzhund anzuschaffen, mit dem Ziel, diesen als Artenspürhund auszubilden? (Momentan ist das bei mir nicht aktuell, aber vielleicht in ein paar Jahren.) Ich habe gelesen, dass in den USA öfters mal arbeitsfreudige Tierheimhunde zu diesen Zweck ausgebildet und eingesetzt werden.


    Wäre es vielleicht sogar die bessere Variante, anstatt eines Welpen einen bereits erwachsenen Hund zu übernehmen, wenn man Interesse daran hat, seinen zukünftigen Hund als Artenspürhund auszubilden? Hier im Thread haben ja einige geschrieben, dass es mehr auf das Individuum Hund als auf die Rasse ankommt. Daher wäre es ja fast besser, einen erwachsenen Hund zu übernehmen, den man einschätzen und auf eine Eignung testen kann. Bei einem Welpen dagegen weiss man ja nie, wie sich dieser entwickelt (auch wenn man zu einem guten Züchter geht und eine grundsätzlich passende Rasse auswählt).


    Es versteht sich natürlich von selbst, dass man den potenziellen Kandidaten aus dem Tierheim vorher ausgiebig kennenlernen und vermutlich auch von einer Fachperson einschätzen lassen müsste, die sich mit Spürhunden auskennt. Zudem dürfte der Hund natürlich keine riesigen Baustellen haben. Aber dann würde vermutlich nichts dagegen sprechen, oder was meint ihr?

    Genauso war es hier auch. Wir kamen im Training bis zu einem gewissen Punkt über Alternativverhalten weiter und dann stagnierte es und wir konnten eine gewisse Distanz einfach nicht unterschreiten, ohne dass Pelle auslöste.

    Interessant, das war bei uns exakt genau so! Ich stagniere bei meinem Hund allerdings seit mehreren Jahren bei einer bestimmten Distanz (5-10 m) und daher denke ich, das der Zug definitiv abgefahren ist. Im Nachhinein ärgere ich mich total, dass ich da nicht viel früher einen Punkt gesetzt habe. Bei anderen Auslösern fürs Leinenpöbeln (z.B. Kühe, Pferde, Schafe o.ä.) war es allerdings tatsächlich auch so, dass es nach einer längeren Zeit des positiven Trainings (ca. 1 Jahr) plötzlich Klick gemacht hat, ohne dass ich am Training etwas geändert hatte. Bei anderen Hunden ist das aber definitiv nicht der Fall.

    Also nein, für mich bedeutet "Der nette Weg funktioniert nicht!" nicht gleich, dass man unnett werden muss. Wobei ich mich frage, was mit Abbruch gemeint ist. Hier war bspw. die Wasserflasche angedacht gewesen.

    Mein Trainer hat auch einen Abbruch mit Wasserflasche vorgeschlagen.

    Mit dem Alter hat das „sich festglotzen“ gar nichts zu tun. Das ist einfach Typsache bei manchen Hunderassen, und/oder wird als Lösungsstrategie vom Hund genutzt.

    Bei deinem würde ich denken es ist eine Mischung aus allem + einer von dir an falscher Stelle herausgearbeiteter Verhaltenskette.

    Hast du die Möglichkeit da mal jemanden rausschauen zu lassen? Das müsste eigentlich leicht zu beheben sein, denn deine Vorarbeit sitzt ja. Nur hat dein Hund noch nicht verstanden oder er akzeptiert es nicht, dass er halt aufhören soll mit dem „Aggro-Verhalten“ . Darum gehts doch letztlich.

    Ich würde ja denken, du könntest ihm das jetzt mal schlicht verbieten. Oder du nutzt einen vorher gut sitzenden Abbruch.

    Was du machst ist ja eine Dauerschleife: „Guck, was da kommt.“ Und das ist doch gar nicht wünschenswert. Der Hund soll doch in einer Umwelt leben, wo ständig wer kommt, und am Horizont was auftaucht.

    Ja, da hast du sicher recht, dass das eine Typfrage ist. Meiner ist einfach ein "Glotz-Hund". ;).


    Mit dem Trainer, bei dem ich jetzt bin, werde ich beim nächsten Termin ein Abbruchsignal fürs Pöbeln einführen. Der Trainer arbeitet bei Leinenaggression zuerst auch positiv, aber wenn sich (wie bei meinem Hund) nach einiger Zeit keine wirklichen Fortschritte einstellen, empfiehlt er, mit einem Abbruch zu arbeiten. Das scheint mir in unserem Fall auch vernünftig.


    Wie ich mit dem Gucken auf grössere Distanzen umgehen soll, habe ich ihn allerdings noch nicht gefragt. Da werde ich das Abbruchsignal wohl kaum benötigen, da sich mein Hund dabei nicht aggressiv verhält (sieht ähnlich aus wie bei Luigi im Video von Lagurus ). Ein Weitergeh-Signal würde wahrscheinlich am meisten Sinn machen.

    Bei einem pöbelnden Rotti stelle ich es mir fast unnöglich vor, dass der Halter nicht auf ihn schaut😉. Da braucht man ja einen guten Stand und muss sich auf den Hund konzentrieren, um ihn sicher halten zu können.


    Wenn mein Hund richtig heftig pöbelt, tue ich normalerweise auch nichts weiter, ausser ihn ganz eng am Geschirr zu halten und möglichst rasch am anderen Hund vorbeizugehen. Alles andere ist in dem Moment sinnlos, da es eh nicht bei ihm ankommt.

    Wie ich das im Bekanntenkreis beobachte, gibt es da zwei grobe Typen Hund: die, die sich beim Gucken hochspulen (bspw. Hütis) und die, die sich durch Gucken beruhigen können. Ist ja klar, dass man dementsprechend auch anders damit umgeht.

    Ja, das hat die Trainerin der Social Walks auch immer gesagt. Mein Hund gehört vom Typ her zu denen, die sich immer mehr aufregen, je länger man sie gucken lässt. Daher lasse ich ihn das jeweils nur max. 2-3 Sekunden am Stück machen. Wahrscheinlich ist es bei ihm auch so, dass sich das Pöbelproblem nur über Gehorsam oder Ablenkung verbessern lässt.

    Genauso wie es sehr unterschiedlich ist, je nach Kontext, Distanz etc. und auch, ob der Hund sich in der Begegnung wohler fühlt, wenn er stationär bleiben kann oder ob er selbst in Bewegung bleibt. Da gibt es kein wirkliches Patentrezept und deshalb auch nicht DEN Rat für jede Lebenslage, jeden Hund, jedes Team. 🤷

    Das sollten sich einige Hundetrainer auch mal hinter die Ohren schreiben ;) . Ich war mal bei einer positiv arbeitenden Trainerin, die stur darauf beharrte, dass es immer besser sei, in Bewegung zu bleiben, als statisch zu sein, obwohl ich ihr gesagt hatte, dass es bei meinem Hund besser klappt, wenn ich stehenbleibe und ihn z.B. absitzen lasse. Ihrer Meinung nach konnte das jedoch nicht sein und es würde einzig an meiner inneren Einstellung liegen, dass mein Hund keine wirklichen Fortschritte macht. Das hat mich so frustriert, dass ich ernsthaft über eine Abgabe nachgedacht habe, weil ich befürchtete, dass ich für diesen Hund einfach schlicht zu blöd bin :verzweifelt: .

    Ich mache das, weil ich genau das anstarren vermeiden will, welches letztendlich in Ziehen oder sogar Gepöbel endet wenns blöd kommt. Der Fokus soll bitte auf mir liegen, nicht auf dem Hund. Kurz gucken ist okay, aber nicht immer wieder hingaffen und schauen und beäugen. So was nervt mich, weil sich der Hund immer umorientiert; und zwar zum anderen Hund hin.

    Das ist bei Duko genau so und nervt mich eben auch sehr, aber ich frage mich halt, ob er wirklich lernt, andere Hunde als etwas Normales zu betrachten, wenn ich ihm komplett verbiete, hinzuschauen? Dann könnte ich ihn bei Hundesichtung ja auch einfach total auf den Ball fixieren, sodass er den anderen Hund ausblendet? Das wäre dann ja aber auch nur Management und sobald ich das mal nicht mehr machen würde, wäre das Problem wahrscheinlich wieder da. Mein Ziel wäre aber eigentlich, dass er den Reiz auszuhalten und damit normal umzugehen lernt. Oder ergibt sich das vielleicht mit der Zeit, wenn man das mit dem Verbieten des Hinschauens konsequent über längere Zeit so durchzieht?

    Duma80 Wie wäre es denn mit Angucken - Umorientieren - ihr dreht komplett ab und vermeidet die Begegnung? Nicht als dauerhafte Strategie, sondern nur zeitweise. Um die Situation zu beenden und diese Verhaltenskette zu unterbrechen.

    Mit Balu gab es kurzzeitig auch das Problem, weil ich halt auch für Abwenden belohnt habe. Wir habens dann so gemacht, wie oben geschrieben. Und dann wurde es besser. Und für ihn hats tatsächlich auch Stress rausgenommen, weil dadurch nicht jede Hundesichtung hieß, dass kurz danach seine gefühlte Individualdistanz unterschritten wird.

    Vermeiden tue ich die Begegnung sowieso, weil er bei kürzeren Distanzen grundsätzlich pöbelt. Er macht das mit dem intensiven Hingucken auf grosse Distanzen aber auch, wenn wir in eine andere Richtung gehen und der Hund hinter uns ist oder wenn jemand auf einem Parallelweg in dieselbe Richtung geht. Wenn der Hund noch so weit weg ist, zeigt er noch keine Anzeichen zum Pöbeln und ich kann das Gucken auch gut unterbrechen. Er lässt es aber wirklich nur dauerhaft sein, wenn ich ihm eine andere Aufgabe gebe, bis der Hund verschwunden ist.