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Hallo,
wie baue ich bei einem Hund die Frustrationstoleranz auf wenn diese zu gering ist? Habe leider nichts darüber gefunden.
Lg, Cora
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Was meinst du denn genau?
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Gibt viele Möglichkeiten. Doch es ist auch immerwieder Individuel.
Warum möchtest du sowas aufbauen?
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Genau, es ist schwer bzw. unmöglich dir zu antworten, weil das konkrete Problem fehlt. Frust kann auf ein Nein entstehen, weil der Hund nicht aus deinem Tellerchen essen und in deinem Bettchen schlafen darf. Gut, da muss er durch und da gibt es keine Diskussion. Is so.
Es gibt aber auch Frust aus anderen Gründen, bei dem man dem Hund auf die eine oder andere Art helfen kann. Nur was ist bei deinem Hund das Frustproblem?
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Mal ohne blabla, grundsätzlich ist es immer das selbe wie das aufgebaut wird.
Man sucht sich eine Sache, die der Hund gerne haben mag, aber nicht bekommen soll. Ob das nun das fordern von Leckerlies, das hinlaufen zu anderen Hunden ist, oder ob der Hund jammert weil er nicht ins Bett darf. Eigentlich ist es vollkommen irrelevant WAS es ist.
Man setzt dem Hund diese Sache in abgeschwächter Form in reizarmer Umgebung vor (also ein nicht sooo tolles Leckerlie, einen ihm bereits bekannten Hund, usw.). Man fordert vom Hund ein so lange zu warten, bis die Freigabe des HH kommt. Wichtig ist, dass der Hund anschließend dafür belohnt wird, und zwar wirklich belohnt, also mit einer echt tollen Sache.
Man beginnt in ganz kleinen Schritten, so soll der Hund zB 5 Sekunden vor einem am Boden liegenden Leckerlie warten, schafft er das wir er mit einem besseren Leckerlie belohnt (oder Spielzeug oder was auch immer). Wichtig ist zu Anfang, dass man nicht mit dem ultimativen Objekt der Begierde beginnt.
Der Hund lernt dabei, dass es nicht nachteilig für ihn ist etwas nicht zu bekommen was er in dem Moment gerne will. Zieht man das regelmäßig und konsequent durch, kann man den Reiz steigern und die Belohnung "verringern".
Irgendwann ist man dann so weit, dass der Hund zB bei seinem ultimativen Lieblingsleckerlie wartet und mit einem verbalen Lob stattdessen zufrieden ist. Das ist aber, je nach dem wie gut der Hund Frustration schon bei seiner Mutter ertragen musste (die bringen das normalerweise bei) ein mehr oder weniger langer, mühsamer Weg.Hat man auf dem Belohnungsweg ein gewisses Level erreicht, bringt man dem Hund bei, dass er gewisse Dinge zu einem Zeitpunkt einfach nicht haben kann. Er hat vorher durch Belohnung gemerkt, dass es nicht sooo schlimm ist und kann dadurch schon besser damit umgehen. Er wird dann auch verkraften, wenn es sich nicht mehr für ihn lohnt, weil es ihn nicht mehr in stress versetzt das Objekt seiner Begierde vor sich zu sehen.
Also im Grunde genommen läuft alles darauf hinaus, dem Hund den Stress zu nehmen.
Grundsätzlich ist das in jeder beliebigen Situation anwendbar.
Ich persönlich würde immer mit der Leckerlie-Methode beginnen, da Hunde in reizarmer Umgebung darauf eigentlich immer reagieren. Der Grund warum Hunde frssen verweigern ist so gut wie immer ein zu hohes Erregungslevel, was ja in reizarmer Umgebung nicht vorhanden ist.
Und noch was: Lasst Euch Zeit damit, sowas ist eine schwierige Sache, bei der man einiges kaputt macht wenn man zu schnell und hart vorgeht :)
Ach ja, Frustration ist immer ein generelles Problem, nicht wirklich auf eine Sache bezogen. Nur die Auswirkungen richten sich nach der Intensität des "haben/tun wollens".
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Nur wenn der Hund nicht aufs Fressen fixiert ist, bzw sich garnicht für sowas interessiert?
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Zitat
Nur wenn der Hund nicht aufs Fressen fixiert ist, bzw sich garnicht für sowas interessiert?
Wie gesagt, in reizarmer Umgebung, bevor es Futter gegeben hat, will Hund immer fressen. Es ist vielleicht nicht sein vorrangiges Ziel, umso besser. Je kleiner man damit anfängt, desto besser. Wenn ich den Hund gleich seinem vollen Frust aussetze, wird er nix lernen. Je uninteressanter - und damit je kleiner der Frust - desto besser kann man es steuern und langsam auf schwierigere Sachen ausdehenen.Meine Hunde interessiert Futter fast gar nicht, trotzdem schieben sie ein gewisses Maß an Frust, wenn mitten in der Wohnung ein Stück Leberwurst leigt und sie nicht hindürfen. Selbst wenn sie es gar nicht fressen wollen, zumindest ansehen was da liegt wollen sie.
Wenn ich mit seinem Lieblingsspielkamerad auf einer belebten Hundewiese beginnen würde, stünde ich auf verlorenem Posten. Wenn ich alles bis dahin langsam steigere, klappt es :)
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TOP erklärt! Hab gerade sowas gesucht! Kam wie gerufen.
Grüßle
Silvia -
Sorry, aber damit bräuchte ich bei meinen gar nicht erst anzufangen.
Am ersten Tag habe ich einen Teller mit Wurst- und Käsebrot sowie Würstchen auf den Boden gestellt. Wenn dann der Welpe ankam, habe ich ihn mit dem Unterarm weggeschoben und gesagt Nein, Meins. Das ging so lange bis ich in Ruhe mit dem Welpen neben dem Teller essen konnte.
Dann kamen noch so 3 erfolglose Klauversuche im Alter zwischen etwa 6 und 9 Monaten, das war es dann.
Gestern waren beide 4 1/2 Stunden allein im Haus, hatten Zugang zur Küche, in der ihr Futter und ihr Schmalz offen herumstanden, nur es fehlte nichts, rein gar nichts, als ich nach Hause kam.
Meine beiden "lieben" Katzen. Heute sind sie an einer Katze vorbei, haben hingesehen aber nicht einen Pieps gesagt und auch nicht mit der Wimper gezuckt. Ich habe auch nichts gesagt, sie auch nicht vorher ermahnt, gar nichts. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps - beide Hunde waren angespannt und zogen in der Hauptsache ihr Futter nach Hause
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Ich mache ja nun alles mögliche mit den Hunden. Aber Frusttoleranz? Habe ich nie gemacht, viel wichtiger war es mir immer, dass die Hunde mit der jeweiligen Situation klarkommen. Da werde ich gestalterisch tätig, da organisere ich die Dinge so, dass der Hund sie freudig macht.
Deshalb nochmal meine Frage: Wo ist hier konkret das Frustproblem?
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Dir ist aber schon klar, dass Hunde die normal bei ihrer Mutter waren und von Beginn an "korrekt" vom Besitzer behandelt wurden kein Problem mit Frust haben? Die brauchen auch keine Frustrationstoleranz zu lernen, die besitzen sie bereits.
Fehlende Frustrationstoleranz ist ein Versäumnis der Mutter, oder falsches / zu nachgiebiges / inkonsequentes handeln des Besitzers. Logisch dass, wenn Du alles "richtig" gemacht hast, Du keinen Umgang mit Frust üben brauchst. Ich dachte das sei denen, die hier schreiben und Tips geben bewusst, sonst ist das Thema wohl falsch verstanden worden.
Gesunde, gut sozialisierte Hunde können recht locker mit einem gewissen Maß an Frust umgehen.Und wenn Hunde in bestimmten Situation Krawall machen / sich aufführen / "sonstwas tun" muß das nicht ursächlich mit Frustration zu tun haben.
Die Frage hier war aber eindeutig nach dem Aufbau der Frustrationstoleranz.
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