Es ist doch wirklich wie verhext Herr Hund fällt wieder aus, weil der Depp sich mit zwei HSH-Mixen anlegen musste und ordentlich einstecken durfte. Mal schauen, ob er nach den Feiertagen wieder rund läuft, auf jeden Fall muss er aber, bevor er wieder ins Geschirr kommt, zur Physio.
Meine Motivation, alleine laufen zu gehen, hält sich zwar in Grenzen, ist aber immerhin vorhanden. So ein paar gemütliche 5km Runden vor dem Jahreswechsel könnte ich mir schon gut vorstellen...
Die Starnberger-Runde (also die zweite Tour) kenn' ich zum Teil. Da kommt man auch an Carlos Tierheim vorbei und wir waren da am Anfang der gemeinsamen Zeit recht oft unterwegs. Ist schon sehr schön dort, außerhalb der Ortschaften auch sehr einsam, bis auf Tierheim-Hunde ab und an ist dort eigentlich kaum jemand unterwegs (also, war zumindest in Pre-Corona-Zeiten so )
Die zweite Strecke kenn' ich nicht aus Hundehaltersicht, nur westlich der Isar im Forstenrieder Park war ich mit Carlo schon öfter unterwegs (wir haben früher dort in der Nähe gewohnt). Aber ich kann mir vorstellen, dass da an der Isar entlang mehr los ist, als auf der Starnberger Runde (also Radfahrer und Hundemenschen - gut, wies jetzt im Winter aussieht, weiß ich nicht, aber ich war früher im Sommer dort immer gern mit dem Rad unterwegs und nie allein )
Trab ist bei Carlo immer ein Zeichen von physischer und psychischer Losgelassenheit. Passt er, weiß ich, es zwickt entweder im Rücken oder im Kopf
Durch die Drahtverletzung sind bei ihm ja Rückenmuskulatur und Nerven ziemlich im Mitleidenschaft gezogen worden, aber seit wir laufen, wird alles so viel stabiler. Vor ein paar Wochen ist mir aufgefallen, dass er jetzt, wenn er sich schüttelt, auch mit dem Po wackelt Mein Hund kann sich jetzt komplett von vorne bis hinten durchschütteln, so verrückt!
Und für seinen Kopf ists auch total gut, wenn er so meditativ vor sich hintrabt, sieht man richtig, wie der Stress von ihm abfällt
Wir sind mit Carlo über Weihnachten höchstwahrscheinlich auch daheim, also gleich ums Eck.
Hier bei uns gibt's auch schöne einsame, mehr oder weniger matschige, entspannte Strecken (für jagdlich nicht interessierte Hunde ), aber Hoppalina kennt auch schöne Touren rund um Freising, die für Jagdnasen entspannter sind
Je nachdem, wie viele Hunde und Menschen es so werden, wären wir mit Carlo dabei oder ich komm ohne Hund - meine Kamera wäre aber immer mit am Start
Immer wenn ich hier von unseren Läufen erzähle, kann ich sicher sein, dass sich kurz danach ein Zwei- oder Vierbeiner schrottet und wir wieder pausieren dürfen.
Deshalb erzähle ich einfach NICHT, wie toll unsere beiden Läufe diese Woche waren. Und ich sag auch NICHT, wie viel Spaß im Schlamm wir hatten. Und ganz bestimmt NICHT werd ich mich darüber freuen, wie großartig der Hund aktuell trabt und dass er sich jetzt auch selbstständig aus dem Pass in den Trab umsortieren kann - ohne Galoppsprung dazwischen (was kaum noch notwendig ist, den es wurde heute auf >3km für vielleicht 10 Schritte Pass gelaufen - das hat natürlich auch niemand laut ausgeschrieben)
So. Jetzt wisst ihr nicht Bescheid, wie ich mich grad freue und dass wir am Samstag gleich nochmal gehen erzähle ich auch keinem
Luna hat da leider wirklich große Probleme mit, wenn Besuch reinkommt. Egal ob hier zuhause oder bei Freunden.
Dass Luna das Verhalten auch zeigt, wenn sie sich nicht in ihrem Territorium befindet, spricht dafür, dass Territorialverhalten zumindest nicht die einzige Komponente ist, die da mit reinspielt. Ich tippe "einfach" auf viel, viel Unsicherheit im Umgang mit für uns normalen Situationen, also mehr oder weniger unbekannte Menschen auf engem Raum. Sie weiß nicht, wie sie sich verhalten soll und löst das wohl deshalb nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung".
Unsicherheit bei Besuch ist/war bei uns ja auch ein großes Thema.
Was uns geholfen hat, war Click für Blick mit Anfangs sehr großem Abstand. Also jeder ruhige Blick zum gruseligen Besucher wird geclickt und bekekst, anfangs kommt der Click sehr schnell, also sobald Hund hinguckt Click und Keks, dabei den Keks am besten weg vom Auslöser füttern. Dabei wirkt zum einen der größere Abstand als weiterer Verstärker und gleichzeitig wird das geübt, was - zumindest bei mir - das eigentliche Ziel war: geh weg vom Auslöser.
Später wird der Click weiter hinausgezögert, wobei das endgültige Ziel eben sein sollte, dass der Hund hinguckt und sich selbstständig wieder umdrehen kann.
Abstand verkleinern, und das ganze Procedere wieder von vorne.
Gleichzeitig haben wir auch bei Personen, die nicht als so gruselig eingestuft wurden, weggehen geübt. Das war für Carlo ein ganz wichtiger Punkt, weil er da erst verstanden hat, dass er Situationen nicht aushalten und eskalieren lassen muss, sondern einfach gehen kann
Eine Decke als mobiler sicherer Hafen bzw. daheim die Box als Rückzugsort haben uns auch gute Dienste geleistet.
Zum Thema Klingel habe ich mir überlegt das einfach gegenzukonditionieren. Also mein Freund soll klingeln, dann freue ich mich doll (ohne dass er reinkommt, einfach über den Sound der Klingel) und lasse es an Luna's Platz Kekse regnen. Und das ganze dann über mehrere Tage hinweg ein paar mal üben. Was meint ihr?
Find ich gut! Je nachdem, wie krass sie auf die Klingel reagiert, könntest du das Geräusch auch erstmal vielleicht mit dem Handy aufnehmen und in geringerer Lautstärke oder verkürzt abspielen, damit sie die Chance hat, sich nicht gleich arg hoch zu spulen, sondern du ihr da "fehlerlos" beibringen kannst, wie sie sich verhalten soll, wenns klingelt (und vielleicht sollte ich das auch mal so üben )
Gestern hab ich aufs Location-Foto vergessen, aber heute nachgeholt - die Schneedecke war beim Shooting noch ein bisschen besser intakt. Hund stand ca. in der Mitte der Kreuzung. Nicht so spektakulär, aber ein Beispiel dafür, wie längere Brennweiten und eine tiefe Position auch aus einer langweiligen Kreuzung einen hübschen Hintergrund machen können.
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Nikon D600, Nikkor 70-200 F2,8 bei f/3,2 und 122,0mm, 1/4000, ISO 6400 (kurz davor hatten wir an einer dunkleren Stelle fotografiert und ich hab die ISO noch nicht umgestellt gehabt)
Geruchliche Trigger sind hier auch ein riesengroßes Thema.
Bei uns beschränkt es sich leider nicht nur auf Hunde, wir haben eine ganze Palette an Gerüchen, die dazu führen, dass Herr Hund knurrgeifernd und um sich beißend in der Leine hängt. Ich erzähl dir mal, wie wir damit umgehen, vielleicht hilft dir das ja auch.
Unser erster Schritt war, Carlo überhaupt erstmal wieder aus seinem Tunnel raus zu bekommen und das Gehirn auf andere Dinge zu lenken. Dafür haben wir in ruhigen Situationen das Signal "Futter" etabliert. "Futter" heißt, eine ganze Handvoll Leckerlies landet verstreut auf dem Boden und Carlo darf sich bedienen. Das dann langsam in immer aufregenderen Situationen eingeführt und mittlerweile reagiert er darauf auch schon in so "Gehirn-Ausknips-Ausrastern".
Schnüffeln beruhigt, kauen beruhigt und der Hund kommt dadurch in den Seeking-Modus. Damit kann man schon mal die ersten postiven Emotionen mit Gerüchen verknüpfen.
Damit kann ich also meinen Hund gedanklich erstmal weg von dem Geruch holen und hab damit den Fuß in der Türe, um weitere Schritte einzuleiten. Je nachdem, wie gut Hund und ich an dem Tag drauf sind, kann das sein, dass wir einen anderen Weg gehen, wieder zurück nach Hause und halt erst in einer halben Stunde wieder raus, wenn die Spur nicht mehr ganz so frisch ist oder wir nutzen die Spur zum Üben.
Einen großen Durchbruch hat bei uns "Click für Sniff" gebracht. Also, das Prinzip von Click für Blick umgelegt aufs Schnüffeln.
D.h. wenn ich sehe, dass Carlo sich wieder der Spur zuwendet und schnüffelt: Click+Keks. Sobald er sich wieder umwendet und schnüffelt: Click+Keks. Jedes Mal. Bis er zeigt, dass er bereit ist, dass wir weiter gehen. Und wenn nach drei Schritten die Anspannung wieder größer wird, gibts das nächste "Futter" Signal und wir machen weiter mit Click für Sniff (oder wir machen gleich CfS ohne "Futter", je nachdem, wie ansprechbar Carlo ist).
Und ja, da wird dann halt auf einem Spaziergang ein großer Teil der Futterration des Tages so verclickert - es bleibt ja nicht für immer bei der hohen Clickrate.
Mit der Zeit wird nicht mehr das Schnüffeln an sich geclickt, sondern das selbstständige Abwenden vom Triggergeruch.
Wir ziehen das seit ~ Anfang Juli sehr konsequent durch. Es gab sehr, sehr, sehr schnell große Erfolge. Die sehen so aus, dass Carlo bei nicht ganz so starken Triggergerüchen (also z.B. brunftige Rehböcke) nicht mehr ausrastet und auch nur noch wenig Hilfe von mir braucht.
Bei stärkeren Triggergerüchen (hündische Erzfeinde, Zigaretten, Fuchs, Igel, Mäusebussard,...) braucht er noch immer Hilfe in Form von CfS und mehr Keksen, aber auch da wirds im Schnitt stetig besser.
Ich häng dir mal eins unserer Trainingsvideos an, so sah CfS bei uns Ende Juli aus:
Achso - das macht sie hier auch noch: "Sprechen" nennen wir es... wenn sie uns 'anflirtet' und gerne was möchte... (MIT Ton muss man das sehen um es zu hören... ;D)
Aaaaah, endlich ein anderer Hund, der das macht! Carlo macht das ganz genau so und ich könnt ihn dann jedes Mal auffressen, so süß find ich das!
Wenn ja, glaubt ihr es macht Sinn, wenn man sich zusammen tut, eine ordentliche, sachliche Nachricht formuliert, die man diesen Firmen dann zukommen lassen kann? Und das von mehreren Leuten, sodass gemerkt wird, dass es eben nicht die Ansicht einer einzelnen Person ist.
Schau mal, da gibts sogar schon seit 2016 was von der Bundestierärztekammer: